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Literatur
Spaniens Himmel breitet seine Sterne ... oder
Ein Lied kehrt zurück - Folge 20
Von Christina Seidel und Kurt Wünsch
Es war Dolores nicht gut gegangen in den letzten zwei Tagen. Mora – Barcelona und zurück nach Madrid, 600 Kilometer auf einem Ritt und das schlechte Gewissen Felix gegenüber hatten sie mehr als genug belastet. Sie hatte spät abends die Hauptstadt erreicht, in ihrer Einraumwohnung in der Calle Real geduscht und sich erschöpft auf ihr Bett geworfen. Zum wiederholten Male war Felix vor ihren geistigen Augen aufgetaucht, gerade im Kampf mit dem Pfau, als das Telefon klingelte.
Für einen winzigen aufregenden Moment hatte sie gedacht, er ruft an, dann
war sie über Christophs laute vorwurfsvolle Stimme erschrocken. »Wieso ist
dein Handy ausgestellt? Dolores, wo warst du? Was treibst du? Lässt mich einfach vier Tage ohne Nachricht. Ich habe herumtelefoniert, bis ich endlich über Pierre Sanders von dir hörte. Warum stellst du dein Handy aus?«
Dolores hatte Migräne vorgeschoben, aber Christoph hatte nicht lockergelassen und von Entzugserscheinungen gefaselt.
»Komm nach Wien! Ich muss dich sehen! Ich buche den Flug. Gleich morgen früh.«
Sie war entsetzt aufs Bett zurückgefallen. »Spinnst du, ich muss den Mietwagen zurückbringen, bin völlig ausgepumpt, meine Migräne, übermorgen vielleicht, frühestens übermorgen …«
Die Migräne stellte sich am nächsten Morgen prompt ein.
Am Tag darauf wartete sie wie verabredet vor dem Abfertigungsgebäude des
Flughafens. Sie trug eine grüne knielange Leinenhose und einen Top in derselben Farbe, die Sonnenbrille saß auf der Stirn. Neben ihr stand ein schwarzer Koffer und die passende Reisetasche. Natürlich ahnte sie, wen ihr Großvater mitbringen wollte. Ein Wink des Schicksals?
Als sie die beiden sah, rannte sie ihnen entgegen und warf sich Meerhofer
um den Hals. Küsschen auf die rechte, auf die linke Wange. »Danke, du bist ein Schatz!« Und dann dieselbe Prozedur mit Felix, als ob nichts gewesen wäre.
»Nein, so eine Überraschung, das gibt's nicht. Du! Ich hab's zwar fast geahnt, aber …, wie bist's nach Wien gekommen? Erzähl!«
Sie henkte sich bei ihrem Großvater ein und der zog, trotz ihres Protestes, die Reisetasche bis zum Parkhaus hinter sich her. Felix nahm mit versteinerter Miene den Koffer und folgte ihnen wie ein bezahlter Träger. Einmal drehte sie sich kurz um und warf ihm einen Blick zu, der ihm die Röte in die Wangen trieb. Im Wagen nahm sie in selbstverständlicher Weise auf dem Beifahrersitz Platz und forderte Felix nicht noch einmal zum Erzählen auf. Sie führte die Unterhaltung allein, berichtete ihrem Großvater von Sanders und Lorenzo, lobte Felix, dessen Kenntnisse über den Bürgerkrieg, seine Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. »Typisch deutsch eben«, betonte sie ohne jeden ironischen Unterton.
»Josè Taberna hast du ja leider, wie soll ich sagen, verpasst oder versäumt
oder außen vor gelassen, und Carlos und Isabella genauso«, bemerkte Felix auf dem Rücksitz. Er begann weitschweifig von Josès Gastfreundschaft zu erzählen, von Carlos Führung durch Barcelona und als er gerade noch einmal Isabella erwähnte, klingelte das Autotelefon. »Verfluchte Erfindung«, schimpfte Meerhofer.
»Selbst hier hat man vor diesen Dingern keine Ruhe. Ein Geschenk meiner
Frau. Völlig überflüssig. Lass es klingeln, Dolores.«
Schließlich nahm die doch genervt den Hörer ab. »Servus Verena«, sagte sie
erfreut, »ja, er sitzt neben mir. Wart …«
Meerhofer winkte ab.
»Weil er sich aufs Fahren konzentrieren muss, nehme ich an. Was …, heuer …? A geh, ja, ich richt's aus. Ba, ba, bis bald.« Sie legte auf.
