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Lokales
Greenpeace-Gruppen informieren über Bedrohung der Meere durch Müll
Tote Seevögel vor dem Kölner Dom
Von Kerstin Hirschegger
Damit unterstützten sie, wie zeitgleich weitere 27 Greenpeace-Gruppen in ganz Deutschland, die 15-monatige "SOS-Weltmeer"-Tour zur Rettung der Ozeane. Durch Plastikmüll besonders bedroht sind Seevögel, Meeressäuger und Schildkröten. 1,1 Millionen Tiere ersticken jährlich in Sechserpackträgern, strangulieren sich mit treibenden Netzresten oder verhungern, weil ihre Mägen mit Plastikteilen gefüllt sind.
Nicole Plümpe von der Greenpeace-Gruppe Köln steht vor einer Glasvitrine, in der vier tote Eissturmvögel nebst ihrem Mageninhalt ausgestellt sind. 97 Prozent der Nordsee-Eissturmvögel tragen rund 0,31 Gramm Plastikmüll im Magen. Hochgerechnet auf den Menschen ist das die Menge einer Brotdose - voll mit scharfkantigen Plastikresten.

Foto: Bernd Arnold
"Jedes Jahr sterben weltweit mehr als eine Million Seevögel elend an Plastikmüll, der achtlos weggeschmissen wird und ins Meer gelangt - nichts zeigt deutlicher unseren respektlosen Umgang mit dem Lebensraum Ozean", sagt Nicole Plümpe. "Deutschland hat während seiner EU-Ratspräsidentschaft 2007 die historische Chance, sich auf EU-Ebene deutlich für den Meeresschutz einzusetzen. Wir fordern Frau Merkel deshalb auf, diese Chance zu nutzen und klare Prioritäten für den Erhalt der Ozeane zu setzen."
Deutschlandweit sammelten die Greenpeace-Aktivisten Unterschriften, die diese Forderung nach einer starken EU-Meeresstrategie-Richtlinie an die Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützen. Zurzeit verhandeln die EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel über die Richtlinie.
Hauptverursacher des Mülls im Meer ist die internationale Schifffahrt. Fischer laden Abfälle, die in ihren Netzen landen, nicht in Häfen ab, da sie dort häufig für die Entsorgung bezahlen müssen. Aber auch Haus- und Industriemüll, der immer mehr von Plastikprodukten bestimmt wird, fließen über die Flüsse in die Ozeane. Die im Meer schwimmenden Plastikmüllprodukte werden durch ihre Lebensdauer von bis zu 450 Jahren und durch ihre Eigenschaft, als "Giftschwamm" Chemiegifte zu speichern, zu einer akuten und anwachsenden Bedrohung. Nach einer Studie von Meereswissenschaftlern der Nordseeanrainerstaaten gelangen jedes Jahr 20.000 Tonnen Müll in die Nordsee. Betroffen sind vor allem Hochseevögel wie Basstölpel und Eissturmvogel.

Foto: Bernd Arnold
Ebenso betroffen wie die Tierwelt der Nordsee ist die der pazifischen Gewässer vor Hawaii. Zwei von fünf Layson-Albatross-Küken sterben auf einer nordhawaiianischen Insel innerhalb der ersten sechs Lebensmonate, da ihr Hunger zwar gestillt ist, ihre Hauptnahrung aber aus Plastik besteht und keinerlei Nährstoffe enthält. Das Greenpeace-Schiff "Esperanza" befindet sich derzeit auf seiner "SOS Weltmeer"-Tour vor Hawaii. Die Besatzung des Schiffes macht auf ein besonderes Phänomen im Nordost-Pazifik aufmerksam: Durch zirkulierende Meeresströmungen angetrieben, bewegt sich ein Müllstrudel von der Größe Mitteleuropas im Meer.
"Die weltweite Bedrohung der Meeresumwelt durch Müll, der für den Tod von mehr als einer Million Tiere verantwortlich ist, muss beendet werden", so Nicole Plümpe.
Weitere Informationen unter www.greenpeace.de/sosweltmeer und www.greenpeace.de/koeln
Online-Flyer Nr. 69 vom 07.11.2006
Greenpeace-Gruppen informieren über Bedrohung der Meere durch Müll
Tote Seevögel vor dem Kölner Dom
Von Kerstin Hirschegger
Damit unterstützten sie, wie zeitgleich weitere 27 Greenpeace-Gruppen in ganz Deutschland, die 15-monatige "SOS-Weltmeer"-Tour zur Rettung der Ozeane. Durch Plastikmüll besonders bedroht sind Seevögel, Meeressäuger und Schildkröten. 1,1 Millionen Tiere ersticken jährlich in Sechserpackträgern, strangulieren sich mit treibenden Netzresten oder verhungern, weil ihre Mägen mit Plastikteilen gefüllt sind.
Nicole Plümpe von der Greenpeace-Gruppe Köln steht vor einer Glasvitrine, in der vier tote Eissturmvögel nebst ihrem Mageninhalt ausgestellt sind. 97 Prozent der Nordsee-Eissturmvögel tragen rund 0,31 Gramm Plastikmüll im Magen. Hochgerechnet auf den Menschen ist das die Menge einer Brotdose - voll mit scharfkantigen Plastikresten.

