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Wirtschaft und Umwelt
Deutsche Offensiven in Spanien und anderen EU-Staaten
Noch im April Iberia?
Von Hans Georg
Damit setzt die deutsche Wirtschaft ihren Angriff auf Firmen aus Spanien fort, wo der Energieriese E.ON soeben einen Teilerfolg erzielt hat. Zwar kann er den Madrider Versorger Endesa nicht vollständig übernehmen, erhält jedoch Zugriff auf attraktive Teile des Konzerns. Wie polnische Analysten nach dem Abschluss des Übernahmekampfes vermerken, sind mittelgroße EU-Staaten wie Spanien nicht mehr in der Lage, ihre nationalen Vorzeigeunternehmen erfolgreich gegen deutsche Offensiven zu verteidigen. Die Expansion deutscher Großkonzerne, darunter der Logistikriese Deutsche Bahn AG, trifft in zunehmendem Maße auch Italien und Frankreich. Rom und Paris verzeichnen zudem ebenso wie Madrid ein wachsendes Handelsbilanzdefizit gegenüber der Bundesrepublik, das den Abfluss ihrer Produktionsgewinne in die deutschen Wirtschaftszentralen beschleunigt.
Demnächst auch Chef von Iberia? – Wolfgang Mayrhuber
Foto: konzern.lufthansa.com
Stabiles Wachstum
Die deutsche Wirtschaftsexpansion, die schrittweise die süd- und westeuropäischen Konkurrenten schwächt, beruht auf einem stabilen Wachstumskurs. Wie die fünf führenden deutschen Forschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten mitteilen, rechnen sie für das laufende und für das nächste Jahr mit einem Wachstum von je 2,5 Prozent, deutlich mehr als die zuvor erwarteten 1,4 Prozent. Die Bundesregierung hebt ihre Prognose für 2007 entsprechend auf mindestens 2,0 Prozent an. Die neue Vorhersage bildet die Grundlage für die Anfang Mai beginnende Steuerschätzung. Ersten Vorausberechnungen zufolge kann der deutsche Staat dank der besseren Konjunktur mit Steuereinnahmen rechnen, die die bisherigen Schätzwerte um 60 bis 80 Milliarden Euro in den Jahren 2007 bis 2010 übertreffen.[1]
Unter Druck
Auch der deutsche Export verzeichnet weiterhin hohe Wachstumsraten. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Ausfuhren im Februar mit fast 78 Milliarden Euro um rund elf Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats, sie setzen damit den kontinuierlichen Zuwachstrend der vergangenen Jahre fort. Überdurchschnittlich (mit einem Plus von 14,7 Prozent) stiegen im Februar die Ausfuhren in die Länder der Europäischen Union (zwei Drittel aller Ausfuhren insgesamt), mit denen die deutschen Unternehmen 51,2 Milliarden Euro einlösten.[2] Der Überschuss in der außenwirtschaftlichen Leistungsbilanz stieg entsprechend um 3,7 Milliarden Euro auf 19,5 Milliarden Euro - ein Ergebnis von "Lohnzurückhaltung", die eine relativ billige Produktion und damit anhaltend hohe Exportraten innerhalb der Euro-Zone möglich mache, heißt es bei der Bundesbank. Ihre Experten verweisen darauf, dass westeuropäische Konkurrenten wegen ihres wachsenden Handelsbilanzdefizits gegenüber der Bundesrepublik unter Druck geraten; dies gelte insbesondere für Spanien, Italien und Frankreich.[3]
Quantensprung
Die drei Staaten sehen sich zusätzlich mit Expansionsbestrebungen deutscher Konzerne konfrontiert. In Frankreich steht der schon länger erwartete Einstieg des ehemaligen Staatsunternehmens Deutsche Bahn, eines der weltgrößten Logistikunternehmen, beim französisch-belgischen Schnellzugbetreiber Thalys International kurz vor dem Durchbruch. Dies bestätigt ein Bahn-Sprecher; die Transaktion ist demnach bereits beim Bundeskartellamt angemeldet. Die Deutsche Bahn will sich mit zehn Prozent an Thalys beteiligen, wo bislang allein die französische Staatsbahn SNCF (70 Prozent) und die belgische SNCB (30 Prozent) die Kontrolle ausüben.
