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Kultur und Wissen
Per KinderKulturKarawane aus Nicaragua zur JUZI in Köln-Sülz
Ein Haus für alle
Von Hans-Dieter Hey
Aus der Realität der Straßenkinder
Die jungen Menschen zwischen 12 und 25 Jahren aus der Stadt Granada lieferten dem Publikum eine bunte Show aus Akrobatikstücken, Jonglage-Künsten, Einradnummern, Pantomimik oder Clownerien. In ihren Szenen spiegeln sie gekonnt die Realität der Straßenkinder aus den „Barrios", den Armenvierteln der Vorstädte wieder, vermitteln aber gleichzeitig, dass Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung eines Jeden in der Gesellschaft für eine gerechtere Zukunft notwendig sind.

Mit viel Einsatz und Durchhaltevermögen, aber auch sichtbarer Freude und großer Konzentration bewegen sich die jungen Künstler der „Escuela de la Comedia y del Mimo" auf dem Weg zu beachtlicher Professionalität, die das Publikum begeistern wird. Rund 30.000 Zuschauer in Zentralamerika und Europa konnten sich bisher von ihrem Programm überzeugen. In Deutschland sind sie für die nächsten sechs Wochen auf Tour.
Kinder stellen ihre kulturellen Schätze vor
Die Kinderkulturkarawane existiert seit dem Jahr 2000 und findet in diesem Jahr mit jungen Menschen aus Bolivien, Brasilien, Burkina Faso, der DR Kongo, Kolumbien, Nicaragua und Thailand statt, um „ihre kulturellen Schätze" bei uns zu zeigen. Zum dritten Mal ist sie in Köln. Dafür war das Jugendzentrum mit dem etwas sperrigen Namen „Jugend- und Kulturzentrumsinitiative im Stadtbezirk 3 (JUZI) e.V." der geeignete Ort im Veedel, weil hier seit über 20 Jahren ein multikulturelles Zusammenleben erfolgreich und in guter Nachbarschaft eingeübt ist. Lilo Storch, die Leiterin des „JUZI", stolz: „Wenn Sie hier durch das Veedel gehen, sind alle Besitzer von Pizzerias Kinder des „JUZI". Wir hatten hier sogar schon eine türkisch-sizilianische Liaison – mit anschließendem Nachwuchs".

„JUZI“ – auf Spenden angewiesen
Das „JUZI" ist das älteste Jugendzentrum in Sülz und bietet Kinder- und Jugendarbeit, Sozialberatung, Schülerbetreuung, Berufsberatung, Gewaltprävention, viele Work-Shops und andere soziale Angebote an. Enge Zusammenarbeit findet mit der „Theodor-Heuss-Realschule" und dem Hildegard-von-Bingen-Gymnasium statt. Für die Redwitzschule wird für Kinder mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen dreimal in der Woche das Mittagessen bereitet. Da sich der Staat mehr und mehr seiner sozialen Verantwortung entzieht, ist das Sülzer „JUZI" als freier Träger ständig auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen, um den wachsenden Aufgaben gerecht zu werden.

Mahnmal für Zwangsarbeiter auf dem „Quester-Gelände“
Fotos: Hans-Dieter Hey
Zu Zeiten der Nazi-Diktatur gehörte das so genannte „Quester-Gelände" zu einer Fabrik zur Herstellung von Ofenverschalungen und Kaminen und einer dahinter liegenden Zuckerfabrik. Beide beschäftigten Zwangsarbeiter vor allem aus Osteuropa, die in Holzbaracken unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht waren. Sie durften das Gelände nur verlassen, um zum gemeinsamen Kirchgang geführt zu werden. Ein von der Oberstufe des Schiller-Gymnasiums vor 22 Jahren eingelassenes Mahnmal zeugt davon. Auch heute noch besuchen ehemalige Zwangsarbeiter das Gelände, weil sie immer noch schwer an ihren Erinnerungen zu tragen haben. Für ihre persönliche Vergangenheitsbewältigung kann das Sülzer Integrationsprojekt vielleicht eine Hilfestellung sein, auf die die Bürgerinnen und Bürger stolz sein können. Es zeigt nämlich, dass es auch andere Wege in „dieser einen Welt" gibt als Fremdenhass und nationale Ausgrenzung.
Wer mehr über die Kinderkulturkarawane wissen möchte:
http://www.kinderkulturkarawane.de/
http://www.equalita.de/
Online-Flyer Nr. 96 vom 23.05.2007
Druckversion
Kultur und Wissen
Per KinderKulturKarawane aus Nicaragua zur JUZI in Köln-Sülz
Ein Haus für alle
Von Hans-Dieter Hey
Aus der Realität der Straßenkinder
Die jungen Menschen zwischen 12 und 25 Jahren aus der Stadt Granada lieferten dem Publikum eine bunte Show aus Akrobatikstücken, Jonglage-Künsten, Einradnummern, Pantomimik oder Clownerien. In ihren Szenen spiegeln sie gekonnt die Realität der Straßenkinder aus den „Barrios", den Armenvierteln der Vorstädte wieder, vermitteln aber gleichzeitig, dass Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung eines Jeden in der Gesellschaft für eine gerechtere Zukunft notwendig sind.

