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Kultur und Wissen
Jan Pablo Neruda stellt sein neues Programm in Köln-Ehrenfeld vor
Cantaé Ro' é Jondo-Gesang
Von Pierre A. Njankou

Acht Uhr, Freitagabend, 2. März, Köln-Ehrenfeld: In der kleinen Bar „Sicilia“ machte es sich eine Handvoll Musikinteressierter an den Tischen bequem. Jan Pablo Neruda, Kölner Dichter und Liedermacher, hatte zu einer Konzertlesung eingeladen.
Jan Pablo Neruda
Jan Pablo Neruda singt "Ay! (Federico y Dioscoro)"
Foto: Christian Heinrici


Unter dem Titel „Cantaé Ro' é Jondo“ – wie er erläutere in einem „tiefinneren Gesang“ – trug Jan Pablo Neruda eigene Texte vor, aber auch Federico Garcia Lorca und mit ihm im Geiste verwandte Autoren. Vor einem Jahr kam Neruda die Idee zu dieser Kombination aus Lesung und Konzert. Er stellte fest, dass eine ganze Reihe Schriftsteller und Musiker eine ähnliche Lebensgeschichte und Philosophie wie Garcia Lorca hatten. Diese Übereinstimmung arbeitete er in seinem neuen Programm heraus.

Höhepunkte des Abends waren die von Neruda vertonten Texte, besonders „Andalusien oder das doppelte Erbe“ von Gunter W. Lorenz sowie „Une chilienne à Paris“ von Violeta Parra. Auch die Idee, in Vergessenheit geratene Sänger und Dichter wieder ins Gedächtnis zu bringen, spiegelte sich im Programm wider. So griff er Lieder und Texte von Jacques Brel (Le Moribond) oder sogar von Goethe (Des Schäfers Klagelied) auf und interpretierte sie in eigenem Stil.

Diese ungewöhnliche Mischung war durchaus beeindruckend. Nach jedem Lied gab es kräftigen Applaus, und gerade das auf einem Text von Radnoty Miklos basierende Lied „Ay! (Federico y Dioscoro)“ schlug viele Musikinteressierte in Bann. Dass der Funken gerade bei diesem Stück übersprang, lag aber vielleicht auch daran, dass sich Neruda besonders damit verbunden fühlt: „Wenn ich diese Lesung tiefer singe, habe ich einen ‚Canté Jondo’, einen tiefinneren Gesang.“



jan pablo neruda, eigentlich jan pablo henin, geb. 1974 in köln, der dasselstrasse, lebt in köln als moseleifeler grundschüler, kubanisch-maifelder oberschüler, mayener fussballtorwart, welt-reisender, ehrenfelder südstadt-zivi, bonn-bornheimer biogärtner, (vor-)leser, gedichter, gitarrista und gesänger, familienvater zweier kinder, geisenheimer bio-gartenbauingenieur (fh), bio-lebensmittelhändler, lenauplatz-malender, fahrtenschreibender und anderer, hat schon mehr als 30 seiner gedichte in der nrhz veröffentlicht und ist mit seinem neuen programm auch am 14. märz in köln-porz zu sehen.
Kontakt:
janhenin@iname.com


Online-Flyer Nr. 85  vom 07.03.2007

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