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Kultur und Wissen
„Musik verbindet die Völker und dient dem Frieden“
Moskauer Chor in Leverkusen
Von Manfred Demmer
Auch für Hartz IV-Empfänger
Zu Beginn hatte Walborg Schröder, Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft Rhein/Ruhr e.V. – die das Konzert gemeinsam mit der Kulturvereinigung Leverkusen e. V. veranstaltete – den Chor und seine Leiterin Nadeshda Maljawina vor- und die Völker verbindende Note des Konzerts herausgestellt. Im Verlaufe des Programms wurde der Ausspruch des amerikanischern Dichters Henry W. Longfellow bestätigt, wonach „Musik die gemeinsame Sprache der Menschheit“ sei. Und bewahrheiten sollte sich bei diesem Konzert auch jener Ausspruch von Friedrich Schiller – der mit anderen Zitaten den Vortragssaal schmückte: „Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten“. Denn das Konzert wurde ohne Eintritt durchgeführt und dadurch waren auch einige Besucher anwesend, die Hartz IV-„Empfänger“ sind und die sich kulturelle Angebote wegen der hohen Eintrittspreise nicht mehr leisten können und deren Kummerfalten sich während des Konzertes verzogen.

Moskauer Männerchor und Mitveranstalterin Walborg Schröder neben Chorleiterin Nadeschda Maljawina
Von der Sehnsucht der Rotarmisten
Im Programm waren Chorpartien von Wolfgang Amadeus Mozart, Georg Friedrich Händel und Johann Strauß enthalten wie auch russische geistliche Chormusik, amerikanische Spirituals und russische Folklore. Bei einigen Beiträgen traten aus dem hervorragend eingestellten Ensemble Solisten hervor, die ebenfalls ihre Partien mit Bravour meisterten. Entsprechend der Thematik des Abends war das gefühlvoll, jedoch nicht schwülstig dargebotene „Ave Maria“ von Franz Schubert ein Höhepunkt.
Auch der Chorsatz „Im Wald an der Front“ des russischen Komponisten Matvej Isaakovich Blanter gestaltete sich zu einem thematischen Höhepunkt. Das Lied, mit dem Text von M. Issakowsky, wurde würdevoll vorgetragen, galt es doch den Millionen Toten des vom deutschen Faschismus entfachten Zweiten Weltkrieges, wie die Leiterin des Chores in einer Einleitung erklärte und hinzufügte, dass man sich auch heute für den Frieden einsetzen müsse. In dem Lied, das in der Zeit des „Großen Vaterländischen Krieges“ entstand, wird die Sehnsucht der Rotarmisten, die im Walde eine Rast machen, nach ihren Lieben zu Hause und nach Frieden dargestellt.
Der begeisterte Schlussapplaus führte zu mehreren Zugaben, wobei eines der letzten Lieber, das von Johannes Brahms 1868 vertonte Gedicht „Guten Abend. Gute Nacht“, einfühlsam in deutscher Sprache gesungen wurde.

Begeisterter Schlussapplaus führte zu mehreren Zugaben
Fotos: Reinhard Linse
Hohe künstlerische Qualität gewürdigt
Im Gespräch mit Besuchern der Veranstaltung, unter denen sich Aktive aus Gesangsvereinen und der Kulturarbeit in Leverkusen befanden, wurde die hohe künstlerische Qualität des Chores gewürdigt. Auch die Tatsache, dass Veranstalter dieses außergewöhnlichen Konzertes u. a. die Kulturvereinigung Leverkusen e.V. war, wurde anerkennend gewürdigt. „Ist doch“ wie ein Teilnehmer meinte, „der Ruf Eurer Vereinigung bei Offiziellen der Stadt und bei vielen Bürgern nicht gerade positiv, weil ihr ja immer wieder gegen den Stachel löckt, wie zuletzt bei der Haltung der Stadt zur Absicht der BIS-Bosse, die Lasten den Malochern aufzulasten und sich selber die Profite einzustreichen.“ Und auch dass da nicht „radikale Weisen“, wie ein anderer meinte, „gesungen wurden, sondern geistliche Chormusik“, sei höchst erwähnenswert.
Keine Unterstützung durch die Stadt Leverkusen
Allerdings wurde von einigen gefragt, wieso so wenig in der Stadt von dem Konzert zu sehen war, wieso man so was nicht mehr hätte publizieren können und was die Stadt überhaupt dabei unternommen habe. Der Umstand, dass die Stadt – so die Mitteilung eines Vorstandsmitgliedes der Kulturvereinigung – es noch nicht mal für nötig befunden hatte, auf eine Bitte der Veranstalter hin, diesen Chor – der u. a. bei der Festveranstaltung zur Fünfzig-Jahr-Feier der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien mitwirkte – eine städtische Reverenz zu erweisen, wurde kritisiert. „Dies ist einer KulturStadtLev nicht würdig.“
Fotos: www.Kulturvereinigung.de
Online-Flyer Nr. 96 vom 23.05.2007
„Musik verbindet die Völker und dient dem Frieden“
Moskauer Chor in Leverkusen
Von Manfred Demmer
Auch für Hartz IV-Empfänger
Zu Beginn hatte Walborg Schröder, Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft Rhein/Ruhr e.V. – die das Konzert gemeinsam mit der Kulturvereinigung Leverkusen e. V. veranstaltete – den Chor und seine Leiterin Nadeshda Maljawina vor- und die Völker verbindende Note des Konzerts herausgestellt. Im Verlaufe des Programms wurde der Ausspruch des amerikanischern Dichters Henry W. Longfellow bestätigt, wonach „Musik die gemeinsame Sprache der Menschheit“ sei. Und bewahrheiten sollte sich bei diesem Konzert auch jener Ausspruch von Friedrich Schiller – der mit anderen Zitaten den Vortragssaal schmückte: „Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten“. Denn das Konzert wurde ohne Eintritt durchgeführt und dadurch waren auch einige Besucher anwesend, die Hartz IV-„Empfänger“ sind und die sich kulturelle Angebote wegen der hohen Eintrittspreise nicht mehr leisten können und deren Kummerfalten sich während des Konzertes verzogen.

