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Kultur und Wissen
Die kulinarische Ecke - alle 14 Tage - Folge 8
Fisch - Schätze aus drei Meeren
Von Erika Casparek-Türkkan

Fischstand beim Ägyptischen Basar in Istanbul
Blaubarsch, Makrele, Bonito und Hamsi, eine Sardellenart aus dem Schwarzen Meer, sowie Miesmuscheln, das sind die Favoriten im Winter. Seebrasse und Seebarsch, Meeräsche, Rotbarbe und Schwertfisch lässt man sich im Sommer schmecken. Jedes Meer beherbergt und bereichert die Tafeln mit lokalen Gattungen, abgesehen von den flossenbehafteten Wanderern, die sich für keines richtig entscheiden können. Sie pendeln zwischen Schwarzem Meer durch den Bosporus, weiter durch das Marmarameer und die Dardenellen ins Mittelmeer - oder umgekehrt. Und die Angler auf den Istanbuler Brücken warten auch schon auf die vorbeischwimmenden Passanten. Übrigens: durch den ständig zunehmenden Tourismus reichen die natürlichen Fänge auch in der Türkei längst nicht mehr aus. Und so finden sich teils in den malerischsten Buchten entlang der Ägäis und der Südküste nicht nur Sonnenhungrige und schicke Jachten, sondern zunehmend Fischfarmen.
Besonders beliebt sind in der türkischen Küche Fische vom Holzkohlengrill, die man sich mit Tomaten, roten Zwiebeln, Spitzpaprika und Rucola schmecken lässt. Gerne genießt man auch Fisch aus dem Backofen, in der Form mit Gemüse gegart oder in Pergamentpapier oder Alufolie oder in Weinblätter eingewickelt - und so zart gedünstet. Muscheln, durch Teig gezogen und fritiert werden mit einer Nusssauce vor allem am Abend als Meze, als kleiner Snack, zum Beispiel in Istanbuls Vergnügungsviertel in der Cicek Pasaji, der Blumenpassage im Stadtteil Beyoglu angeboten und zu Raki verzehrt. Doch trinkt man dazu auch gerne einen trockenen türkischen Weißwein aus Thrakien oder von der ägäischen Küste. Tipp für Besucher der Südküste: Fangfrischen Fisch beim Händler kaufen und ein paar Schritte weiter für eine kleine Summe gleich auf dem Grill oder in der Pfanne zubereiten lassen. Diesen Service bieten neuerdings Fischmärkte der Küstenstädte Fethiye und Antalya am Abend Besuchern an. Nicht nur einheimische Familien mit Kindern, sondern auch Türkeiurlauber sitzen an bereitgestellten Tischen und lassen sich die zubereiteten Meeresköstlichkeiten mit dazu serviertem knackigem Salat und frischem Fladenbrot schmecken. Raki, Wein oder Bier gibt´s natürlich auch dazu und tolle Stimmung bis weit in die Nacht.

Seebarsch mit Tomaten im Papier gegart
Seebarsch im Papier
Levrek, kagitta
Für 4 Personen:
4 Seebarschfilets von je 200 g, ersatzweise Rotbarsch
80 g Butter
8 Blätter Pergamentpapier (oder 4 Blätter extra starke Alufolie), 45 x 45 cm groß,
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 große Tomaten
1/2 Bund glatte Petersilie
4 Zweigspitzen Thymian
1 unbehandelte Zitrone
Zubereitung: ca. 20 Minuten + Garzeit
1 Den Backofen auf 180 Grad einschalten. Die Fischfilets kalt abspülen und mit Küchenpapier trocken tupfen. In 8 gleich große Portionen schneiden. 30 g Butter zerlassen. Je 2 Pergamentblätter aufeinander legen und die obere Seite mit Butter einpinseln.
2 Auf jedes Blätterpaar ein Fischstück legen, leicht mit Salz und Pfeffer bestreuen. Die Tomaten waschen und in insgesamt 8 Scheiben schneiden, dabei die Stielansätze herausschneiden. Je 2 Tomatenscheiben dachziegelartig auf die Fischstücke legen, leicht salzen und pfeffern und je ein zweites Fischstück auflegen.
