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Lokales
BUND warnt Stadt Bonn vor Immobiliengeschäften zu Lasten der Bürger
Baulobby im Hintergrund?
Von Ulrike Aufderheide und Achim Baumgartner
Unter anderem wurde eine Prognose zu Grunde gelegt, die für den Zeitraum 2002 (sic!) bis 2020 gedacht war, die also auf Daten von vor etlichen Jahren fußt. Augenfällig ist es auch, dass die Wachstumsprognose im Empirica-Gutachten der Sparkasse Köln zur Bevölkerungsentwicklung einen künstlich eingeführten Wachstumsfaktor enthält, der gar nicht weiter begründet ist und daher als pures Wunschdenken der Baulobby verstanden werden muss. Tatsächlich aber hat die Boomphase der Region bereits ihren Scheitelpunkt hinter sich, was sich aus den aktuellen Wachstumszahlen der Kommunen eindeutig ableiten lässt. Schon im Oktober 2006 schrieb die Statistikstelle der Stadt Bonn daher in den Bonner Monatszahlen: „Im Jahre 2004 ist die Einwohnerzahl noch um über 4.000 Menschen gestiegen, der Rückgang im Anstieg betraf vor allem den Kreis, dessen Plus von 2004 (+ 3.142 Personen) sich auf 1.301 mehr als halbiert hat. Geht dem Kreis die Puste aus…?“ (http://www.bonn.de/statistik_wahlen/index.asp?11300&Bmz2006_10.pdf)
„Stadt Bonn liest eigene Statistiken nicht“

Hennef-Weldergoven – Beispiel für übermäßigen Flächenverbrauch
Foto: BUND
Anscheinend liest man aber nicht einmal bei der Stadt Bonn die eigenen „Statistischen Monatszahlen“. Statt der behaupteten 91.000 (zzgl. 9.000 im Kreis Ahrweiler) Neubürger sind realiter im Gebiet Bonn/Rhein-Sieg-Kreis allenfalls etwa 41.000 zu erwarten, die in Projekten der Nachverdichtung und mit der Erschließung von Baubrachen mit Wohnraum versorgt werden sollten.
Diese Zahl entspricht der Fortschreibung des Saldos 2004/2005. Da sowohl im Rhein-Sieg-Kreis als auch in Bonn die Wachstumsraten sinken und sich in sechs Kommunen bereits ins Negative verkehrt haben, wird selbst dieser Wert wahrscheinlich nicht annähernd erreicht werden. Das würde dann auch bedeuten, dass bei einem Plus von 30.000 Einwohnern nur 21.000 Wohnungen und bei einem Plus 40.000 Einwohnern nur 28.000 Wohnungen benötigt werden würden. Der BUND verweist auf aktuelle Daten des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW und der Statistikstelle der Stadt Bonn (s. Graphiken im Anhang!), die mit den Aussagen der Tagung unvereinbar sind und dort unbedingt zur Kenntnis genommen werden sollten.
Presse als Zugpferd
Immer mehr, so Achim Baumgartner vom BUND-Vorstand im Rhein-Sieg-Kreis, verfestige sich der Eindruck, hier solle vor dem absehbaren Zusammensacken der Gebäudepreise noch einmal eine Wachstumseuphorie geschürt werden, um zu Lasten der kommunalen Haushalte und letztendlich aller Bürger ein letztes großes Immobiliengeschäft abwickeln zu können. Es ist erkennbar, dass nach dem Auslaufen der Bonn-Berlin-Ausgleichszahlungen auch der künstlich angeheizte Entwicklungsmotor zum Stillstand komme. Hier bittet der BUND auch die Presse, sich nicht als Zugpferd einer bloßen Schimäre einspannen zu lassen.
