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Wirtschaft und Umwelt
Bürgerforum "Zukunft statt Braunkohle" in Pulheim
Klimaschutzexperten fordern Energiewende
Von Hildegard Miensopust
Dabei gebe es heute längst Alternativen, stellen die Autoren des Manifests klar. Auch ohne Atomkraft und Kohlestrom könnten die Energieversorgung dauerhaft gesichert und zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen werden. Alle Planungen zum Bau neuer Braunkohlekraftwerke müssten daher beendet und die Braunkohlegewinnung gestoppt werden. Stattdessen sollten die Chancen einer zukunftsfähigen Energieerzeugung ohne Braunkohle konsequent genutzt werden.

Während Merkel und Rüttgers den Grundstein für ein neues Kraftwerk legen...
Foto: BUND
Ingesamt 450 Teilnehmer waren der Einladung des Aktionsbündnisses "Zukunft statt Braunkohle" nach Pulheim gefolgt. Neben dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Greenpeace und EUROSOLAR gehören dem Aktionsbündnis alle großen deutschen Umweltverbände (u.a. NABU, Robin Wood, Grüne Liga) sowie zahlreiche lokale Bürgerinitiativen an. Das Aktionsbündnis repräsentiert etwa 2 Millionen Mitglieder und Förderer. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat der international bekannte Bestseller-Autor Frank Schätzing ("Der Schwarm") übernommen. Schätzing hat seine Jugend in Hürth verbracht und weiß, was es heißt, nahe an einem Braunkohlekraftwerk zu leben. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er zwar nicht nach Pulheim kommen, ließ aber ein Grußwort verlesen. Sein Fazit: Es gehe "um nicht weniger als die Rettung unserer natürlichen Lebensgrundlagen".
Zu den Erstunterzeichnern des Pulheimer Manifests gehört auch der renommierte Publizist Dr. Franz Alt, bekannt geworden als engagierter Chef des ARD-Magazins REPORT Baden-Baden. Alt forderte auf dem Bürgerforum eine 100prozentige Energiewende weg von der Braunkohle und hin zu Erneuerbaren Energien. Dr. Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR und Träger des Alternativen Nobelpreises, zeigte in seinem Referat den Weg vom Kohle- ins Solarzeitalter auf. Wie ein zukunftsfähiger Energiemix für Nordrhein-Westfalen aussehen könnte, skizzierte der Vizepräsident des Wuppertal Instituts Dr.-Ing. Manfred Fischedick, während Dr. Stefan Hagemann vom Max Planck Institut für Meteorologie Hamburg die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels auf Deutschland darlegte.

...demonstrieren am 23. August in Neurath Bürger gegen Braunkohle
Foto: BUND
Weitere Foren zu den Themen Umsiedlung, Feinstaub aus Tagebauen, Sackgasse CO2-Speicherung sowie zu den lokalen Handlungsmöglichkeiten für eine Energieversorgung ohne Braunkohle rundeten das Programm ab. Eins der Highlights des vielfältigen Rahmenprogramms war der Auftritt des Kabarettisten Jürgen Becker, der zunächst als Moderator der Kölner Stunksitzung bekannt geworden war.
Das Aktionsbündnis "Zukunft statt Braunkohle" sieht sich durch die Veranstaltung in seinem Widerstand gegen den Klimakiller Braunkohle gestärkt. Die Umweltschützer wollen jetzt auch ihre Bemühungen zur Stärkung der Bürgerrechte gegen Tagebaue verstärken. Dazu müsse das "anachronistische und undemokratische Bergrecht" grundlegend entrümpelt und reformiert werden.

Künstlerin Inge Broska - Widerstand gegen Tagebau Garzweiler II in Otzenrath
Foto: Sebastian Wilke
Übrigens: Dem Haus M.DuMont Schauberg war die Veranstaltung trotz Unterstützer-"Prominenz", 450 Teilnehmern und so oder so möglichen Auswirkungen auf das ganze Verbreitungsgebiet grad mal einen Artikel in der Rhein-Erft-Ausgabe wert. Und der wurde - Glück gehabt Kollegen! - ausführlich mit einer Demo von RWE-eigenen Arbeitern, angeführt vom Betriebsratsvorsitzenden persönlich, gegen die Veranstaltung eröffnet. Das Motto, um die KStA-Leser auch richtig auf den Veranstaltungsbericht einzustimmen, hatten die RWE-ler "auf einem der Transparente" stehen: "Moderne Kraftwerke - bester Umweltschutz". Frau Merkel und Herr Rüttgers wurden in dieser Demo allerdings nicht gesichtet. Von denen handelt ein weiterer Artikel über die Einladung zum Bürgerforum an den ehemaligen Pulheimer Beigeordneten für Umweltschutz und heutigen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und darüber, wie Rüttgers darauf reagierte: "Eine Lebenslüge".
Weitere Infos: Pulheimer Manifest
Online-Flyer Nr. 63 vom 26.09.2006
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Wirtschaft und Umwelt
Bürgerforum "Zukunft statt Braunkohle" in Pulheim
Klimaschutzexperten fordern Energiewende
Von Hildegard Miensopust
Dabei gebe es heute längst Alternativen, stellen die Autoren des Manifests klar. Auch ohne Atomkraft und Kohlestrom könnten die Energieversorgung dauerhaft gesichert und zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen werden. Alle Planungen zum Bau neuer Braunkohlekraftwerke müssten daher beendet und die Braunkohlegewinnung gestoppt werden. Stattdessen sollten die Chancen einer zukunftsfähigen Energieerzeugung ohne Braunkohle konsequent genutzt werden.