»Du bist verabredet, Horst«, sagte sie. »Mit deiner Frau!«
»Verabredet? Ich? Wann? Wo?«
»Heuer. 13 Uhr. Du wollt's sie abholen von zu Haus und dann …«
»Ach herjeh, wie Schuppen von den Augen fällt's mir, einen Anzug wollten
wir kaufen. Für mich, einen Anzug. Was kann's Schlimmeres geben, als einen Anzug mit seiner Frau zu kaufen …« Meerhofer schaute bemitleidenswert unglücklich aus. »Ja. Dann hat's eben heuer ein End mit dem Interview. Morgen wieder, wenn's recht ist. Wo schlaft's denn eigentlich, junger Freund?«
Felix zuckte verlegen mit den Schultern. »Wien hat ausreichend Parkbänke.«
»Nix da«, entschied Meerhofer nach kurzer Überlegung, »da weiß ich Besseres.
Du kennst sie auch, Dolores. Gib mir mal den Hörer. Manchmal ist das
Ding ja doch nützlich.«
Das »Bessere« sollte Erna Weißbrot sein. »Die alte Dame ist 80, malt, fährt
einen Volvo und fotografiert am liebsten Himmel«, sagte Dolores. »Vielleicht,
damit sie sich später mal darin zurechtfindet«, fügte ihr Großvater, bevor er
wählte, lachend hinzu.
»Horst Meerhofer hier. Servus Erna. Ist deine Wohnung frei? Sehr gut. Ich
hab hier einen jungen Mann, der sich für den Spanischen Bürgerkrieg interessiert.
Ja, so was gibt's auch noch. Gut, bis gleich.« Er legte auf. »Das wäre geregelt.
Erna wohnt seit zwei Jahren in einem Seniorenheim, hat aber ihre Wohnung
in der Wilhelminenstraße behalten. Ich fahr Euch hin, und sie wird den
Schlüssel bringen. Kannst dort bleiben, so lang du willst, hat sie gesagt. Ihr Mann war Arzt und Spanienkämpfer. Und du, Dolores? Fährst mit?«
Die junge Frau nickte. »Fein. Dös passt also. Und morgen, Bub, punkt acht im Dokumentationsarchiv. Wenn's da schon ausgeschlafen hast.«
3.
Erna war zwei Köpfe kleiner als Felix, weder dick noch dünn, eher kräftig. Felix schätzte sie auf Anfang 70. Ihr Händedruck war fest, sogar leicht schmerzhaft.
Neugierig musterte sie den jungen Mann. »Und Dolores haben's auch mitgebracht.
Wie alt sind's denn? 17? Gell, da kann ich noch du sagen?« Sie nickte
Felix freundlich zu, um anschließend gleich Dolores eingehend zu betrachten.
»Bist bald fertig mit deiner Magisterarbeit? Wirst immer hübscher, Madel. Der Christoph muss aufpassen! Wie geht's dem Bub? Ist er immer noch mit verkalkten Arterien und Blasenleiden beschäftigt? Aber jetzt verabschieden wir uns erst einmal von dem lieben Horsti …«
Auf der Treppe zur Wohnung fragte sie Felix. »Willst auch über den Peppi
schreiben? Das hätte ihn aber sehr gefreut. Auf den Horst, der dich gebracht
hat, musste mein Mann immer besonders aufpassen, weil er sich um Kopf und Kragen gredet hat. Der Horst hat bei der Kripo gearbeitet und später bei der UNO-Schutztruppe in Zypern und Beirut. Einmal hat ein Neffe des Ministers den Hitlergruß benutzt. Der Horst hat das gemeldet und Ärger bekommen.«
»Den Hitlergruß?«, fragte Felix erstaunt. »Wann das denn?«
»1972, bei den United Nations auf Zypern.«
»Und weil Herr Meerhofer das meldete, bekam er Ärger?«
Die alte Dame nickte. »Österreich hat nach dem Krieg erfolgreich die Opferrolle gegeben. Erst heuer erinnert man langsam daran, wie begeistert Hitler in Wien von vielen, ich betone vielen begrüßt wurde. Und die Nazis tauchten später nicht nur ab.«
Um ihre Mundwinkeln spielte ein Lächeln. »Sprichst du immer aus, was du
denkst, Felix?«
Der drehte seinen Kopf unbewusst in Dolores Richtung.
Erna war ohne die Antwort abzuwarten, die letzte Treppe zur Wohnung hinauf
gekeucht. Drinnen öffnete sie die Tür zu einem kleinen Zimmer mit einer Liege rechts neben der Tür und einem leeren Schreibtisch unter dem Fenster, die Wände voll gestellt mit Bücherregalen. »Das war Peppis Zimmer. Hier kannst du schlafen, Felix. Willst was hören von meinem Mann? Über ihn erzähl ich zu jeder Tages- und Nachtzeit gern. Oder willst was anderes …?«
Felix sagte nichts, schüttelte nur lächelnd den Kopf.
Erna winkte. »Kommt's mir nach ins Wohnzimmer«, und nachdem sie über
den kleinen Flur ein modern eingerichtetes helles Zimmer mit großer Balkontür, brauner Ledergarnitur und einem Bücherregal, das die ganze Wand einnahm, betreten hatten, sagte sie: »Fünf Jahre ist er nun schon tot, mein Peppi.