Mit viel Einsatz und Durchhaltevermögen, aber auch sichtbarer Freude und großer Konzentration bewegen sich die jungen Künstler der „Escuela de la Comedia y del Mimo" auf dem Weg zu beachtlicher Professionalität, die das Publikum begeistern wird. Rund 30.000 Zuschauer in Zentralamerika und Europa konnten sich bisher von ihrem Programm überzeugen. In Deutschland sind sie für die nächsten sechs Wochen auf Tour.
Kinder stellen ihre kulturellen Schätze vor
Die Kinderkulturkarawane existiert seit dem Jahr 2000 und findet in diesem Jahr mit jungen Menschen aus Bolivien, Brasilien, Burkina Faso, der DR Kongo, Kolumbien, Nicaragua und Thailand statt, um „ihre kulturellen Schätze" bei uns zu zeigen. Zum dritten Mal ist sie in Köln. Dafür war das Jugendzentrum mit dem etwas sperrigen Namen „Jugend- und Kulturzentrumsinitiative im Stadtbezirk 3 (JUZI) e.V." der geeignete Ort im Veedel, weil hier seit über 20 Jahren ein multikulturelles Zusammenleben erfolgreich und in guter Nachbarschaft eingeübt ist. Lilo Storch, die Leiterin des „JUZI", stolz: „Wenn Sie hier durch das Veedel gehen, sind alle Besitzer von Pizzerias Kinder des „JUZI". Wir hatten hier sogar schon eine türkisch-sizilianische Liaison – mit anschließendem Nachwuchs".

„JUZI“ – auf Spenden angewiesen
Das „JUZI" ist das älteste Jugendzentrum in Sülz und bietet Kinder- und Jugendarbeit, Sozialberatung, Schülerbetreuung, Berufsberatung, Gewaltprävention, viele Work-Shops und andere soziale Angebote an. Enge Zusammenarbeit findet mit der „Theodor-Heuss-Realschule" und dem Hildegard-von-Bingen-Gymnasium statt. Für die Redwitzschule wird für Kinder mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen dreimal in der Woche das Mittagessen bereitet. Da sich der Staat mehr und mehr seiner sozialen Verantwortung entzieht, ist das Sülzer „JUZI" als freier Träger ständig auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen, um den wachsenden Aufgaben gerecht zu werden.

Mahnmal für Zwangsarbeiter auf dem „Quester-Gelände“
Fotos: Hans-Dieter Hey
Zu Zeiten der Nazi-Diktatur gehörte das so genannte „Quester-Gelände" zu einer Fabrik zur Herstellung von Ofenverschalungen und Kaminen und einer dahinter liegenden Zuckerfabrik. Beide beschäftigten Zwangsarbeiter vor allem aus Osteuropa, die in Holzbaracken unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht waren. Sie durften das Gelände nur verlassen, um zum gemeinsamen Kirchgang geführt zu werden. Ein von der Oberstufe des Schiller-Gymnasiums vor 22 Jahren eingelassenes Mahnmal zeugt davon. Auch heute noch besuchen ehemalige Zwangsarbeiter das Gelände, weil sie immer noch schwer an ihren Erinnerungen zu tragen haben. Für ihre persönliche Vergangenheitsbewältigung kann das Sülzer Integrationsprojekt vielleicht eine Hilfestellung sein, auf die die Bürgerinnen und Bürger stolz sein können. Es zeigt nämlich, dass es auch andere Wege in „dieser einen Welt" gibt als Fremdenhass und nationale Ausgrenzung.
Wer mehr über die Kinderkulturkarawane wissen möchte:
http://www.kinderkulturkarawane.de/
http://www.equalita.de/
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