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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Kultur und Wissen
Leverkusen: Auch BIS-Arbeiter bei Beethoven-Klavierkonzert 
„Aus der Kunst Kraft schöpfen“
Von Manfred Demmer

Eine genussvolle – zugleich jedoch auch eine nachdenklich machende – Musikveranstaltung erlebten die Besucher, darunter Kollegen aus dem Bayer-Chemiepark, in der Musikschule in Leverkusen. Die Kulturvereinigung Leverkusen e. V. hatte zu diesem Nachmittag eingeladen, der unter dem Motto stand: „Was haben uns Beethoven und die Klassiker heute noch zu sagen?“

Pianist Georg Klemp an der Seite der BIS-Arbeiter

Die musikalische Ausgestaltung hatte der Pianist Georg Klemp übernommen, der schon mehrfach bei Veranstaltungen der Kulturvereinigung – zuletzt bei der Gedenkveranstaltung „Memorial“ für die Leverkusener Opfer des Faschismus – mitwirkte. Georg Klemp gehört auch zu den Künstlern, die sich an die Seite der arbeitenden Menschen stellen, die, wie die bei Bayer Industry Service (BIS), um ihre soziale Existenz kämpfen.

Pianist Georg Klemp
Pianist Georg Klemp
Foto: KultLev


Das Vorstandsmitglied der Kulturvereinigung Leverkusen e. V., Elke Winter-Malzkorn betonte in ihrer Begrüßungsansprache, dass die Kulturvereinigung eng verbunden mit der Geschichte und Kultur der Arbeiterbewegung sei: „Wir stehen selbstverständlich bei den sich zuspitzenden Kämpfen zwischen Kapital und Arbeit an der Seite der Arbeitenden. Es geht um den Erhalt von Arbeitsplätzen, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen, um Existenz sichernde Löhne und Gehälter, es geht um die soziale Sicherheit der abhängig Beschäftigten insgesamt auf der einen Seite und die Profitinteressen auf der anderen. Am 180. Todestag des großen und humanistischen Musikgenies, Ludwig van Beethoven, wollen wir auch aus seiner Kunst Kraft schöpfen, aufzustehen gegen die zunehmende Inhumanität der Gesellschaft.“

Gefühle der Zuhörer angesprochen

Georg Klemp hatte Beethovens Sonate A-Dur Op. 101 ins Programm aufgenommen und verstand es, die Sätze entsprechend der Anweisungen des Meisters mit großer Empfindsamkeit zu interpretieren. Sehr hilfreich waren dazu auch seine Einführungen, die er zu Teilen des Programms gab und die sowohl den historisch gesellschaftlichen Rahmen als auch die Wirkungen in der Musik beleuchteten. Das Programm – das so von Klemp erstmals öffentlich aufgeführt wurde – umfasste noch: Johann Sebastian Bach – Englische Suite Nr. 2 A-Moll BWV 807; Robert Schumann – Fantasie C-Dur Op.17 sowie Islamey. fantaisie orientale von Mili Balakirew.

Beethoven-Gemälde
Beethoven-Gemälde von Joseph Karl Stieler, 1820
Foto: Wikipedia


Der starke Beifall am Schluss des Konzertes bewies, dass der Künstler es nicht nur verstanden hatte, den Zuhörern einen hohen künstlerischen Genuss zu vermitteln, sondern dass er auch das Gefühl der Menschen angesprochen hatte - ein Gefühl, wie es Elke Winter-Malzkorn beim ersten Anhören von Beethovens 9. Sinfonie mit dem Chor „Ode an die Freude“ hatte: „Was empfand ich, eine einfache Angestellte, die Musik nicht wissenschaftlich erarbeitet, sondern sie fühlt – was empfand ich als ich die 9. Sinfonie hörte? Sie hob mich empor in eine kommende Welt des Friedens und der Freundschaft, in eine Welt, in der der Mensch dem Menschen ein Helfer ist.“ Ähnliche Gefühle, so wurde in Gesprächen nach der Aufführung deutlich, hatten die Besucher bei dem Konzert mit Georg Klemp erlebt.

Aufruf zu BAYER-Tor 1 und Ostermarsch

Die Kulturvereinigung Leverkusen e. V. dankte dem Künstler und rief die Teilnehmer auf, sich am Montag um 6 Uhr vor Tor 1 des Bayer-Chemieparks an die Seite der Kolleginnen und Kollegen zu stellen, die dort zu einer Aktion aufgerufen haben.

Auch zu den Aktionen der Ostermarsch-Bewegung rief die Vereinigung auf. Angesichts weiterer weltweiter Militärabenteuer der BRD sei es notwendig, den Kampf gegen den Krieg zu intensivieren. Positiv vermerkt wurde, dass der lokale Bundestagsabgeordnete der Grünen, Dr. Reinhard Loske, gegen den Einsatz von Tornados in Afghanistan gestimmt hat. Mehr unter www.Kulturvereinigung.de



Online-Flyer Nr. 87  vom 21.03.2007



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