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Kultur und Wissen
Künstler aus aller Welt: Paulo de Oliveira Simões, Brasilien
Mythos und Realität
Von Werner Dierker
„Was könnte einen Künstler mehr inspirieren als eine durch die Vermischung von indianischen Ureinwohnern mit Europäern und afrikanischen Sklaven geprägte Bevölkerung und eine daraus hervorgegangene und von Mystik durchtränkte Kultur!“ So charakterisiert der brasilianische Künstler Paulo de Oliveira Simões die Inspirationsquellen seiner vielfältigen und vielschichtigen Werke.

„Capoeira I“ (1997, 100 x 100 cm)
Die kulturellen Strömungen der Bevölkerung und die Gegensätze des Lebens spiegeln sich in den Themen der Werke von Simões wider: Liebe und Paarung, Geburt und Tod, Religion und Animismus, Tradition und Gegenwart, Mythos und Realität, explosive Lebensfreude und schmerzende Trauer.
Der Künstler verbindet und verarbeitet in seinem Werk Geschichte und Gegenwart seiner Heimat. Sein Thema ist das Leben schlechthin. Er pendelt in seiner Darstellung zwischen Figuration und Abstraktion und weiß damit europäische Moderne und künstlerische Tradition in einem ihm eigenen Stil zu verbinden.

„Fragmente“ (1994, 180 x 120 cm)
Die Formensprache seiner Ölbilder ist abstrakt. Sie lassen sowohl Tendenzen zum Kubismus wie in „Fragmente“ oder in „Capoeira I“ wie auch zum Surrealismus wie beispielsweise bei „Fußballfieber“ erkennen. Oft tragen die Figuren in seinen frühen Werken ein übergroßes zyklopenartiges Auge wie zum Beispiel in „Aufstellen des Mastes“, „Suchende Augen“ oder in „Schwarze Mutter“. Es löst sich aus seinen figurativen Abstraktionen, vom Menschen, tritt vereinzelt oder vervielfältigt auf , erscheint „verrückt“ an einem anderen Ort, in einem anderen Kontext und gewinnt durch seine zeichenhafte Stilisierung eine eindringliche und zugleich bedrängende Präsenz von symbolhafter Dimension.

„Schwarze Mutter“ (1996, 150 x 130 cm)
Nach politisch geprägten Themen wie „Schweigen ist Gold“ oder „Start ins Ungewisse“ findet sich in den letzten Jahren auch verstärkt die Abbildung des weiblichen Körpers in der ihm typischen Darstellungsweise, oft mit übergroßem Busen wie in „Masculine Phantasien“ (s.u.) oder in „Femininer Strudel“.

„Schweigen ist Gold“ (2002, 68 x 51 cm)
Die Vielseitigkeit seines künstlerischen Schaffens zeigt Simões auch in den vorwiegend zwischen 1999 und 2001 geschaffenen Skulpturen und Collagen. Beispielhaft genannt und abgebildet seien hier „Handfläche“ und unten „Collage II“. Entstanden sind diese Werke aus auf Sandbänken angeschwemmten Piqui-Holz aus den nahe gelegenen Sumpfwäldern. Nach dem Trocknen im Garten wurden die Baumteile bearbeitet, zusammengefügt und mit Acrylfarbe gestaltet.

„Handfläche“
(2000, 70 x 178 x 34 cm)
Als zweites von sieben Kindern am 9. August 1968 in Canavieiras Geboren, lebt er noch heute mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter in diesem Schmelztiegel des brasilianischen Bundeslandes Bahia zwischen den Mündungen des Rio Pardo und Rio Patipe am Atlantischen Ozean. 1832 befreite sich der Ort von der Lehnsherrschaft der Inselgruppe Porto Seguro und gelangte anschließend zu großem Reichtum. Auf den durch Abholzung des wertvollen Brasilholzes freigewordenen Flächen wurde Kakao angebaut. Auf Grund der Entdeckung der Minen von Salõbro im Jahre 1881, deren Diamanten von außergewöhnlicher Qualität weiteres Kapital in die Region brachte, erhielt die Stadt, die heute rund 40.000 Einwohnern hat, 1891 den Titel „Prinzessin des Südens“. Der wirtschaftliche Aufbau und Aufschwung, der nur bis etwa 1920 anhielt, wäre ohne den großen Einsatz von afrikanischen Sklaven nicht möglich gewesen.
Mit Gründung der Firma art selection hat Michael Orth sich dazu entschlossen, Werke von Paulo de Oliveira Simões in Europa zu präsentieren und zum Kauf anzubieten. Alle Werke des Künstlers sind auf der Website www.art-selection.de zu sehen. Orth sucht ständig angemessene Ausstellungsmöglichkeiten und bietet einen Teil seiner über 100 Werke umfassenden Sammlung zum Kauf an.

