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Kultur und Wissen
Komplettausstieg aus der Förderung von „Klangkosmos Weltmusik"?
NRW KULTURsekretariat will sparen
Von Birgit Ellinghaus
Lieber Herr Stüdemann,
heute wende ich mich an Sie als quasi „Paten" der Konzertreihe „Klangkosmos Weltmusik" www.klangkosmos-nrw.de, da Sie sich ja seinerzeit für eine Förderung dieses Projektes durch das NRW KULTURsekretariat stark gemacht hatten. Leider steht der Fortgang der Reihe aktuell erneut, und diesmal komplett in Frage.
Mit Datum 24.05.2007 haben die Partner des Netzwerkes, die dem Kultursekretariat Wuppertal angeschlossen sind, von dort einen Brief erhalten, dass kurzfristig die Zuschüsse für Konzerte im Zeitraum September – Dezember 2007 von des ursprünglich zugesagten 35 Prozent auf „deutlich unter 10 Prozent" zurückgefahren werden.

KULTUR nur groß geschrieben?
Foto: NRW KULTURsekretariat
Geplante Konzerte könnten nicht stattfinden
Damit können bereits fest geplante Konzerte im September – Dezember 2007 – insbesondere der freien Veranstalter in Aachen, Bielefeld, Bonn, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Krefeld, Münster und Wuppertal nicht mehr stattfinden. Ob die Reihe in Dortmund unter diesen Bedingungen weitergeführt werden kann, können Sie selbst besser einschätzen. Die angekündigte Kürzung von knapp 30 Prozent in die bereits laufenden Spielzeit hinein, ist von den meist freien Kulturorganisationen in diesen Städten nicht anderweitig aufzufangen.
Durch den aktuellen Wegfall von 11-12 regelmäßigen Veranstaltungspartnern, das sind allein im Zeitraum September bis Dezember 2007 35 Konzerte, werden die bereits geplanten Tourneen in diesem Zeitraum komplett zusammenbrechen. Weder die höheren anteiligen Nebenkosten jedes einzelnen Konzertes, noch die entstehenden zusätzlichen „Off-Tage" können durch die verbleibenden „Gütersloher" Veranstalter oder das Kultursekretariat Gütersloh aufgefangen werden...
Programmheftkosten lange bekannt
Zudem erschließt es sich überhaupt nicht, warum die seit langem bekannten Kosten in Höhe von 2.500 bis 3.000 Euro für das Halbjahresprogrammheft, das eine wichtige Referenz für „Weltmusik in NRW" nicht nur das Publikum in allen Städten des Landes, sondern auch für die Medien, aber auch bundesweit ist, plötzlich zu einer solchen Absenkung des Zuschussbetrags führen.
Darüber hinaus sind ja in 2007 insgesamt nicht unvorhersehbar mehr Konzerte oder teurere Konzerte von den angeschlossenen Städten durchgeführt worden, sodass im Prinzip die gleiche Budgetplanung wie 2006 vom NRW KULTURsekretariat hätte zugrunde gelegt werden können...
Zwischenzeitlich hat uns vom Kultursekretariat Gütersloh die erfreuliche Nachricht erreicht, dass aus dortigen Mitteln das Klangkosmos-Programmheft – sogar auch für die in Wuppertal angeschlossenen Städte – weiter finanziert werden kann! Nur, ob es überhaupt noch Konzerte anzukündigen gibt, steht weiterhin in den Sternen.
Die, durch das Engagement des Kultursekretariats Gütersloh ermöglichte zusätzliche Ausschüttung der 2.500 bis 3.000 Euro an die Wuppertaler Städte für Herbst 2007 ändert nur graduell etwas an der angekündigten Kürzung von „deutlich unter 10 Prozent": statt der ursprünglichen Förderung von 35 Prozent der Gesamtkosten von ca. 100.000 Euro pro Jahr für knapp 100 Konzerte in den Wuppertaler Städten (= ca. 350 Euro Zuschuss pro Konzert), ist nun nur noch mit knapp 150 Euro pro Konzert zu rechnen.

