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Medien
Der lateinamerikanische TV-Sender TeleSUR wird erneut Ziel von Attacken
Missliebiges Programm im Visier
Von Harald Neuber
„Sowohl die Reporter als auch Angestellte von TeleSUR sind Opfer von Einschüchterungsversuchen durch eine unbekannte bewaffnete Gruppe", sagte Izarra Mitte vergangener Woche auf einer Pressekonferenz in Quito. Mit Unterstützung der Journalistenschule in der ecuadorianischen Hauptstadt hat der Sender nun eine Klage gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft des Landes eingereicht. Man erwarte eine rasche Reaktion der Justiz und Schutz für die Journalisten und Angestellten.

TeleSUR: „Unser Norden im Süden"
Gegengewicht zu US-Medien
TeleSUR ist ein Satellitenkanal mit politischen und kulturellen Sendungen, der Ende Juli 2005 seinen Betrieb aufgenommen hat. Beteiligt sind Venezuela, Argentinien, Kuba, Uruguay, Bolivien und Nicaragua. Erklärtes Ziel des multistaatlichen Kanals mit Hauptsitz in Caracas ist es, ein Gegengewicht zur Berichterstattung der großen US-Informations- und Unterhaltungskonzerne zu schaffen, die den Markt bislang dominieren.
Diese Ausrichtung hatte von Anfang an für Ärger gesorgt. Kritiker hatten schon in einem Werbespot, der vor Programmbeginn ausgestrahlt wurde, eine Glorifizierung der kolumbianischen Guerilla erkennen wollen – weil in der TV-Collage kurz das Bild des Gründers der „Revolutionären Streitkräfte", Manuel Marulanda, zu sehen war. Hinzu kamen weitere absurde Vorwürfe wie der, TeleSUR betreibe mit der Einspielung eines Musikstücks Propaganda für die baskische Untergrundorganisation ETA. Später stellte sich heraus, dass es sich um ein populäres brasilianisches Lied handelte, dessen Refrain die Kritiker nicht verstanden hatten. Dessen ungeachtet bezeichnete ein Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses TeleSUR auch später noch als „Terrorsender" und forderte von der US-Regierung nachrichtentechnische Gegenmaßnahmen.

TeleSUR-Empfang in Lateinamerika
Bilder: TeleSUR
Todesdrohungen
Dass die Bedrohung inzwischen nicht nur verbal, sondern durchaus konkret ist, mussten nun die TeleSUR-Mitarbeiter in Quito erfahren. Wie aus der Klageschrift an die Staatsanwaltschaft hervorgeht, haben sichtbar bewaffnete Unbekannte die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen mit Autos verfolgt. Aus einem PKW, der vom TeleSUR-Team täglich benutzt wird, wurde die Bremsflüssigkeit abgelassen. Die Journalistin Elena Rodriguez hat auf ihrem Mobiltelefon mehrfach Textnachrichten mit Todesdrohungen erhalten. Senderchef Izarra sieht diese Einschüchterungsversuche als „Teil einer Kampagne, die schon vor Sendestart vor 19 Monaten begonnen hat". So war zum Jahreswechsel TeleSUR-Korrespondent Freddy Muñoz in Kolumbien über zwei Monate hinweg inhaftiert. Ihm wurde vorgeworfen, mit der Guerilla zusammengearbeitet zu haben. Nach einer Prüfung durch ein zweites Gericht mussten die Vorwürfe jedoch zurückgenommen und Muñoz freigelassen werden. (PK)
Online-Flyer Nr. 102 vom 04.07.2007
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Der lateinamerikanische TV-Sender TeleSUR wird erneut Ziel von Attacken
Missliebiges Programm im Visier
Von Harald Neuber
„Sowohl die Reporter als auch Angestellte von TeleSUR sind Opfer von Einschüchterungsversuchen durch eine unbekannte bewaffnete Gruppe", sagte Izarra Mitte vergangener Woche auf einer Pressekonferenz in Quito. Mit Unterstützung der Journalistenschule in der ecuadorianischen Hauptstadt hat der Sender nun eine Klage gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft des Landes eingereicht. Man erwarte eine rasche Reaktion der Justiz und Schutz für die Journalisten und Angestellten.

TeleSUR: „Unser Norden im Süden"
Gegengewicht zu US-Medien
TeleSUR ist ein Satellitenkanal mit politischen und kulturellen Sendungen, der Ende Juli 2005 seinen Betrieb aufgenommen hat. Beteiligt sind Venezuela, Argentinien, Kuba, Uruguay, Bolivien und Nicaragua. Erklärtes Ziel des multistaatlichen Kanals mit Hauptsitz in Caracas ist es, ein Gegengewicht zur Berichterstattung der großen US-Informations- und Unterhaltungskonzerne zu schaffen, die den Markt bislang dominieren.
Diese Ausrichtung hatte von Anfang an für Ärger gesorgt. Kritiker hatten schon in einem Werbespot, der vor Programmbeginn ausgestrahlt wurde, eine Glorifizierung der kolumbianischen Guerilla erkennen wollen – weil in der TV-Collage kurz das Bild des Gründers der „Revolutionären Streitkräfte", Manuel Marulanda, zu sehen war. Hinzu kamen weitere absurde Vorwürfe wie der, TeleSUR betreibe mit der Einspielung eines Musikstücks Propaganda für die baskische Untergrundorganisation ETA. Später stellte sich heraus, dass es sich um ein populäres brasilianisches Lied handelte, dessen Refrain die Kritiker nicht verstanden hatten. Dessen ungeachtet bezeichnete ein Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses TeleSUR auch später noch als „Terrorsender" und forderte von der US-Regierung nachrichtentechnische Gegenmaßnahmen.

TeleSUR-Empfang in Lateinamerika
Bilder: TeleSUR
Todesdrohungen
Dass die Bedrohung inzwischen nicht nur verbal, sondern durchaus konkret ist, mussten nun die TeleSUR-Mitarbeiter in Quito erfahren. Wie aus der Klageschrift an die Staatsanwaltschaft hervorgeht, haben sichtbar bewaffnete Unbekannte die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen mit Autos verfolgt. Aus einem PKW, der vom TeleSUR-Team täglich benutzt wird, wurde die Bremsflüssigkeit abgelassen. Die Journalistin Elena Rodriguez hat auf ihrem Mobiltelefon mehrfach Textnachrichten mit Todesdrohungen erhalten. Senderchef Izarra sieht diese Einschüchterungsversuche als „Teil einer Kampagne, die schon vor Sendestart vor 19 Monaten begonnen hat". So war zum Jahreswechsel TeleSUR-Korrespondent Freddy Muñoz in Kolumbien über zwei Monate hinweg inhaftiert. Ihm wurde vorgeworfen, mit der Guerilla zusammengearbeitet zu haben. Nach einer Prüfung durch ein zweites Gericht mussten die Vorwürfe jedoch zurückgenommen und Muñoz freigelassen werden. (PK)
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