Moskauer Männerchor und Mitveranstalterin Walborg Schröder neben Chorleiterin Nadeschda Maljawina
Von der Sehnsucht der Rotarmisten
Im Programm waren Chorpartien von Wolfgang Amadeus Mozart, Georg Friedrich Händel und Johann Strauß enthalten wie auch russische geistliche Chormusik, amerikanische Spirituals und russische Folklore. Bei einigen Beiträgen traten aus dem hervorragend eingestellten Ensemble Solisten hervor, die ebenfalls ihre Partien mit Bravour meisterten. Entsprechend der Thematik des Abends war das gefühlvoll, jedoch nicht schwülstig dargebotene „Ave Maria“ von Franz Schubert ein Höhepunkt.
Auch der Chorsatz „Im Wald an der Front“ des russischen Komponisten Matvej Isaakovich Blanter gestaltete sich zu einem thematischen Höhepunkt. Das Lied, mit dem Text von M. Issakowsky, wurde würdevoll vorgetragen, galt es doch den Millionen Toten des vom deutschen Faschismus entfachten Zweiten Weltkrieges, wie die Leiterin des Chores in einer Einleitung erklärte und hinzufügte, dass man sich auch heute für den Frieden einsetzen müsse. In dem Lied, das in der Zeit des „Großen Vaterländischen Krieges“ entstand, wird die Sehnsucht der Rotarmisten, die im Walde eine Rast machen, nach ihren Lieben zu Hause und nach Frieden dargestellt.
Der begeisterte Schlussapplaus führte zu mehreren Zugaben, wobei eines der letzten Lieber, das von Johannes Brahms 1868 vertonte Gedicht „Guten Abend. Gute Nacht“, einfühlsam in deutscher Sprache gesungen wurde.

Begeisterter Schlussapplaus führte zu mehreren Zugaben
Fotos: Reinhard Linse
Hohe künstlerische Qualität gewürdigt
Im Gespräch mit Besuchern der Veranstaltung, unter denen sich Aktive aus Gesangsvereinen und der Kulturarbeit in Leverkusen befanden, wurde die hohe künstlerische Qualität des Chores gewürdigt. Auch die Tatsache, dass Veranstalter dieses außergewöhnlichen Konzertes u. a. die Kulturvereinigung Leverkusen e.V. war, wurde anerkennend gewürdigt. „Ist doch“ wie ein Teilnehmer meinte, „der Ruf Eurer Vereinigung bei Offiziellen der Stadt und bei vielen Bürgern nicht gerade positiv, weil ihr ja immer wieder gegen den Stachel löckt, wie zuletzt bei der Haltung der Stadt zur Absicht der BIS-Bosse, die Lasten den Malochern aufzulasten und sich selber die Profite einzustreichen.“ Und auch dass da nicht „radikale Weisen“, wie ein anderer meinte, „gesungen wurden, sondern geistliche Chormusik“, sei höchst erwähnenswert.
Keine Unterstützung durch die Stadt Leverkusen
Allerdings wurde von einigen gefragt, wieso so wenig in der Stadt von dem Konzert zu sehen war, wieso man so was nicht mehr hätte publizieren können und was die Stadt überhaupt dabei unternommen habe. Der Umstand, dass die Stadt – so die Mitteilung eines Vorstandsmitgliedes der Kulturvereinigung – es noch nicht mal für nötig befunden hatte, auf eine Bitte der Veranstalter hin, diesen Chor – der u. a. bei der Festveranstaltung zur Fünfzig-Jahr-Feier der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien mitwirkte – eine städtische Reverenz zu erweisen, wurde kritisiert. „Dies ist einer KulturStadtLev nicht würdig.“
Fotos: www.Kulturvereinigung.de
Online-Flyer Nr. 96 vom 23.05.2007