„Creole2007“-Preisträger „Ahoar“
Foto: Silvia Salingre
Jeden Monat 4000 bis 5000 Besucher
Das Klangkosmos Netzwerk hat sich seit gut acht Jahren als ein sehr nachhaltiges Aktionsbündnis zur Förderung von ethnischen Klängen in NRW erwiesen. Durch die breite Vernetzung bei Programmgestaltung, Durchführung und Werbung wurden die wenigen Kulturmittel extrem sparsam und effektiv eingesetzt, um ein breitenwirksames, niederschwelliges Programm auf höchstem künstlerischem Niveau zu realisieren (jährlich ca. 200 Konzerte in allen Regionen des Landes NRW!) Viele Künstler, die von der UNESCO auf der Liste des „Immateriellen Kulturerbes" stehen, waren z.B. im Klangkosmos auf Tournee bzw. sind für die Spielzeit 2007/2008 eingeladen. Jeden Monat werden die Klangkosmos Konzerte von 4000 bis 5000 Zuschauer besucht, die keine Möglichkeiten haben Highprice Konzerte in den Philharmonien oder Konzerthäusern zu besuchen. Begleitprogramme dieser Künstler mit Lectures und Workshops finden in zahlreichen Städten, Schulen und Senioreneinrichtungen statt. WDR 3 als Medienpartner hat in den vergangenen drei Jahren knapp 20 dieser Konzerte aufgezeichnet und komplett gesendet und dadurch der Reihe weitere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen.
Internationale Sonderveranstaltungen in NRW wie z.B. der UNESCO, aber auch die UN-Weltkonferenz zur biologischen Vielfalt im Mai 2008 bemühen sich um einen Schulterschluss mit „Klangkosmos".
Ohne „Klangkosmos“ auch kein „creole“
Ohne das Netzwerk "Klangkosmos" hätte auch ein Projekt wie „creole" nicht erfolgreich gestartet werden können. So waren u.a. zahlreiche „Klangkosmos" Partner als Fachbesucher bei „creole2007" in Dortmund, um sich dort nach Bands für ihre lokalen Kulturprogramme umzuschauen... Die Synergien zwischen hiesigen Bands mit lokaler Klangfarbe und Bands aus den Ursprungsländern auf hiesigen Bühnen sind enorm für Publikum, Musikaus- und Fortbildung, für Medien, Veranstalter und Musiker.
Es kann doch nicht sein, dass mit dem Schreiben, dass ich Ihnen zur Info in der Anlage maile, gut acht Jahre Kulturarbeit im Lande komplett zunichte gemacht wird...
Es steht zudem zu befürchten, dass mit dem vorliegenden Schreiben ein Komplettausstieg aus der Förderung von „Klangkosmos Weltmusik" eingeläutet werden soll, um u.a. den Ausfall von bisherigen Zufinanzierungen für die Förderlinie „Weltmusik" des NRW KULTURsekretariat von rund 80.000 Euro in 2008 zu kompensieren. Insgesamt stand für die Weltmusik bisher eine Fördersumme von 130.000 Euro in Wuppertal zur Verfügung. Davon sind 60.000 Euro budgetiert für „Baglama für alle", 35.000 Euro für andere Konzertförderungen, 5.000 für einen Werkvertrag sowie 30.000 Euro für die rund 100 Klangkosmos-Konzerte der angeschlossenen Städte. Es steht zu befürchten, dass die in 2008 im „3.Ohr" verbleibenden rund 50.000 Euro von den anderen Projekten absorbiert werden und durch den jetzigen „freiwillig-unfreiwilligen" Ausstieg der Klangkosmos-Partner in diesem Bereich zukünftig einfach kein Geld mehr eingesetzt werden braucht....
Planungssicherheit geben!
Ich bitte Sie deshalb dringend im Namen aller Veranstalter, Besucher und Kooperationspartner sich in der Dezernentenkonferenz dafür einzusetzen, dass sowohl die Förderung durch NRW KULTURsekretariat für die bereits komplett geplante Saison September 2007-Juni 2008 in der bisherigen Größenordnung aufrecht erhalten wird und auch zukünftig fortgesetzt wird. Die Förderung von „Kunst, die es schwer hat" in konzertierter Aktion mit den angeschlossenen Städten ist ja eine Basisaufgabe des Kultursekretariats. Die Wahrnehmung dieses Auftrags durch das NRW KULTURsekretariat würde allen Beteiligten Klangkosmos-Partner eine Planungssicherheit für weitere inhaltlich profunde Arbeit geben, um dem hiesigen Publikum in Zeiten der Globalisierung weiterhin eine qualitativ hochwertige, internationale Konzertreihe anbieten zu können.
Ich freue mich recht bald von Ihnen zu hören und stehe Ihnen für alle offenen Fragen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichem Gruss
Birgit Ellinghaus
Projektkoordinatorin und künstlerische Leiterin Klangkosmos
Online-Flyer Nr. 100 vom 20.06.2007
Komplettausstieg aus der Förderung von „Klangkosmos Weltmusik"?