Nein, wo ist nur die Zeit hin? Und ich frage immer noch so oft: Was würde wohl mein Peppi dazu sagen? Jetzt hätte er bestimmt ein Flascherl Wein geholt. Ja, auch wenn wir es erst«, sie blickte zur Uhr, »nach Zwei haben. Oder wollt ihr lieber Saft? Wir müssen doch anstoßen, auf Spanien und die Interbrigadisten.
Die haben ihre Siege auch gefeiert und nicht nur mit Wasser! Geh Bub, schau doch mal in den Keller, gleich die erste Tür unten links, ein Flascherl findest bestimmt.«
Als Felix zurückkam, standen auf dem Tisch nicht nur drei Gläser, sondern
auch Käse, Butter, Schwarzbrot und Oliven. »Wir Frauen können eben mitunter zaubern«, sagte Erna und warf Dolores einen verschwörerischen Blick zu. Sie nahm Felix die Flasche ab, entfernte routiniert den Korken und goss ein.
»Nein, ein Held war mein Peppi wirklich nicht. Im kleinen Leben war er ein
Patsch. Furchtbar ungeschickt. Aber daran war seine Mutter schuld. Ihr Goldsohn durfte nichts berühren im Haushalt. Das rächte sich dann. Kurzschlüsse habe ich repariert. Den Teefilter hat er verkehrt herum gesteckt und Würstchen im Kochtopf gebraten. Aber liab war er. Jede Woche hat er sich einen neuen Kosenamen für mich ausgedacht.« Sie lachte leise und stieß mit Felix und Dolores an. »Auf die Zukunft. Ihr habt noch alles vor euch. Beginnen ist das Schönste im Leben. Wenn man's noch kann.« Felix griff nach dem Käse.
»Heuer hätte Peppi 70 000 Schilling als Entschädigung für seinen Einsatz
in Spanien gekriegt. So lange hat's gedauert im schönen Österreich. Die warten wohl darauf, dass alle mausetot sind, an die sie zahlen müssen. Mich
wollten sie dann mit einem Gnadengeld abspeisen. Danke vielmals, hab ich
geantwortet. Man hat schließlich seinen Stolz, stimmst?« Sie stieß noch einmal mit den beiden jungen Leuten an. »Trinkt und esst! In der Gaststätte hat der Peppi immer das teuerste Gericht bestellt. Ich musste so viel hungern, hat er gesagt, in Spanien, Frankreich und im KZ. Jetzt will ich mein Essen genießen.
Natürlich hat der Peppi nicht nur pausenlos gegessen, sondern meist gearbeitet.
Von früh bis abends kranken Menschen geholfen. Er hat doch nach dem
Krieg Medizin studiert. Von armen Patienten hat mein Mann oft kein Geld verlangt.
Gut, dass ich auch was verdient habe und später eine schöne Pension
bekam.
Und gedichtet. Ja, ein Dichter war er auch, mein Peppi!« Sie stand auf und
zog ein Buch aus dem Regal. »Das ist zu seinem 60. Geburtstag erschienen. Einige Verse kann ich auswendig.«
»Würden Sie …?«
»Meint's wirklich …? Na gut.« Sie bemühte sich aufrecht zu stehen, zupfte an ihrem Strickkleid herum und deklamierte ohne steckenzubleiben:
»Wir sind die Toten, die lebendig sind.
Obwohl wir leben, hat man uns begraben.
Von tausend Freuden, die die andern haben,
bleibt nur die Hoffnung, dass die Zeit verrinnt.
Wir sind wie Wesen zwischen Tag und Nacht.
Wir flüstern nur und schleichen wie Gespenster.
Nur mattes Licht dringt durch die Gitterfenster Und trüb ist alles, was man denkt und macht.
Wir sind die Augen, die noch sehen, blind.
Sind Kerzen, die verglimmen und nicht brennen.
Sind Geister, die die Ruh nicht finden können.
Wir sind die Toten, die noch hungrig sind.
Sie wiederholte die letzte Zeile und fügte leise hinzu: »Im KZ hat's mein Peppi geschrieben.«
Felix blickte betreten zum Boden. Eine Weile herrschte Schweigen im Raum.
»Nun schaut nicht so deppert«, fing Erna wieder an. »Mein Peppi hat nie so
deppert gschaut. Auch die anderen Interbrigadisten nicht. Das bringt nichts,
hat er oft gesagt, gaffen wie ein Ochs vorm Schlachter. Das Leben ist rund, Erna!«
Sie hielt Felix das Buch hin. »Ich schenks dir. Hab noch eins. Vielleicht kannst's brauchen.«
Felix bedankte sich erfreut, blätterte darin und las sich fest.
