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Lokales
Ein Film von Jesse Benjamin über Gunter Demnig
Die Spur
Von Anneliese Fikentscher
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Hier den Filmclip herunterladen!
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Der Künstler Gunter Demnig gibt den Kölnern ihr Gedächtnis zurück – aus einem Interview mit Gunter Demnig:
„1989, also zum 200. Jubiläum der Französischen Revolution habe ich den ersten Artikel der Menschenrechtserklärung in der Fassung der UNO in 120 Sprachen der Erde übersetzen lassen und dann in phonetischer Lautschrift in Tontafeln gebrannt. Der Text ist ja bekannt: Alle Menschen sind frei und gleich geboren. Da die phonetische Lautschrift international ist, könnte jeder Mensch die für alle anderen geltenden Grundsätze in deren Sprache wenigsten lautmässig korrekt wiedergeben. Aber hat er sie damit verstanden? Es stellte sich heraus, dass viele Völker für das Wort frei keinen Ausdruck haben, offenbar weil es für sie etwas völlig selbstverständliches ist, dass andere den Gedanken, dass alle (recht-) gleich seien, absurd finden. Alle sind rechtsgleich: aber die Menschen verstehen sich nicht, ja viele hatten bisher noch nicht einmal die Möglichkeit, die Menschenrechtserklärung in ihrer eigenen Sprache zu lesen und damit zu verstehen. Während dieser Arbeit bekam ich Kontakt zum Rom e.V. Wir haben dann wahrscheinlich zum ersten Mal den Artikel 1 ins Romanes übersetzt, den ich dann in eine Tafel eingebrannt habe...“
Was musstest Du (für die Spurenverlegung) an Vorbereitungen treffen?
„Also zuerst musste ich mich historisch informieren; das klappte ja durch Eure Vermittlung: Wo wohnten die Menschen; wie und wann wurden sie abgeholt? Dann musste ich meinen Spurapparat aus dem Dokumenta-Depot aus Kassel kommen lassen. Schließlich beantragte ich bei der Stadt Köln die Genehmigung für die Spurverlegung; die erhielt ich mit der Auflage, nur schnell verwischende Kreide zu nehmen.“
Die war aber teilweise noch nach vier Jahren zu sehen.
„Nun, ich musste der Kreide ja Binder zumischen, damit der Schriftzug überhaupt haften blieb. Und es gibt halt Binder unterschiedlicher Qualität. Und da konnte ich doch nicht den billigsten nehmen...“
Textauszüge aus „Ein Strich durchs Vergessen",
Hrsg. Rom e.V.,
Bobstr. 6-8, 50676 Köln,
Kurt Holl und Corinna Kawaters,
2. Auflage 1997
Die Spur wurde 1993 symbolisch an 22 ausgewählten Orten im Stadtgebiet unter Denkmalschutz gestellt und dort in Messing einbetoniert.
Der Film läuft als Bestandteil der Ausstellung „Stolpersteine - Gunter Demnig und sein Projekt“ noch bis 13. Januar 2008.
Siehe auch den Beitrag in der Fotogalerie: „Auf den Spuren des Künstlers Gunter Demnig – Ein Strich durch das kollektive Vergessen“ in dieser Ausgabe. (PK)
Online-Flyer Nr. 127 vom 02.01.2008
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Ein Film von Jesse Benjamin über Gunter Demnig
Die Spur
Von Anneliese Fikentscher
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Der Künstler Gunter Demnig gibt den Kölnern ihr Gedächtnis zurück – aus einem Interview mit Gunter Demnig:
„1989, also zum 200. Jubiläum der Französischen Revolution habe ich den ersten Artikel der Menschenrechtserklärung in der Fassung der UNO in 120 Sprachen der Erde übersetzen lassen und dann in phonetischer Lautschrift in Tontafeln gebrannt. Der Text ist ja bekannt: Alle Menschen sind frei und gleich geboren. Da die phonetische Lautschrift international ist, könnte jeder Mensch die für alle anderen geltenden Grundsätze in deren Sprache wenigsten lautmässig korrekt wiedergeben. Aber hat er sie damit verstanden? Es stellte sich heraus, dass viele Völker für das Wort frei keinen Ausdruck haben, offenbar weil es für sie etwas völlig selbstverständliches ist, dass andere den Gedanken, dass alle (recht-) gleich seien, absurd finden. Alle sind rechtsgleich: aber die Menschen verstehen sich nicht, ja viele hatten bisher noch nicht einmal die Möglichkeit, die Menschenrechtserklärung in ihrer eigenen Sprache zu lesen und damit zu verstehen. Während dieser Arbeit bekam ich Kontakt zum Rom e.V. Wir haben dann wahrscheinlich zum ersten Mal den Artikel 1 ins Romanes übersetzt, den ich dann in eine Tafel eingebrannt habe...“
Was musstest Du (für die Spurenverlegung) an Vorbereitungen treffen?
„Also zuerst musste ich mich historisch informieren; das klappte ja durch Eure Vermittlung: Wo wohnten die Menschen; wie und wann wurden sie abgeholt? Dann musste ich meinen Spurapparat aus dem Dokumenta-Depot aus Kassel kommen lassen. Schließlich beantragte ich bei der Stadt Köln die Genehmigung für die Spurverlegung; die erhielt ich mit der Auflage, nur schnell verwischende Kreide zu nehmen.“
Die war aber teilweise noch nach vier Jahren zu sehen.
„Nun, ich musste der Kreide ja Binder zumischen, damit der Schriftzug überhaupt haften blieb. Und es gibt halt Binder unterschiedlicher Qualität. Und da konnte ich doch nicht den billigsten nehmen...“
Textauszüge aus „Ein Strich durchs Vergessen",
Hrsg. Rom e.V.,
Bobstr. 6-8, 50676 Köln,
Kurt Holl und Corinna Kawaters,
2. Auflage 1997
Die Spur wurde 1993 symbolisch an 22 ausgewählten Orten im Stadtgebiet unter Denkmalschutz gestellt und dort in Messing einbetoniert.
Der Film läuft als Bestandteil der Ausstellung „Stolpersteine - Gunter Demnig und sein Projekt“ noch bis 13. Januar 2008.
Siehe auch den Beitrag in der Fotogalerie: „Auf den Spuren des Künstlers Gunter Demnig – Ein Strich durch das kollektive Vergessen“ in dieser Ausgabe. (PK)
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