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Globales
„Al-Qaeda“ für Attentat in Damaskus verantwortlich?
Aber in wessen Interesse?
Von Christoph R. Hörstel

In Syrien hat ein Selbstmordattentäter beim schwersten Anschlag seit Jahrzehnten am Wochenende in der Hauptstadt Damaskus 17 Menschen getötet. Dem staatlichen Fernsehen zufolge wurde das als Autobombe verwendete Fahrzeug am Freitag aus einem arabischen Nachbarland nach Syrien gebracht. Christoph Hörstel, der in seinem in NRhZ 161 vorgestellten Buch „Brandherd Pakistan“ nachweist, dass solche Anschläge gelegentlich unter den Augen des US-Geheimdienste CIA stattfinden, wurde am Montag vom syrischen Fernsehen zu diesem Thema interviewt. – Die Redaktion.

Spuren verweisen auf „Al-Qaeda"
 
Aus Anlass des furchtbaren Terrorattentats in Damaskus wurde ich heute im syrischen Fernsehen interviewt. Es ging dabei um die Fragestellung, wer hinter diesem Attentat steckt.

Und hier zeigt sich, dass es durchaus Kräfte in Washington und Tel Aviv gibt, die vor derartigen Schritten nicht zurückschrecken, wobei es gegenwärtig zu früh ist für eine exakte Feststellung, wer genau für diesen Mord verantwortlich zu machen ist. Es gab in der Vergangenheit genügend blutige Übergriffe Israels gegen Syrien. Jedoch gibt es Spuren, die auf einen „Al-Qaeda"-Hintergrund schließen lassen. Die New York Times aber berichtete am 8. Juli 2007, der damalige US-Verteidigungsminister Rumsfeld habe persönlich die Verhaftung der Nr. 2 vonAl-Qaeda“, Ayman al-Zawahiri, im letzten Moment verhindert.
 
Offenbar haben bestimmte Kräfte in den USA und in Israel zurzeit ein Interesse daran, Syrien destabilisieren zu lassen. Das soll weder die Bundesregierung noch andere Europäer davon abhalten, weiterhin gezielt das Gespräch und den Ausgleich mit Syrien zu suchen. Schließlich herrscht in Syrien ein geradezu vorbildlicher Religionsfriede, nach dem wir uns sehnen werden, wenn er beschädigt oder gar zerstört werden sollte.   
 
Tauwetter in Syrien stören

Ein wenig bin ich auch an das in meinem Buch „Brandherd Pakistan" beschriebene Verfahren des dortigen Militärgeheimdienstes ISI erinnert, zum Amtsantritt von Regierungschefin Benazir Bhutto 1993 gezielt die (auf dem Einband abgebildete) wichtigste Moschee Kaschmirs „Hazratbal" mit einer spektakulären Geiselnahme zu belegen, um Bhuttos Friedenspolitik mit Indien zu unterminieren. Die nun nicht wirklich als Friedensengel bekannte neue Kadima-Chefin und Merkel-Freundin Livni hat radikalere innenpolitische Feinde, auch in der eigenen Partei, die sich Israels künftige Politik noch brutaler vorstellen können als jetzt. Diese haben durchaus ein Interesse daran, das Tauwetter mit Syrien zu stören.

Und in den USA tobt eine Krise, von der niemand weiß, ob sie sich bald beruhigt oder alles mit sich reißt. Auch hier gibt es genügend frustrierte Hardliner, die mit beiden Präsidentschaftskandidaten ihre wahnsinnigen Blütenträume gefährdet sehenund sich ebenfalls vornehmen können, den Krieg gegen Iran voranzutreiben und gleichzeitig das kulturell weltoffen-tolerante Syrien zu destabilisieren, wobei die lang erprobte Terror-Entente mit Saudi-Arabien höchst nützlich erschiene.
 
„Sprache ist Abbild des Geistes", sagte Curtius. Es wird Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen, damit es besser werden kann. Schön, wenn auch bundesweite deutsche Medien diesen Weg bedenken könnten, bevor die Fehler unserer gegenwärtigen Militär- und Kriegspolitik uns blutig einholen. (PK)

Cover Brandherd













Christoph R. Hörstel:
„Brandherd Pakistan – wie der Terrorkrieg nach Deutschland kommt"
Verlag: Kai-Homilius-Verlag, Berlin, September 2008, Gebunden, 400 Seiten, € 24,80

Online-Flyer Nr. 166  vom 01.10.2008



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