»Wie lang war Peppi eigentlich von zu Hause fort?«, fragte Dolores.
»Neun Jahre. Von 1936 bis 1945. Spanien, Frankreich – Internierungslager,
Dachau. Stellt euch vor, als er endlich 1945 nach Hause kam, hat seine Mutter gesagt: Gut, dass du erst jetzt erscheinst. Wir hatten nämlich nichts zu essen für dich. Das kann man Humor nennen, gell? Den hatten die Menschen früher mehr als heute, glaube ich. Immer schön satt bekommt ihnen sowieso nicht.«
Erna blickte zum lesenden Felix. »Interessiert dich dös, was ich daher red?
Musst's halt sagen, wenn's dich langweilt. Bist wohl ein Stiller. Mein Mann hat immer und überall sogleich mit allen geredet und sich eingemischt in die Politik.
Wenn ich Bürgermeister wär, hat er gesagt, würde ich jeden Abend auf der Straße mit den Leuten reden. Auch mit mir hat er über Politik gredet. Obwohl ich wenig Ahnung hatte. Aber er hat mich anerkannt. Gegenseitige Annerkennung ist das Allerwichtigste in einer Beziehung. Hast's auch eine kleine Freundin, Bub?«
Felix griff verlegen zum Glas. Dolores saß kerzengerade und sah ihn gespannt an. Weil er schon viel zu lange mit der Antwort gezögert hatte, schloss Erna messerscharf: »Also host keine. Na, was nicht ist, wird ja bestimmt noch werden!
Spanien blieb Peppis Liebe auch nach dem Krieg. Wenn wir dort im Taxi gefahren sind, mussten wir mal mehr und mal weniger als normal bezahlen.«
»Wie das denn?«
»Mein Mann sprach perfekt spanisch, weißt du. Fast alle Interbrigadisten haben diese Sprache gelernt. Den Taxifahrern in Spanien hat Peppi lang und breit erzählt, wie er bis 1939 für die Republik im Graben gelegen hat. Der Fahrpreis ergab sich dann aus den unterschiedlichen politischen Einstellungen der Chauffeure.
Verstehst du?«
Felix nickte. Jetzt wollte er doch etwas fragen. »Hat ihr Mann auch was über
den Sieg der Faschisten in der spanischen Hauptstadt erzählt?«
»Von Francos Sieg in Madrid?« Die alte Frau überlegte.
»Peppi hat immer von Verrat gesprochen. Im Rundfunk hätte plötzlich der
Rechtsozialist Don Julian Beteiro nicht wie üblich liebe Genossen, sondern liebe Bürger Madrids gesagt. Er, der Militärkommandant von Madrid Oberst Casado und andere haben kapituliert, das heißt Madrid verraten. Ja, das hat mein Mann immer wieder in Wallung versetzt.«
»Aber war Widerstand nicht sinnlos geworden? Anfang Februar war Katalonien gefallen, die Interbrigadisten hatten das Land verlassen …?«
»Peppi, Ministerpräsident Negrin und die Kommunisten sahen das anders!«
Erna widersprach lauter als notwendig.
»Ist schon gut, Erna«, beruhigte sie Dolores. »Dann wird's wohl auch anders
gewesen sein.« Sie zwinkerte mit den Augen in Richtung Felix. »Weil's immer anders ist, als manche denken.«
»Du hast Recht, Madel. Ihr denkt zum Beispiel jetzt, dass ich immer weiter
rede. Da habt's euch aber geschnitten. Ich geh jetzt nämlich. Um drei beginnt
mein Computerkurs. Aber er war wirklich originell, mein Peppi. Wenn ich im
Auto neben ihm saß, hat er immer gesagt: So, worüber soll ich dir jetzt erzählen.
Jetzt kannst mir nicht entkommen. Er hat hundertmal dasselbe erzählt und jedes Mal anders.«
Sie schwieg sinnend, um plötzlich aufzustehen.
»Also gell, ich muss los. Dolores, du musst dem Felix Wien zeigen. Wollt's
mein Auto nehmen? Ihr fahrt's mich noch zum Fortuna-Park und morgen in
der Früh bringt's mir den Wagen hoffentlich heil wieder. Ich besitz auch noch
Briefe von Peppi.«
Spaniens Himmel ...oder Ein Lied kehrt zurück", Bestell-Nr. 60146,2006, 206 S., zahlr. Abb., 2 Karten, geb., 14.90
Euro Pahl-Rugenstein Verlag Nachfolger GmbH,
Breite Str. 47, 53111 Bonn,
Tel. 0228 63 23 06, Fax 0228 63 49 68,
Email: prv@che-chandler.com
www.pahl-rugenstein.de
Copyright © 2006 Pahl-Rugenstein Verlag - Alle Rechte vorbehalten, ISBN 3-89144-373-0, Umschlagillustration und Zeichnungen: Hans Fritsch, Satz: Arnold Bruns, Druck: Interpress, Budapest
Online-Flyer Nr. 94 vom 09.05.2007
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Ein Lied kehrt zurück - Folge 20
Von Christina Seidel und Kurt Wünsch
Es war Dolores nicht gut gegangen in den letzten zwei Tagen. Mora – Barcelona und zurück nach Madrid, 600 Kilometer auf einem Ritt und das schlechte Gewissen Felix gegenüber hatten sie mehr als genug belastet. Sie hatte spät abends die Hauptstadt erreicht, in ihrer Einraumwohnung in der Calle Real geduscht und sich erschöpft auf ihr Bett geworfen. Zum wiederholten Male war Felix vor ihren geistigen Augen aufgetaucht, gerade im Kampf mit dem Pfau, als das Telefon klingelte.
