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Lokales
Bündnis Wahner Heide erhält Naturschutzpreis und ruft zum Protest auf
Troisdorfer CDU und FDP gegen Naturschutzprojekt
Von Peter Kleinert
Bündnis: Acht Gebäude naturschutzgerecht nutzen!
Im Gegensatz zur Rathausmehrheit bemüht sich nämlich das Bündnis Wahner Heide seit vier Jahren darum, einen kleinen Teilbereich - maximal acht Gebäude von über 114 - für eine naturschutzgerechte Nutzung zu erwerben. "Da von Seiten der Städte und des Landes nicht mehr in Natur und Landschaft investiert wird, müssen wir als Bürger und Vereine die Weichen dafür stellen, dass es die Wahner Heide auch noch in 40 Jahren gibt", sagt dazu der Vorsitzende des Bündnis Wahner Heide, Holger Sticht. "Nur wenn beispielsweise ein Landwirt ausreichend Heideprodukte verkaufen kann, kann er die notwendige Beweidung und damit den Erhalt der Heideflächen auf Dauer gewährleisten", widerspricht auch der Vorsitzende des Bergischen Naturschutzvereins (RBN) Mark vom Hofe den Abrissplänen der Stadt.

Soll abgerissen werden: Camp Altenrath
Foto: Infozentrum Wahner Heide
Auch nach Überzeugung von Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND, kann es nicht angehen, dass man volkswirtschaftliches Vermögen verrotten und dann auch noch auf Kosten des Steuerzahlers abreißen lässt, wenn es zumindest für einen Teil der Gebäudesubstanz eine vernünftige und naturschutzverträgliche Alternative gibt. Auch die Troisdorfer SPD unterstützt das Vorhaben des Bündnisses.
"Landschaftszentrum Südliche Heideterrasse"
Nach dem Konzept "Landschaftszentrum Südliche Heideterrasse" des Bündnis Wahner Heide sollen das ehemalige Kasernen-Casino und weitere noch erhaltene Nebengebäude dafür genutzt werden, ein Informationszentrum mit Museum, einen Heideproduktladen der örtlichen Landwirte, ein Heidecafé eines örtlichen Gastwirtes, eine Biostation und eine Naturschule für Troisdorf einzurichten. Hier sollen alle Kräfte, die es in der Heide gibt, zu Gunsten des Erhalts der Landschaft gebündelt und auf diese Weise potenziert werden. Gebäude, die nicht naturschutzverträglich genutzt werden können, sollen im Zuge der Kompensationsmaßnahmen für den achtspurigen Ausbau der A3 zwischen Köln-Mülheim und Köln-Dellbrück zurückgebaut und die Gebäudeflächen in ihren ursprünglichen Zustand - vor der Bebauung durch die belgische Armee Anfang der 1950er - als offene Heide zurückversetzt werden. Neue, zusätzlich notwendig werdende Beweidungsmaßnahmen des Kasernengeländes könnten durch die Patenschaftsherde des Bündnis Wahner Heide geleistet werden.

MUNA-Preisträger 2006 - hinten links Holger Sticht vom Bündnis
Foto: DBU
CDU-Jablonski: Verantwortung zu groß
Die CDU sieht das - heute - anders: Sie behauptet, durch ein Heide-Informationszentrum würden "irgendwann doch wieder Kosten für geregelte Ver- und Entsorgung auf die Stadt zukommen", hieß es in der Kölnischen Rundschau. Der Stadt sei die Verantwortung zu groß, sagte der KR CDU-Fraktionschef Klaus-Werner Jablonski, außerdem sehe er die Gefahr, dass dort dann neben dem Info-Zentrum irgendwann noch mehr entstehen könne, deshalb wolle die CDU "dort nur noch Natur haben". Im Jahr 2003 sah das noch ganz anders aus. Damals gab es seitens der CDU keinen öffentlich bekannt gewordenen Einspruch gegen Pläne des Köln-Bonner Flughafens, die vom Bündnis Wahner Heide öffentlich gemacht wurden. In einem Brief vom 10.12.2003 an die Bezirksregierung Köln offenbarte damals nämlich die Flughafen Köln/Bonn GmbH ihre bis dahin unter Verschluss gehaltenen Ideen für eine Nutzung des Camp Altenrath im Naturschutzgebiet Wahner Heide. Sie wollte in der vom belgischen Militär geräumten Kaserne Winterdienst, ein Schulungszentrum und Teile der Feuerwehr des Flughafens unterbringen. Außerdem sollte die Kaserne mit Hilfe einer neuen Straße durch das Naturschutzgebiet an das Flughafengelände angebunden werden. Auf eine Realisierung dieser Pläne hat die Flughafen GmbH inzwischen von sich aus verzichtet.
