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Wirtschaft und Umwelt
Sympathieplakat zum Erntedankfest und Brief an EU-Lebensmittelbehörde
"Keine Import-Genehmigung für Gen-Reis von BAYER!"
Von Philipp Mimkes und Peter Kleinert
Der BAYER-Konzern hatte im Jahr 2003 bei der EU eine Import-Zulassung für Reis der Sorte LL 62 beantragt. Die Sorte ist resistent gegen das von BAYER produzierte Herbizid Liberty Link mit dem Wirkstoff Glufosinat. Ende August war bekannt geworden, dass in den USA eine ebenfalls gegen Glufosinat resistente Reis-Sorte in den Handel gelangt war. Der Langkorn-Reis mit der Bezeichung LL 601 ist nirgendwo auf der Welt zum Verzehr zugelassen, die gesundheitlichen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher sind unbekannt. Recherchen von Greenpeace deckten Anfang der Woche auf, dass auch in Deutschland Kontaminationen mit LL 601-Reis auftraten, unter anderem in Produkten des Discounters Aldi. Die NRhZ berichtete darüber.
Nach Auffassung der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) bestätigt der Fall alle Befürchtungen. "Eine gentechnisch veränderte Reis-Sorte landet im Handel, ohne dass die gesundheitlichen Risiken bekannt wären oder eine Genehmigung erteilt wäre. Dies muss Konsequenzen für die Zulassung von Gen-Reis in der EU haben". Insgesamt neun EU-Mitgliedsstaaten hatten Bedenken gegen Liberty Link-Reis geäußert, weswegen die EFSA bis heute keine Zulassung erteilt hat. Die CBG fordert die Bundesregierung auf, sich bei der EFSA gegen eine Importgenehmigung von LL 62-Reis stark zu machen.
Millionen Bauern vor allem im Süden bedroht
Neben den Risiken für die Konsumenten stehen bei der Zulassung von Gen-Reis die Auswirkungen in den Anbau-Ländern, vornehmlich in Asien, im Blickpunkt. CBG: "Millionen Bauern in den Ländern des Südens, die bislang durch Tausch und Eigenzüchtungen ihr Saatgut selbst produzieren, drohen in Abhängigkeit von multinationalen Konzernen zu geraten - die Verwendung ihrer Ernte als Saatgut wäre wegen des Patentschutzes künftig verboten. Durch den bereits in der "grünen Revolution" beobachteten Konzentrationsprozess würden Millionen Landwirte ihre Existenz verlieren und in die Elendsgebiete rund um die Metropolen abwandern. Zudem würden durch Auskreuzungen einheimische Sorten verdrängt - mit dramatischen Konsequenzen für die Biodiversität und die weltweite Ernährungssicherheit."
"Aktion 3.Welt Saar" zum Erntedankfest
"Gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel sind unsere Zukunft". Unter diesem Motto bietet die "Aktion 3.Welt Saar" zum Erntedankfest 2006 am 1.Oktober ein Sympathieplakat an. "Ernten können und satt werden sind weltweit keine Selbstverständlichkeit", so Roland Röder, Geschäftsführer der "Aktion 3. Welt Saar". Dafür gebühre Bauern und Bäuerinnen - mehr als bisher - Beachtung und Gerechtigkeit. "Es ist ein von Menschenhand gemachter Skandal, dass Menschen verhungern, obwohl genügend Nahrungsmittel vorhanden sind", so Röder. "Der Grund liegt in der ungleichen Verteilung der Nahrungsmittel. Reichtum, Armut und Hunger sind nicht gottgegeben, sondern werden von Menschenhand verantwortet. Trotz ihrer Heilsversprechen kann auch die Agro-Gentechnik daran nichts ändern. Im Gegenteil: Neben den gesundheitlichen Risiken für Konsumenten in der 1. Welt verdrängt gentechnisch verändertes Saatgut traditionelle Sorten in der 3. Welt. In der Folge geraten dort Bauern in immer stärkere Abhängigkeit von multinationalen Saatgutkonzernen und verlieren ihre Existenz."
Mit dem Sympathieplakat, das unter anderem von Misereor, Brot für die Welt und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) mit herausgegeben wird, wirbt die "Aktion 3.Welt Saar" auch für den freien Zugang zu gentechnikfreiem Saatgut und den gebührenfreien Nachbau von bereits bezahltem Saatgut. Ein sinnvoller Weg ist für die "Aktion 3.Welt Saar" neben der regionalen Selbstvermarktung, sich für faire Preise bei landwirtschaftlichen Produkten hier und in der 3. Welt einzusetzen. Die regionale Selbstvermarktung sei alleine sicherlich kein Heilmittel. Sie bedeute aber mit ihren kürzeren Transportwegen und dem realisierten Anspruch "Klasse statt Masse" einen Schritt in die richtige Richtung. Letztlich sei eine Koalition der Vernunft von Bauern und Verbrauchern gefordert, die auf Qualität setzt und der Koalition der Billiganbieter und Schnäppchenjäger entgegentritt.

Das Sympathieplakat wird kostenlos gegen Rückporto abgegeben: "Aktion 3.Welt Saar", Weiskirchener Str. 24, 66679 Losheim am See, Telefon 06872 / 9930-56, E-Mail:a3wsaar@t-online.de; www.a3wsaar.de. Das Plakat ist auch im Weltladen der Organisation erhältlich.
