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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Globales
Privates Hilfsprojekt für Uganda - ein Reisebericht
Notdürftige Lebensumstände
Von Clemens Feldmann

Das von Marliese Arns 2004 ins Leben gerufene Hilfsprojekt "Miteinander für Uganda e.V." hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Gesundheitswesen, Bildung, Erziehung und weitere zentrale Elemente des öffentlichen Lebens in einem der ärmsten Länder der Welt zu unterstützen. Der Verein betreut Patenschaften, hat in Mutolore eine Kinderstation für ein Krankenhaus aufgebaut und arbeitet nun an Stätten für Aus- und Weiterbildung. Um Anonymität zu verhindern, nimmt der Verein Unterstützer mit auf Reisen vor Ort - um direkten Kontakt zu den betroffenen Menschen aufzubauen. Der folgende Bericht von Clemens Feldmann ist dafür ein Beispiel (die Redaktion).

Im Oktober 2008 reiste ich zum ersten Mal nach Kisoro in Uganda. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, was mich erwartete. Mein Interesse wurde geweckt, als Marliese Arns, Gründerin des Vereins "MIteinander für Uganda e.V." mich ansprach, doch einmal mitzufahren. (Es sei hier angemerkt, dass jeder Mitreisende seine Kosten persönlich tragen muss).

Ich besuchte dort die Kinder im Patenschaftsprojekt, unter anderen auch mein eigenes Patenkind Jennifer. Vor Ort an der Primary School St. Georg, St. Gertrud und St. Paul habe ich die Verteilung von Schulkleidung, Artikeln zur Körperpflege und Unterrichtsmitteln an alle vom Verein betreuten Kinder mit unterstützt. Durch den engen Kontakt zu den Kindern konnte ich einen Einblick gewinnen, mit welchem Unterrichtsstoff sie sich in den verschiedenen Stufen aktuell beschäftigen.


Schüler an der St. Paul School während einer Brotzeit
Quelle: Miteinander für Uganda e.V.


Da ich ausgebildeter Optikermeister bin habe ich vor der Reise angeboten, bei Kindern, Lehrern, Krankenschwestern und Ärzten in Mutolore die Augen zu prüfen. Hierzu führte ich in meinem Reisegepäck alle notwendigen Utensilien mit. Bei meinen Untersuchungen stellte ich fest, dass in vielen Fällen Brillen dringend gebraucht werden. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland fertigte ich die benötigten Brillen in meiner Werkstatt an und schickte sie bei nächster Gelegenheit nach Mutolore. Bei der Prüfung der Augen fand ich es bemerkenswert, dass die Kinder auf eine Frage wie "Kannst Du mit dem ersten oder dem zweiten Glas besser sehen?" stets mit "Yes!" antworteten. Das hat mich irritiert. Also umging ich solche Alternativfragen und erstetzte sie durch geschlossene Fragen, auf die man eindeutig mit Ja oder Nein antworten kann. Erst viel später wurde mir klar, dass viele dieser Kinder (noch) nicht in der Lage waren, auf eine Alternativfrage entsprechend zu antworten.

Mittlerweile betreue ich vor Ort drei Patenkinder. Da die Lebensumstände eines meiner Patenkinder sehr notdürftig waren, sponserte ich den Bau eines kleinen Hauses, in dem das Kind nun in sauberen Verhältnissen leben kann. Die Finanzierung so eines Hauses kostet umgerechnet ca. 600 Euro.


Kinder vor der St. Georg School | Quelle: Miteinander für Uganda e.V.

Bei Gesprächen mit Verantwortlichen erfuhr ich, dass das nächste Ziel des Vereins ist, Schulabgängern der Primary School und Jugendlichen, die die Secondary School aus verschiedenen Gründen nicht schaffen, eine handwerkliche Ausbildung und damit die Möglichkeit alternativer Arbeit zu verschaffen.  Und genau da möchte ich mit meiner Hilfe in den nächsten Jahren ansetzen. Ein kleiner Arbeitskreis des Vereins in Deutschland begleitet dieses Ausbildungskonzept, das von den Menschen in Mutolore mit Spendenmitteln umgesetzt wird. Dazu gehören Ausbildungsgebäude, Ausbilder und Werkzeug, mit deren Hilfe landestypische Handwerksberufe erlernt werden können. Grundstücke zum Bau von Gebäuden werden von der örtlichen Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Begonnen wird mit einer Schreinerei, und wenn genügend Geld gespendet wurde, folgen Gebäude für andere Berufe wie Schneiderei, Schlosserei, Klempnerei usw. Ich persönlich kann mir vorstellen, auf dem Krankenhausgelände eine Untersuchungseinheit für Fehlsichtigkeiten zu installieren, und darüber hinaus möglicherweise auch eine Optikerwerkstatt. Mir ist klar, dass so etwas eine Lebensaufgabe ist.

(Der Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung von "MIteinander für Uganda e.V.)

(GW) 
 

Online-Flyer Nr. 206  vom 15.07.2009



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