Das Bündnis fordert deshalb die Bürger auf, dass sie zu dem bis Freitag im Rathaus ausliegenden Entwurf des Flächennutzungsplan Nein sagen und durch ihre Stellungnahmen ihren Beitrag dazu leisten, dass acht Gebäude des Camp Altenrath - im Bereich des jetzigen Wanderwegs durch das Camp - zu Gunsten des Konzepts "Landschaftszentrum Südliche Heideterrasse" des Bündnisses erhalten bleiben und dass nur die nicht naturschutzgerichtet verplanten Gebäude renaturiert werden.

Keinen Heideproduktladen für örtliche Landwirte?
Foto: Hilde Röpke
ZDF- und DBU-Preis "Mensch und Natur"
Während im Troisdorfer Rathaus der CDU-FDP-Plan zum Abriß der acht Kasernengebäude bereits auslag, erhielt das Bündnis Wahner Heide e.V. den von ZDF und Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgeschriebenen Naturschutzpreis "Mensch und Natur (MUNA)" überreicht. Es hatte offenbar die illustre Jury aus WWF, EURONATUR und ZDF mit seinen erfolgreichen und richtungweisenden Projekten für die Wahner Heide überzeugt.
Der stellvertretende Generalsekretär der DBU, Professor Dr. Werner Wahmhoff überreichte am Freitag Bündnis-Sprecher Holger Sticht den Preis im Zentrum für Umweltkommunikation in Osnabrück.
Das Bündnis erhielt den bundesweiten Naturschutzpreis in der Kategorie "Nachhaltigkeit". Bei den zahlreichen Projekten wie Wahner Heide Karte, Natur- und Kulturführer, www.wahner-heide.com, Rundwanderwegnetz, Heide-Kids und Infonetz punktete das Bündnis vor allem mit der naturschutzgerechten Inwertsetzung der Landschaft. "Die Wahner Heide ist durch nachhaltige Nutzung entstanden, und nur durch nachhaltige Nutzung kann sie weiter erhalten werden", sagte Holger Sticht bei der Preisverleihung.
Im Unterschied zur historischen Nutzung, die nur aus wald- und landwirtschaftlichen Maßnahmen bestand, so die Begründung der Jury, komme heute der Erholungsverkehr hinzu. Hier hätte das Bündnis im wahrsten Sinne des Wortes Wege aufgezeigt, wie das wertvollste Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens trotz seiner Lage im Ballungsraum Köln-Bonn durch die Bevölkerung erlebt werden kann, ohne dass es dabei zerstört wird. Gleichzeitig hätte das Bündnis aufgezeigt, wie das Interesse an der Landschaft aufgefangen und finanzielle Rückflüsse in Projekte zum Erhalt der Landschaft erzielt werden können.
Am Sonntag, 15 Oktober, wird die Sendung "ZDF.Umwelt" um 13.10 Uhr über das Bündnis Wahner Heide und seine Arbeit berichten.
