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Lokales
Viertes Weltfriedenszeichen in Köln
„Dem Frieden ein Gesicht geben“
Von Carl H. Ewald
Rund 150 Leute waren dem Aufruf der Kölner Humanisten, von „Kein Blut für Öl“ und des Kölner Buddhismus Zentrums gefolgt, um dem Frieden ein Gesicht zu geben. „Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre mehr machen und keine Kochtöpfe mehr machen – sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!“

Jan Pablo Neruda: „Sag NEIN!“
Mit diesen eindringlichen Worten Wolfgang Borcherts von 1946 eröffnete der Dichter und Liedermacher Jan Pablo Neruda das vierte menschliche Friedenszeichen in Köln – eindringliche Worte, die ihre Aktualität nicht verloren haben: Airbus muss angeblich dringend Leute entlassen, aber der Mutterkonzern EADS macht Milliardengewinne mit Rüstungsgeschäften; deutsche Tornados fliegen in zweifelhaftem Auftrag über Afghanistan, und der Kölner Erzbischof segnet Waffen und Soldaten.
Sag NEIN!
Dass sich die sicherheitspolitische Situation auf der Welt zuspitzt, spürt man allerorten. Und so kam es am vergangenen Wochenende in vielen Städten zu Demonstrationen und Kundgebungen: Von New York bis Budapest, von Maputo in Mosambik bis Mumbai in Indien bildeten Kriegsgegner menschliche Friedenszeichen, um den Rüstungsministern und -konzernen der Welt ein entschiedenes „NEIN zu sagen“. In Prag fanden sich über 1000 Teilnehmer zu einer Kundgebung ein, um gegen die Aufstellung eines US-amerikanischen Raketenschirms in der Nähe von Pilsen zu demonstrieren. Die tschechische Regierung will das Vorhaben gegen erheblichen Widerstand in der Bevölkerung durchs Parlament „boxen“.
„Europa ist geteilt, unterwirft sich der militärisch-politischen Strategie der USA, akzeptiert den Bau neuer Militärbasen und verstärkt dadurch die internationalen Spannungen!“, kritisierte Giorgio Schulze, europäischer Sprecher der Humanistischen Bewegung, die die Weltfriedenszeichen maßgeblich organisierte, auf einer Kundgebung in Rom. Auch die Bundesregierung unterstützt zunehmend die US-amerikanischen Machtinteressen im Nahen Osten, wie in der NRhZ zu lesen war.

„Der Domplatte ein friedliches Gesicht geben“
„Anfang März entschied der Bundestag, den völkerrechtswidrigen Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan auszuweiten. 83 Prozent der Bevölkerung sind gegen den Tornadoeinsatz!“, sagte Francis Byrne für „Kein Blut für Öl“ auf der Kundgebung am Dom: „Es mehren sich die Hinweise, dass ein Angriff auf den Iran bevorsteht. Doch die Rechnung der Bush-Krieger wird nicht aufgehen. Auch hier werden die Massen in Kämpfen gegen Sozialkürzungen und Lohnraub entdecken, dass eine andere Welt tatsächlich möglich ist. Miteinander nicht gegeneinander!“
Sag JA!
Mit diesem positiven Ausblick traf er die Grundstimmung der zahlreichen jugendlichen Teilnehmer am menschlichen Friedenszeichen. „So oft fühlt man sich bedroht, hat das Bedürfnis sich zu verteidigen, fühlt sich unsicher... Sicher ist aber, dass wir heute hier in Köln stehen und dem Frieden ein Gesicht geben, so wie noch viele andere Menschen auf der ganzen Welt. Das gibt mir Sicherheit und vielleicht auch euch.“, so Karin Gockeln, die erst 21jährige Sprecherin des Humanistischen Netzes.

Karin Gockeln vom Humanistischen Netz (r.)
Alle Fotos: Wolfgang Geissler
Sie forderte die Zuhörer auf, darüber nachzudenken, “was uns Sicherheit gibt und was vielleicht ein friedlicheres Miteinander ermöglichen könnte... Diese Wünsche und Hoffnungen müssen wir uns bewahren und dürfen nicht aufhören, nach ihnen zu handeln, zu denken und andere davon zu überzeugen. Durch diese Gedanken haben wir die Macht, dem Frieden ein Gesicht zu geben!“
Am gleichen Tag fanden in Köln außerdem eine Kundgebung gegen die von der Landesregierung geplanten massiven Einschränkungen des Bürgerfunks und der „Erste G8-Protest Gipfel“ statt. Offensichtlich hängen die Themen Krieg und Aufrüstung, Globalisierung und wirtschaftliche Ausbeutung sowie Medienmonopole und Lobbyismus zusammen. Wenn man eine andere Welt möglich machen will, wird es in Zukunft wichtig sein, diese Zusammenhänge zu erkennen und gemeinsam zu handeln.
Bilder von anderen Friedenszeichen rund um die Welt
Online-Flyer Nr. 87 vom 21.03.2007
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Viertes Weltfriedenszeichen in Köln
„Dem Frieden ein Gesicht geben“
Von Carl H. Ewald
Rund 150 Leute waren dem Aufruf der Kölner Humanisten, von „Kein Blut für Öl“ und des Kölner Buddhismus Zentrums gefolgt, um dem Frieden ein Gesicht zu geben. „Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre mehr machen und keine Kochtöpfe mehr machen – sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!“

