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Kultur und Wissen
Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen
Mitmach- und Ausstellungsprojekt - Teil 14
Von Irmgard Kopetzky
Die Idee für das Mitmachprojekt entstand im Jahr 2001. Ziel war, eine gut transportable, räumlich flexible Ausstellung zu konzipieren, an der sich alle KölnerInnen beteiligen können, und die dazu beiträgt, dass sich so viele Menschen wie möglich auf ihre Art mit dem Thema "Männergewalt an Mädchen und Frauen" auseinandersetzen.
Seit dem Start der Aktion im Herbst 2001 war die Ausstellung an den unterschiedlichsten Orten zu sehen: z.B. KOMED im Mediapark, in Bürgerämtern der Stadt Köln, diversen Schulen, im Rathaus Haus Neuerburg, sowie im Rahmen der diesjährigen Ausstellungskarawane in vielen Evangelischen Kirchen und in der JVA Ossendorf. Überall, wo sie gezeigt wird, werden die Menschen dazu motiviert, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Inzwischen gibt es über 150 Beiträge von der Schülerin bis hin zum Rentner, von der Schauspielerin bis hin zur Prostituierten oder vom Pfarrer bis hin zum Sexualstraftäter. Vieles erzählt - wenn auch nur zwischen den Zeilen - von eigener Betroffenheit.

Eine Frau, die anonym bleiben möchte...
"Sie war 25, heiratete einen Scheißkerl, sie dachte am Anfang, das Glück hätte sie wirklich für immer in die Arme genommen - aber dann kam das böse Erwachen. Er schlug sie, trat sie mit Füssen und bedrohte sie, nur sie war so doof und ließ sich das gefallen, bis sie die Schnauze voll hatte und all ihren Mut zusammen nahm und abgehauen ist. Jetzt lebt sie an einem geschützten, sicheren Ort irgendwo in Köln."
(Eine Frau, die anonym bleiben möchte)

Beate B., Sozial-Pädagogin, 45 Jahre
"Der Wille des Kindes ist (nicht) zu beachten:
Wir saßen im Sommer am Rhein, wollten es uns gemütlich machen, sonntags am Strand sitzen. Jeder von uns - zwei Ehepaare und ein Witwer mit 12jähriger Tochter - war leicht bekleidet, d.h. Bikini oder Badehose.
Die 12jährige Lea hatte vor Wochen ihre Mutter verloren, aus diesem Grund versuchten wir, sie etwas aufzumuntern. Ich saß mit Lea und unserem Bekannten allein am Grill, als er mit ihr herumalberte. Plötzlich zog er ihr die Bikinihose herunter und lachte sich kaputt. Lea wurde rot im Gesicht vor Wut und Scham, woraufhin er sich ebenfalls den Po zum Wasser zeigend, entblößte. Nur um zu demonstrieren, wie harmlos und witzig alles ist und dass das sowieso keiner gesehen hat.
Lea war sehr wütend und mied anschließend seine Nähe.
Mir ist alles aus dem Gesicht gefallen, als ich das sah. Der Schock verschlug mir die Sprache. Nichts konnte ich tun, geschweige denn sagen. Noch heute, Monate später, erfüllt mich Wut und Trauer darüber, dass Mädchen nicht geschützt sind. Nirgendwo auf der Welt."
(Beate B., Soz.-Päd., 45 Jahre)

Keine Gewalt gegen Frauen
Collage: Ingrid Jeschke-Wessel, Psychotherapeutin/ Künstlerin, 53 Jahre
Online-Flyer Nr. 85 vom 07.03.2007
Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen
Mitmach- und Ausstellungsprojekt - Teil 14
Von Irmgard Kopetzky
Die Idee für das Mitmachprojekt entstand im Jahr 2001. Ziel war, eine gut transportable, räumlich flexible Ausstellung zu konzipieren, an der sich alle KölnerInnen beteiligen können, und die dazu beiträgt, dass sich so viele Menschen wie möglich auf ihre Art mit dem Thema "Männergewalt an Mädchen und Frauen" auseinandersetzen.
Seit dem Start der Aktion im Herbst 2001 war die Ausstellung an den unterschiedlichsten Orten zu sehen: z.B. KOMED im Mediapark, in Bürgerämtern der Stadt Köln, diversen Schulen, im Rathaus Haus Neuerburg, sowie im Rahmen der diesjährigen Ausstellungskarawane in vielen Evangelischen Kirchen und in der JVA Ossendorf. Überall, wo sie gezeigt wird, werden die Menschen dazu motiviert, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Inzwischen gibt es über 150 Beiträge von der Schülerin bis hin zum Rentner, von der Schauspielerin bis hin zur Prostituierten oder vom Pfarrer bis hin zum Sexualstraftäter. Vieles erzählt - wenn auch nur zwischen den Zeilen - von eigener Betroffenheit.

Eine Frau, die anonym bleiben möchte...
"Sie war 25, heiratete einen Scheißkerl, sie dachte am Anfang, das Glück hätte sie wirklich für immer in die Arme genommen - aber dann kam das böse Erwachen. Er schlug sie, trat sie mit Füssen und bedrohte sie, nur sie war so doof und ließ sich das gefallen, bis sie die Schnauze voll hatte und all ihren Mut zusammen nahm und abgehauen ist. Jetzt lebt sie an einem geschützten, sicheren Ort irgendwo in Köln."
(Eine Frau, die anonym bleiben möchte)

Beate B., Sozial-Pädagogin, 45 Jahre
"Der Wille des Kindes ist (nicht) zu beachten:
Wir saßen im Sommer am Rhein, wollten es uns gemütlich machen, sonntags am Strand sitzen. Jeder von uns - zwei Ehepaare und ein Witwer mit 12jähriger Tochter - war leicht bekleidet, d.h. Bikini oder Badehose.
Die 12jährige Lea hatte vor Wochen ihre Mutter verloren, aus diesem Grund versuchten wir, sie etwas aufzumuntern. Ich saß mit Lea und unserem Bekannten allein am Grill, als er mit ihr herumalberte. Plötzlich zog er ihr die Bikinihose herunter und lachte sich kaputt. Lea wurde rot im Gesicht vor Wut und Scham, woraufhin er sich ebenfalls den Po zum Wasser zeigend, entblößte. Nur um zu demonstrieren, wie harmlos und witzig alles ist und dass das sowieso keiner gesehen hat.
Lea war sehr wütend und mied anschließend seine Nähe.
Mir ist alles aus dem Gesicht gefallen, als ich das sah. Der Schock verschlug mir die Sprache. Nichts konnte ich tun, geschweige denn sagen. Noch heute, Monate später, erfüllt mich Wut und Trauer darüber, dass Mädchen nicht geschützt sind. Nirgendwo auf der Welt."
(Beate B., Soz.-Päd., 45 Jahre)

Keine Gewalt gegen Frauen
Collage: Ingrid Jeschke-Wessel, Psychotherapeutin/ Künstlerin, 53 Jahre
Online-Flyer Nr. 85 vom 07.03.2007