Mehr Infos: www.wahner-heide.com, www.dbu.de
Online-Flyer Nr. 65 vom 10.10.2006
Bündnis Wahner Heide erhält Naturschutzpreis und ruft zum Protest auf
Troisdorfer CDU und FDP gegen Naturschutzprojekt
Von Peter Kleinert
Bündnis: Acht Gebäude naturschutzgerecht nutzen!
Im Gegensatz zur Rathausmehrheit bemüht sich nämlich das Bündnis Wahner Heide seit vier Jahren darum, einen kleinen Teilbereich - maximal acht Gebäude von über 114 - für eine naturschutzgerechte Nutzung zu erwerben. "Da von Seiten der Städte und des Landes nicht mehr in Natur und Landschaft investiert wird, müssen wir als Bürger und Vereine die Weichen dafür stellen, dass es die Wahner Heide auch noch in 40 Jahren gibt", sagt dazu der Vorsitzende des Bündnis Wahner Heide, Holger Sticht. "Nur wenn beispielsweise ein Landwirt ausreichend Heideprodukte verkaufen kann, kann er die notwendige Beweidung und damit den Erhalt der Heideflächen auf Dauer gewährleisten", widerspricht auch der Vorsitzende des Bergischen Naturschutzvereins (RBN) Mark vom Hofe den Abrissplänen der Stadt.

Soll abgerissen werden: Camp Altenrath
Foto: Infozentrum Wahner Heide
Auch nach Überzeugung von Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND, kann es nicht angehen, dass man volkswirtschaftliches Vermögen verrotten und dann auch noch auf Kosten des Steuerzahlers abreißen lässt, wenn es zumindest für einen Teil der Gebäudesubstanz eine vernünftige und naturschutzverträgliche Alternative gibt. Auch die Troisdorfer SPD unterstützt das Vorhaben des Bündnisses.
"Landschaftszentrum Südliche Heideterrasse"
Nach dem Konzept "Landschaftszentrum Südliche Heideterrasse" des Bündnis Wahner Heide sollen das ehemalige Kasernen-Casino und weitere noch erhaltene Nebengebäude dafür genutzt werden, ein Informationszentrum mit Museum, einen Heideproduktladen der örtlichen Landwirte, ein Heidecafé eines örtlichen Gastwirtes, eine Biostation und eine Naturschule für Troisdorf einzurichten. Hier sollen alle Kräfte, die es in der Heide gibt, zu Gunsten des Erhalts der Landschaft gebündelt und auf diese Weise potenziert werden. Gebäude, die nicht naturschutzverträglich genutzt werden können, sollen im Zuge der Kompensationsmaßnahmen für den achtspurigen Ausbau der A3 zwischen Köln-Mülheim und Köln-Dellbrück zurückgebaut und die Gebäudeflächen in ihren ursprünglichen Zustand - vor der Bebauung durch die belgische Armee Anfang der 1950er - als offene Heide zurückversetzt werden. Neue, zusätzlich notwendig werdende Beweidungsmaßnahmen des Kasernengeländes könnten durch die Patenschaftsherde des Bündnis Wahner Heide geleistet werden.

MUNA-Preisträger 2006 - hinten links Holger Sticht vom Bündnis
Foto: DBU
CDU-Jablonski: Verantwortung zu groß
Die CDU sieht das - heute - anders: Sie behauptet, durch ein Heide-Informationszentrum würden "irgendwann doch wieder Kosten für geregelte Ver- und Entsorgung auf die Stadt zukommen", hieß es in der Kölnischen Rundschau. Der Stadt sei die Verantwortung zu groß, sagte der KR CDU-Fraktionschef Klaus-Werner Jablonski, außerdem sehe er die Gefahr, dass dort dann neben dem Info-Zentrum irgendwann noch mehr entstehen könne, deshalb wolle die CDU "dort nur noch Natur haben". Im Jahr 2003 sah das noch ganz anders aus. Damals gab es seitens der CDU keinen öffentlich bekannt gewordenen Einspruch gegen Pläne des Köln-Bonner Flughafens, die vom Bündnis Wahner Heide öffentlich gemacht wurden. In einem Brief vom 10.12.2003 an die Bezirksregierung Köln offenbarte damals nämlich die Flughafen Köln/Bonn GmbH ihre bis dahin unter Verschluss gehaltenen Ideen für eine Nutzung des Camp Altenrath im Naturschutzgebiet Wahner Heide. Sie wollte in der vom belgischen Militär geräumten Kaserne Winterdienst, ein Schulungszentrum und Teile der Feuerwehr des Flughafens unterbringen. Außerdem sollte die Kaserne mit Hilfe einer neuen Straße durch das Naturschutzgebiet an das Flughafengelände angebunden werden. Auf eine Realisierung dieser Pläne hat die Flughafen GmbH inzwischen von sich aus verzichtet.