Darüber hinaus strebt der deutsche Konzern eine stärkere Expansion im internationalen Hochgeschwindigkeitsverkehr an. Bis 2012 soll der EU-Markt für den grenzüberschreitenden Bahnverkehr vollständig geöffnet sein, Verkehrsstrategen planen ein dichtes Schnellbahnnetz zwischen den Großstädten Europas. Die Deutsche Bahn, deren Züge bereits in die Schweiz, die Niederlande, nach Belgien und Österreich fahren, will an führender Stelle mitmischen. Einen "richtigen Quantensprung" kündigt der Konzern für den 10. Juni an. An diesem Tag werden die Deutsche Bahn und die französische Staatsbahn SNCF ein Gemeinschaftsunternehmen gründen (Sitz: Saarbrücken), das zwei binationale Zugverbindungen (Paris-Saarbrücken-Frankfurt am Main und Paris-Stuttgart) betreibt.[4]
Konzentration
Auch die Deutsche Lufthansa - früher ebenfalls zu großen Teilen im Besitz der Öffentlichen Hand - bemüht sich um neue Übernahmen und zielt auf südeuropäische Länder. Das Unternehmen gehört zu den bedeutendsten europäischen Fluggesellschaften und hat 1997 mit der Gründung des Luftfahrtbündnisses Star Alliance den weltweit führenden Zusammenschluss im Luftverkehr initiiert. Im fortschreitenden Konzentrationsprozess der Branche will der deutsche Konzern seine Position stärken und stellt die Übernahme der beiden südeuropäischen Airlines Iberia und Alitalia in Aussicht. Während sich in Italien Widerstand regt, haben sich die Deutsche Lufthansa und Iberia, der Marktführer bei Flügen aus Europa nach Mittel- und Südamerika, Berichten zufolge bereits auf ein Kaufangebot für die spanische Fluggesellschaft geeinigt.[5]

Wulf Bernotat - mit E.ON in ganz Europa präsent
Foto: www.eon.com
Teilerfolg
In Spanien hatte zuvor der Düsseldorfer Energieriese E.ON einen wichtigen Teilerfolg erzielt. Zwar konnte der Konzern den Madrider Versorger Endesa nach erbittertem Widerstand spanischer Politiker und Manager nicht vollständig übernehmen; das italienische Energieunternehmen Enel und der spanische Baukonzern Acciona verhinderten letztlich die angestrebte Mehrheitsübernahme. Dennoch wird E.ON ein umfangreiches Beteiligungspaket erhalten, dessen Volumen bei rund zehn Milliarden Euro liegen soll - ein Viertel des Gesamtwerts von Endesa. E.ON erhält demnach Zugang zum spanischen Markt und übernimmt die bisherige Enel-Tochter Viesgo, die um Endesa-Kraftwerke verstärkt werden soll. Schon mittelfristig kommt E.ON damit in Spanien auf einen Marktanteil von zehn Prozent und wird der viertgrößte Versorger des Landes. Zudem eignet sich der Düsseldorfer Konzern zahlreiche Endesa-Ableger in weiteren europäischen Staaten an.
Mit der Übernahme von Kraftwerken in Italien steigt E.ON dort ebenfalls zum viertgrößten Stromerzeuger auf und kann seine bisherigen Strom- und Gashandels-Aktivitäten ergänzen. In Frankreich bekommt die deutsche Firma das Unternehmen Endesa France/SNET, erhält damit erstmals Zugang zum französischen Markt und wird sofort zur Nummer drei in der Stromproduktion. Hinzu kommen weitere Beteiligungen in Polen und in der Türkei.[6] "E.ON erhält (...) Aktiva in Südeuropa und wird dadurch ein Energiekonzern mit wesentlichem Potential in fast allen EU-Staaten", resümieren polnische Analysten.[7]
Vor dem Angriff
Über die deutsche Wirtschaftspresse (Überschrift: "Nach dem Rückzug ist vor dem Angriff") lässt E.ON zudem verlauten, die nun nicht für den Kauf von Endesa benötigten Milliardenbeträge sollten für weitere Zukäufe eingesetzt werden. "Wir haben mehr Gelegenheiten für unser künftiges Wachstum auf anderen Märkten, zum Beispiel in Russland", erklärt E.ON-Chef Wulf Bernotat. Der Konzern sieht nach der Einigung mit den Rivalen Enel und Acciona zudem gute Chancen für die weitere Expansion in West- und Südeuropa. Dort erreichen - nicht anders als in Deutschland - viele Kraftwerke in den kommenden Jahren das Ende ihrer Laufzeit. Die EU-Kommission hat erst kürzlich "erhebliche Investitionen" angemahnt, um die alternden Kraftwerke zu ersetzen. Für E.ON ergeben sich damit Möglichkeiten, die eingesparte Summe in Großinvestitionen in der Stromerzeugung anzulegen und damit die eigene Marktposition im Ausland zu stärken. Dies betrifft, heißt es in Fachkreisen, vor allem Frankreich, Italien und Spanien.[8]
[1] Institute erwarten deutlich höheres Wachstum; Financial Times Deutschland 13.04.2007. Deutsche Wirtschaft: Experten bestätigen stabilen Wachstumskurs; Frankfurter Rundschau 13.04.2007
[2] Deutsches Exportplus unerwartet hoch; Die Welt 10.04.2007
[3] Deutsche Überschüsse setzen andere EU-Staaten unter Druck; Frankfurter Rundschau 11.04.2007.