3 Den Fisch wieder leicht mit Salz und Pfeffer bestreuen. Die restliche Butter in Flocken darauf legen. Die Petersilie waschen, trocken tupfen, auf jede Portion 2-3 Blätter legen. Die Zitrone waschen, in Scheiben schneiden, auf jede Portion eine Zitronenscheibe geben.
4 Das Papier über dem Fisch zusammen nehmen, zweimal einschlagen, die Seiten zu Spitzen zusammenfalten und nach innen falten, damit kein Saft auslaufen kann. Die Päckchen auf ein großes Blech legen und den Fisch in der Ofenmitte 30 Min. garen. Die Päckchen auf Teller legen und die Folie bei Tisch von der Mitte her auseinander ziehen.
Beilage: Dazu frisch aufgebackene Fladenbrotstreifen reichen.
Getränk: Trockener, fruchtiger Weißwein, z. B. einen Muskat von der Ägäis.

Rotbarben aus dem Ofen in der Form zubereitet
Rotbarben aus dem Ofen
Barbunya bugulamasi
Für 4 bis 6 Personen:
800 g möglichst gleichgroße küchenfertige Rotbarben,
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle,
60 g Butter, 4 mittelgroße Tomaten,
2 mittelgroße weiße Zwiebeln,
2-3 Basilikumblätter,
4 Lorbeerblätter, 1 Bund glatte Petersilie,
1 unbehandelte Zitrone,
1 großes Stück Alufolie zum Abdecken
Zubereitungszeit: 20 Minuten + Garzeit
1 Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Fische unter fließendem Wasser innen und außen abspülen und trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer bestreuen. Eine große Auflaufform mit 20 g Butter einpinseln und die Fische nebeneinander hineinlegen.
2 Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden, dabei die Stielansätze herausschneiden. Die Zwiebeln schälen und in dünne Ringe schneiden. Die Petersilie waschen und trocken tupfen. Die Blättchen grob hacken und über die Fische streuen. Alles mit Tomatenscheiben, Zwiebelringen und den Basilikumblättern bedecken, mit Salz und Pfeffer bestreuen. Die Zitrone in Scheiben schneiden und mit den Lorbeerblättern auf die Fische legen. Zuletzt die restliche Butter in Flöckchen darauf verteilen.
3 Die Auflaufform mit Folie abdecken und an den Rändern festdrücken. Die Form auf ein Rost in mittlere Backofenhöhe stellen und die Fische 30 Minuten garen. Dann die Hitze auf 200 Grad hoch schalten. Die Folie abnehmen und die Form noch 5 Minuten in den Ofen stellen. Die Rotbarben in der Form mit Fladenbrot servieren. Getränk: Ein trockener Rosé, z.B. ein Lal von Kavaklidere aus dem Hinterland der Ägäis oder ein französischer Rosé aus dem Anjou paßt gut dazu.

Muscheln mit Walnusssauce als kleiner Snack
Muscheln mit Walnusssauce
Taratorlu midye tavasi
Für 4 Personen:
100 g Walnusskerne,
2 Scheiben Weißbrot (80 g),
Saft von 1 Zitrone,
4 EL Walnussöl,
1 Knoblauchzehe,
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle,
1 1/2 kg frische Miesmuscheln,
6 EL Mehl, 1 EL Speisestärke, 1 Eigelb
1 Schuss helles Bier oder Mineralwasser mit Kohlensäure,
1 Salatherz, Sonnenblumenöl zum Ausbacken,
Holz- bzw. Saté-Spießchen, etwa 20 cm lang
Zubereitungszeit: 1 1/2 Stunde
1 Für die Sauce die Walnüsse im Blitzhacker fein zerkleinern. Vom Weißbrot dünn die Rinde abschneiden, das Brot in wenig Wasser einweichen, gut ausdrücken, mit Zitronensaft und Walnussöl zu den Walnüssen geben. Den Knoblauch schälen, durch die Knoblauchpresse dazu drücken. Alles gut verrühren und so viel Wasser zugießen, dass eine dicke Sauce entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
2 Die Muscheln gründlich säubern, offene Muscheln wegwerfen. 1/4 l gesalzenes Wasser in einem großen Topf aufkochen. Die Muscheln hineingeben und zugedeckt bei starker Hitze 5-7 Minuten dämpfen, dabei den Topf mehrmals rütteln. Die Muscheln abkühlen lassen, jetzt noch geschlossene Muscheln wegwerfen.
