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Kultur und Wissen
"Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen"
Mitmach- und Ausstellungsprojekt - Teil 13
Von Irmgard Kopetzky
Die Idee für das Mitmachprojekt entstand im Jahr 2001. Ziel war, eine gut transportable, räumlich flexible Ausstellung zu konzipieren, an der sich alle KölnerInnen beteiligen können, und die dazu beiträgt, dass sich so viele Menschen wie möglich auf ihre Art mit dem Thema ‚Männergewalt an Mädchen und Frauen’ auseinandersetzen.
Seit dem Start der Aktion im Herbst 2001 war die Ausstellung an den unterschiedlichsten Orten zu sehen: z.B. KOMED im Mediapark, in Bürgerämtern der Stadt Köln, diversen Schulen, im Rathaus Haus Neuerburg, sowie im Rahmen der diesjährigen Ausstellungskarawane in vielen Evangelischen Kirchen und in der JVA Ossendorf. Überall, wo sie gezeigt wird, werden die Menschen dazu motiviert, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Inzwischen gibt es über 150 Beiträge von der Schülerin bis hin zum Rentner, von der Schauspielerin bis hin zur Prostituierten oder vom Pfarrer bis hin zum Sexualstraftäter. Vieles erzählt – wenn auch nur zwischen den Zeilen – von eigener Betroffenheit.

„Stark – Schwach – Stop!“
(Neruss, noch Knacki, 24 Jahre)

Collage (Eva George Nawer, 45 Jahre,
z.Zt. JVA Köln/ Opfer)

„…hatte vor ein paar Monaten ein Erlebnis, das mich ziemlich erschreckt hat. Ich war bis ca. 3 Uhr im belgischen Viertel unterwegs und ging leicht angetrunken heim zu meiner Wohnung. Ich laufe dabei immer durch den Stadtgarten – ist der kürzeste Weg, außerdem `ne gute Möglichkeit, den Kopf durchzulüften. Nach ein paar Metern bemerkte ich eine Frau vor mir, schätzungsweise Anfang 30. Ich spazierte hinter ihr her, bis sie plötzlich schneller wurde – sie hatte mich bemerkt und offentlichtlich Angst, ich würde sie verfolgen. Sie klammerte ihre Tasche an sich und fing an zu rennen. Im ersten Moment wollte ich ihr etwas hinterher rufen, ihr sagen: „`tschuldigung, sie brauchen keine Angst zu haben, ich will nur nach Hause!!!“ Aber hätte sie das wirklich beruhigt? Also blieb ich stehen und wartete, bis sie aus dem Park auf die Straße gelaufen und um irgendeine Ecke verschwunden war. Es ist schlimm zu erfahren, dass eine Frau sich allein deshalb vor dir fürchtet, weil du ein Mann bist. Ich an ihrer Stelle hätte wahrscheinlich genauso reagiert – ein dunkler Park, ein undefinierbarer Typ hinter dir und sonst niemand weit und breit – am Schlimmsten ist aber, dass diese Furcht berechtigt ist. Jede meiner bisherigen Freundinnen ist mindestens einmal verfolgt, belästigt oder unangenehm angequatscht worden…“ (Stefan Quoos, Radiomoderator WDR L1VE)
Online-Flyer Nr. 84 vom 28.02.2007
"Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen"
Mitmach- und Ausstellungsprojekt - Teil 13
Von Irmgard Kopetzky
Die Idee für das Mitmachprojekt entstand im Jahr 2001. Ziel war, eine gut transportable, räumlich flexible Ausstellung zu konzipieren, an der sich alle KölnerInnen beteiligen können, und die dazu beiträgt, dass sich so viele Menschen wie möglich auf ihre Art mit dem Thema ‚Männergewalt an Mädchen und Frauen’ auseinandersetzen.
Seit dem Start der Aktion im Herbst 2001 war die Ausstellung an den unterschiedlichsten Orten zu sehen: z.B. KOMED im Mediapark, in Bürgerämtern der Stadt Köln, diversen Schulen, im Rathaus Haus Neuerburg, sowie im Rahmen der diesjährigen Ausstellungskarawane in vielen Evangelischen Kirchen und in der JVA Ossendorf. Überall, wo sie gezeigt wird, werden die Menschen dazu motiviert, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Inzwischen gibt es über 150 Beiträge von der Schülerin bis hin zum Rentner, von der Schauspielerin bis hin zur Prostituierten oder vom Pfarrer bis hin zum Sexualstraftäter. Vieles erzählt – wenn auch nur zwischen den Zeilen – von eigener Betroffenheit.

„Stark – Schwach – Stop!“
(Neruss, noch Knacki, 24 Jahre)

Collage (Eva George Nawer, 45 Jahre,
z.Zt. JVA Köln/ Opfer)

„…hatte vor ein paar Monaten ein Erlebnis, das mich ziemlich erschreckt hat. Ich war bis ca. 3 Uhr im belgischen Viertel unterwegs und ging leicht angetrunken heim zu meiner Wohnung. Ich laufe dabei immer durch den Stadtgarten – ist der kürzeste Weg, außerdem `ne gute Möglichkeit, den Kopf durchzulüften. Nach ein paar Metern bemerkte ich eine Frau vor mir, schätzungsweise Anfang 30. Ich spazierte hinter ihr her, bis sie plötzlich schneller wurde – sie hatte mich bemerkt und offentlichtlich Angst, ich würde sie verfolgen. Sie klammerte ihre Tasche an sich und fing an zu rennen. Im ersten Moment wollte ich ihr etwas hinterher rufen, ihr sagen: „`tschuldigung, sie brauchen keine Angst zu haben, ich will nur nach Hause!!!“ Aber hätte sie das wirklich beruhigt? Also blieb ich stehen und wartete, bis sie aus dem Park auf die Straße gelaufen und um irgendeine Ecke verschwunden war. Es ist schlimm zu erfahren, dass eine Frau sich allein deshalb vor dir fürchtet, weil du ein Mann bist. Ich an ihrer Stelle hätte wahrscheinlich genauso reagiert – ein dunkler Park, ein undefinierbarer Typ hinter dir und sonst niemand weit und breit – am Schlimmsten ist aber, dass diese Furcht berechtigt ist. Jede meiner bisherigen Freundinnen ist mindestens einmal verfolgt, belästigt oder unangenehm angequatscht worden…“ (Stefan Quoos, Radiomoderator WDR L1VE)
Online-Flyer Nr. 84 vom 28.02.2007