Foto: Bernd Arnold
"Jedes Jahr sterben weltweit mehr als eine Million Seevögel elend an Plastikmüll, der achtlos weggeschmissen wird und ins Meer gelangt - nichts zeigt deutlicher unseren respektlosen Umgang mit dem Lebensraum Ozean", sagt Nicole Plümpe. "Deutschland hat während seiner EU-Ratspräsidentschaft 2007 die historische Chance, sich auf EU-Ebene deutlich für den Meeresschutz einzusetzen. Wir fordern Frau Merkel deshalb auf, diese Chance zu nutzen und klare Prioritäten für den Erhalt der Ozeane zu setzen."
Deutschlandweit sammelten die Greenpeace-Aktivisten Unterschriften, die diese Forderung nach einer starken EU-Meeresstrategie-Richtlinie an die Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützen. Zurzeit verhandeln die EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel über die Richtlinie.
Hauptverursacher des Mülls im Meer ist die internationale Schifffahrt. Fischer laden Abfälle, die in ihren Netzen landen, nicht in Häfen ab, da sie dort häufig für die Entsorgung bezahlen müssen. Aber auch Haus- und Industriemüll, der immer mehr von Plastikprodukten bestimmt wird, fließen über die Flüsse in die Ozeane. Die im Meer schwimmenden Plastikmüllprodukte werden durch ihre Lebensdauer von bis zu 450 Jahren und durch ihre Eigenschaft, als "Giftschwamm" Chemiegifte zu speichern, zu einer akuten und anwachsenden Bedrohung. Nach einer Studie von Meereswissenschaftlern der Nordseeanrainerstaaten gelangen jedes Jahr 20.000 Tonnen Müll in die Nordsee. Betroffen sind vor allem Hochseevögel wie Basstölpel und Eissturmvogel.

Foto: Bernd Arnold
Ebenso betroffen wie die Tierwelt der Nordsee ist die der pazifischen Gewässer vor Hawaii. Zwei von fünf Layson-Albatross-Küken sterben auf einer nordhawaiianischen Insel innerhalb der ersten sechs Lebensmonate, da ihr Hunger zwar gestillt ist, ihre Hauptnahrung aber aus Plastik besteht und keinerlei Nährstoffe enthält. Das Greenpeace-Schiff "Esperanza" befindet sich derzeit auf seiner "SOS Weltmeer"-Tour vor Hawaii. Die Besatzung des Schiffes macht auf ein besonderes Phänomen im Nordost-Pazifik aufmerksam: Durch zirkulierende Meeresströmungen angetrieben, bewegt sich ein Müllstrudel von der Größe Mitteleuropas im Meer.
"Die weltweite Bedrohung der Meeresumwelt durch Müll, der für den Tod von mehr als einer Million Tiere verantwortlich ist, muss beendet werden", so Nicole Plümpe.
Weitere Informationen unter www.greenpeace.de/sosweltmeer und www.greenpeace.de/koeln
Online-Flyer Nr. 69 vom 07.11.2006