[4] Deutsche Bahn unmittelbar vor Einstieg bei Thalys; Dow Jones Newswires 11.04.2007. Bahn fährt auf den Thalys ab; Berliner Zeitung 13.04.2007. und
[5] Lufthansa will Iberia und Alitalia schlucken; Die Welt 10.04.2007. Lufthansa greift angeblich nach Iberia; Financial Times Deutschland 11.04.2007.
[6] E.ON einigt sich mit Rivalen. Endesa wird zerschlagen; Handelsblatt 03.04.2007.
[7] Pyrrusowe zwyciestwo Madrytu: E.ON nie przejal Endesy; Best OSW 12.04.2007
[8] Nach dem Rückzug ist vor dem Angriff; Manager Magazin 03.04.2007. E.ON liebäugelt mit Russlands Energiemarkt; Die Welt 04.04.2007. E.ON plant neue Kraftwerke im Ausland; Financial Times Deutschland 10.04.2007
Mehr über deutsche Außenpolitik in www.german-foreign-policy.com
Online-Flyer Nr. 92 vom 25.04.2007
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Wirtschaft und Umwelt
Deutsche Offensiven in Spanien und anderen EU-Staaten
Noch im April Iberia?
Von Hans Georg
Damit setzt die deutsche Wirtschaft ihren Angriff auf Firmen aus Spanien fort, wo der Energieriese E.ON soeben einen Teilerfolg erzielt hat. Zwar kann er den Madrider Versorger Endesa nicht vollständig übernehmen, erhält jedoch Zugriff auf attraktive Teile des Konzerns. Wie polnische Analysten nach dem Abschluss des Übernahmekampfes vermerken, sind mittelgroße EU-Staaten wie Spanien nicht mehr in der Lage, ihre nationalen Vorzeigeunternehmen erfolgreich gegen deutsche Offensiven zu verteidigen. Die Expansion deutscher Großkonzerne, darunter der Logistikriese Deutsche Bahn AG, trifft in zunehmendem Maße auch Italien und Frankreich. Rom und Paris verzeichnen zudem ebenso wie Madrid ein wachsendes Handelsbilanzdefizit gegenüber der Bundesrepublik, das den Abfluss ihrer Produktionsgewinne in die deutschen Wirtschaftszentralen beschleunigt.
