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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Lokales
Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen
Mitmach- und Ausstellungsprojekt - Teil 16
Von Irmgard Kopetzky

Auch in dieser Ausgabe beteiligt sich die NRhZ an dem Mitmach- und Ausstellungsprojekt “Mein Beitrag für Köln” - anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der am 25. November stattfand. Wir veröffentlichen Ergebnisse des Projektes - solange der Vorrat reicht - und freuen uns, wenn sich unsere LeserInnen auch daran beteiligen. Die Redaktion

Die Idee für das Mitmachprojekt entstand im Jahr 2001. Ziel war, eine gut transportable, räumlich flexible Ausstellung zu konzipieren, an der sich alle KölnerInnen beteiligen können, und die dazu beiträgt, dass sich so viele Menschen wie möglich auf ihre Art mit dem Thema "Männergewalt an Mädchen und Frauen" auseinandersetzen.

Seit dem Start der Aktion im Herbst 2001 war die Ausstellung an den unterschiedlichsten Orten zu sehen: z.B. KOMED im Mediapark, in Bürgerämtern der Stadt Köln, diversen Schulen, im Rathaus Haus Neuerburg, sowie im Rahmen der diesjährigen Ausstellungskarawane in vielen Evangelischen Kirchen und in der JVA Ossendorf. Überall, wo sie gezeigt wird, werden die Menschen dazu motiviert, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Inzwischen gibt es über 150 Beiträge von der Schülerin bis hin zum Rentner, von der Schauspielerin bis hin zur Prostituierten oder vom Pfarrer bis hin zum Sexualstraftäter. Vieles erzählt - wenn auch nur zwischen den Zeilen - von eigener Betroffenheit.

Gewalt gegen Frauen
10. "Beispiel 1/ Beispiel 2/ Es gibt mehrere Formen von Gewalt, meistens beginnt sie mit Emotionen oder Missverständnissen. 1. Man sollte, bevor es zur Gewalt kommt, versuchen, die Probleme mit Kommunikation zu lösen. Denn wenn es einmal zu spät ist bzw. etwas geschehen ist, dann tut es einem entweder leid oder man sollte es rückgängig machen. 2. Allerdings gibt es auch PSYCHISCHE Gewalt. Auch diese Form kann sehr verletzend sein. Meist trägt diese Gewalt tiefere Wunden mit sich und schadet dem herzen oder der Seele am meisten. Egal, ob KÖRPERLICHE oder PSYCHISCHE Gewalt, es ist nie die richtige Lösung, GEWALTSAM zu sein. Zwar ist es am einfachsten, aber was bringt es mit sich? Konsequenzen, Angst, Ärger… Versuche, die Situation zu meistern und sie zu beherrschen, dann kannst du stolz auf dich sein! Denke an die Konsequenzen, bevor zu handelst. Das Gefängnis macht dich nicht zum Mann. bist du 1 Tag hier, willst du sofort wieder raus! Das Gefängnis ist grau und einsam, aber vor allem bist du hilflos! Es ist unbeschreiblich grausam und schrecklich!" (Boris Krüger, abgeschlossene Ausbildung, 21 Jahre, inhaftiert)

Gewalt gegen Frauen
11. "Dieses Thema hat mich sehr interessiert. Ich bin vor ca. 2 Jahren selbst in eine Situation gekommen, wo ich glaubte, es gibt keinen Ausweg mehr. Selbst heute gibt es noch Situationen, wo ich keine Luft bekomme, ich totale Beklemmungen habe und ich trotz zweijähriger Therapie immer noch nicht kontrollieren kann, dass ich nicht weine. Mein Leben hat sich dadurch stark verändert. Mein damaliger Ehemann hat mich vergewaltigt und oft hat er mich und meine drei Kinder ein dreiviertel Jahr lang verfolgt, beraubt und Psychoterror gemacht, er hat die Trennung nicht verkraftet. Wir haben diesen Terror nicht verkraftet. Wir leben wie in Gefangenschaft in unserer Wohnung aus Angst, es könnte was passieren. Aber durch diese Situation, in der die Weidener Polizei sehr geholfen hat, konnte ich trotz Anzeige der Vergewaltigung die Sache vor Gericht nicht durchziehen. Ich habe zu diesem Zeitpunkt und auch heute Angst vor dem danach gehabt. Was ist, wenn mein Mann aus der Haft entlassen wird? Dann haben wir die Hölle auf Erden, die wir so schon hatten, um dem ein Ende für uns zu bereiten. Ich habe bei der Gerichtsverhandlung kein Wort zur Vergewaltigung gesagt. Ich hatte und habe immer noch Angst vor meinem Ex-Mann. Ich bin in meiner Abwehr wie ein Stein, wenn er mir gegenüber steht. Ich kann nichts tun und das ist das Schlimme. Meine Angst lähmt mich. Das zum Thema Gewalt."(Anonym)

Gewalt gegen Frauen
12. "Du bist der Tumor in meiner Seele, meine Seele verkrüppelt, seit du kamst. Du kamst mit Gewalt. Gewaltig, grausam sind meine Schmerzen – weißt du, was Schmerzen sind? Du bist der Tumor, an dem ich verrecke. Ich ersticke daran und du wächst und wächst; ein Geschwür in meinem Magen, mein Magen der krampft. Weißt du, wie es ist, wenn das Leben ein Krampf ist? Du bist ein unentfernbarer Tumor, für immer in meinen Erinnerungen verwuchert, du wucherst unaufhaltbar in meinen Gedanken, lässt mir keine Ruhe, quälst mich noch heute, bis zum letzten Tag. Und wenn du nicht gestorben bist, vergewaltigst du noch heute." (Anonym)

Online-Flyer Nr. 87  vom 21.03.2007



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