NRW KULTURsekretariat will sparen
Von Birgit Ellinghaus
Lieber Herr Stüdemann,
heute wende ich mich an Sie als quasi „Paten" der Konzertreihe „Klangkosmos Weltmusik" www.klangkosmos-nrw.de, da Sie sich ja seinerzeit für eine Förderung dieses Projektes durch das NRW KULTURsekretariat stark gemacht hatten. Leider steht der Fortgang der Reihe aktuell erneut, und diesmal komplett in Frage.
Mit Datum 24.05.2007 haben die Partner des Netzwerkes, die dem Kultursekretariat Wuppertal angeschlossen sind, von dort einen Brief erhalten, dass kurzfristig die Zuschüsse für Konzerte im Zeitraum September – Dezember 2007 von des ursprünglich zugesagten 35 Prozent auf „deutlich unter 10 Prozent" zurückgefahren werden.

KULTUR nur groß geschrieben?
Foto: NRW KULTURsekretariat
Geplante Konzerte könnten nicht stattfinden
Damit können bereits fest geplante Konzerte im September – Dezember 2007 – insbesondere der freien Veranstalter in Aachen, Bielefeld, Bonn, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Krefeld, Münster und Wuppertal nicht mehr stattfinden. Ob die Reihe in Dortmund unter diesen Bedingungen weitergeführt werden kann, können Sie selbst besser einschätzen. Die angekündigte Kürzung von knapp 30 Prozent in die bereits laufenden Spielzeit hinein, ist von den meist freien Kulturorganisationen in diesen Städten nicht anderweitig aufzufangen.
Durch den aktuellen Wegfall von 11-12 regelmäßigen Veranstaltungspartnern, das sind allein im Zeitraum September bis Dezember 2007 35 Konzerte, werden die bereits geplanten Tourneen in diesem Zeitraum komplett zusammenbrechen. Weder die höheren anteiligen Nebenkosten jedes einzelnen Konzertes, noch die entstehenden zusätzlichen „Off-Tage" können durch die verbleibenden „Gütersloher" Veranstalter oder das Kultursekretariat Gütersloh aufgefangen werden...
Programmheftkosten lange bekannt
Zudem erschließt es sich überhaupt nicht, warum die seit langem bekannten Kosten in Höhe von 2.500 bis 3.000 Euro für das Halbjahresprogrammheft, das eine wichtige Referenz für „Weltmusik in NRW" nicht nur das Publikum in allen Städten des Landes, sondern auch für die Medien, aber auch bundesweit ist, plötzlich zu einer solchen Absenkung des Zuschussbetrags führen.
Darüber hinaus sind ja in 2007 insgesamt nicht unvorhersehbar mehr Konzerte oder teurere Konzerte von den angeschlossenen Städten durchgeführt worden, sodass im Prinzip die gleiche Budgetplanung wie 2006 vom NRW KULTURsekretariat hätte zugrunde gelegt werden können...
Zwischenzeitlich hat uns vom Kultursekretariat Gütersloh die erfreuliche Nachricht erreicht, dass aus dortigen Mitteln das Klangkosmos-Programmheft – sogar auch für die in Wuppertal angeschlossenen Städte – weiter finanziert werden kann! Nur, ob es überhaupt noch Konzerte anzukündigen gibt, steht weiterhin in den Sternen.
Die, durch das Engagement des Kultursekretariats Gütersloh ermöglichte zusätzliche Ausschüttung der 2.500 bis 3.000 Euro an die Wuppertaler Städte für Herbst 2007 ändert nur graduell etwas an der angekündigten Kürzung von „deutlich unter 10 Prozent": statt der ursprünglichen Förderung von 35 Prozent der Gesamtkosten von ca. 100.000 Euro pro Jahr für knapp 100 Konzerte in den Wuppertaler Städten (= ca. 350 Euro Zuschuss pro Konzert), ist nun nur noch mit knapp 150 Euro pro Konzert zu rechnen.

