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Inland
AnhängerInnen des Präsidentschaftskandidaten Andrés Manuel López Obrador
Mexiko-Demo in Berlin
Von Felipe Basta
Zu ihrer grossen Überraschung waren vor Ort nicht nur Berliner Polizisten, sondern auch das Landeskriminalamt, um angeblich die Sicherheitsmassnahmen in der Botschaft zu erhöhen. Dabei bestand die Kundgebung aus höchstens 30 Personen. Polizei und LKA forderten einige Demonstrationsteilnehmer sogar auf, ihre persönlichen Sachen (Taschen, Rucksäcke) zur Kontrolle zu öffnen. Ein Rechtsanwalt wies später darauf hin, dass bei Demonstrationen im Freien solche Kontrollen ohne eine spezielle Genehmigung nicht erlaubt sind. Also handelte es sich wohl um einen speziellen Willkommensgruß von Seiten der Botschaft.

"Effektive Wahlstimme, keine [Präsidenten-] Aufzwingung!"
Foto: Basta
In der Demonstration herrschte die gleiche Atmosphäre wie beim seit der Wahl andauernden "Friedlichen Zivilen Widerstand" in Mexiko: ein kleines Zelt wurde aufgeschlagen, zwei grosse Plakate mit der Inschrift: "¡Sufragio efectivo, no imposición!" (Deutsch etwa: "Effektive Wahlstimme, keine [Präsidenten] Aufzwingung") und "¡Fox, traidor a la Democracia!" ("Fox, Verräter der Demokratie!") wurden aufgehängt. Zusätzlich war zum Thema Demokratie die Installation eines mexikanischen bildenden Künstlers geplant. Die konnte aber wegen des starken Windes nicht aufgestellt werden.
Ziel der Demonstration war vor allem, Flugblätter mit Informationen über den lange vorbereiteten Wahlbetrug zu verteilen. (Die NRhZ berichtete darüber) Ausserdem wurde in den Flugblättern auf zusätzliche Internetadressen von detaillierten und wissenschaftliche Studien, die den Wahlbetrug in Mexiko belegen, hingewiesen. In der mexikanischen Botschaft wurde gleichzeitig der Nationalfeiertag der Unabhängigkeit gefeiert. Zur angenehmen Überraschung der DemonstrantInnen waren deshalb Botschafter aus verschiedenen Länder Lateinamerikas anwesend. Einige von ihnen gingen zu den Demonstranten, ließen sich auf ein Gespräch ein und nahmen freundlich Flugblätter in Empfan
Die MitarbeiterInnen der Botschaft selbst beobachteten die Demonstration eher skeptisch bis ablehnend. Sie erlaubten weder den Zutritt zum Gebäude der Botschaft, begründeten dies mit der Anwesenheit so "wichtiger Leute" wie der fremden Botschafter und geladener vornehmer Gäste, denen man die Kundgebung nicht zumuten könne. Gefragt wurde, ob die Demonstranten tatsächlich glaubten, es hätte einen Wahlbetrug gegeben. Im nachhinein erfuhren sie, dass der Botschafter ihre Demonstration vor dem Gebäude mit großem Ärger aufgenommen hatte. Sie selbst sahen darin kein gutes Zeichen, zumal zur Zeit in Mexiko alle Meinungen ausgedrückt und gehört werden sollten. Immerhin nahm die Koordinatorin der Botschaftsfeier am Ende ein paar Flugblätter an - vielleicht ein etwas verspätetes Zeichen der Versöhnung. Eine mexikanische Frau, die sich unter den geladenen Gästen der Botschaft befand sagte: "Danke dafür, dass ihr nicht schweigt. Nur auf diesem Weg wird es möglich sein, die Veränderungen durchzuführen, die Mexiko so dringend braucht."
Online-Flyer Nr. 62 vom 19.09.2006
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AnhängerInnen des Präsidentschaftskandidaten Andrés Manuel López Obrador
Mexiko-Demo in Berlin
Von Felipe Basta
Zu ihrer grossen Überraschung waren vor Ort nicht nur Berliner Polizisten, sondern auch das Landeskriminalamt, um angeblich die Sicherheitsmassnahmen in der Botschaft zu erhöhen. Dabei bestand die Kundgebung aus höchstens 30 Personen. Polizei und LKA forderten einige Demonstrationsteilnehmer sogar auf, ihre persönlichen Sachen (Taschen, Rucksäcke) zur Kontrolle zu öffnen. Ein Rechtsanwalt wies später darauf hin, dass bei Demonstrationen im Freien solche Kontrollen ohne eine spezielle Genehmigung nicht erlaubt sind. Also handelte es sich wohl um einen speziellen Willkommensgruß von Seiten der Botschaft.
"Effektive Wahlstimme, keine [Präsidenten-] Aufzwingung!"
Foto: Basta
In der Demonstration herrschte die gleiche Atmosphäre wie beim seit der Wahl andauernden "Friedlichen Zivilen Widerstand" in Mexiko: ein kleines Zelt wurde aufgeschlagen, zwei grosse Plakate mit der Inschrift: "¡Sufragio efectivo, no imposición!" (Deutsch etwa: "Effektive Wahlstimme, keine [Präsidenten] Aufzwingung") und "¡Fox, traidor a la Democracia!" ("Fox, Verräter der Demokratie!") wurden aufgehängt. Zusätzlich war zum Thema Demokratie die Installation eines mexikanischen bildenden Künstlers geplant. Die konnte aber wegen des starken Windes nicht aufgestellt werden.
Ziel der Demonstration war vor allem, Flugblätter mit Informationen über den lange vorbereiteten Wahlbetrug zu verteilen. (Die NRhZ berichtete darüber) Ausserdem wurde in den Flugblättern auf zusätzliche Internetadressen von detaillierten und wissenschaftliche Studien, die den Wahlbetrug in Mexiko belegen, hingewiesen. In der mexikanischen Botschaft wurde gleichzeitig der Nationalfeiertag der Unabhängigkeit gefeiert. Zur angenehmen Überraschung der DemonstrantInnen waren deshalb Botschafter aus verschiedenen Länder Lateinamerikas anwesend. Einige von ihnen gingen zu den Demonstranten, ließen sich auf ein Gespräch ein und nahmen freundlich Flugblätter in Empfan
Die MitarbeiterInnen der Botschaft selbst beobachteten die Demonstration eher skeptisch bis ablehnend. Sie erlaubten weder den Zutritt zum Gebäude der Botschaft, begründeten dies mit der Anwesenheit so "wichtiger Leute" wie der fremden Botschafter und geladener vornehmer Gäste, denen man die Kundgebung nicht zumuten könne. Gefragt wurde, ob die Demonstranten tatsächlich glaubten, es hätte einen Wahlbetrug gegeben. Im nachhinein erfuhren sie, dass der Botschafter ihre Demonstration vor dem Gebäude mit großem Ärger aufgenommen hatte. Sie selbst sahen darin kein gutes Zeichen, zumal zur Zeit in Mexiko alle Meinungen ausgedrückt und gehört werden sollten. Immerhin nahm die Koordinatorin der Botschaftsfeier am Ende ein paar Flugblätter an - vielleicht ein etwas verspätetes Zeichen der Versöhnung. Eine mexikanische Frau, die sich unter den geladenen Gästen der Botschaft befand sagte: "Danke dafür, dass ihr nicht schweigt. Nur auf diesem Weg wird es möglich sein, die Veränderungen durchzuführen, die Mexiko so dringend braucht."
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