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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Wirtschaft und Umwelt
Greenpeace appelliert auf dem Ararat an die G8-Staaten
„Ökologischer Schurkenstaat USA“
Von Peter Kleinert

"Wenn Regierungen es unterlassen, die Völker, für deren Wohl sie Verantwortung tragen, vor Fluten, Trockenheiten, Hungersnöten und anderen Katastrophen zu bewahren, verlieren sie jegliche Legitimität für ihr Handeln”, heisst es in der Ararat-Deklaration, mit der Greenpeace rechtzeitig vor Beginn des G8-Gipfels die „Arche Noah“ in einer feierlichen Zeremonie der Türkei übergab.

Unter der Leitung des Österreichers Wolfgang Sadik hatten in den letzten Wochen auf 2.500 Meter Höhe des Ararat zwanzig Greenpeace-Aktivisten aus Österreich, Deutschland und der Türkei an dem symbolischen „Schiff“ gearbeitet, das zukünftig als Schutzhütte für Bergsteiger genutzt werden soll (siehe auch NRhZ 96 und 97).


Greenpeace

Wenn sich die wichtigsten Industrienationen der Welt nun in Heiligendamm zu ihrem G8-Gipfel treffen, müssen dort endlich auch konkrete CO2-Reduktionsziele beschlossen werden, forderte Greenpeace-Klima-Experte Andree Boehling. Alles andere sei Zeitverschwendung und unverantwortlich. „Doch nicht ein einziges Land hat bislang wirksame Klimaschutzmaßnahmen ergriffen. Vor allem die G8-Länder, derzeit verantwortlich für mehr als die Hälfte aller Treibhausgase, müssen ihren jeweiligen Ausstoß bis 2020 um dreißig Prozent senken. Besonders skandalös ist das Verhalten von US-Präsident Bush, denn die US-Regierung boykottiert Klimaverhandlungen, wo sie nur kann", sagte Boehling. „Wenn Bush so weitermacht, werden die USA als ökologischer Schurkenstaat in die Geschichte eingehen."

Greenpeace

Noch nicht mitbekommen hatten die Greenpeace-Aktivisten im fernen Südosten der Türkei zu diesem Zeitpunkt die jüngste „Klima-Initiative“ von Bush, die erst einen Tag später bei Politik und Medien in Deutschland ankam. Kommentar der umweltpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Eva Bulling-Schröter: „Der G8-Gipfel ist gescheitert, bevor er begonnen hat. Denn klopft man die jüngste Rede des US-Präsidenten auf ihren Gehalt ab, so ist im Klimaschutz weiterhin Ignoranz und Nichtstun die Devise. Die Phrasen von technologischer Zusammenarbeit hört man seit Jahren. Neu ist ebenso wenig, dass sich George Bush auf Minderungs- oder Begrenzungsziele für Treibhausgase nur dann einlassen will, wenn China und Indien mitziehen. Und Vereinbarungen darüber sollen frühestens 2008 geschlossen, also verschleppt werden. Was nun noch in Heiligendamm passieren kann, ist im besten Fall nichts weiter als unverbindliches und teuer bezahltes Geplauder. Denn die Blockade der USA wird Weichenstellungen zu mehr Klimaschutz verhindern. Vor der Abschlusserklärung des Treffens kann man sich angesichts dessen schon jetzt gruseln.“

Greenpeace Ararat
Fotos: Greenpeace

Die USA stünden aber mit ihrer verheerenden Klimabilanz nicht allein da. Auch Länder wie Österreich weigerten sich beharrlich, einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. "Mit unserer Arche soll also auch das europäische Klimaschlusslicht Österreich daran erinnert werden, dafür Sorge zu tragen, die dramatische Erwärmung unseres Erdklimas in den Griff zu bekommen", appellierte der Österreicher Greenpeace-Archenbauer Wolfgang Sadik vom Ararat aus an seine Regierung.

Online-Flyer Nr. 98  vom 06.06.2007



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