NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

zurück  
Druckversion

Lokales
Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen
Mitmach- und Ausstellungsprojekt - Teil 17
Von Irmgard Kopetzky

Auch in dieser Ausgabe beteiligt sich die NRhZ an dem Mitmach- und Ausstellungsprojekt “Mein Beitrag für Köln” - anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der am 25. November stattfand. Wir veröffentlichen Ergebnisse des Projektes - solange der Vorrat reicht - und freuen uns, wenn sich unsere LeserInnen auch daran beteiligen. Die Redaktion
Die Idee für das Mitmachprojekt entstand im Jahr 2001. Ziel war, eine gut transportable, räumlich flexible Ausstellung zu konzipieren, an der sich alle KölnerInnen beteiligen können, und die dazu beiträgt, dass sich so viele Menschen wie möglich auf ihre Art mit dem Thema "Männergewalt an Mädchen und Frauen" auseinandersetzen.

Seit dem Start der Aktion im Herbst 2001 war die Ausstellung an den unterschiedlichsten Orten zu sehen: z.B. KOMED im Mediapark, in Bürgerämtern der Stadt Köln, diversen Schulen, im Rathaus Haus Neuerburg, sowie im Rahmen der diesjährigen Ausstellungskarawane in vielen Evangelischen Kirchen und in der JVA Ossendorf. Überall, wo sie gezeigt wird, werden die Menschen dazu motiviert, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Inzwischen gibt es über 150 Beiträge von der Schülerin bis hin zum Rentner, von der Schauspielerin bis hin zur Prostituierten oder vom Pfarrer bis hin zum Sexualstraftäter. Vieles erzählt - wenn auch nur zwischen den Zeilen - von eigener Betroffenheit.


Gewalt gegen Frauen


"Meine bedrohliche Geschichte: Einmal war ich bei Mc Donalds, da hat ein Mann mich beobachtet. Dann bin ich im C&A auf die Toilette gegangen, um zu sehen, ob er mich verfolgt. Er stand tatsächlich neben der Toilettentür. Ich bin rausgegangen und habe so getan, als ob ich ihn nicht sehe. Am Neumarkt habe ich einen Polizisten angesprochen, da ist der Mann weggelaufen. Auf dem Bahnsteig hat er mich wieder beobachtet. Ich bin in die Bahn gestiegen und dann habe ich ihn nicht mehr gesehen. Das habe ich meiner Mutter immer noch nicht erzählt. - Wovor hattest du am meisten Angst? - Wenn der mich irgendwo hinbringt und vergewaltigt."
(Aysun, Schülerin, 14 Jahre)



Gewalt gegen Frauen


"Kaleidoskop: Maria (22) wird von ihrem Chef regelmäßig sexuell belästigt. Aus Angst um ihren Job sagt sie nichts. Petra (43) – ihr Mann trinkt gerne zuviel. Seine Aggression entlädt sich regelmäßig in Schlägen. Am nächsten Morgen entschuldigt er sich stets. Elisabeth (72) ließ einen freundlichen jungen Mann in ihre Wohnung. Angeblich wollte er telefonieren. Stattdessen wurde sie niedergeschlagen und ausgeraubt. Stefanie (17) hungerte sich zu Tode, um dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Tina (32) ließ sich den Busen mit Silikon vergrößern, weil ihr Mann vollbusige Frauen mag. Seither hat sie ständig Schmerzen. Monika (49) musste die Gebärmutter entfernt werden. Diagnose: Krebs. Zwei Tage nach der OP teilte ihr Mann ihr mit, dass er sich scheiden lassen wird, weil sie nun keine vollwertige Frau mehr sei. Tanja (27) nahm nachts ein Taxi, um sicher nach Hause zu kommen. Sie wurde vom Fahrer vergewaltigt."
(Monika Blankenberg, 45 Jahre, Kabarettistin)

Online-Flyer Nr. 88  vom 28.03.2007

Druckversion     



Startseite           nach oben

KÖLNER KLAGEMAUER


Für Frieden und Völkerverständigung
FILMCLIP
FOTOGALERIE