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Literatur
Lyrik
Der Tod und seine Handlanger
Von Talishja van Aaken

Der Tod, er thront erhaben
über seinen Gaben.
Rechts ziert ihn die Moral
auf nationalen Kissen,
links hockt die Glaubensschar,
ihr schlägt gar kein Gewissen.

Gesellen stehen stramm Spalier
im Kreise vor der Höllentür.
Die Grausamkeit lud ein
die Marter und die Pein.

Auch Fremdenfeindlichkeit
macht sich im Raume breit.
Die Furcht vor dem Alleinsein
trifft pünktlich mit der Angst hier ein.

Die Tränen und das Blut
müssen etwas warten:
Der Hass und die Gewalt
verteilen die Eintrittskarten.

Der Krieg, er kämpft bereits brutal
mit Mördern seiner eigenen Wahl.
Der Tod den sicheren Sieg erringt.
Der Mensch die Klagelieder singt.



Talishja van Aaken
Foto: Van Aaken Verl.    
Talishja van Aaken wurde 1957 in Neuss geboren und wuchs im wilden Westen Berlins auf. Seit 1999 lebt sie in Köln und arbeitet als Autorin und Malerin. Erste Veröffentlichungen in der Anthologie der Deutschen Nationalbibliothek Band 5, 6, 7 und 9. Ihr erster Gedichtband, in dem auch „Der Tod und seine Handlanger“ zu finden ist, erschien mit eigenen Bildern unter dem Titel Der Feind in den eigenen Reihen... im November 2005.
Der Gedichtband beschäftigt sich in Wort und Bild mit den immerwährenden Themen des Verrats und Missbrauchs an und durch Menschen, mit der Hoffnung und Sehnsucht nach Liebe. 90 Gedichte und 18 Bilder zwischen Werden und Vergehen als Polen, vom Nichtvergessen, Liebesrausch und schmerzlichen Erfahrungen.







Online-Flyer Nr. 155  vom 16.07.2008



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