Ungeachtet der Frage, wann genau das Anwachsen der Einwohnerzahlen in der Region ganz zum Erliegen kommt, bleibt hervorzuheben, dass das Wachstum sich unter dem Vorzeichen des demographischen Wandels vollzieht. Die Zahl der Familien mit Kindern wird keineswegs zunehmen, sondern nur und zwar massiv die Zahl älterer Menschen. Deswegen ist die Äußerung von Bernhard Faller von Empirica Bonn im Rahmen der Tagung, dass auch in wachsenden Regionen zu viel über Schrumpfung nachgedacht würde, fahrlässig und steht im Widerspruch zur aktuellen demographischen Entwicklung
Bezogen auf die Frage des Wohnungsbedarfes steht hier also ein umfassender Stadtumbau ins Haus, da allein ein Bedarf für Miet- und Geschosswohnungen durch die starke Verkleinerung der Haushaltsgrößen zu rechtfertigen ist. Die Inanspruchnahme von weiteren Baufeldern im Umland widerspricht dagegen der Nachhaltigkeit, da die zukünftigen Städte und Gemeinden von immer weniger arbeitenden und zahlenden Menschen funktionstüchtig gehalten werden müssen.
„Konzepte mit den Bürgern entwickeln!“
Ulrike Aufderheide, Vorstand für Naturschutz des BUND in Bonn, hält es angesichts der kontroversen Wohnungsmarktdebatte für ratsam, den interregionalen Arbeitskreis der Kommunen nicht ganz im eigenen Saft schmoren zu lassen. Es wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit, wenn der Arbeitskreis seine Konzepte auch mit den Bürgern gemeinsam entwickelte und sich dem Know-how unter anderem des BUND stellte. „Das würde auch den Eindruck abschwächen, hier arbeitete eine Baulobby gegen die Interessen der Allgemeinheit.“, so Ulrike Aufderheide.
Ansprechpartner, u.a. im Hinblick auf umfangreiches Zahlenmaterial: BUND Rhein-Sieg-Kreis, Achim Baumgartner, Steinkreuzstraße 14,
53757 Sankt Augustin, Tel.: 02241-333897
Online-Flyer Nr. 81 vom 07.02.2007
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BUND warnt Stadt Bonn vor Immobiliengeschäften zu Lasten der Bürger
Baulobby im Hintergrund?
Von Ulrike Aufderheide und Achim Baumgartner
Unter anderem wurde eine Prognose zu Grunde gelegt, die für den Zeitraum 2002 (sic!) bis 2020 gedacht war, die also auf Daten von vor etlichen Jahren fußt. Augenfällig ist es auch, dass die Wachstumsprognose im Empirica-Gutachten der Sparkasse Köln zur Bevölkerungsentwicklung einen künstlich eingeführten Wachstumsfaktor enthält, der gar nicht weiter begründet ist und daher als pures Wunschdenken der Baulobby verstanden werden muss. Tatsächlich aber hat die Boomphase der Region bereits ihren Scheitelpunkt hinter sich, was sich aus den aktuellen Wachstumszahlen der Kommunen eindeutig ableiten lässt. Schon im Oktober 2006 schrieb die Statistikstelle der Stadt Bonn daher in den Bonner Monatszahlen: „Im Jahre 2004 ist die Einwohnerzahl noch um über 4.000 Menschen gestiegen, der Rückgang im Anstieg betraf vor allem den Kreis, dessen Plus von 2004 (+ 3.142 Personen) sich auf 1.301 mehr als halbiert hat. Geht dem Kreis die Puste aus…?“ (http://www.bonn.de/statistik_wahlen/index.asp?11300&Bmz2006_10.pdf)
„Stadt Bonn liest eigene Statistiken nicht“

Hennef-Weldergoven – Beispiel für übermäßigen Flächenverbrauch
Foto: BUND
Anscheinend liest man aber nicht einmal bei der Stadt Bonn die eigenen „Statistischen Monatszahlen“. Statt der behaupteten 91.000 (zzgl. 9.000 im Kreis Ahrweiler) Neubürger sind realiter im Gebiet Bonn/Rhein-Sieg-Kreis allenfalls etwa 41.000 zu erwarten, die in Projekten der Nachverdichtung und mit der Erschließung von Baubrachen mit Wohnraum versorgt werden sollten.
