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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Globales
Mexikanischer Gouverneur versucht mit Gewalt Volksfest zu verhindern
Neue Kämpfe in Oaxaca
Von Peter Kleinert

Im mexikanischen Oaxaca ist es in der vergangenen Woche erneut zu drei Tage langen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten der „Volksversammlung der Völker Oaxacas“ (APPO) gekommen (siehe auch NRhZ 100). Die mehr als 350 APPO-Gruppierungen, unter ihnen Gewerkschafter-, Lehrer-, Bauern- und Ureinwohnerorganisationen, fordern seit einem Jahr den Rücktritt des angeblich durch Wahlbetrug an die Macht gekommenen Provinzgouverneurs Ulises Luis Ortiz.



APPO-Demonstration zum Stadion
Foto: „Noticias de Oaxaca“

Ziel der am Montag mit einigen tausend Menschen begonnenen Demonstrationen war, wie vor einem Jahr, das offiziell als Touristenattraktion geförderte kommerzielle Folklorefestival „Guelaguetza“ zu verhindern und stattdessen eine alternative Veranstaltung „Guelaguetza popular“ stattfinden zu lassen. Polizei und – so ein APPO-Sprecher – in Zivil gekleidete Militärs gingen mit Gasgranaten und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor, als diese versuchten, in das Stadion zu gelangen, in dem das offizielle Festival jedes Jahr stattfindet.

Unverletzt festgenommen – nun in Lebensgefahr

Die Festnahme von 65 Demonstranten wurde bekannt; es gab Dutzende Verletzter. Die Zeitung „Noticias de Oaxaca“ dokumentierte mit einer Fotoserie, wie die Polizei des Provinzgouverneurs mit dem Menschenrechtler und Lehrer Emeterio Merino Cruz Vazquez umging, der jetzt in Lebensgefahr schwebt.


Emeterio Merino Cruz Vazquez – unverletzt verhaftet…
Quelle: „Noticias de Oaxaca"

Auf einem ersten Bild ist zu sehen, wie er unverletzt von zwei Polizisten verhaftet und zum Polizeikordon gebracht wird. Dort angelangt wird er geschlagen, bis er auf den Boden stürzt, wo weiter auf ihn eingeschlagen wird. Erst Stunden später wurde Cruz Vasquez in ein Krankenhaus gebracht, wo er am folgenden Tag wegen mehrfachem Schädelbruch und inneren Verletzungen operiert wurde. Wie Verwandte berichteten, sind seine Überlebenschancen gering. In der Innenstadt kam es daraufhin zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen Busse als Barrikaden in Brand gesetzt wurden.


…im Koma ins Spital eingeliefert
Quelle: „Noticias de Oaxaca"

„Guelaguetza popular“ findet doch statt

Am Mittwoch beteiligten sich etwa 20.000 Menschen an einem Trauermarsch durch Oaxaca. Viele erschienen in schwarzer Kleidung oder im Schleier. Hunderte hielten Plakate und Transparente, auf denen Bilder der Inhaftierten und Verletzten zu sehen waren. Auf der Demo herrschte eine gespenstische Stille, die ihre Wirkung nicht verfehlte. Die Demonstranten ließen sich diesmal nicht wieder von der Polizei provozieren, sondern begannen auf dem besetzten „Zocalo“, dem zentralen Platz der Stadt, mit Infoständen, Musik und politischer Kunst eine Großkundgebung.


Bis an die Zähne bewaffnet – Polizeikordon
Foto: „Noticias de Oaxaca“

APPO und die LehrerInnengewerkschaft „Sección 22“ riefen dabei zu weiteren Protesten und Störaktionen gegen die kommerzielle „Guelaguetza“ und zur Teilnahme an der „Guelaguetza popular“ auf, die dann am Wochenende begann und am nächsten Wochenende fortgesetzt werden soll. (CH)
 
Weitere Informationen: oaxacaenpiedelucha.blogspot.com

    Kontakt zum Oaxaca-Solidaritätskomitee in NRW:
    Francis Byrne, Köln  francis.byrne@netcologne.de


Online-Flyer Nr. 105  vom 25.07.2007



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