Für einen winzigen aufregenden Moment hatte sie gedacht, er ruft an, dann
war sie über Christophs laute vorwurfsvolle Stimme erschrocken. »Wieso ist
dein Handy ausgestellt? Dolores, wo warst du? Was treibst du? Lässt mich einfach vier Tage ohne Nachricht. Ich habe herumtelefoniert, bis ich endlich über Pierre Sanders von dir hörte. Warum stellst du dein Handy aus?«
Dolores hatte Migräne vorgeschoben, aber Christoph hatte nicht lockergelassen und von Entzugserscheinungen gefaselt.
»Komm nach Wien! Ich muss dich sehen! Ich buche den Flug. Gleich morgen früh.«
Sie war entsetzt aufs Bett zurückgefallen. »Spinnst du, ich muss den Mietwagen zurückbringen, bin völlig ausgepumpt, meine Migräne, übermorgen vielleicht, frühestens übermorgen …«
Die Migräne stellte sich am nächsten Morgen prompt ein.
Am Tag darauf wartete sie wie verabredet vor dem Abfertigungsgebäude des
Flughafens. Sie trug eine grüne knielange Leinenhose und einen Top in derselben Farbe, die Sonnenbrille saß auf der Stirn. Neben ihr stand ein schwarzer Koffer und die passende Reisetasche. Natürlich ahnte sie, wen ihr Großvater mitbringen wollte. Ein Wink des Schicksals?
Als sie die beiden sah, rannte sie ihnen entgegen und warf sich Meerhofer
um den Hals. Küsschen auf die rechte, auf die linke Wange. »Danke, du bist ein Schatz!« Und dann dieselbe Prozedur mit Felix, als ob nichts gewesen wäre.
»Nein, so eine Überraschung, das gibt's nicht. Du! Ich hab's zwar fast geahnt, aber …, wie bist's nach Wien gekommen? Erzähl!«
Sie henkte sich bei ihrem Großvater ein und der zog, trotz ihres Protestes, die Reisetasche bis zum Parkhaus hinter sich her. Felix nahm mit versteinerter Miene den Koffer und folgte ihnen wie ein bezahlter Träger. Einmal drehte sie sich kurz um und warf ihm einen Blick zu, der ihm die Röte in die Wangen trieb. Im Wagen nahm sie in selbstverständlicher Weise auf dem Beifahrersitz Platz und forderte Felix nicht noch einmal zum Erzählen auf. Sie führte die Unterhaltung allein, berichtete ihrem Großvater von Sanders und Lorenzo, lobte Felix, dessen Kenntnisse über den Bürgerkrieg, seine Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. »Typisch deutsch eben«, betonte sie ohne jeden ironischen Unterton.
»Josè Taberna hast du ja leider, wie soll ich sagen, verpasst oder versäumt
oder außen vor gelassen, und Carlos und Isabella genauso«, bemerkte Felix auf dem Rücksitz. Er begann weitschweifig von Josès Gastfreundschaft zu erzählen, von Carlos Führung durch Barcelona und als er gerade noch einmal Isabella erwähnte, klingelte das Autotelefon. »Verfluchte Erfindung«, schimpfte Meerhofer.
»Selbst hier hat man vor diesen Dingern keine Ruhe. Ein Geschenk meiner
Frau. Völlig überflüssig. Lass es klingeln, Dolores.«
Schließlich nahm die doch genervt den Hörer ab. »Servus Verena«, sagte sie
erfreut, »ja, er sitzt neben mir. Wart …«
Meerhofer winkte ab.
»Weil er sich aufs Fahren konzentrieren muss, nehme ich an. Was …, heuer …? A geh, ja, ich richt's aus. Ba, ba, bis bald.« Sie legte auf.