Jan Pablo Neruda: „Sag NEIN!“
Mit diesen eindringlichen Worten Wolfgang Borcherts von 1946 eröffnete der Dichter und Liedermacher Jan Pablo Neruda das vierte menschliche Friedenszeichen in Köln – eindringliche Worte, die ihre Aktualität nicht verloren haben: Airbus muss angeblich dringend Leute entlassen, aber der Mutterkonzern EADS macht Milliardengewinne mit Rüstungsgeschäften; deutsche Tornados fliegen in zweifelhaftem Auftrag über Afghanistan, und der Kölner Erzbischof segnet Waffen und Soldaten.
Sag NEIN!
Dass sich die sicherheitspolitische Situation auf der Welt zuspitzt, spürt man allerorten. Und so kam es am vergangenen Wochenende in vielen Städten zu Demonstrationen und Kundgebungen: Von New York bis Budapest, von Maputo in Mosambik bis Mumbai in Indien bildeten Kriegsgegner menschliche Friedenszeichen, um den Rüstungsministern und -konzernen der Welt ein entschiedenes „NEIN zu sagen“. In Prag fanden sich über 1000 Teilnehmer zu einer Kundgebung ein, um gegen die Aufstellung eines US-amerikanischen Raketenschirms in der Nähe von Pilsen zu demonstrieren. Die tschechische Regierung will das Vorhaben gegen erheblichen Widerstand in der Bevölkerung durchs Parlament „boxen“.
„Europa ist geteilt, unterwirft sich der militärisch-politischen Strategie der USA, akzeptiert den Bau neuer Militärbasen und verstärkt dadurch die internationalen Spannungen!“, kritisierte Giorgio Schulze, europäischer Sprecher der Humanistischen Bewegung, die die Weltfriedenszeichen maßgeblich organisierte, auf einer Kundgebung in Rom. Auch die Bundesregierung unterstützt zunehmend die US-amerikanischen Machtinteressen im Nahen Osten, wie in der NRhZ zu lesen war.

„Der Domplatte ein friedliches Gesicht geben“
„Anfang März entschied der Bundestag, den völkerrechtswidrigen Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan auszuweiten. 83 Prozent der Bevölkerung sind gegen den Tornadoeinsatz!“, sagte Francis Byrne für „Kein Blut für Öl“ auf der Kundgebung am Dom: „Es mehren sich die Hinweise, dass ein Angriff auf den Iran bevorsteht. Doch die Rechnung der Bush-Krieger wird nicht aufgehen. Auch hier werden die Massen in Kämpfen gegen Sozialkürzungen und Lohnraub entdecken, dass eine andere Welt tatsächlich möglich ist. Miteinander nicht gegeneinander!“
Sag JA!
Mit diesem positiven Ausblick traf er die Grundstimmung der zahlreichen jugendlichen Teilnehmer am menschlichen Friedenszeichen. „So oft fühlt man sich bedroht, hat das Bedürfnis sich zu verteidigen, fühlt sich unsicher... Sicher ist aber, dass wir heute hier in Köln stehen und dem Frieden ein Gesicht geben, so wie noch viele andere Menschen auf der ganzen Welt. Das gibt mir Sicherheit und vielleicht auch euch.“, so Karin Gockeln, die erst 21jährige Sprecherin des Humanistischen Netzes.

Karin Gockeln vom Humanistischen Netz (r.)
Alle Fotos: Wolfgang Geissler
Sie forderte die Zuhörer auf, darüber nachzudenken, “was uns Sicherheit gibt und was vielleicht ein friedlicheres Miteinander ermöglichen könnte... Diese Wünsche und Hoffnungen müssen wir uns bewahren und dürfen nicht aufhören, nach ihnen zu handeln, zu denken und andere davon zu überzeugen. Durch diese Gedanken haben wir die Macht, dem Frieden ein Gesicht zu geben!“
Am gleichen Tag fanden in Köln außerdem eine Kundgebung gegen die von der Landesregierung geplanten massiven Einschränkungen des Bürgerfunks und der „Erste G8-Protest Gipfel“ statt. Offensichtlich hängen die Themen Krieg und Aufrüstung, Globalisierung und wirtschaftliche Ausbeutung sowie Medienmonopole und Lobbyismus zusammen. Wenn man eine andere Welt möglich machen will, wird es in Zukunft wichtig sein, diese Zusammenhänge zu erkennen und gemeinsam zu handeln.
Bilder von anderen Friedenszeichen rund um die Welt
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