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Wirtschaft und Umwelt
Die Grüne Ecke - alle 14 Tage - Folge 27
Das Kräuterbeet
Von Katja Kleinert

Frische Kräuter sollten eigentlich bei keiner Mahlzeit fehlen. Ob in Salat oder Suppe, als Tee, gehackt auf dem Butterbrot, Kräuter sind gesund und würzig. Auch auf dem Balkon lassen sich zumindest einige Küchenkräuter in Töpfen halten. Holt man sie aus der Natur in den Garten, sollte man ihren Naturstandort möglichst genau nachbauen.


Gewürz- und Arzneipflanze Salbei - hier im Dünensand
Gewürz- und Arzneipflanze Salbei - hier im Dünensand
Foto: Elisabeth Tüzün


Einige der am häufigsten verwendeten Kräuter wie Salbei, Thymian und Co. stammen aus dem Mittelmeerraum. Bei uns sind sie etwas frostempfindlich und benötigen, um ihr volles Aroma zu entfalten, sonnige, eher trockene Pflanzplätze.  Andere Kräuter wie Bärlauch, einige Minzearten und Waldmeister, sind ausgesprochen schattenliebend. Will man eine große Kräutervielfalt im Garten haben, sollte man idealerweise ein Beet in der Sonne und eins im Schatten oder Halbschatten anlegen.
Die platzsparende Variante des Kräuterbeets ist die Kräuterspirale. Damit kann man auf relativ kleinem Raum den unterschiedlichen Standortansprüchen unterschiedlicher Pflanzen gerecht werden. Auf  zwei bis drei Metern im Durchmesser und etwa 75 cm Höhe läßt sich durchaus einiges an Kräutern unterbringen.


Schopflavendel - im Gegensatz zum „normalen“ Lavendel in Deutschland nicht winterhart
Schopflavendel - im Gegensatz zum „normalen“ Lavendel in
Deutschland nicht winterhart
Foto: Elisabeth Tüzün


Der untere Wendel der Spirale sollte auf der Nordseite liegen. Hier baut man humosen, lehmhaltigen Boden ein und bepflanzt sie mit Kräutern, die von Natur aus an kühleren, schattigeren Plätzen wachsen. Wer mag, kann ganz unten einen Betonkübel o.ä. eingraben und ihn mit Wasserminze und Brunnenkresse bepflanzen.
Die oberen Ebenen der Spirale sollten mit gut dräniertem, sand- oder splitthaltigem, eher humusarmem  Boden befüllt werden. Hier ist der Pflanzplatz für die sonnenliebenden Mittelmeerkräuter. Als Baumaterial sind natürlich Natursteine am schönsten. Aber auch ausgediente Terrassenplatten aus Beton lassen sich in Stücke geschlagen gut zu einer Spirale aufbauen.
Wem die Spiralenform zu „esoterisch“ erscheint, oder wer einfach mehr Platz im Garten hat, kann auch ein lang gezogenes, an einem Ende ansteigendes Trockenmauerbeet anlegen. Man sollte allerdings dann darauf achten,  daß der untere Teil des Beetes zumindest während der Mittagshitze beschattet ist. Das Wichtigste ist, daß man die unterschiedlichen Ansprüche der Kräuter, die man anpflanzen möchte, kennt und erfüllen kann.

Rosmarinstrauch - in der Macchia der türkischen Datca-Halbinsel
Rosmarinstrauch - in der Macchia der türkischen Datca-Halbinsel
Foto: Peter Kleinert


Stark wuchernde Kräuter, wie Zitronenmelisse oder französischen Estragon pflanzt man am besten in eingegrabene Eimer, bei denen man den Boden ausgeschnitten hat. Sonst wandern die Wurzeln quer durchs Kräuterbeet und verdrängen früher oder später die anderen Pflanzen.
Düngen ist im Kräuterbeet übrigens streng verboten! Sonst werden die Pflanzen fett und mastig und verlieren ihr Aroma. Eine kleine Kompostgabe im Frühjahr reicht völlig aus.



Online-Flyer Nr. 79  vom 24.01.2007

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