3 Das Muschelfleisch aus den Schalen lösen. Auf einen tiefen Teller 2 EL Mehl sieben und die ausgelösten Muscheln darin wälzen. Überschüssiges Mehl abschütteln. Aus dem restlichen Mehl, Speisestärke, Eigelb und Bier einen dünnflüssigen Teig rühren und leicht salzen. Je 3-4 Muscheln auf Holzspießchen stecken. Die größeren Salatblätter ablösen, waschen und das Wasser abschütteln. Die Blätter mit den Rundungen nach unten als kleine Schalen auf eine Platte legen und in jedes etwas Walnusssauce füllen.
4 Sonnenblumenöl in einer tiefen Pfanne erhitzen, bis an einem hineingesteckten hölzernen Zahnstocher kleine Bläschen aufsteigen. Die Holzspießchen mit den Muscheln durch den Teig ziehen, so dass sie rundum davon überzogen sind und in Öl schwimmend in 2-4 Minuten goldgelb ausbacken, auf Küchenpapier entfetten. Die Spießchen zu den Salatblätter mit Sauce legen und sofort servieren.
Getränk: Mit Wasser verdünnter Raki oder ein trockener Weißwein, z. B. ein Villa Doluca oder Kavaklidere.

Forellen mit Gemüse köstlich aus dem Backofen
Fotos: Erika Casparek-Türkkan
Forellen mit Gemüse aus dem Ofen
Firinda alabalik
Für 4 Personen:
8 EL Olivenöl, 4 küchenfertige Forellen,
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle,
4 kleine Zweige Thymian,
4 Bund Frühlingszwiebeln,
4 Tomaten, 8 milde oder scharfe Spitzpaprikaschoten,
1 Bund glatte Petersilie, 1 Zitrone
Zubereitungszeit: 20 Minuten + Garzeit
1 Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Eine große Form mit 3 EL Olivenöl einpinseln. Die Forellen kurz kalt abspülen, abtropfen lassen und außen und innen mit Salz und Pfeffer bestreuen. In jede Forelle 1 Thymianzweig stecken. Die Forellen nebeneinander in die Form legen.
2 Die Zwiebeln putzen, waschen und in Stücke schneiden. Die Tomaten waschen, die Stielansätze herausschneiden und die Tomaten vierteln. Die Paprikaschoten waschen, die Stielansätze abschneiden, nach Geschmack die Kerne entfernen. Die Petersilie waschen, das Wasser abschütteln.
3 Das Gemüse und die Petersilie um und zwischen den Fischen verteilen, ebenfalls die Petersilienblätter. Die Form auf einem Rost auf halbe Ofenhöhe schieben und 30 bis 40 Minuten garen. Die Zitrone vierteln und zu den Fischen reichen, ebenfalls frisches Fladenbrot.
Getränk: Dazu schmeckt in kühles Bier, vielleicht ein süffiges Efes Pilsen oder ein leichter Weiß- oder Rotwein.
Erika Casparek-Türkkan ist Verfasserin zahlreicher Kochbücher vor allem über die Küchen rund ums Mittelmeer. STERN-Leser kennen sie außerdem als Mitautorin der STERN-Küche. Die gebürtige Kölnerin arbeitete als Journalistin in der Lokalredaktion der NRZ, Neue Rhein-Zeitung, bis zu deren Schließung 1974. Nach einem mehrjährigen Zwischenspiel als Reise- und Food-Redakteurin beim Burda-Verlag in München schreibt sie seit vielen Jahren als freiberufliche Autorin für Buch- und Zeitschriftenverlage. Sie ist verheiratet mit einem Fremdenführer türkisch-finnischer Abstammung und verfasste mit ihm mehrere Reisebücher über die Türkei. Beide leben - wenn nicht in der Türkei unterwegs - im bayerischen Voralpenland. Künftig finden hier kulinarisch Interessierte alle zwei Wochen die besten Rezepte, die Erika Casparek-Türkkan von ihren Reisen mitbrachte. Eins ihrer jüngeren Bücher "Küchen der Welt, Griechenland" erschien unter dem Alias Kristina Likidis-Königsfeld, Originalrezepte und Interessantes über Land und Leute, Verlag Gräfe und Unzer, 9,95 Euro im Buchhandel oder bestellen über www.amazon.de
Kontakt: casparek-tuerkkan@ect-web.de