„Creole2007“-Preisträger „Ahoar“
Foto: Silvia Salingre
Jeden Monat 4000 bis 5000 Besucher
Das Klangkosmos Netzwerk hat sich seit gut acht Jahren als ein sehr nachhaltiges Aktionsbündnis zur Förderung von ethnischen Klängen in NRW erwiesen. Durch die breite Vernetzung bei Programmgestaltung, Durchführung und Werbung wurden die wenigen Kulturmittel extrem sparsam und effektiv eingesetzt, um ein breitenwirksames, niederschwelliges Programm auf höchstem künstlerischem Niveau zu realisieren (jährlich ca. 200 Konzerte in allen Regionen des Landes NRW!) Viele Künstler, die von der UNESCO auf der Liste des „Immateriellen Kulturerbes" stehen, waren z.B. im Klangkosmos auf Tournee bzw. sind für die Spielzeit 2007/2008 eingeladen. Jeden Monat werden die Klangkosmos Konzerte von 4000 bis 5000 Zuschauer besucht, die keine Möglichkeiten haben Highprice Konzerte in den Philharmonien oder Konzerthäusern zu besuchen. Begleitprogramme dieser Künstler mit Lectures und Workshops finden in zahlreichen Städten, Schulen und Senioreneinrichtungen statt. WDR 3 als Medienpartner hat in den vergangenen drei Jahren knapp 20 dieser Konzerte aufgezeichnet und komplett gesendet und dadurch der Reihe weitere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen.
Internationale Sonderveranstaltungen in NRW wie z.B. der UNESCO, aber auch die UN-Weltkonferenz zur biologischen Vielfalt im Mai 2008 bemühen sich um einen Schulterschluss mit „Klangkosmos".
Ohne „Klangkosmos“ auch kein „creole“
Ohne das Netzwerk "Klangkosmos" hätte auch ein Projekt wie „creole" nicht erfolgreich gestartet werden können. So waren u.a. zahlreiche „Klangkosmos" Partner als Fachbesucher bei „creole2007" in Dortmund, um sich dort nach Bands für ihre lokalen Kulturprogramme umzuschauen... Die Synergien zwischen hiesigen Bands mit lokaler Klangfarbe und Bands aus den Ursprungsländern auf hiesigen Bühnen sind enorm für Publikum, Musikaus- und Fortbildung, für Medien, Veranstalter und Musiker.
Es kann doch nicht sein, dass mit dem Schreiben, dass ich Ihnen zur Info in der Anlage maile, gut acht Jahre Kulturarbeit im Lande komplett zunichte gemacht wird...
Es steht zudem zu befürchten, dass mit dem vorliegenden Schreiben ein Komplettausstieg aus der Förderung von „Klangkosmos Weltmusik" eingeläutet werden soll, um u.a. den Ausfall von bisherigen Zufinanzierungen für die Förderlinie „Weltmusik" des NRW KULTURsekretariat von rund 80.000 Euro in 2008 zu kompensieren. Insgesamt stand für die Weltmusik bisher eine Fördersumme von 130.000 Euro in Wuppertal zur Verfügung. Davon sind 60.000 Euro budgetiert für „Baglama für alle", 35.000 Euro für andere Konzertförderungen, 5.000 für einen Werkvertrag sowie 30.000 Euro für die rund 100 Klangkosmos-Konzerte der angeschlossenen Städte. Es steht zu befürchten, dass die in 2008 im „3.Ohr" verbleibenden rund 50.000 Euro von den anderen Projekten absorbiert werden und durch den jetzigen „freiwillig-unfreiwilligen" Ausstieg der Klangkosmos-Partner in diesem Bereich zukünftig einfach kein Geld mehr eingesetzt werden braucht....
Planungssicherheit geben!
Ich bitte Sie deshalb dringend im Namen aller Veranstalter, Besucher und Kooperationspartner sich in der Dezernentenkonferenz dafür einzusetzen, dass sowohl die Förderung durch NRW KULTURsekretariat für die bereits komplett geplante Saison September 2007-Juni 2008 in der bisherigen Größenordnung aufrecht erhalten wird und auch zukünftig fortgesetzt wird. Die Förderung von „Kunst, die es schwer hat" in konzertierter Aktion mit den angeschlossenen Städten ist ja eine Basisaufgabe des Kultursekretariats. Die Wahrnehmung dieses Auftrags durch das NRW KULTURsekretariat würde allen Beteiligten Klangkosmos-Partner eine Planungssicherheit für weitere inhaltlich profunde Arbeit geben, um dem hiesigen Publikum in Zeiten der Globalisierung weiterhin eine qualitativ hochwertige, internationale Konzertreihe anbieten zu können.
Ich freue mich recht bald von Ihnen zu hören und stehe Ihnen für alle offenen Fragen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichem Gruss
Birgit Ellinghaus
Projektkoordinatorin und künstlerische Leiterin Klangkosmos
Online-Flyer Nr. 100 vom 20.06.2007














