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Kultur und Wissen
Eine alevitisch-kurdische Migrationsgeschichte im „Theater der Keller“
„Das Versteck“
Von Sophie Köhlert
Durch die Tonmitschnitte kommen auch andere Familienmitglieder zu Wort. Sie berichten über ihre Flucht nach Deutschland und über ihre ersten Tage hier, über ihr Heimweh und über kulturelle Hindernisse, die sie gemeistert haben. Cirpici schafft es, gerade durch die Audioeinspielungen, dem Zuschauer das Leben dieser Menschen sehr nahe zu bringen. Er erreicht dadurch eine wundervolle Authentizität.

Ercan Arslan – erzählt seine Geschichte und die seiner Familie
Foto: Zeynep Akgoez
Während die Menschen vom Tonband zu hören sind, streut Ercan Arslan unablässig weißen Sand auf einen Teil der Bühne, der mit dunkler Erde bedeckt ist. Am Ende der Aufführung ist ein Muster, ein Kunstwerk entstanden, über dessen Bedeutung der Zuschauer nur Vermutungen anstellen kann.

Während der Vorstellung entstanden – Ercan Arslans Sandkunstwerk
Foto: Sophie Köhlert
Im Anschluss an die Premiere erklärte Regisseur Cirpici, dass Arslan, wenn er seine Verwandten in der Türkei besucht, als Land-Art-Künstler arbeitet. Um eine Nähe zum Publikum und eine Brücke zwischen Deutschland und der Türkei herzustellen, hatten beide die Idee, eines von Arslans Kunstwerken in die Vorstellung mit einzubinden. Dies ist zweifellos auf eine sehr liebenswerte Weise gelungen.
Doch in Cirpicis „Das Versteck“ geht es nicht nur um eine Familiengeschichte, sondern auch um die Geschichte der Verfolgung der ethnischen Minderheit der meist kurdischen Aleviten im Islam. Der Zuschauer erfährt, dass bei ihnen zwar die Religion eine große Rolle spielt, dass aber gleichzeitig der Mensch an sich im Vordergrund steht. Bei den Aleviten sind Frauen und Männer gleichberechtigt, und es gibt auch keine überverantwortliche Instanz. „Man findet Gott in sich selbst“, wie Ercan Arslan es auf der Bühne beschreibt.
Mit diesem tief ergreifenden, etwas anderen Theaterstück, ist es Regisseur Hüseyin Michael Cirpici gelungen, das Publikum in eine bewegende Familiengeschichte hinein zu ziehen. Durch Ercan Arslans sehr natürliche und wirkliche Art fällt es dem Zuschauer unglaublich leicht, sich in die Angehörigen der Familie einzufühlen. Ich denke, dass unsere Gesellschaft mehr von solchen „Blicken hinter die Kulisse“ von Einwanderern braucht, um die aktuellen Integrationsprobleme zu überwinden.
Online-Flyer Nr. 85 vom 07.03.2007
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Kultur und Wissen
Eine alevitisch-kurdische Migrationsgeschichte im „Theater der Keller“
„Das Versteck“
Von Sophie Köhlert
Durch die Tonmitschnitte kommen auch andere Familienmitglieder zu Wort. Sie berichten über ihre Flucht nach Deutschland und über ihre ersten Tage hier, über ihr Heimweh und über kulturelle Hindernisse, die sie gemeistert haben. Cirpici schafft es, gerade durch die Audioeinspielungen, dem Zuschauer das Leben dieser Menschen sehr nahe zu bringen. Er erreicht dadurch eine wundervolle Authentizität.

Ercan Arslan – erzählt seine Geschichte und die seiner Familie
Foto: Zeynep Akgoez
Während die Menschen vom Tonband zu hören sind, streut Ercan Arslan unablässig weißen Sand auf einen Teil der Bühne, der mit dunkler Erde bedeckt ist. Am Ende der Aufführung ist ein Muster, ein Kunstwerk entstanden, über dessen Bedeutung der Zuschauer nur Vermutungen anstellen kann.

Während der Vorstellung entstanden – Ercan Arslans Sandkunstwerk
Foto: Sophie Köhlert
Im Anschluss an die Premiere erklärte Regisseur Cirpici, dass Arslan, wenn er seine Verwandten in der Türkei besucht, als Land-Art-Künstler arbeitet. Um eine Nähe zum Publikum und eine Brücke zwischen Deutschland und der Türkei herzustellen, hatten beide die Idee, eines von Arslans Kunstwerken in die Vorstellung mit einzubinden. Dies ist zweifellos auf eine sehr liebenswerte Weise gelungen.
Doch in Cirpicis „Das Versteck“ geht es nicht nur um eine Familiengeschichte, sondern auch um die Geschichte der Verfolgung der ethnischen Minderheit der meist kurdischen Aleviten im Islam. Der Zuschauer erfährt, dass bei ihnen zwar die Religion eine große Rolle spielt, dass aber gleichzeitig der Mensch an sich im Vordergrund steht. Bei den Aleviten sind Frauen und Männer gleichberechtigt, und es gibt auch keine überverantwortliche Instanz. „Man findet Gott in sich selbst“, wie Ercan Arslan es auf der Bühne beschreibt.
Mit diesem tief ergreifenden, etwas anderen Theaterstück, ist es Regisseur Hüseyin Michael Cirpici gelungen, das Publikum in eine bewegende Familiengeschichte hinein zu ziehen. Durch Ercan Arslans sehr natürliche und wirkliche Art fällt es dem Zuschauer unglaublich leicht, sich in die Angehörigen der Familie einzufühlen. Ich denke, dass unsere Gesellschaft mehr von solchen „Blicken hinter die Kulisse“ von Einwanderern braucht, um die aktuellen Integrationsprobleme zu überwinden.
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