Online-Flyer Nr. 70 vom 14.11.2006
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Kultur und Wissen
Die kulinarische Ecke - alle 14 Tage - Folge 8
Fisch - Schätze aus drei Meeren
Von Erika Casparek-Türkkan

Fischstand beim Ägyptischen Basar in Istanbul
Blaubarsch, Makrele, Bonito und Hamsi, eine Sardellenart aus dem Schwarzen Meer, sowie Miesmuscheln, das sind die Favoriten im Winter. Seebrasse und Seebarsch, Meeräsche, Rotbarbe und Schwertfisch lässt man sich im Sommer schmecken. Jedes Meer beherbergt und bereichert die Tafeln mit lokalen Gattungen, abgesehen von den flossenbehafteten Wanderern, die sich für keines richtig entscheiden können. Sie pendeln zwischen Schwarzem Meer durch den Bosporus, weiter durch das Marmarameer und die Dardenellen ins Mittelmeer - oder umgekehrt. Und die Angler auf den Istanbuler Brücken warten auch schon auf die vorbeischwimmenden Passanten. Übrigens: durch den ständig zunehmenden Tourismus reichen die natürlichen Fänge auch in der Türkei längst nicht mehr aus. Und so finden sich teils in den malerischsten Buchten entlang der Ägäis und der Südküste nicht nur Sonnenhungrige und schicke Jachten, sondern zunehmend Fischfarmen.
Besonders beliebt sind in der türkischen Küche Fische vom Holzkohlengrill, die man sich mit Tomaten, roten Zwiebeln, Spitzpaprika und Rucola schmecken lässt. Gerne genießt man auch Fisch aus dem Backofen, in der Form mit Gemüse gegart oder in Pergamentpapier oder Alufolie oder in Weinblätter eingewickelt - und so zart gedünstet. Muscheln, durch Teig gezogen und fritiert werden mit einer Nusssauce vor allem am Abend als Meze, als kleiner Snack, zum Beispiel in Istanbuls Vergnügungsviertel in der Cicek Pasaji, der Blumenpassage im Stadtteil Beyoglu angeboten und zu Raki verzehrt. Doch trinkt man dazu auch gerne einen trockenen türkischen Weißwein aus Thrakien oder von der ägäischen Küste. Tipp für Besucher der Südküste: Fangfrischen Fisch beim Händler kaufen und ein paar Schritte weiter für eine kleine Summe gleich auf dem Grill oder in der Pfanne zubereiten lassen. Diesen Service bieten neuerdings Fischmärkte der Küstenstädte Fethiye und Antalya am Abend Besuchern an. Nicht nur einheimische Familien mit Kindern, sondern auch Türkeiurlauber sitzen an bereitgestellten Tischen und lassen sich die zubereiteten Meeresköstlichkeiten mit dazu serviertem knackigem Salat und frischem Fladenbrot schmecken. Raki, Wein oder Bier gibt´s natürlich auch dazu und tolle Stimmung bis weit in die Nacht.

Seebarsch mit Tomaten im Papier gegart
Seebarsch im Papier
Levrek, kagitta
Für 4 Personen:
4 Seebarschfilets von je 200 g, ersatzweise Rotbarsch
80 g Butter
8 Blätter Pergamentpapier (oder 4 Blätter extra starke Alufolie), 45 x 45 cm groß,
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 große Tomaten
1/2 Bund glatte Petersilie
4 Zweigspitzen Thymian
1 unbehandelte Zitrone
Zubereitung: ca. 20 Minuten + Garzeit
1 Den Backofen auf 180 Grad einschalten. Die Fischfilets kalt abspülen und mit Küchenpapier trocken tupfen. In 8 gleich große Portionen schneiden. 30 g Butter zerlassen. Je 2 Pergamentblätter aufeinander legen und die obere Seite mit Butter einpinseln.
2 Auf jedes Blätterpaar ein Fischstück legen, leicht mit Salz und Pfeffer bestreuen. Die Tomaten waschen und in insgesamt 8 Scheiben schneiden, dabei die Stielansätze herausschneiden. Je 2 Tomatenscheiben dachziegelartig auf die Fischstücke legen, leicht salzen und pfeffern und je ein zweites Fischstück auflegen.
