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Hilfe für Uganda kommt von einem deutschen Verein
Menschlichkeit und neue Technik
Von Christian Selle
Durch meinen engen Kontakt zu Michael und Marliese Arns habe ich die Aktivitäten des Vereins "Miteinander für Uganda e.V." über einen längeren Zeitraum mit großem Interesse verfolgt. Da ich wiederholt mein Interesse bekundet habe, hier einen Beitrag leisten zu wollen, wurde ich im Herbst von Marliese Arns angesprochen, ob ich nicht die Primary School St. Georg in Mutolore mit einem Internetzugang unterstützen und darüber hinaus für das dortige Krankenhaus einen Internetauftritt gestalten könnte. Da ich Informatikingenieur bin, erklärte ich mich gerne bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Weil mir aber keine der Personen, die bereits Uganda-Erfahrung hatten, die aus meiner Sicht notwendigen technischen Detailinformationen zu Verfügung stellen konnte, sagte Michael Arns: "Komm mit nach Uganda, dort kannst Du Dir selbst einen Eindruck verschaffen." Also Entschloss ich mich, im Februar 2009 mitzureisen. Um dort nicht mit ganz leeren Händen anzukommen, hatte ich im Vorhinein einen Entwurf für die Website des Krankenhauses erstellt und auch via Mail mit dem Verwalter, Mr. Mayunga, so weit wie möglich abgesprochen. Außerdem hatte ich noch ein von Spendengeldern finanziertes Notebook, sowie einen Drucker im Reisegepäck. Die Geräte waren für die Lehrer der Schule bestimmt.
In Mutolore fühlte ich mich anfänglich etwas fehl am Platz. Als einziger der Mitreisenden hatte ich hier keine eigenen Patenkinder, mit denen die anderen von Anfang an intensiv beschäftigt waren. Als ich dann aber die Lehrer der Primary School St. Georg an den neuen Computer heranführen durfte, und mit Mr. Mayunga das Konzept der Website diskutieren konnte, fühlte ich mich in meinem Element.

Das Schulgebäude ist gesäumt von Schildern mit Merksprüchen.
Für die Lehrer der Primary School St. Georg veranstaltete ich eine Einführung zum grundsätzlichen Umgang mit dem mitgerbrachten Notebook. Hierbei stellte ich fest, dass im Umgang mit dieser Technologie im Lehrerkollegium nur ein Basis-Knowhow vorhanden war. Keiner der Lehrer hatte bisher Zugang zu einem Computer gehabt, noch hätte man sich einen leisten können. Umso größer waren Freude und Neugier ansichts der Gelegenheit, vertiefte Erfahrungen sammeln zu können.
In der Fragestellung, für die Schule nach der Möglichkeit eines Internetzugangs zu schauen, stellte sich heraus, dass es in der Gegend um Kisoro grundsätzlich ohne Probleme möglich ist, eine Internetanbindung zu bekommen. Im Einzelnen bedeutet das, zuerst ein Telefon mit Funkantenne zu erwerben (Kostenpunkt umgerechnet ca. 190 Euro). Die monatlichen Kosten für einen Flatrate-Anschluss liegen bei ca. 40 Euro. Der Zugang ins Telefonnetz und zum Internet wird über eine Funkverbindung hergestellt, die eine maximale Datenübertragungsrate von 256 Kbit zulässt. Der Seitenaufbau kann sich dadurch, je nach Inhalt, bis zu fünf Minuten hinziehen. Als Alternative wird eine Direktverbindung über Sattelit angeboten. Der hiermit verbundene Vorteil einer Bandbreite von ca. 1000 Kbit ist allerdings für die meisten zu teuer.
Am Ende meiner Einführung wurde das Notebook an die Schule übergeben. Hierbei gilt die Auflage, dass dafür zu sorgen ist, dass bis spätestens Oktober diesen Jahres ein einfacher Internetzugang eingerichtet wird.

Der Eingang zur Schule
Neben diesen technischen Aktivitäten habe ich durch direkte Kontakte zu den Kindern und Erwachsenen vor Ort viele sehr intensive Eindrücke sammeln können. Sehr berührt hat mich, dass es dem größten Teil der Bevölkerung sehr schlecht geht. Sie leben in sehr einfachen Verhältnissen. Speziell die so zahlreichen Waisenkinder in der Gegend sind so schlecht dran, dass viele täglich um das nackte Überleben kämpfen müssen. Vor dem Hintergrund dieser wunderschönen Landschaft und dem großenteils angenehmen Klima ist das sehr befremdlich.
Spannend wiederum fand ich, die Verhandlungen des Vereins mit dem Gemeinderat von Mutolere mit unterstützen zu können. Hier wurden die Rahmenbedingungen für das nächste Projekt, den Aufbau eines polytechnischen Institutes, abgesprochen und in einem gemeinsam unterzeichneten "Memorandum of Understanding" festgehalten. Im ersten Schritt soll auf dem von der Gemeinde bereitgestellten Gelände eine Lehrschreinerei entstehen. Bereits mit dem Ende des aktuellen Schuljahres sollen hier bis zu fünfzig Jugendliche aus der Primary School eine Alternative zu der weiterführenden Ausbildung an der Secondary School finden können. In den folgenden Jahren sollen weitere Lehrwerkstätten für Schneiderei, Schlosserei, Elektrotechnik etc. hinzukommen. Das Projekt spricht mich persönlich sehr an, da ich selbst einen Lehrberuf erlernt habe. Die gewonnenen Grundfertigkeiten kamen mir in verschiedenen Lebenssituationen vorteilhaft zustatten. Ich möchte mich weiterhin unterstützend beteiligen.
(Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung von MIteinander für Uganda e.v.)