»Du bist verabredet, Horst«, sagte sie. »Mit deiner Frau!«
»Verabredet? Ich? Wann? Wo?«
»Heuer. 13 Uhr. Du wollt's sie abholen von zu Haus und dann …«
»Ach herjeh, wie Schuppen von den Augen fällt's mir, einen Anzug wollten
wir kaufen. Für mich, einen Anzug. Was kann's Schlimmeres geben, als einen Anzug mit seiner Frau zu kaufen …« Meerhofer schaute bemitleidenswert unglücklich aus. »Ja. Dann hat's eben heuer ein End mit dem Interview. Morgen wieder, wenn's recht ist. Wo schlaft's denn eigentlich, junger Freund?«
Felix zuckte verlegen mit den Schultern. »Wien hat ausreichend Parkbänke.«
»Nix da«, entschied Meerhofer nach kurzer Überlegung, »da weiß ich Besseres.
Du kennst sie auch, Dolores. Gib mir mal den Hörer. Manchmal ist das
Ding ja doch nützlich.«
Das »Bessere« sollte Erna Weißbrot sein. »Die alte Dame ist 80, malt, fährt
einen Volvo und fotografiert am liebsten Himmel«, sagte Dolores. »Vielleicht,
damit sie sich später mal darin zurechtfindet«, fügte ihr Großvater, bevor er
wählte, lachend hinzu.
»Horst Meerhofer hier. Servus Erna. Ist deine Wohnung frei? Sehr gut. Ich
hab hier einen jungen Mann, der sich für den Spanischen Bürgerkrieg interessiert.
Ja, so was gibt's auch noch. Gut, bis gleich.« Er legte auf. »Das wäre geregelt.
Erna wohnt seit zwei Jahren in einem Seniorenheim, hat aber ihre Wohnung
in der Wilhelminenstraße behalten. Ich fahr Euch hin, und sie wird den
Schlüssel bringen. Kannst dort bleiben, so lang du willst, hat sie gesagt. Ihr Mann war Arzt und Spanienkämpfer. Und du, Dolores? Fährst mit?«
Die junge Frau nickte. »Fein. Dös passt also. Und morgen, Bub, punkt acht im Dokumentationsarchiv. Wenn's da schon ausgeschlafen hast.«
3.
Erna war zwei Köpfe kleiner als Felix, weder dick noch dünn, eher kräftig. Felix schätzte sie auf Anfang 70. Ihr Händedruck war fest, sogar leicht schmerzhaft.
Neugierig musterte sie den jungen Mann. »Und Dolores haben's auch mitgebracht.
Wie alt sind's denn? 17? Gell, da kann ich noch du sagen?« Sie nickte
Felix freundlich zu, um anschließend gleich Dolores eingehend zu betrachten.
»Bist bald fertig mit deiner Magisterarbeit? Wirst immer hübscher, Madel. Der Christoph muss aufpassen! Wie geht's dem Bub? Ist er immer noch mit verkalkten Arterien und Blasenleiden beschäftigt? Aber jetzt verabschieden wir uns erst einmal von dem lieben Horsti …«
Auf der Treppe zur Wohnung fragte sie Felix. »Willst auch über den Peppi
schreiben? Das hätte ihn aber sehr gefreut. Auf den Horst, der dich gebracht
hat, musste mein Mann immer besonders aufpassen, weil er sich um Kopf und Kragen gredet hat. Der Horst hat bei der Kripo gearbeitet und später bei der UNO-Schutztruppe in Zypern und Beirut. Einmal hat ein Neffe des Ministers den Hitlergruß benutzt. Der Horst hat das gemeldet und Ärger bekommen.«
»Den Hitlergruß?«, fragte Felix erstaunt. »Wann das denn?«
»1972, bei den United Nations auf Zypern.«
»Und weil Herr Meerhofer das meldete, bekam er Ärger?«
Die alte Dame nickte. »Österreich hat nach dem Krieg erfolgreich die Opferrolle gegeben. Erst heuer erinnert man langsam daran, wie begeistert Hitler in Wien von vielen, ich betone vielen begrüßt wurde. Und die Nazis tauchten später nicht nur ab.«
Um ihre Mundwinkeln spielte ein Lächeln. »Sprichst du immer aus, was du
denkst, Felix?«
Der drehte seinen Kopf unbewusst in Dolores Richtung.
Erna war ohne die Antwort abzuwarten, die letzte Treppe zur Wohnung hinauf
gekeucht. Drinnen öffnete sie die Tür zu einem kleinen Zimmer mit einer Liege rechts neben der Tür und einem leeren Schreibtisch unter dem Fenster, die Wände voll gestellt mit Bücherregalen. »Das war Peppis Zimmer. Hier kannst du schlafen, Felix. Willst was hören von meinem Mann? Über ihn erzähl ich zu jeder Tages- und Nachtzeit gern. Oder willst was anderes …?«
Felix sagte nichts, schüttelte nur lächelnd den Kopf.
Erna winkte. »Kommt's mir nach ins Wohnzimmer«, und nachdem sie über
den kleinen Flur ein modern eingerichtetes helles Zimmer mit großer Balkontür, brauner Ledergarnitur und einem Bücherregal, das die ganze Wand einnahm, betreten hatten, sagte sie: »Fünf Jahre ist er nun schon tot, mein Peppi.
