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Kultur und Wissen
Kölschmusical mit 112 Kölner Kids im Bürgerzentrum Chorweiler:
„Dä kleine Dach“
Von Wolfgang Bensiek
Der Inhalt: Ein kleiner Tag fiebert im Weltall dem 6. Juni 2009 entgegen, dem Tag, den er auf Erden repräsentieren soll. In der Kölsch-Version muss er sich zunächst mit seinem Onkel Willi Wichtig rumschlagen, bis es endlich soweit ist. Auf der Erde trifft er Indianer, die nicht weinen dürfen, feiert mit Afrikanern in der Sansibar und lernt die chinesische Antwort auf Europa kennen: „Dat künne mer och!“

Üben schon seit den Sommerferien – die Kids mit den Sprechrollen
Sogar der 1. FC wird Meister
Schließlich landet der kleine Tag in Köln und schaut am Fühlinger See, dem Düxer Strandclub und beim Krebelshof in Worringen vorbei, wo sich die Bläck Föös, die Höhner und Brings zum „Loss mer Singe“-Konzert mit vielen Fans versammelt haben. Zum Finale seiner 24 Stunden auf der Erde kann er sogar mit allen Kölnern die Deutsche Meisterschaft des 1. FC Köln feiern. Darüber schläft er erschöpft ein und träumt noch von einem Ort, vor dem ihn sein Vater gewarnt hat – dem Mars.
Als sein Tag zu Ende geht, kehrt der kleine Tag zufrieden und mit vielen Erkenntnissen ins Weltall zurück, wo seine Familie schon auf ihn wartet. Er erzählt enthusiastisch von seinen Erlebnissen, von Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit, von Liebe und Treue, die er auf der Erde kennen gelernt hat. Doch er erntet nur Spott und Hohn, weil seine Verwandtschaft Schiffsunglücke, Flugzeugabstürze oder zumindest einen Banküberfall erhofft hatte. Sie prophezeien ihm, als Tag auf der Erde bald vergessen zu sein - oder um es mit den Worten von Onkel Willi auszudrücken: „Do bes nix, do bes jar nix.“ Erst Jahre später wird der kleine Tag aus der Sicht seiner Familie rehabilitiert. Da am 6. Juni 2009 kein Kampf stattgefunden hat und kein Verbrechen begangen worden ist, wird er – posthum sozusagen – zum internationalen Feiertag erklärt.
Zweites Motto: „Dat künne mer och“
„Es kommt nicht darauf an, ob einer groß oder klein ist, sondern wie er ist“, bringt Wilma Overbeck die Aussage des Stückes auf den Punkt. Und nach diesem Motto handeln auch alle Verantwortlichen des Escher Musicalteams. Neben Liedern von den üblichen „Verdächtigen“ wie Föös, Höhner, Brings und Paveiern haben auch Overbecks musikalische Langzeit-Mitstreiterinnen Gertrud Meinert und Johanna Akomeah Texte und Kompositionen beigesteuert. Aus den zwei bis drei Musikern vergangener Aufführungen ist längst eine siebenköpfige Band geworden.
Auch das zweite Motto des Musicals „Dat künne mer och“ wird nicht nur im Stück umgesetzt. So fand Wilma Overbeck heraus, dass ein Grundschulvater für die Technik des Berliner Musicals Notre-Dame zuständig war. Das Resultat: Beim „kleine Dach“ werden die Kulissenbilder mit Hilfe von fünf Beamern auf die Bühne geworfen. Beim Fotografieren der Orte der Handlung gab es Probleme mit dem Düxer Strandclub, wo sich die Verantwortlichen weigerten, ihre Kulisse kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Doch Wilma Overbeck traf den Besitzer zufällig im niederländischen Domburg und der Rest fiel unter „Man kennt sich, man hilft sich“.

Plakat der Vorstellung
Fotos: POYS
Viele Tipps von Unterstützern und Eltern
Unter diese Rubrik fallen auch die Mitwirkung von Kafi Biermann, der Tipps für den Indianertanz aus seinem „Vor-Föös-Leben“ als Dozent der Sporthochschule geben konnte, und Norbert Böll, dem Neffen von Heinrich Böll, der den Text „Blome un Dage“ beisteuerte. Aber auch die Kolleginnen von Wilma Overbeck und die Eltern helfen beim Escher Musical. „Ohne diese Unterstützung wäre unser Projekt nicht umsetzbar“, bedankt sich Overbeck. „Wenn ich daran denke wie oft die zuständige Mutter für die benötigten Perücken unterwegs war oder an die Vorarbeiten in Sachen Fotokollage für die Beamer-Projektion“, freut sich die Leiterin der Theater- und Chor-AG.
Doch die Hauptakteure sind und bleiben die Neun- bis Zehnjährigen. Alle Chorkids und die 46 Sprechrollen üben schon seit den Sommerferien. Dafür erhielten sie zunächst CD’s, um die kölschen Texte richtig aussprechen zu können. Denn gleichgültig, ob sie eine kleine oder große Rolle übernommen haben: Wichtig ist, wie sie die Rolle spielen. Dann wird für die Besucher auch der Titel des Liedes wahr, der bei diesem Musical nicht fehlen darf: „Jede Dach es e Jeschenk“, vor allem „Dä kleine Dach“ aus Esch.
Online-Flyer Nr. 85 vom 07.03.2007
Kölschmusical mit 112 Kölner Kids im Bürgerzentrum Chorweiler:
„Dä kleine Dach“
Von Wolfgang Bensiek
Der Inhalt: Ein kleiner Tag fiebert im Weltall dem 6. Juni 2009 entgegen, dem Tag, den er auf Erden repräsentieren soll. In der Kölsch-Version muss er sich zunächst mit seinem Onkel Willi Wichtig rumschlagen, bis es endlich soweit ist. Auf der Erde trifft er Indianer, die nicht weinen dürfen, feiert mit Afrikanern in der Sansibar und lernt die chinesische Antwort auf Europa kennen: „Dat künne mer och!“