(GW)
Online-Flyer Nr. 207 vom 22.07.2009
Hilfe für Uganda kommt von einem deutschen Verein
Menschlichkeit und neue Technik
Von Christian Selle
Durch meinen engen Kontakt zu Michael und Marliese Arns habe ich die Aktivitäten des Vereins "Miteinander für Uganda e.V." über einen längeren Zeitraum mit großem Interesse verfolgt. Da ich wiederholt mein Interesse bekundet habe, hier einen Beitrag leisten zu wollen, wurde ich im Herbst von Marliese Arns angesprochen, ob ich nicht die Primary School St. Georg in Mutolore mit einem Internetzugang unterstützen und darüber hinaus für das dortige Krankenhaus einen Internetauftritt gestalten könnte. Da ich Informatikingenieur bin, erklärte ich mich gerne bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Weil mir aber keine der Personen, die bereits Uganda-Erfahrung hatten, die aus meiner Sicht notwendigen technischen Detailinformationen zu Verfügung stellen konnte, sagte Michael Arns: "Komm mit nach Uganda, dort kannst Du Dir selbst einen Eindruck verschaffen." Also Entschloss ich mich, im Februar 2009 mitzureisen. Um dort nicht mit ganz leeren Händen anzukommen, hatte ich im Vorhinein einen Entwurf für die Website des Krankenhauses erstellt und auch via Mail mit dem Verwalter, Mr. Mayunga, so weit wie möglich abgesprochen. Außerdem hatte ich noch ein von Spendengeldern finanziertes Notebook, sowie einen Drucker im Reisegepäck. Die Geräte waren für die Lehrer der Schule bestimmt.
In Mutolore fühlte ich mich anfänglich etwas fehl am Platz. Als einziger der Mitreisenden hatte ich hier keine eigenen Patenkinder, mit denen die anderen von Anfang an intensiv beschäftigt waren. Als ich dann aber die Lehrer der Primary School St. Georg an den neuen Computer heranführen durfte, und mit Mr. Mayunga das Konzept der Website diskutieren konnte, fühlte ich mich in meinem Element.
Das Schulgebäude ist gesäumt von Schildern mit Merksprüchen.
Für die Lehrer der Primary School St. Georg veranstaltete ich eine Einführung zum grundsätzlichen Umgang mit dem mitgerbrachten Notebook. Hierbei stellte ich fest, dass im Umgang mit dieser Technologie im Lehrerkollegium nur ein Basis-Knowhow vorhanden war. Keiner der Lehrer hatte bisher Zugang zu einem Computer gehabt, noch hätte man sich einen leisten können. Umso größer waren Freude und Neugier ansichts der Gelegenheit, vertiefte Erfahrungen sammeln zu können.
In der Fragestellung, für die Schule nach der Möglichkeit eines Internetzugangs zu schauen, stellte sich heraus, dass es in der Gegend um Kisoro grundsätzlich ohne Probleme möglich ist, eine Internetanbindung zu bekommen. Im Einzelnen bedeutet das, zuerst ein Telefon mit Funkantenne zu erwerben (Kostenpunkt umgerechnet ca. 190 Euro). Die monatlichen Kosten für einen Flatrate-Anschluss liegen bei ca. 40 Euro. Der Zugang ins Telefonnetz und zum Internet wird über eine Funkverbindung hergestellt, die eine maximale Datenübertragungsrate von 256 Kbit zulässt. Der Seitenaufbau kann sich dadurch, je nach Inhalt, bis zu fünf Minuten hinziehen. Als Alternative wird eine Direktverbindung über Sattelit angeboten. Der hiermit verbundene Vorteil einer Bandbreite von ca. 1000 Kbit ist allerdings für die meisten zu teuer.
Am Ende meiner Einführung wurde das Notebook an die Schule übergeben. Hierbei gilt die Auflage, dass dafür zu sorgen ist, dass bis spätestens Oktober diesen Jahres ein einfacher Internetzugang eingerichtet wird.
Der Eingang zur Schule
Neben diesen technischen Aktivitäten habe ich durch direkte Kontakte zu den Kindern und Erwachsenen vor Ort viele sehr intensive Eindrücke sammeln können. Sehr berührt hat mich, dass es dem größten Teil der Bevölkerung sehr schlecht geht. Sie leben in sehr einfachen Verhältnissen. Speziell die so zahlreichen Waisenkinder in der Gegend sind so schlecht dran, dass viele täglich um das nackte Überleben kämpfen müssen. Vor dem Hintergrund dieser wunderschönen Landschaft und dem großenteils angenehmen Klima ist das sehr befremdlich.
Spannend wiederum fand ich, die Verhandlungen des Vereins mit dem Gemeinderat von Mutolere mit unterstützen zu können. Hier wurden die Rahmenbedingungen für das nächste Projekt, den Aufbau eines polytechnischen Institutes, abgesprochen und in einem gemeinsam unterzeichneten "Memorandum of Understanding" festgehalten. Im ersten Schritt soll auf dem von der Gemeinde bereitgestellten Gelände eine Lehrschreinerei entstehen. Bereits mit dem Ende des aktuellen Schuljahres sollen hier bis zu fünfzig Jugendliche aus der Primary School eine Alternative zu der weiterführenden Ausbildung an der Secondary School finden können. In den folgenden Jahren sollen weitere Lehrwerkstätten für Schneiderei, Schlosserei, Elektrotechnik etc. hinzukommen. Das Projekt spricht mich persönlich sehr an, da ich selbst einen Lehrberuf erlernt habe. Die gewonnenen Grundfertigkeiten kamen mir in verschiedenen Lebenssituationen vorteilhaft zustatten. Ich möchte mich weiterhin unterstützend beteiligen.
(Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung von MIteinander für Uganda e.v.)
(GW)
Online-Flyer Nr. 207 vom 22.07.2009














