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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Lokales
Offener Brief der Kampagne "Kein Bock auf Pro Köln"
Gegen Nazis in der Kolbhalle
Von Antifa AK

Eigentlich sollte im März in der Kölner Kolbhalle eine Antifa-Party unter dem Motto "Action Speaks louder than Words" stattfinden. Doch dann erfuhren Antifa AK und „Kein Bock auf Pro Köln“,  dass auf dem ehemals besetzten Gelände in Ehrenfeld eine Black Metal Party stattfinden sollte, die besondrs für Neonazis attraktiv zu sein schien. In einem Offenen Brief an den Verein "Wir Selbst e.V.", der die Halle betreibt, begründet die Antifa, warum sie künftig die Kolbhalle meiden will. Wir veröffentlichen ihn in Auszügen. – Die Redaktion

„…Innerhalb der Black Metal-Szene sind nicht nur satanistische, sondern auch heidnisch-germanophile und völkische Versatzstücke populär. Kein Wunder, dass sich dort seit Jahren Neonazis tummeln. Vor allem im Black-Metal-Underground, der sich gegen die großen und populären „Mainstream-Bands“ positioniert, gibt es nur wenig Abgrenzungen gegenüber nenonazistischem Black Metal, der unter der Bezeichnung NSBM (National Social Black Metal) als eine eigene Subszene firmiert…“

Rechte Bands auf der Hompage

Auf der Homepage der Veranstalter fand man dann einige „Bilder von einer vorangegangenen Party, auf denen deutlich zu erkennen ist, dass Besucher T-Shirts der „NSBM“-Bands „Absurd“ und „Ornaments of Sin“ trugen, heißt es in dem Brief weiter. Außerdem werde dort klar gemacht, dass die Kolbhallen-DJs Gruppen wie „Luror, Fornost, Anti und Co“ offenbar besonders mögen. „Bei den Bands Luror und Fornost handelt es sich um zwei rechte Bands, womit die Veranstalter selber eine Affinität zum „NSBM“ bekunden, alles im allen genügend Punkte, um zu erwarten, dass die Menschen aus der Kolbhalle, welche sich selbst sogar als „politisch links“ bezeichnen, die Party unter diesen Umständen nicht stattfinden lassen würden.“ 

Mehrfache Versuche, mit den Kolbhallen-Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen, seien abgeblockt worden. Ergebnis: „Auf der Party befanden sich dann auch unzählige Personen mit Shirts von NSBM-Bands wie zum Beispiel „Absurd“ und „Wolfsmond“. Hätten sich die Kolbhallen-Bewohner die Party live angeschaut, so wäre ihnen unter Umständen auch aufgefallen, dass der Umstand, dass Hitler-Grüße gezeigt wurden, doch recht deutlich die Gesinnung der Party-Besucher zum Ausdruck brachte. Einige Tage nach der Party suchten wir erneut das Gespräch. Inzwischen hatte die Aufklärungsresistenz beim Betreiber regelrecht Blüten geschlagen, so wurde behauptet, die Antifa habe ihn bedrängt und durch Fotografieren versucht, die Nazi-Party zu provozieren.“

„Eigentlich ne geile Party“

In einem weiteren Gespräch habe man dann nicht mehr abgestritten, „dass Nazis auf der Party waren, Aussagen wie: „Wie haben eine schwere finanzielle Situation… Die Nazis stören mich weniger als der Satanismus…usw.“ Auf nochmalige Frage, wie man in Zukunft gedenke, mit solchen Party-Anfragen umzugehen, wurde wieder ausgewichen. Stattdessen zog unser Gegenüber das Fazit "Eigentlich war es ja ne geile Party, hätten nur noch paar Huren aus dem Pascha gefehlt, die man durch die Party hätte durchtreten können. Dann wäre die Inszenierung erst richtig toll gewesen.“

Fazit im Offenen Brief der Antifaschisten: „Wir haben beschlossen, dass wir in Zukunft keine Veranstaltungen oder Partys mehr in der Kolbhalle machen werden. Mit diesen Schreiben möchten wir euch nicht nur darüber informieren, was vorgefallen ist, sondern auffordern daraus Konsequenzen zu ziehen. Auch wenn die Kolbhalle den Ruf eines 'linken' Veranstaltungsortes hat, so ist für uns offensichtlich, dass es den Betreibern nur noch um eine möglichst gute Auslastung der Räume und möglichst hohe Mieteinnahmen geht.

Die Kolbhalle mag zwar alles Mögliche sein, 'links' ist sie mit Sicherheit nicht. Auch wenn in Köln die Problematik an fehlenden Veranstaltungsräumen akut ist, raten wir jedem davon ab in Zukunft Veranstaltungen in der Kolbhalle zu machen! Non-kommerzielle Räume kann man sich erkämpfen, linke emanzipatorische Positionen können aber, wie die Kolbhalle zeigt, schnell verloren gehen!

Wir fordern alle Menschen, die persönlichen Kontakt zur Kolbhalle haben, auf, diese persönlich auf das Verhalten und die Äußerungen anzusprechen. Außerdem rufen wir den Betreiberverein "Wir Selbst e.V." auf, sich öffentlich zum Vorfall zu positionieren!“

Antifa AK Köln
antifaschistisches Cafe
Kampagne "Kein Bock auf pro Köln"

Weitere Informationen
unter keinbockaufprokoeln@gmx.net
und www.keinbockaufprokoeln.tk



Online-Flyer Nr. 90  vom 11.04.2007



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