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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Literatur
barmer viertel - wo bist du geblieben?
frühlingsmesse
von jan pablo neruda

die art war da!
der frühling klingelt in den kassen
talentierter galeristInnen -
und der künstlerInnen,
die da feil sich boten -

es ist ein seliger kommerz...

da präsentiert sich dieser welt
eine zeitgenössisch' sicht der dinge,
manifestiert sich 'sponsored by'
und generiert sich engagiert -
in den hallen vier und fünf
auf dem altar zur schau gestellt -


doch warum gab es keinen mucks,
kein wau, nicht mal ein leis' miau
zu dem unsäglich trauerspiel
der messestadt ums barmer viertel,
das da liegt nun brach und grau –
eingestampft in grund und boden,
begraben unter einem wahnsinnsziel -

jeder künstler, jede künstlerin
sollte sich an ort und stelle informieren
bevor in geiselhaft sie sich begeben
um des guten götzen geldes wegen!

zeit-genössisch kann kunst sein,
wenn sie um sich schaut
und kritisch reflektiert -
dann dies vielleicht in werke gipfelt,
die ein anstoss sind der zeit
und so genössische bewegung wird befreit

es ist da ein verstecktes potenzial,
das wird doch leider jahr für jahr
und stund um stund vernichtet –
durch das marktgeschehn gerichtet:

das biedern an zum billigsten
und bieten auf zu teuerstem geschäft...


die präsenten künstlerInnen
in den teuren kölner hallen
konnten doch vereint das barmer viertel
frei besetzen während hehrer messezeit
und ziegel brennen gleich vor ort,
um so den neuen barmer block zu bauen – weit…

beispiel nehmen -
an antoni gaudi in barcelona,
an hundertwassers friedensreich
und nicht so fern,
an rosemarie trockel,
die versucht hat alte kölner kunsthall'
europäisch aus dem 'loch' zu bergen,
dass dank abriss durch die stadt
aus ihr geworden war -

es gäb so vieles,
was für künstlerInnen
heut zu machen wär,
um den konstruktiven ungehorsam
neu zu pflegen -
um gesellschaft zu behau’n...

nur zu tun fällt es so schwer,
da der eingekerkerte verstand,
die eingepferchten utopien
den kaugummigen beton
des dirigierten marktwirtschaftsystems
nicht vermögen zu durchbrechen –
kleben bleiben an der fliegenwand!

habe mut art am
und gebrauch deine gedanken -

lass rauch aufsteigen doch zum zeichen, dass du lebst
und frei und noch utopisch wirkst und bist:
du art, idee und menschliches begreifen ohne frist...


gegründet sei der 'europäisch barmer block'! -
in der kneipe 'zur post' sehn wir uns wieder:



Am Dienstag, den 5. Juni werden wir ab 20.00 Uhr in der Gaststätte 'Zur Post'
unmittelbar am Gelände des ehemaligen Barmer Viertels den 'Europäischen Barmer Block' begründen.
Mit einer Premiere der DichterInnenstunde von 22.00 bis 23.00



jan pablo neruda, eigentlich jan pablo henin, geb. 1974 in köln, der dasselstrasse, lebt in köln als moseleifeler grundschüler, kubanisch-maifelder oberschüler, mayener fussballtorwart, welt-reisender, ehrenfelder südstadt-zivi, bonn-bornheimer biogärtner, (vor-)leser, gedichter, gitarrista und gesänger, familienvater zweier kinder, geisenheimer bio-gartenbauingenieur (fh), lenauplatz-malender, fahrtenschreibender und anderer, hat schon mehr als 30 seiner gedichte in der nrhz veröffentlicht und ist mit seinem neuen programm auch am 14. märz in köln-porz zu sehen.
Kontakt: janhenin (at) iname.com


Online-Flyer Nr. 96  vom 23.05.2007

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