3 Den Fisch wieder leicht mit Salz und Pfeffer bestreuen. Die restliche Butter in Flocken darauf legen. Die Petersilie waschen, trocken tupfen, auf jede Portion 2-3 Blätter legen. Die Zitrone waschen, in Scheiben schneiden, auf jede Portion eine Zitronenscheibe geben.
4 Das Papier über dem Fisch zusammen nehmen, zweimal einschlagen, die Seiten zu Spitzen zusammenfalten und nach innen falten, damit kein Saft auslaufen kann. Die Päckchen auf ein großes Blech legen und den Fisch in der Ofenmitte 30 Min. garen. Die Päckchen auf Teller legen und die Folie bei Tisch von der Mitte her auseinander ziehen.
Beilage: Dazu frisch aufgebackene Fladenbrotstreifen reichen.
Getränk: Trockener, fruchtiger Weißwein, z. B. einen Muskat von der Ägäis.

Rotbarben aus dem Ofen in der Form zubereitet
Rotbarben aus dem Ofen
Barbunya bugulamasi
Für 4 bis 6 Personen:
800 g möglichst gleichgroße küchenfertige Rotbarben,
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle,
60 g Butter, 4 mittelgroße Tomaten,
2 mittelgroße weiße Zwiebeln,
2-3 Basilikumblätter,
4 Lorbeerblätter, 1 Bund glatte Petersilie,
1 unbehandelte Zitrone,
1 großes Stück Alufolie zum Abdecken
Zubereitungszeit: 20 Minuten + Garzeit
1 Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Fische unter fließendem Wasser innen und außen abspülen und trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer bestreuen. Eine große Auflaufform mit 20 g Butter einpinseln und die Fische nebeneinander hineinlegen.
2 Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden, dabei die Stielansätze herausschneiden. Die Zwiebeln schälen und in dünne Ringe schneiden. Die Petersilie waschen und trocken tupfen. Die Blättchen grob hacken und über die Fische streuen. Alles mit Tomatenscheiben, Zwiebelringen und den Basilikumblättern bedecken, mit Salz und Pfeffer bestreuen. Die Zitrone in Scheiben schneiden und mit den Lorbeerblättern auf die Fische legen. Zuletzt die restliche Butter in Flöckchen darauf verteilen.
3 Die Auflaufform mit Folie abdecken und an den Rändern festdrücken. Die Form auf ein Rost in mittlere Backofenhöhe stellen und die Fische 30 Minuten garen. Dann die Hitze auf 200 Grad hoch schalten. Die Folie abnehmen und die Form noch 5 Minuten in den Ofen stellen. Die Rotbarben in der Form mit Fladenbrot servieren. Getränk: Ein trockener Rosé, z.B. ein Lal von Kavaklidere aus dem Hinterland der Ägäis oder ein französischer Rosé aus dem Anjou paßt gut dazu.

Muscheln mit Walnusssauce als kleiner Snack
Muscheln mit Walnusssauce
Taratorlu midye tavasi
Für 4 Personen:
100 g Walnusskerne,
2 Scheiben Weißbrot (80 g),
Saft von 1 Zitrone,
4 EL Walnussöl,
1 Knoblauchzehe,
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle,
1 1/2 kg frische Miesmuscheln,
6 EL Mehl, 1 EL Speisestärke, 1 Eigelb
1 Schuss helles Bier oder Mineralwasser mit Kohlensäure,
1 Salatherz, Sonnenblumenöl zum Ausbacken,
Holz- bzw. Saté-Spießchen, etwa 20 cm lang
Zubereitungszeit: 1 1/2 Stunde
1 Für die Sauce die Walnüsse im Blitzhacker fein zerkleinern. Vom Weißbrot dünn die Rinde abschneiden, das Brot in wenig Wasser einweichen, gut ausdrücken, mit Zitronensaft und Walnussöl zu den Walnüssen geben. Den Knoblauch schälen, durch die Knoblauchpresse dazu drücken. Alles gut verrühren und so viel Wasser zugießen, dass eine dicke Sauce entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
2 Die Muscheln gründlich säubern, offene Muscheln wegwerfen. 1/4 l gesalzenes Wasser in einem großen Topf aufkochen. Die Muscheln hineingeben und zugedeckt bei starker Hitze 5-7 Minuten dämpfen, dabei den Topf mehrmals rütteln. Die Muscheln abkühlen lassen, jetzt noch geschlossene Muscheln wegwerfen.