Das Bündnis fordert deshalb die Bürger auf, dass sie zu dem bis Freitag im Rathaus ausliegenden Entwurf des Flächennutzungsplan Nein sagen und durch ihre Stellungnahmen ihren Beitrag dazu leisten, dass acht Gebäude des Camp Altenrath - im Bereich des jetzigen Wanderwegs durch das Camp - zu Gunsten des Konzepts "Landschaftszentrum Südliche Heideterrasse" des Bündnisses erhalten bleiben und dass nur die nicht naturschutzgerichtet verplanten Gebäude renaturiert werden.

Keinen Heideproduktladen für örtliche Landwirte?
Foto: Hilde Röpke
ZDF- und DBU-Preis "Mensch und Natur"
Während im Troisdorfer Rathaus der CDU-FDP-Plan zum Abriß der acht Kasernengebäude bereits auslag, erhielt das Bündnis Wahner Heide e.V. den von ZDF und Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgeschriebenen Naturschutzpreis "Mensch und Natur (MUNA)" überreicht. Es hatte offenbar die illustre Jury aus WWF, EURONATUR und ZDF mit seinen erfolgreichen und richtungweisenden Projekten für die Wahner Heide überzeugt.
Der stellvertretende Generalsekretär der DBU, Professor Dr. Werner Wahmhoff überreichte am Freitag Bündnis-Sprecher Holger Sticht den Preis im Zentrum für Umweltkommunikation in Osnabrück.
Das Bündnis erhielt den bundesweiten Naturschutzpreis in der Kategorie "Nachhaltigkeit". Bei den zahlreichen Projekten wie Wahner Heide Karte, Natur- und Kulturführer, www.wahner-heide.com, Rundwanderwegnetz, Heide-Kids und Infonetz punktete das Bündnis vor allem mit der naturschutzgerechten Inwertsetzung der Landschaft. "Die Wahner Heide ist durch nachhaltige Nutzung entstanden, und nur durch nachhaltige Nutzung kann sie weiter erhalten werden", sagte Holger Sticht bei der Preisverleihung.
Im Unterschied zur historischen Nutzung, die nur aus wald- und landwirtschaftlichen Maßnahmen bestand, so die Begründung der Jury, komme heute der Erholungsverkehr hinzu. Hier hätte das Bündnis im wahrsten Sinne des Wortes Wege aufgezeigt, wie das wertvollste Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens trotz seiner Lage im Ballungsraum Köln-Bonn durch die Bevölkerung erlebt werden kann, ohne dass es dabei zerstört wird. Gleichzeitig hätte das Bündnis aufgezeigt, wie das Interesse an der Landschaft aufgefangen und finanzielle Rückflüsse in Projekte zum Erhalt der Landschaft erzielt werden können.
Am Sonntag, 15 Oktober, wird die Sendung "ZDF.Umwelt" um 13.10 Uhr über das Bündnis Wahner Heide und seine Arbeit berichten.
Mehr Infos: www.wahner-heide.com, www.dbu.de
Online-Flyer Nr. 65 vom 10.10.2006