Nein, wo ist nur die Zeit hin? Und ich frage immer noch so oft: Was würde wohl mein Peppi dazu sagen? Jetzt hätte er bestimmt ein Flascherl Wein geholt. Ja, auch wenn wir es erst«, sie blickte zur Uhr, »nach Zwei haben. Oder wollt ihr lieber Saft? Wir müssen doch anstoßen, auf Spanien und die Interbrigadisten.
Die haben ihre Siege auch gefeiert und nicht nur mit Wasser! Geh Bub, schau doch mal in den Keller, gleich die erste Tür unten links, ein Flascherl findest bestimmt.«
Als Felix zurückkam, standen auf dem Tisch nicht nur drei Gläser, sondern
auch Käse, Butter, Schwarzbrot und Oliven. »Wir Frauen können eben mitunter zaubern«, sagte Erna und warf Dolores einen verschwörerischen Blick zu. Sie nahm Felix die Flasche ab, entfernte routiniert den Korken und goss ein.
»Nein, ein Held war mein Peppi wirklich nicht. Im kleinen Leben war er ein
Patsch. Furchtbar ungeschickt. Aber daran war seine Mutter schuld. Ihr Goldsohn durfte nichts berühren im Haushalt. Das rächte sich dann. Kurzschlüsse habe ich repariert. Den Teefilter hat er verkehrt herum gesteckt und Würstchen im Kochtopf gebraten. Aber liab war er. Jede Woche hat er sich einen neuen Kosenamen für mich ausgedacht.« Sie lachte leise und stieß mit Felix und Dolores an. »Auf die Zukunft. Ihr habt noch alles vor euch. Beginnen ist das Schönste im Leben. Wenn man's noch kann.« Felix griff nach dem Käse.
»Heuer hätte Peppi 70 000 Schilling als Entschädigung für seinen Einsatz
in Spanien gekriegt. So lange hat's gedauert im schönen Österreich. Die warten wohl darauf, dass alle mausetot sind, an die sie zahlen müssen. Mich
wollten sie dann mit einem Gnadengeld abspeisen. Danke vielmals, hab ich
geantwortet. Man hat schließlich seinen Stolz, stimmst?« Sie stieß noch einmal mit den beiden jungen Leuten an. »Trinkt und esst! In der Gaststätte hat der Peppi immer das teuerste Gericht bestellt. Ich musste so viel hungern, hat er gesagt, in Spanien, Frankreich und im KZ. Jetzt will ich mein Essen genießen.
Natürlich hat der Peppi nicht nur pausenlos gegessen, sondern meist gearbeitet.
Von früh bis abends kranken Menschen geholfen. Er hat doch nach dem
Krieg Medizin studiert. Von armen Patienten hat mein Mann oft kein Geld verlangt.
Gut, dass ich auch was verdient habe und später eine schöne Pension
bekam.
Und gedichtet. Ja, ein Dichter war er auch, mein Peppi!« Sie stand auf und
zog ein Buch aus dem Regal. »Das ist zu seinem 60. Geburtstag erschienen. Einige Verse kann ich auswendig.«
»Würden Sie …?«
»Meint's wirklich …? Na gut.« Sie bemühte sich aufrecht zu stehen, zupfte an ihrem Strickkleid herum und deklamierte ohne steckenzubleiben:
»Wir sind die Toten, die lebendig sind.
Obwohl wir leben, hat man uns begraben.
Von tausend Freuden, die die andern haben,
bleibt nur die Hoffnung, dass die Zeit verrinnt.
Wir sind wie Wesen zwischen Tag und Nacht.
Wir flüstern nur und schleichen wie Gespenster.
Nur mattes Licht dringt durch die Gitterfenster Und trüb ist alles, was man denkt und macht.
Wir sind die Augen, die noch sehen, blind.
Sind Kerzen, die verglimmen und nicht brennen.
Sind Geister, die die Ruh nicht finden können.
Wir sind die Toten, die noch hungrig sind.
Sie wiederholte die letzte Zeile und fügte leise hinzu: »Im KZ hat's mein Peppi geschrieben.«
Felix blickte betreten zum Boden. Eine Weile herrschte Schweigen im Raum.
»Nun schaut nicht so deppert«, fing Erna wieder an. »Mein Peppi hat nie so
deppert gschaut. Auch die anderen Interbrigadisten nicht. Das bringt nichts,
hat er oft gesagt, gaffen wie ein Ochs vorm Schlachter. Das Leben ist rund, Erna!«
Sie hielt Felix das Buch hin. »Ich schenks dir. Hab noch eins. Vielleicht kannst's brauchen.«
Felix bedankte sich erfreut, blätterte darin und las sich fest.
