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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Arbeit und Soziales
Erfolgreicher Kongress über neue Formen des Wirtschaftens in Berlin
"Solidarische Ökonomie"
Von Heinz Weinhausen

Mit 1.400 registrierten TeilnehmerInnen sind mehr als doppelt so viele Menschen zum Kongress "Wie wollen wir wirtschaften? Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus" nach Berlin gekommen als erwartet. "Der Kongress war ein riesiger Erfolg", sagte Dagmar Embshoff von der Bewegungsakademie in Verden, einem der Träger des Kongresses. "Eine neue Generation von jungen Menschen hat die Projekte und Ansätze Solidarischer Ökonomie für sich entdeckt." So entstand eine Brücke zu schon lange bestehenden Projekten der älteren Generation, zu Aktiven aus sozialen Bewegungen und zu internationalen Gästen.

Solidarische Ökonomie ist mehr als ein Kind der Not - das wurde beim
Kongress in über hundert Veranstaltungen und Workshops deutlich. Es gehe
nicht einfach darum, die neue Ungleichheit und Unsicherheit im Zuge der neoliberalen Globalisierung erträglicher zu machen, so die Überzeugung der VeranstalterInnen. Vielmehr eröffnen Projekte Solidarischer Ökonomie den beteiligten Menschen neue Handlungsspielräume, erfinden eine neue Form des Wirtschaftens (miteinander und füreinander) und fordern ihre sozialen Rechte ein.

Die politischen Rahmenbedingungen für diesen Wirtschaftssektor sind in Deutschland im internationalen Vergleich denkbar schlecht. Anders als in europäischen Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien oder in lateinamerikanischen Ländern wie Brasilien - dessen Staatssekretär für Soziale Ökonomie Paul Singer einer der Referenten war -, Argentinien und Venezuela, fehle eine aktive politische Unterstützung, kritisierten die ReferentInnen bei verschiedenen Veranstaltungen. Genossenschaften werden im Vergleich zu anderen Rechtsformen sogar benachteiligt. Unterstützung für Betriebsübernahmen durch die Belegschaft gibt es weder von der Politik noch von den Gewerkschaften.

Initiiert durch diesen Kongress wird es künftig ein erweitertes Bildungsangebot für Solidarische Ökonomie geben, hoffen die VeranstalterInnen. Auf dem Kongress haben sich zum Beispiel Lehrende mehrerer Universitäten zusammengeschlossen, um entsprechende Angebote auf den Weg zu bringen.

Der Trägerkreis des Kongresses will seine Arbeit fortsetzen, die Diskussion zu Solidarischer Ökonomie verstetigen und in etwa zwei Jahren erneut eine Großveranstaltung organisieren. Der Kongress soll angesichts des unerwartet großen Interesses zu einer Institution werden.

Die Zeitung CONTRASTE - Monatszeitung für Selbstorganisation - bringt für Januar 2007 einen Themenschwerpunkt zu den Ergebnissen des Kongresses. In den nächsten Monaten wird eine Kongressdokumentation als Buch erscheinen. In der Folge soll eine Vortragstournee stattfinden und die Anliegen des Kongresses in die Regionen tragen. Die Internetseite www.solidarische-oekonomie.de wird zu einer Kommunikationsplattform ausgebaut und die bestehende E-Mailingliste wird natürlich weiterlaufen.

Getragen wurde der Kongress unter anderem von: Bewegungsakademie, Attac Deutschland, Bundeskongress Internationalismus (BUKO), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, CONTRASTE, DGB Berlin-Brandenburg, Europäisches Netzwerk für ökonomische

Kontakt: info@solidarische-oekonomie.de

Online-Flyer Nr. 73  vom 05.12.2006

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