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Kultur und Wissen
"Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen"
Mitmach- und Ausstellungsprojekt - Teil 5
Von Irmgard Kopetzky
Die Idee für das Mitmachprojekt entstand im Jahr 2001. Ziel war, eine gut transportable, räumlich flexible Ausstellung zu konzipieren, an der sich alle KölnerInnen beteiligen können, und die dazu beiträgt, dass sich so viele Menschen wie möglich auf ihre Art mit dem Thema `Männergewalt an Mädchen und Frauen´ auseinandersetzen.
Seit dem Start der Aktion im Herbst 2001 war die Ausstellung an den unterschiedlichsten Orten zu sehen: z.B. KOMED im Mediapark, in Bürgerämtern der Stadt Köln, diversen Schulen, im Rathaus Haus Neuerburg, sowie im Rahmen der diesjährigen Ausstellungskarawane in vielen Evangelischen Kirchen und in der JVA Ossendorf. Überall, wo sie gezeigt wird, werden die Menschen dazu motiviert, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Inzwischen gibt es über 150 Beiträge von der Schülerin bis hin zum Rentner, von der Schauspielerin bis hin zur Prostituierten oder vom Pfarrer bis hin zum Sexualstraftäter. Vieles erzählt - wenn auch nur zwischen den Zeilen - von eigener Betroffenheit.

"Königin der Nacht. Ich kann die Normalität nicht orten. Wie eine scheue Katze, wenn sie das erste Mal mit Schnee spielt, galoppiert das Vertrauen in den Abgrund. Hass minus Liebe ist Hass. Feinde tummeln sich wie Ameisen in meinem Körper und höhlen mich aus. Man muß ihnen Versprechungen machen, damit sie innehalten. Ich war die Königin der Nacht, bis das Morgenbeil mich traf. Geschlachtet ist nicht verletzt. Ich durchschreite den Fliederparcours, doch er schließt sich hinter mir, für immer. Die Dienerin der Hoffnung entmachtet die Logik. Die Träne sitzt hinter dem Auge. Ich bin erstarrt zur Figur, in Eis gemeißelt, die bei Sonne schmilzt und Wasserrinnen gräbt." (Kornelia Hanke, Historikerin, 44 Jahre)

"Für mich ist Männergewalt an Mädchen und Frauen ein Verbrechen. Gewalt an Mädchen und Frauen auszuüben heißt, ihre Freiheit zu missbrauchen. Mädchen und Frauen sind die Schwächeren. Sie vor Gewalttätigkeiten zu schützen, heißt auch: Dank an das hohe Gut der Freiheit." (Ludwig Sebus, Kölscher Liedautor, 76 Jahre)

"Ohne dich kann ich nicht leben. Du spinnst. Geh mal wieder zum Friseur. Das bildest du dir ein. Du könntest ruhig etwas abnehmen. Das siehst du völlig falsch. Du bist dumm. Sei nicht so emotional. Willst du mich provozieren? Stell dich nicht so an. Ich will, dass du heute hier bleibst. Es bedeutete mir nichts. Das meinst du nicht so. Wer würde sich für dich schon interessieren. Sieh dich doch mal an. Willst du mich heiraten?" (S. Nowakowski, Studentin, 31 Jahre)
Online-Flyer Nr. 75 vom 19.12.2006
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Kultur und Wissen
"Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen"
Mitmach- und Ausstellungsprojekt - Teil 5
Von Irmgard Kopetzky
Die Idee für das Mitmachprojekt entstand im Jahr 2001. Ziel war, eine gut transportable, räumlich flexible Ausstellung zu konzipieren, an der sich alle KölnerInnen beteiligen können, und die dazu beiträgt, dass sich so viele Menschen wie möglich auf ihre Art mit dem Thema `Männergewalt an Mädchen und Frauen´ auseinandersetzen.
Seit dem Start der Aktion im Herbst 2001 war die Ausstellung an den unterschiedlichsten Orten zu sehen: z.B. KOMED im Mediapark, in Bürgerämtern der Stadt Köln, diversen Schulen, im Rathaus Haus Neuerburg, sowie im Rahmen der diesjährigen Ausstellungskarawane in vielen Evangelischen Kirchen und in der JVA Ossendorf. Überall, wo sie gezeigt wird, werden die Menschen dazu motiviert, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Inzwischen gibt es über 150 Beiträge von der Schülerin bis hin zum Rentner, von der Schauspielerin bis hin zur Prostituierten oder vom Pfarrer bis hin zum Sexualstraftäter. Vieles erzählt - wenn auch nur zwischen den Zeilen - von eigener Betroffenheit.

"Königin der Nacht. Ich kann die Normalität nicht orten. Wie eine scheue Katze, wenn sie das erste Mal mit Schnee spielt, galoppiert das Vertrauen in den Abgrund. Hass minus Liebe ist Hass. Feinde tummeln sich wie Ameisen in meinem Körper und höhlen mich aus. Man muß ihnen Versprechungen machen, damit sie innehalten. Ich war die Königin der Nacht, bis das Morgenbeil mich traf. Geschlachtet ist nicht verletzt. Ich durchschreite den Fliederparcours, doch er schließt sich hinter mir, für immer. Die Dienerin der Hoffnung entmachtet die Logik. Die Träne sitzt hinter dem Auge. Ich bin erstarrt zur Figur, in Eis gemeißelt, die bei Sonne schmilzt und Wasserrinnen gräbt." (Kornelia Hanke, Historikerin, 44 Jahre)

"Für mich ist Männergewalt an Mädchen und Frauen ein Verbrechen. Gewalt an Mädchen und Frauen auszuüben heißt, ihre Freiheit zu missbrauchen. Mädchen und Frauen sind die Schwächeren. Sie vor Gewalttätigkeiten zu schützen, heißt auch: Dank an das hohe Gut der Freiheit." (Ludwig Sebus, Kölscher Liedautor, 76 Jahre)

"Ohne dich kann ich nicht leben. Du spinnst. Geh mal wieder zum Friseur. Das bildest du dir ein. Du könntest ruhig etwas abnehmen. Das siehst du völlig falsch. Du bist dumm. Sei nicht so emotional. Willst du mich provozieren? Stell dich nicht so an. Ich will, dass du heute hier bleibst. Es bedeutete mir nichts. Das meinst du nicht so. Wer würde sich für dich schon interessieren. Sieh dich doch mal an. Willst du mich heiraten?" (S. Nowakowski, Studentin, 31 Jahre)
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