Demnächst auch Chef von Iberia? – Wolfgang MayrhuberFoto: konzern.lufthansa.com
Stabiles Wachstum
Die deutsche Wirtschaftsexpansion, die schrittweise die süd- und westeuropäischen Konkurrenten schwächt, beruht auf einem stabilen Wachstumskurs. Wie die fünf führenden deutschen Forschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten mitteilen, rechnen sie für das laufende und für das nächste Jahr mit einem Wachstum von je 2,5 Prozent, deutlich mehr als die zuvor erwarteten 1,4 Prozent. Die Bundesregierung hebt ihre Prognose für 2007 entsprechend auf mindestens 2,0 Prozent an. Die neue Vorhersage bildet die Grundlage für die Anfang Mai beginnende Steuerschätzung. Ersten Vorausberechnungen zufolge kann der deutsche Staat dank der besseren Konjunktur mit Steuereinnahmen rechnen, die die bisherigen Schätzwerte um 60 bis 80 Milliarden Euro in den Jahren 2007 bis 2010 übertreffen.[1]
Unter Druck
Auch der deutsche Export verzeichnet weiterhin hohe Wachstumsraten. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Ausfuhren im Februar mit fast 78 Milliarden Euro um rund elf Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats, sie setzen damit den kontinuierlichen Zuwachstrend der vergangenen Jahre fort. Überdurchschnittlich (mit einem Plus von 14,7 Prozent) stiegen im Februar die Ausfuhren in die Länder der Europäischen Union (zwei Drittel aller Ausfuhren insgesamt), mit denen die deutschen Unternehmen 51,2 Milliarden Euro einlösten.[2] Der Überschuss in der außenwirtschaftlichen Leistungsbilanz stieg entsprechend um 3,7 Milliarden Euro auf 19,5 Milliarden Euro - ein Ergebnis von "Lohnzurückhaltung", die eine relativ billige Produktion und damit anhaltend hohe Exportraten innerhalb der Euro-Zone möglich mache, heißt es bei der Bundesbank. Ihre Experten verweisen darauf, dass westeuropäische Konkurrenten wegen ihres wachsenden Handelsbilanzdefizits gegenüber der Bundesrepublik unter Druck geraten; dies gelte insbesondere für Spanien, Italien und Frankreich.[3]
Quantensprung
Die drei Staaten sehen sich zusätzlich mit Expansionsbestrebungen deutscher Konzerne konfrontiert. In Frankreich steht der schon länger erwartete Einstieg des ehemaligen Staatsunternehmens Deutsche Bahn, eines der weltgrößten Logistikunternehmen, beim französisch-belgischen Schnellzugbetreiber Thalys International kurz vor dem Durchbruch. Dies bestätigt ein Bahn-Sprecher; die Transaktion ist demnach bereits beim Bundeskartellamt angemeldet. Die Deutsche Bahn will sich mit zehn Prozent an Thalys beteiligen, wo bislang allein die französische Staatsbahn SNCF (70 Prozent) und die belgische SNCB (30 Prozent) die Kontrolle ausüben.
Darüber hinaus strebt der deutsche Konzern eine stärkere Expansion im internationalen Hochgeschwindigkeitsverkehr an. Bis 2012 soll der EU-Markt für den grenzüberschreitenden Bahnverkehr vollständig geöffnet sein, Verkehrsstrategen planen ein dichtes Schnellbahnnetz zwischen den Großstädten Europas. Die Deutsche Bahn, deren Züge bereits in die Schweiz, die Niederlande, nach Belgien und Österreich fahren, will an führender Stelle mitmischen. Einen "richtigen Quantensprung" kündigt der Konzern für den 10. Juni an. An diesem Tag werden die Deutsche Bahn und die französische Staatsbahn SNCF ein Gemeinschaftsunternehmen gründen (Sitz: Saarbrücken), das zwei binationale Zugverbindungen (Paris-Saarbrücken-Frankfurt am Main und Paris-Stuttgart) betreibt.[4]
Konzentration
Auch die Deutsche Lufthansa - früher ebenfalls zu großen Teilen im Besitz der Öffentlichen Hand - bemüht sich um neue Übernahmen und zielt auf südeuropäische Länder. Das Unternehmen gehört zu den bedeutendsten europäischen Fluggesellschaften und hat 1997 mit der Gründung des Luftfahrtbündnisses Star Alliance den weltweit führenden Zusammenschluss im Luftverkehr initiiert. Im fortschreitenden Konzentrationsprozess der Branche will der deutsche Konzern seine Position stärken und stellt die Übernahme der beiden südeuropäischen Airlines Iberia und Alitalia in Aussicht. Während sich in Italien Widerstand regt, haben sich die Deutsche Lufthansa und Iberia, der Marktführer bei Flügen aus Europa nach Mittel- und Südamerika, Berichten zufolge bereits auf ein Kaufangebot für die spanische Fluggesellschaft geeinigt.[5]

Wulf Bernotat - mit E.ON in ganz Europa präsent
Foto: www.eon.com
Teilerfolg
In Spanien hatte zuvor der Düsseldorfer Energieriese E.ON einen wichtigen Teilerfolg erzielt. Zwar konnte der Konzern den Madrider Versorger Endesa nach erbittertem Widerstand spanischer Politiker und Manager nicht vollständig übernehmen; das italienische Energieunternehmen Enel und der spanische Baukonzern Acciona verhinderten letztlich die angestrebte Mehrheitsübernahme. Dennoch wird E.ON ein umfangreiches Beteiligungspaket erhalten, dessen Volumen bei rund zehn Milliarden Euro liegen soll - ein Viertel des Gesamtwerts von Endesa. E.ON erhält demnach Zugang zum spanischen Markt und übernimmt die bisherige Enel-Tochter Viesgo, die um Endesa-Kraftwerke verstärkt werden soll. Schon mittelfristig kommt E.ON damit in Spanien auf einen Marktanteil von zehn Prozent und wird der viertgrößte Versorger des Landes. Zudem eignet sich der Düsseldorfer Konzern zahlreiche Endesa-Ableger in weiteren europäischen Staaten an.