»Wie lang war Peppi eigentlich von zu Hause fort?«, fragte Dolores.
»Neun Jahre. Von 1936 bis 1945. Spanien, Frankreich – Internierungslager,
Dachau. Stellt euch vor, als er endlich 1945 nach Hause kam, hat seine Mutter gesagt: Gut, dass du erst jetzt erscheinst. Wir hatten nämlich nichts zu essen für dich. Das kann man Humor nennen, gell? Den hatten die Menschen früher mehr als heute, glaube ich. Immer schön satt bekommt ihnen sowieso nicht.«
Erna blickte zum lesenden Felix. »Interessiert dich dös, was ich daher red?
Musst's halt sagen, wenn's dich langweilt. Bist wohl ein Stiller. Mein Mann hat immer und überall sogleich mit allen geredet und sich eingemischt in die Politik.
Wenn ich Bürgermeister wär, hat er gesagt, würde ich jeden Abend auf der Straße mit den Leuten reden. Auch mit mir hat er über Politik gredet. Obwohl ich wenig Ahnung hatte. Aber er hat mich anerkannt. Gegenseitige Annerkennung ist das Allerwichtigste in einer Beziehung. Hast's auch eine kleine Freundin, Bub?«
Felix griff verlegen zum Glas. Dolores saß kerzengerade und sah ihn gespannt an. Weil er schon viel zu lange mit der Antwort gezögert hatte, schloss Erna messerscharf: »Also host keine. Na, was nicht ist, wird ja bestimmt noch werden!
Spanien blieb Peppis Liebe auch nach dem Krieg. Wenn wir dort im Taxi gefahren sind, mussten wir mal mehr und mal weniger als normal bezahlen.«
»Wie das denn?«
»Mein Mann sprach perfekt spanisch, weißt du. Fast alle Interbrigadisten haben diese Sprache gelernt. Den Taxifahrern in Spanien hat Peppi lang und breit erzählt, wie er bis 1939 für die Republik im Graben gelegen hat. Der Fahrpreis ergab sich dann aus den unterschiedlichen politischen Einstellungen der Chauffeure.
Verstehst du?«
Felix nickte. Jetzt wollte er doch etwas fragen. »Hat ihr Mann auch was über
den Sieg der Faschisten in der spanischen Hauptstadt erzählt?«
»Von Francos Sieg in Madrid?« Die alte Frau überlegte.
»Peppi hat immer von Verrat gesprochen. Im Rundfunk hätte plötzlich der
Rechtsozialist Don Julian Beteiro nicht wie üblich liebe Genossen, sondern liebe Bürger Madrids gesagt. Er, der Militärkommandant von Madrid Oberst Casado und andere haben kapituliert, das heißt Madrid verraten. Ja, das hat mein Mann immer wieder in Wallung versetzt.«
»Aber war Widerstand nicht sinnlos geworden? Anfang Februar war Katalonien gefallen, die Interbrigadisten hatten das Land verlassen …?«
»Peppi, Ministerpräsident Negrin und die Kommunisten sahen das anders!«
Erna widersprach lauter als notwendig.
»Ist schon gut, Erna«, beruhigte sie Dolores. »Dann wird's wohl auch anders
gewesen sein.« Sie zwinkerte mit den Augen in Richtung Felix. »Weil's immer anders ist, als manche denken.«
»Du hast Recht, Madel. Ihr denkt zum Beispiel jetzt, dass ich immer weiter
rede. Da habt's euch aber geschnitten. Ich geh jetzt nämlich. Um drei beginnt
mein Computerkurs. Aber er war wirklich originell, mein Peppi. Wenn ich im
Auto neben ihm saß, hat er immer gesagt: So, worüber soll ich dir jetzt erzählen.
Jetzt kannst mir nicht entkommen. Er hat hundertmal dasselbe erzählt und jedes Mal anders.«
Sie schwieg sinnend, um plötzlich aufzustehen.
»Also gell, ich muss los. Dolores, du musst dem Felix Wien zeigen. Wollt's
mein Auto nehmen? Ihr fahrt's mich noch zum Fortuna-Park und morgen in
der Früh bringt's mir den Wagen hoffentlich heil wieder. Ich besitz auch noch
Briefe von Peppi.«
Spaniens Himmel ...oder Ein Lied kehrt zurück", Bestell-Nr. 60146,2006, 206 S., zahlr. Abb., 2 Karten, geb., 14.90
Euro Pahl-Rugenstein Verlag Nachfolger GmbH,
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Copyright © 2006 Pahl-Rugenstein Verlag - Alle Rechte vorbehalten, ISBN 3-89144-373-0, Umschlagillustration und Zeichnungen: Hans Fritsch, Satz: Arnold Bruns, Druck: Interpress, Budapest
Online-Flyer Nr. 94 vom 09.05.2007
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