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Wirtschaft und Umwelt
Greenpeace-Infotour "Klimawandel zum Anfassen"
Ein Eisberg in Köln
Von Hildegard Miensopust

"Klimawandel geht uns alle an." - Um das den Menschen näher zu bringen, ging am Sonntag in Köln eine sieben Meter lange und fünf Meter hohe Eisberg-Attrappe von Greenpeace am Anleger unterhalb der Hohenzollernbrücke auf der Deutzer Seite vor Anker. Zwei Wochen touren insgesamt 12 Mitglieder von Greenpeace, teilweise als Pinguine verkleidet, über Main und Rhein, um die Anwohner über den Klimawandel und seine Folgen zu informieren. Die Tour startete am 6. Oktober in Frankfurt am Main, ihr Motto ist: "Klimaschutz statt Sandsäcke".

"Der Klimawandel hat begonnen, wir sind mittendrin", sagt Christian Korda von der Greenpeace Gruppe Köln. "So genannte Jahrhunderthochwasser werden immer häufiger auftreten, auch hier am Rhein. Die Wetterereignisse werden extrem an Stärke zunehmen. Wir wollen die Anwohner informieren, dass der Klimawandel auch vor ihrer Haustür stattfindet. Wir wollen ihnen aber auch zeigen, was jeder Einzelne dagegen tun kann."

Die neuesten Forschungsergebnisse zeigen, dass sich die durchschnittliche Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts weltweit wahrscheinlich um 2 bis 4,5 Grad Celsius erhöhen wird. In Deutschland hat es sich innerhalb von 100 Jahren bereits um knapp einen Grad erwärmt. Die Folge sind zunehmende Stürme, abschmelzende Gletscher und vermehrt Hochwasser. In Zukunft erwarten Wissenschaftler, dass in Deutschland die Sommer trockener und heißer werden, die Winter wärmer und feuchter. Der nasse Jahreswechsel 2005/2006 ist bereits ein Vorbote dieser langfristigen Änderung des Wettergeschehens in Deutschland. Zusammen mit der Schneeschmelze bedeutet das erhöhte Hochwassergefahr im Frühjahr - auch in Köln.

Eisberg
Foto: Ulrich Baatz

"Hochwasser und Niedrigwasser sind vom Grundsatz her natürliche Ereignisse. Doch der Klimawandel kann dazu führen, dass solche Ereignisse in den kommenden Jahrzehnten häufiger und stärker ausfallen werden als bisher", so Christian Korda. "Noch ist es Zeit, die Folgen abzumildern, indem wir den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen drastisch reduzieren."

Die Eisbergtour ging von Frankfurt über Mainz nach Bingen und von dort aus weiter den Rhein hinunter über St. Goarshausen, Koblenz, Bonn, Köln. Die nächsten Eisberg-Häfen sind Düsseldorf und Duisburg. Eine Tour über die Elbe von Dresden nach Hamburg hat Greenpeace mit dem Eisberg im August und September veranstaltet.

Eisberg
Foto: Ulrich Baatz

Den Projekt-Koordinator Tobias Kochmeier für Informationen zu weiteren Zwischenstationen, Sonderveranstaltungen und der Möglichkeit, den Eisberg im Schlauchboot zu begleiten, erreicht man unter Tel. 0176 - 22 86 76 81, Greenpeace Köln unter 02174 - 76 84 43.

Weitere Informationen unter www.greenpeace.de und www.greenpeace.de/koeln

Online-Flyer Nr. 66  vom 17.10.2006



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