3 Das Muschelfleisch aus den Schalen lösen. Auf einen tiefen Teller 2 EL Mehl sieben und die ausgelösten Muscheln darin wälzen. Überschüssiges Mehl abschütteln. Aus dem restlichen Mehl, Speisestärke, Eigelb und Bier einen dünnflüssigen Teig rühren und leicht salzen. Je 3-4 Muscheln auf Holzspießchen stecken. Die größeren Salatblätter ablösen, waschen und das Wasser abschütteln. Die Blätter mit den Rundungen nach unten als kleine Schalen auf eine Platte legen und in jedes etwas Walnusssauce füllen.
4 Sonnenblumenöl in einer tiefen Pfanne erhitzen, bis an einem hineingesteckten hölzernen Zahnstocher kleine Bläschen aufsteigen. Die Holzspießchen mit den Muscheln durch den Teig ziehen, so dass sie rundum davon überzogen sind und in Öl schwimmend in 2-4 Minuten goldgelb ausbacken, auf Küchenpapier entfetten. Die Spießchen zu den Salatblätter mit Sauce legen und sofort servieren.
Getränk: Mit Wasser verdünnter Raki oder ein trockener Weißwein, z. B. ein Villa Doluca oder Kavaklidere.

Forellen mit Gemüse köstlich aus dem Backofen
Fotos: Erika Casparek-Türkkan
Forellen mit Gemüse aus dem Ofen
Firinda alabalik
Für 4 Personen:
8 EL Olivenöl, 4 küchenfertige Forellen,
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle,
4 kleine Zweige Thymian,
4 Bund Frühlingszwiebeln,
4 Tomaten, 8 milde oder scharfe Spitzpaprikaschoten,
1 Bund glatte Petersilie, 1 Zitrone
Zubereitungszeit: 20 Minuten + Garzeit
1 Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Eine große Form mit 3 EL Olivenöl einpinseln. Die Forellen kurz kalt abspülen, abtropfen lassen und außen und innen mit Salz und Pfeffer bestreuen. In jede Forelle 1 Thymianzweig stecken. Die Forellen nebeneinander in die Form legen.
2 Die Zwiebeln putzen, waschen und in Stücke schneiden. Die Tomaten waschen, die Stielansätze herausschneiden und die Tomaten vierteln. Die Paprikaschoten waschen, die Stielansätze abschneiden, nach Geschmack die Kerne entfernen. Die Petersilie waschen, das Wasser abschütteln.
3 Das Gemüse und die Petersilie um und zwischen den Fischen verteilen, ebenfalls die Petersilienblätter. Die Form auf einem Rost auf halbe Ofenhöhe schieben und 30 bis 40 Minuten garen. Die Zitrone vierteln und zu den Fischen reichen, ebenfalls frisches Fladenbrot.
Getränk: Dazu schmeckt in kühles Bier, vielleicht ein süffiges Efes Pilsen oder ein leichter Weiß- oder Rotwein.
Erika Casparek-Türkkan ist Verfasserin zahlreicher Kochbücher vor allem über die Küchen rund ums Mittelmeer. STERN-Leser kennen sie außerdem als Mitautorin der STERN-Küche. Die gebürtige Kölnerin arbeitete als Journalistin in der Lokalredaktion der NRZ, Neue Rhein-Zeitung, bis zu deren Schließung 1974. Nach einem mehrjährigen Zwischenspiel als Reise- und Food-Redakteurin beim Burda-Verlag in München schreibt sie seit vielen Jahren als freiberufliche Autorin für Buch- und Zeitschriftenverlage. Sie ist verheiratet mit einem Fremdenführer türkisch-finnischer Abstammung und verfasste mit ihm mehrere Reisebücher über die Türkei. Beide leben - wenn nicht in der Türkei unterwegs - im bayerischen Voralpenland. Künftig finden hier kulinarisch Interessierte alle zwei Wochen die besten Rezepte, die Erika Casparek-Türkkan von ihren Reisen mitbrachte. Eins ihrer jüngeren Bücher "Küchen der Welt, Griechenland" erschien unter dem Alias Kristina Likidis-Königsfeld, Originalrezepte und Interessantes über Land und Leute, Verlag Gräfe und Unzer, 9,95 Euro im Buchhandel oder bestellen über www.amazon.deKontakt: casparek-tuerkkan@ect-web.de
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