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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Krieg und Frieden
Laut Bericht der israelischen Armee wurde Abir von einem Stein getroffen
Der Tod eines Schulmädchens
Von Endy Hagen

Neun Jahre hat Bassam Aramin in israelischen Gefängnissen verbracht. Als Mitglied von Yasser Arafats Al Fatah hatte er versucht, im besetzten Hebron eine Granate auf einen israelischen Armeejeep zu werfen. Heute hat er sich vom bewaffneten Widerstand abgewandt und arbeitet bei den Combatants for Peace mit Israelis zusammen. Die Israelis in dieser Gruppe waren früher Mitglieder von Kampfeinheiten der israelischen Armee. Heute verweigern sie den Dienst in den Besetzten Gebieten. Gemeinsam wollen die ehemaligen Kämpfer einen gerechten Frieden erreichen.
Das ist alles andere als einfach. Und es ändert nichts an der Gewalt und Unterdrückung, der Bassam Aramin und seine Familie, genau wie alle anderen Palästinenser, ausgesetzt sind. Vor wenigen Wochen wurde Bassams zehnjährige Tochter Abir in ihrem Heimatdorf Anata von israelischen Grenzpolizisten getötet.
Am Morgen des 16. Januar 2007 drangen israelische Militärjeeps ins Dorf ein und begannen Gaskartuschen und Gummikugeln abzufeuern. Zu diesem Zeitpunkt stand Abir gemeinsam mit anderen Kindern vor ihrer Schule. Aus Angst vor den Schüssen begannen sie wegzulaufen, doch Abir wurde in den Hinterkopf getroffen. Die Schule informierte sofort Bassam, dass seine Tochter verletzt worden sei. Wenige Tage später starb Abir im Hadassah Krankenhaus in Jerusalem. Ihr Schädel war gebrochen und Blut ins Gehirn eingedrungen.
Weder Armee noch Polizei haben sich die Mühe einer Untersuchung der Ereignisse gemacht. Laut offiziellem Armeebericht ist Abir von einem Stein getroffen worden, den einer ihrer Mitschüler „auf unsere Kräfte“ geworfen hat. Die, die das verletzte Kind im Krankenhaus gesehen haben, wissen es besser. Unter ihnen war Nurit Peled-Elhanan, eine israelische Friedensaktivistin, deren eigene Tochter, Smadar, 1997 bei einem Selbstmordanschlag in Jerusalem ums Leben kam. Ihr Sohn Elik ist Mitbegründer der Combatants for Peace.
„Ich habe sie gleich danach im Hadassah Krankenhaus gesehen, wo sie ganz still in einem riesigen Krankenhausbett lag. Abirs Gesicht war völlig bleich, ihre großen Augen geschlossen. Da war sie schon gehirntot und die Ärzte entschieden, auch dem Rest von ihr zu erlauben zu sterben. Ich habe ganz deutlich gesehen, dass sie von hinten in den Kopf geschossen worden war und das werde ich auch unter Eid bezeugen.“[i]
Ein Student, der die Schießerei gesehen hatte, erzählte Journalisten, die israelische Grenzpolizei, die Teil der israelischen Armee, IDF, ist, sei auf die Mädchen zugefahren, als diese nach den Prüfungen aus der Schule kamen. „Die Mädchen fürchteten sich und liefen weg. Die Grenzpolizisten verfolgten sie. Abir hatte Angst, sie stand vor einem der Läden am Straßenrand. Ich stand neben ihr. Der Grenzpolizist schoss aus einer speziellen Öffnung im Fenster seines Jeeps. Der stand ganz dicht neben uns. Abir fiel zu Boden und ich sah, dass ihr Kopf blutete.“[ii]
Abir Aramins Familie hat die Untersuchung der Umstände ihres Todes und eine Autopsie gefordert. Ihr Vater will nicht ruhen, ehe die Umstände des Todes seiner Tochter nicht aufgeklärt sind. Der Mörder seiner Tochter soll ihm den Beweis bringen, dass die kleine Abir sein Leben oder das der anderen Soldaten in dem Jeep bedroht hat. 
Und er hat sich geschworen, dass ihn die Ermordung seiner Tochter nicht von seinem Ziel abbringen wird, einen für Palästinenser und Israelis gerechten und ehrenhaften Frieden zu erreichen. [iii]


[i] http://www.counterpunch.org/peled01292007.html
[ii] http://www.counterpunch.org/peled01292007.html
[iii] http://www.counterpunch.org/peled01292007.html


Wer möchte, kann Abirs Familie kondolieren: http://www.petitiononline.com/Abir2007/petition.html
Weitere Informationen unter: www.combatantsforpeace.org

Online-Flyer Nr. 83  vom 21.02.2007

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