Mit der Übernahme von Kraftwerken in Italien steigt E.ON dort ebenfalls zum viertgrößten Stromerzeuger auf und kann seine bisherigen Strom- und Gashandels-Aktivitäten ergänzen. In Frankreich bekommt die deutsche Firma das Unternehmen Endesa France/SNET, erhält damit erstmals Zugang zum französischen Markt und wird sofort zur Nummer drei in der Stromproduktion. Hinzu kommen weitere Beteiligungen in Polen und in der Türkei.[6] "E.ON erhält (...) Aktiva in Südeuropa und wird dadurch ein Energiekonzern mit wesentlichem Potential in fast allen EU-Staaten", resümieren polnische Analysten.[7]
Vor dem Angriff
Über die deutsche Wirtschaftspresse (Überschrift: "Nach dem Rückzug ist vor dem Angriff") lässt E.ON zudem verlauten, die nun nicht für den Kauf von Endesa benötigten Milliardenbeträge sollten für weitere Zukäufe eingesetzt werden. "Wir haben mehr Gelegenheiten für unser künftiges Wachstum auf anderen Märkten, zum Beispiel in Russland", erklärt E.ON-Chef Wulf Bernotat. Der Konzern sieht nach der Einigung mit den Rivalen Enel und Acciona zudem gute Chancen für die weitere Expansion in West- und Südeuropa. Dort erreichen - nicht anders als in Deutschland - viele Kraftwerke in den kommenden Jahren das Ende ihrer Laufzeit. Die EU-Kommission hat erst kürzlich "erhebliche Investitionen" angemahnt, um die alternden Kraftwerke zu ersetzen. Für E.ON ergeben sich damit Möglichkeiten, die eingesparte Summe in Großinvestitionen in der Stromerzeugung anzulegen und damit die eigene Marktposition im Ausland zu stärken. Dies betrifft, heißt es in Fachkreisen, vor allem Frankreich, Italien und Spanien.[8]
[1] Institute erwarten deutlich höheres Wachstum; Financial Times Deutschland 13.04.2007. Deutsche Wirtschaft: Experten bestätigen stabilen Wachstumskurs; Frankfurter Rundschau 13.04.2007
[2] Deutsches Exportplus unerwartet hoch; Die Welt 10.04.2007
[3] Deutsche Überschüsse setzen andere EU-Staaten unter Druck; Frankfurter Rundschau 11.04.2007.
[4] Deutsche Bahn unmittelbar vor Einstieg bei Thalys; Dow Jones Newswires 11.04.2007. Bahn fährt auf den Thalys ab; Berliner Zeitung 13.04.2007. und
[5] Lufthansa will Iberia und Alitalia schlucken; Die Welt 10.04.2007. Lufthansa greift angeblich nach Iberia; Financial Times Deutschland 11.04.2007.
[6] E.ON einigt sich mit Rivalen. Endesa wird zerschlagen; Handelsblatt 03.04.2007.
[7] Pyrrusowe zwyciestwo Madrytu: E.ON nie przejal Endesy; Best OSW 12.04.2007
[8] Nach dem Rückzug ist vor dem Angriff; Manager Magazin 03.04.2007. E.ON liebäugelt mit Russlands Energiemarkt; Die Welt 04.04.2007. E.ON plant neue Kraftwerke im Ausland; Financial Times Deutschland 10.04.2007
Mehr über deutsche Außenpolitik in www.german-foreign-policy.com
Online-Flyer Nr. 92 vom 25.04.2007
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