Online-Flyer Nr. 62 vom 19.09.2006
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Wirtschaft und Umwelt
Sympathieplakat zum Erntedankfest und Brief an EU-Lebensmittelbehörde
"Keine Import-Genehmigung für Gen-Reis von BAYER!"
Von Philipp Mimkes und Peter Kleinert
Der BAYER-Konzern hatte im Jahr 2003 bei der EU eine Import-Zulassung für Reis der Sorte LL 62 beantragt. Die Sorte ist resistent gegen das von BAYER produzierte Herbizid Liberty Link mit dem Wirkstoff Glufosinat. Ende August war bekannt geworden, dass in den USA eine ebenfalls gegen Glufosinat resistente Reis-Sorte in den Handel gelangt war. Der Langkorn-Reis mit der Bezeichung LL 601 ist nirgendwo auf der Welt zum Verzehr zugelassen, die gesundheitlichen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher sind unbekannt. Recherchen von Greenpeace deckten Anfang der Woche auf, dass auch in Deutschland Kontaminationen mit LL 601-Reis auftraten, unter anderem in Produkten des Discounters Aldi. Die NRhZ berichtete darüber.
Nach Auffassung der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) bestätigt der Fall alle Befürchtungen. "Eine gentechnisch veränderte Reis-Sorte landet im Handel, ohne dass die gesundheitlichen Risiken bekannt wären oder eine Genehmigung erteilt wäre. Dies muss Konsequenzen für die Zulassung von Gen-Reis in der EU haben". Insgesamt neun EU-Mitgliedsstaaten hatten Bedenken gegen Liberty Link-Reis geäußert, weswegen die EFSA bis heute keine Zulassung erteilt hat. Die CBG fordert die Bundesregierung auf, sich bei der EFSA gegen eine Importgenehmigung von LL 62-Reis stark zu machen.
Millionen Bauern vor allem im Süden bedroht
Neben den Risiken für die Konsumenten stehen bei der Zulassung von Gen-Reis die Auswirkungen in den Anbau-Ländern, vornehmlich in Asien, im Blickpunkt. CBG: "Millionen Bauern in den Ländern des Südens, die bislang durch Tausch und Eigenzüchtungen ihr Saatgut selbst produzieren, drohen in Abhängigkeit von multinationalen Konzernen zu geraten - die Verwendung ihrer Ernte als Saatgut wäre wegen des Patentschutzes künftig verboten. Durch den bereits in der "grünen Revolution" beobachteten Konzentrationsprozess würden Millionen Landwirte ihre Existenz verlieren und in die Elendsgebiete rund um die Metropolen abwandern. Zudem würden durch Auskreuzungen einheimische Sorten verdrängt - mit dramatischen Konsequenzen für die Biodiversität und die weltweite Ernährungssicherheit."
"Aktion 3.Welt Saar" zum Erntedankfest
"Gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel sind unsere Zukunft". Unter diesem Motto bietet die "Aktion 3.Welt Saar" zum Erntedankfest 2006 am 1.Oktober ein Sympathieplakat an. "Ernten können und satt werden sind weltweit keine Selbstverständlichkeit", so Roland Röder, Geschäftsführer der "Aktion 3. Welt Saar". Dafür gebühre Bauern und Bäuerinnen - mehr als bisher - Beachtung und Gerechtigkeit. "Es ist ein von Menschenhand gemachter Skandal, dass Menschen verhungern, obwohl genügend Nahrungsmittel vorhanden sind", so Röder. "Der Grund liegt in der ungleichen Verteilung der Nahrungsmittel. Reichtum, Armut und Hunger sind nicht gottgegeben, sondern werden von Menschenhand verantwortet. Trotz ihrer Heilsversprechen kann auch die Agro-Gentechnik daran nichts ändern. Im Gegenteil: Neben den gesundheitlichen Risiken für Konsumenten in der 1. Welt verdrängt gentechnisch verändertes Saatgut traditionelle Sorten in der 3. Welt. In der Folge geraten dort Bauern in immer stärkere Abhängigkeit von multinationalen Saatgutkonzernen und verlieren ihre Existenz."
Mit dem Sympathieplakat, das unter anderem von Misereor, Brot für die Welt und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) mit herausgegeben wird, wirbt die "Aktion 3.Welt Saar" auch für den freien Zugang zu gentechnikfreiem Saatgut und den gebührenfreien Nachbau von bereits bezahltem Saatgut. Ein sinnvoller Weg ist für die "Aktion 3.Welt Saar" neben der regionalen Selbstvermarktung, sich für faire Preise bei landwirtschaftlichen Produkten hier und in der 3. Welt einzusetzen. Die regionale Selbstvermarktung sei alleine sicherlich kein Heilmittel. Sie bedeute aber mit ihren kürzeren Transportwegen und dem realisierten Anspruch "Klasse statt Masse" einen Schritt in die richtige Richtung. Letztlich sei eine Koalition der Vernunft von Bauern und Verbrauchern gefordert, die auf Qualität setzt und der Koalition der Billiganbieter und Schnäppchenjäger entgegentritt.

Das Sympathieplakat wird kostenlos gegen Rückporto abgegeben: "Aktion 3.Welt Saar", Weiskirchener Str. 24, 66679 Losheim am See, Telefon 06872 / 9930-56, E-Mail:a3wsaar@t-online.de; www.a3wsaar.de. Das Plakat ist auch im Weltladen der Organisation erhältlich.
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