Während Merkel und Rüttgers den Grundstein für ein neues Kraftwerk legen...
Foto: BUND
Ingesamt 450 Teilnehmer waren der Einladung des Aktionsbündnisses "Zukunft statt Braunkohle" nach Pulheim gefolgt. Neben dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Greenpeace und EUROSOLAR gehören dem Aktionsbündnis alle großen deutschen Umweltverbände (u.a. NABU, Robin Wood, Grüne Liga) sowie zahlreiche lokale Bürgerinitiativen an. Das Aktionsbündnis repräsentiert etwa 2 Millionen Mitglieder und Förderer. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat der international bekannte Bestseller-Autor Frank Schätzing ("Der Schwarm") übernommen. Schätzing hat seine Jugend in Hürth verbracht und weiß, was es heißt, nahe an einem Braunkohlekraftwerk zu leben. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er zwar nicht nach Pulheim kommen, ließ aber ein Grußwort verlesen. Sein Fazit: Es gehe "um nicht weniger als die Rettung unserer natürlichen Lebensgrundlagen".
Zu den Erstunterzeichnern des Pulheimer Manifests gehört auch der renommierte Publizist Dr. Franz Alt, bekannt geworden als engagierter Chef des ARD-Magazins REPORT Baden-Baden. Alt forderte auf dem Bürgerforum eine 100prozentige Energiewende weg von der Braunkohle und hin zu Erneuerbaren Energien. Dr. Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR und Träger des Alternativen Nobelpreises, zeigte in seinem Referat den Weg vom Kohle- ins Solarzeitalter auf. Wie ein zukunftsfähiger Energiemix für Nordrhein-Westfalen aussehen könnte, skizzierte der Vizepräsident des Wuppertal Instituts Dr.-Ing. Manfred Fischedick, während Dr. Stefan Hagemann vom Max Planck Institut für Meteorologie Hamburg die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels auf Deutschland darlegte.

...demonstrieren am 23. August in Neurath Bürger gegen Braunkohle
Foto: BUND
Weitere Foren zu den Themen Umsiedlung, Feinstaub aus Tagebauen, Sackgasse CO2-Speicherung sowie zu den lokalen Handlungsmöglichkeiten für eine Energieversorgung ohne Braunkohle rundeten das Programm ab. Eins der Highlights des vielfältigen Rahmenprogramms war der Auftritt des Kabarettisten Jürgen Becker, der zunächst als Moderator der Kölner Stunksitzung bekannt geworden war.
Das Aktionsbündnis "Zukunft statt Braunkohle" sieht sich durch die Veranstaltung in seinem Widerstand gegen den Klimakiller Braunkohle gestärkt. Die Umweltschützer wollen jetzt auch ihre Bemühungen zur Stärkung der Bürgerrechte gegen Tagebaue verstärken. Dazu müsse das "anachronistische und undemokratische Bergrecht" grundlegend entrümpelt und reformiert werden.

Künstlerin Inge Broska - Widerstand gegen Tagebau Garzweiler II in Otzenrath
Foto: Sebastian Wilke
Übrigens: Dem Haus M.DuMont Schauberg war die Veranstaltung trotz Unterstützer-"Prominenz", 450 Teilnehmern und so oder so möglichen Auswirkungen auf das ganze Verbreitungsgebiet grad mal einen Artikel in der Rhein-Erft-Ausgabe wert. Und der wurde - Glück gehabt Kollegen! - ausführlich mit einer Demo von RWE-eigenen Arbeitern, angeführt vom Betriebsratsvorsitzenden persönlich, gegen die Veranstaltung eröffnet. Das Motto, um die KStA-Leser auch richtig auf den Veranstaltungsbericht einzustimmen, hatten die RWE-ler "auf einem der Transparente" stehen: "Moderne Kraftwerke - bester Umweltschutz". Frau Merkel und Herr Rüttgers wurden in dieser Demo allerdings nicht gesichtet. Von denen handelt ein weiterer Artikel über die Einladung zum Bürgerforum an den ehemaligen Pulheimer Beigeordneten für Umweltschutz und heutigen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und darüber, wie Rüttgers darauf reagierte: "Eine Lebenslüge".
Weitere Infos: Pulheimer Manifest
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