Üben schon seit den Sommerferien – die Kids mit den Sprechrollen
Sogar der 1. FC wird Meister
Schließlich landet der kleine Tag in Köln und schaut am Fühlinger See, dem Düxer Strandclub und beim Krebelshof in Worringen vorbei, wo sich die Bläck Föös, die Höhner und Brings zum „Loss mer Singe“-Konzert mit vielen Fans versammelt haben. Zum Finale seiner 24 Stunden auf der Erde kann er sogar mit allen Kölnern die Deutsche Meisterschaft des 1. FC Köln feiern. Darüber schläft er erschöpft ein und träumt noch von einem Ort, vor dem ihn sein Vater gewarnt hat – dem Mars.
Als sein Tag zu Ende geht, kehrt der kleine Tag zufrieden und mit vielen Erkenntnissen ins Weltall zurück, wo seine Familie schon auf ihn wartet. Er erzählt enthusiastisch von seinen Erlebnissen, von Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit, von Liebe und Treue, die er auf der Erde kennen gelernt hat. Doch er erntet nur Spott und Hohn, weil seine Verwandtschaft Schiffsunglücke, Flugzeugabstürze oder zumindest einen Banküberfall erhofft hatte. Sie prophezeien ihm, als Tag auf der Erde bald vergessen zu sein - oder um es mit den Worten von Onkel Willi auszudrücken: „Do bes nix, do bes jar nix.“ Erst Jahre später wird der kleine Tag aus der Sicht seiner Familie rehabilitiert. Da am 6. Juni 2009 kein Kampf stattgefunden hat und kein Verbrechen begangen worden ist, wird er – posthum sozusagen – zum internationalen Feiertag erklärt.
Zweites Motto: „Dat künne mer och“
„Es kommt nicht darauf an, ob einer groß oder klein ist, sondern wie er ist“, bringt Wilma Overbeck die Aussage des Stückes auf den Punkt. Und nach diesem Motto handeln auch alle Verantwortlichen des Escher Musicalteams. Neben Liedern von den üblichen „Verdächtigen“ wie Föös, Höhner, Brings und Paveiern haben auch Overbecks musikalische Langzeit-Mitstreiterinnen Gertrud Meinert und Johanna Akomeah Texte und Kompositionen beigesteuert. Aus den zwei bis drei Musikern vergangener Aufführungen ist längst eine siebenköpfige Band geworden.
Auch das zweite Motto des Musicals „Dat künne mer och“ wird nicht nur im Stück umgesetzt. So fand Wilma Overbeck heraus, dass ein Grundschulvater für die Technik des Berliner Musicals Notre-Dame zuständig war. Das Resultat: Beim „kleine Dach“ werden die Kulissenbilder mit Hilfe von fünf Beamern auf die Bühne geworfen. Beim Fotografieren der Orte der Handlung gab es Probleme mit dem Düxer Strandclub, wo sich die Verantwortlichen weigerten, ihre Kulisse kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Doch Wilma Overbeck traf den Besitzer zufällig im niederländischen Domburg und der Rest fiel unter „Man kennt sich, man hilft sich“.

Plakat der Vorstellung
Fotos: POYS
Viele Tipps von Unterstützern und Eltern
Unter diese Rubrik fallen auch die Mitwirkung von Kafi Biermann, der Tipps für den Indianertanz aus seinem „Vor-Föös-Leben“ als Dozent der Sporthochschule geben konnte, und Norbert Böll, dem Neffen von Heinrich Böll, der den Text „Blome un Dage“ beisteuerte. Aber auch die Kolleginnen von Wilma Overbeck und die Eltern helfen beim Escher Musical. „Ohne diese Unterstützung wäre unser Projekt nicht umsetzbar“, bedankt sich Overbeck. „Wenn ich daran denke wie oft die zuständige Mutter für die benötigten Perücken unterwegs war oder an die Vorarbeiten in Sachen Fotokollage für die Beamer-Projektion“, freut sich die Leiterin der Theater- und Chor-AG.
Doch die Hauptakteure sind und bleiben die Neun- bis Zehnjährigen. Alle Chorkids und die 46 Sprechrollen üben schon seit den Sommerferien. Dafür erhielten sie zunächst CD’s, um die kölschen Texte richtig aussprechen zu können. Denn gleichgültig, ob sie eine kleine oder große Rolle übernommen haben: Wichtig ist, wie sie die Rolle spielen. Dann wird für die Besucher auch der Titel des Liedes wahr, der bei diesem Musical nicht fehlen darf: „Jede Dach es e Jeschenk“, vor allem „Dä kleine Dach“ aus Esch.
Online-Flyer Nr. 85 vom 07.03.2007














