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Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Literatur
überlieferung
an pablo neruda
aus den schloten quillt der qualm
der hundertfünfzig orte -
braune kohle wird verstromt,
zu gold wird sie gesponnen.
all die dörfer gibts nicht mehr,
von baggern ganz verschlungen
in urzeitlich dimension
wie riesenechsen fressen sie
und fressen sie fürs fliessband -
übers fliessband laufen die geschichten
der vertilgten siedlungen
zu speisen neuzeitliche öfen
neuzeitlichen rumpelstielzchens
mit noch nicht errat'nem namen -
der wind weht weithin fort
die zerbrannte unerzählte zeit -
wird regnen irgendwo hernieder über ozeanen
und wie kokosnüsse wird sie stranden
auszuschlagen neue worte
in ganz neuen sprachen
vielleicht schon ganzer bilderwald ist so entstanden
in versteckten buchten vieler fernen inseln
gewachs'ne bilder von vergang'ner zeit
des mitteleuropäisch menschen
backsteinhöfe, felder, wundervolle gärtnereien
unter dreijahrhundertalten bäumen
irgendwo im wilden westen
einer westlichen bananenrepublik verloren
und das rumpelstielzchen ohne namen
zahlt eifrig ein in den kulturétat
und setzt sich ein für randbegrünung
seiner gähnend aufgeriss'nen übertagegruben.
verleiht trügerisch ästhetik einer landschaft
mit beton'nen ungetümen,
die auch gleich das wettermachen üben -
ehrfurcht vor den heiligen kolossen grauer zeiten!
wann wird wohl je berichtet werden
von der erstbezwingung eines dampfend kühlturms
darauf ein kleines windrad aufgepflanzt
jan pablo neruda, eigentlich jan pablo henin, geb. 1974 in köln, der dasselstrasse, lebt in köln als moseleifeler grundschüler, kubanisch-maifelder oberschüler, mayener fussballtorwart, welt-reisender, ehrenfelder südstadt-zivi, bonn-bornheimer biogärtner, (vor-)leser, gedichter, gitarrista und gesänger, familienvater zweier kinder, geisenheimer bio-gartenbauingenieur (fh), bio-lebensmittelhändler, lenauplatz-malender, fahrtenschreibender und anderer. janhenin@iname.com
Online-Flyer Nr. 59 vom 29.08.2006
überlieferung
an pablo neruda
aus den schloten quillt der qualm
der hundertfünfzig orte -
braune kohle wird verstromt,
zu gold wird sie gesponnen.
all die dörfer gibts nicht mehr,
von baggern ganz verschlungen
in urzeitlich dimension
wie riesenechsen fressen sie
und fressen sie fürs fliessband -
übers fliessband laufen die geschichten
der vertilgten siedlungen
zu speisen neuzeitliche öfen
neuzeitlichen rumpelstielzchens
mit noch nicht errat'nem namen -
der wind weht weithin fort
die zerbrannte unerzählte zeit -
wird regnen irgendwo hernieder über ozeanen
und wie kokosnüsse wird sie stranden
auszuschlagen neue worte
in ganz neuen sprachen
vielleicht schon ganzer bilderwald ist so entstanden
in versteckten buchten vieler fernen inseln
gewachs'ne bilder von vergang'ner zeit
des mitteleuropäisch menschen
backsteinhöfe, felder, wundervolle gärtnereien
unter dreijahrhundertalten bäumen
irgendwo im wilden westen
einer westlichen bananenrepublik verloren
und das rumpelstielzchen ohne namen
zahlt eifrig ein in den kulturétat
und setzt sich ein für randbegrünung
seiner gähnend aufgeriss'nen übertagegruben.
verleiht trügerisch ästhetik einer landschaft
mit beton'nen ungetümen,
die auch gleich das wettermachen üben -
ehrfurcht vor den heiligen kolossen grauer zeiten!
wann wird wohl je berichtet werden
von der erstbezwingung eines dampfend kühlturms
darauf ein kleines windrad aufgepflanzt
jan pablo neruda, eigentlich jan pablo henin, geb. 1974 in köln, der dasselstrasse, lebt in köln als moseleifeler grundschüler, kubanisch-maifelder oberschüler, mayener fussballtorwart, welt-reisender, ehrenfelder südstadt-zivi, bonn-bornheimer biogärtner, (vor-)leser, gedichter, gitarrista und gesänger, familienvater zweier kinder, geisenheimer bio-gartenbauingenieur (fh), bio-lebensmittelhändler, lenauplatz-malender, fahrtenschreibender und anderer. janhenin@iname.com
Online-Flyer Nr. 59 vom 29.08.2006














