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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Wirtschaft und Umwelt
Greenpeace baut „Arche Noah“ auf dem biblischen Berg Ararat
„Kurz vor einer zweiten Sintflut“
Von Peter Kleinert

Dogubayazit in Ostanatolien ist eigentlich kein Ort, der an Schiffsbau denken lässt. Doch seit dem 1. Mai stellen 20 türkische und deutsche Tischler dort, am Fuß des Ararat, Planken und andere Schiffsteile her. Weiter oben am Berg, in 2500 Meter Höhe, entsteht derweil ein Fundament. Dort soll aus den Einzelteilen ein Schiff entstehen - eine neue Arche Noah. Sie gilt als Symbol, dass einst ein Mensch die Rettung vor einer drohenden Katastrophe in die Hand nahm und sich, seine Familie und die Tiere vor dem Untergang bewahrte. Greenpeace baut die Arche als Mahnung zum Handeln, bevor die Klimaerwärmung unkontrollierbar wird.


Foto: Manuel Citak
Greenpeace-Karawane hinauf zum Ararat
Foto: Manuel Citak


Übergabe an den Gouverneur von Agri

Am 12. Mai wurden am Fuß des 5137 Meter hohen Ararat zwölf Kubikmeter Holzteile auf 40 Pferde verladen. Am 14. Mai erreichte die Karawane den eigentlichen Bauplatz, wo bis zum 24. Mai die Grundkonstruktion der Arche aus Stützen, Kiel und Spanten fertig zusammen gebaut worden sein soll. Das zehn mal vier mal vier Meter grosse Holzschiff ist so konstruiert, dass es später als Berghütte von Wanderern genutzt werden kann.
31. Mai soll laut Greenpeace-Plan die Arche feierlich der türkischen Öffentlichkeit, dem Gouverneur der Region Agri und dem Verband türkischer Bergsteiger übergeben werden.
Dabei wird - rechtzeitig vor dem G8-Gipfel im ostdeutschen Heiligendamm - eine Klima-Deklaration verlesen, die die moralische Pflicht der Politiker der Welt zum Klimaschutz anmahnt. Anschließend will Greenpeace 206 Tauben – "für alle Nationen dieser Erde" – fliegen lassen. Einen Tag vorher wird ein Trupp von Kletterern auf dem 5.137 Meter hohen Ararat-Gipfel an die dafür Verantwortlichen in allen Nationen appellieren, Klimaschutz endlich konsequent umzusetzen und eine Fahne der Vereinten Nationen hissen. Sie zeigt die Flaggen aller Nationen der Welt.

Arche Noah-Bau in 2500 Metern Höhe
Arche Noah-Bau in 2500 Metern Höhe
Foto: Greenpeace


Forderung an den G8-Gipfel

"Wir stehen kurz vor einer zweiten Sintflut. Aber es ist noch nicht zu
spät. Wenn alle Staaten dieser Erde, allen voran die Industrieländer,
eine Trendwende für den Klimaschutz einleiten, kann die Katastrophe
abgewendet werden", begründet Andree Boehling, Energie-Experte von Greenpeace, die Aktion seiner Mitstreiter in der Türkei. „Der Bericht des UN-Klimarats hat gezeigt, wie bedrohlich die Lage ist. „Die Politiker müssen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und dürfen nicht weiter zusehen, wie die Welt in Fluten, Stürmen und Überschwemmungen unterzugehen droht, wie hunderttausende von Menschen ihre Heimat verlieren, Tiere und Pflanzen aussterben, Krankheiten und Dürren sich ausbreiten."


Arche Noah
Arche Noah – Deckenfresco von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle des Vatikan – Quelle: wikipedia/directmedia

Vor allem die Industrienationen

Nach Meinung der Umweltorganisation müssen sich allen voran die Industrienationen auf verbindliche Reduktionsziele für ein Kyoto-Nachfolgeprotokoll verpflichten und weltweit eine „Energierevolution“ einleiten. Die Treibhausgase müßten in den G8-Staaten bis zum Jahr 2020 um durchschnittlich 30 Prozent und bis zur Mitte des Jahrhunderts um 80 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. "Auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm müssen den vielen leeren Versprechungen auch endlich Taten folgen", so Boehling. Vor allem die USA müssten als weltgrößter Verursacher von Treibhausgasen ins Boot geholt und zu konkreten Minderungszielen bewegt werden. "Bundeskanzlerin Merkel kommt dabei als G8-Gastgeberin und Bush-Freundin eine besondere Rolle zu. Deutschland muss vorangehen und sich zu einer Verminderung seiner Treibhausgase um 40 Prozent ohne Wenn und Aber verpflichten."

Online-Flyer Nr. 96  vom 23.05.2007

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