Diese Zahl entspricht der Fortschreibung des Saldos 2004/2005. Da sowohl im Rhein-Sieg-Kreis als auch in Bonn die Wachstumsraten sinken und sich in sechs Kommunen bereits ins Negative verkehrt haben, wird selbst dieser Wert wahrscheinlich nicht annähernd erreicht werden. Das würde dann auch bedeuten, dass bei einem Plus von 30.000 Einwohnern nur 21.000 Wohnungen und bei einem Plus 40.000 Einwohnern nur 28.000 Wohnungen benötigt werden würden. Der BUND verweist auf aktuelle Daten des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW und der Statistikstelle der Stadt Bonn (s. Graphiken im Anhang!), die mit den Aussagen der Tagung unvereinbar sind und dort unbedingt zur Kenntnis genommen werden sollten.
Presse als Zugpferd
Immer mehr, so Achim Baumgartner vom BUND-Vorstand im Rhein-Sieg-Kreis, verfestige sich der Eindruck, hier solle vor dem absehbaren Zusammensacken der Gebäudepreise noch einmal eine Wachstumseuphorie geschürt werden, um zu Lasten der kommunalen Haushalte und letztendlich aller Bürger ein letztes großes Immobiliengeschäft abwickeln zu können. Es ist erkennbar, dass nach dem Auslaufen der Bonn-Berlin-Ausgleichszahlungen auch der künstlich angeheizte Entwicklungsmotor zum Stillstand komme. Hier bittet der BUND auch die Presse, sich nicht als Zugpferd einer bloßen Schimäre einspannen zu lassen.
Ungeachtet der Frage, wann genau das Anwachsen der Einwohnerzahlen in der Region ganz zum Erliegen kommt, bleibt hervorzuheben, dass das Wachstum sich unter dem Vorzeichen des demographischen Wandels vollzieht. Die Zahl der Familien mit Kindern wird keineswegs zunehmen, sondern nur und zwar massiv die Zahl älterer Menschen. Deswegen ist die Äußerung von Bernhard Faller von Empirica Bonn im Rahmen der Tagung, dass auch in wachsenden Regionen zu viel über Schrumpfung nachgedacht würde, fahrlässig und steht im Widerspruch zur aktuellen demographischen Entwicklung
Bezogen auf die Frage des Wohnungsbedarfes steht hier also ein umfassender Stadtumbau ins Haus, da allein ein Bedarf für Miet- und Geschosswohnungen durch die starke Verkleinerung der Haushaltsgrößen zu rechtfertigen ist. Die Inanspruchnahme von weiteren Baufeldern im Umland widerspricht dagegen der Nachhaltigkeit, da die zukünftigen Städte und Gemeinden von immer weniger arbeitenden und zahlenden Menschen funktionstüchtig gehalten werden müssen.
„Konzepte mit den Bürgern entwickeln!“
Ulrike Aufderheide, Vorstand für Naturschutz des BUND in Bonn, hält es angesichts der kontroversen Wohnungsmarktdebatte für ratsam, den interregionalen Arbeitskreis der Kommunen nicht ganz im eigenen Saft schmoren zu lassen. Es wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit, wenn der Arbeitskreis seine Konzepte auch mit den Bürgern gemeinsam entwickelte und sich dem Know-how unter anderem des BUND stellte. „Das würde auch den Eindruck abschwächen, hier arbeitete eine Baulobby gegen die Interessen der Allgemeinheit.“, so Ulrike Aufderheide.
Ansprechpartner, u.a. im Hinblick auf umfangreiches Zahlenmaterial: BUND Rhein-Sieg-Kreis, Achim Baumgartner, Steinkreuzstraße 14,
53757 Sankt Augustin, Tel.: 02241-333897
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