„Suchende Augen“ (1993, 183 x 130 cm)
Über Orth hat Simões auch die Verbindung zum Internationaler Künstlerverein e.V. (IKV) mit Sitz in Köln gefunden. „Damit erhalte ich eine größere internationale Präsenz und einen inspirierenden Austausch mit anderen Künstlern aus aller Welt,“ sieht der Künstler die Vorteile seiner Mitgliedschaft. „Und ich werde mich dafür engagieren, auf Grund meiner zeitweiligen Tätigkeit im Kulturamt der Stadt Canavieiras dort ein gemeinsames Projekt mit anderen IKV-Künstlern zu verwirklichen.“
Paulo de Oliveira Simoes hat zuletzt im November/Dezember 2007 Werke im Rahmen der IKV-Ausstellung in Köln in der Alten Feuerwache präsentiert. Für das Jahr 2008 hat er eine Ausstellungsteilnahme im Steigenberger Grandhotel Petersberg (IKV-Ausstellung „Weltreise der Sinne“) geplant. Im Gut Gräfenthal (Goch) soll eine Einzelausstellung – mit voraussichtlich religiösem Schwerpunktthema – stattfinden. (CH)

„Regen der Angst“

„Masculine Phantasien“ (2002, 150 x 100 cm)

„Fußballfieber“ (1999, 80 x 80 cm)

„Collage II“ (2001, 129 x 122 x 35 cm)
Online-Flyer Nr. 130 vom 23.01.2008
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Kultur und Wissen
Künstler aus aller Welt: Paulo de Oliveira Simões, Brasilien
Mythos und Realität
Von Werner Dierker
„Was könnte einen Künstler mehr inspirieren als eine durch die Vermischung von indianischen Ureinwohnern mit Europäern und afrikanischen Sklaven geprägte Bevölkerung und eine daraus hervorgegangene und von Mystik durchtränkte Kultur!“ So charakterisiert der brasilianische Künstler Paulo de Oliveira Simões die Inspirationsquellen seiner vielfältigen und vielschichtigen Werke.

„Capoeira I“ (1997, 100 x 100 cm)
Die kulturellen Strömungen der Bevölkerung und die Gegensätze des Lebens spiegeln sich in den Themen der Werke von Simões wider: Liebe und Paarung, Geburt und Tod, Religion und Animismus, Tradition und Gegenwart, Mythos und Realität, explosive Lebensfreude und schmerzende Trauer.
Der Künstler verbindet und verarbeitet in seinem Werk Geschichte und Gegenwart seiner Heimat. Sein Thema ist das Leben schlechthin. Er pendelt in seiner Darstellung zwischen Figuration und Abstraktion und weiß damit europäische Moderne und künstlerische Tradition in einem ihm eigenen Stil zu verbinden.

„Fragmente“ (1994, 180 x 120 cm)
Die Formensprache seiner Ölbilder ist abstrakt. Sie lassen sowohl Tendenzen zum Kubismus wie in „Fragmente“ oder in „Capoeira I“ wie auch zum Surrealismus wie beispielsweise bei „Fußballfieber“ erkennen. Oft tragen die Figuren in seinen frühen Werken ein übergroßes zyklopenartiges Auge wie zum Beispiel in „Aufstellen des Mastes“, „Suchende Augen“ oder in „Schwarze Mutter“. Es löst sich aus seinen figurativen Abstraktionen, vom Menschen, tritt vereinzelt oder vervielfältigt auf , erscheint „verrückt“ an einem anderen Ort, in einem anderen Kontext und gewinnt durch seine zeichenhafte Stilisierung eine eindringliche und zugleich bedrängende Präsenz von symbolhafter Dimension.

„Schwarze Mutter“ (1996, 150 x 130 cm)
Nach politisch geprägten Themen wie „Schweigen ist Gold“ oder „Start ins Ungewisse“ findet sich in den letzten Jahren auch verstärkt die Abbildung des weiblichen Körpers in der ihm typischen Darstellungsweise, oft mit übergroßem Busen wie in „Masculine Phantasien“ (s.u.) oder in „Femininer Strudel“.

„Schweigen ist Gold“ (2002, 68 x 51 cm)
Die Vielseitigkeit seines künstlerischen Schaffens zeigt Simões auch in den vorwiegend zwischen 1999 und 2001 geschaffenen Skulpturen und Collagen. Beispielhaft genannt und abgebildet seien hier „Handfläche“ und unten „Collage II“. Entstanden sind diese Werke aus auf Sandbänken angeschwemmten Piqui-Holz aus den nahe gelegenen Sumpfwäldern. Nach dem Trocknen im Garten wurden die Baumteile bearbeitet, zusammengefügt und mit Acrylfarbe gestaltet.

„Handfläche“
(2000, 70 x 178 x 34 cm)
Mit Gründung der Firma art selection hat Michael Orth sich dazu entschlossen, Werke von Paulo de Oliveira Simões in Europa zu präsentieren und zum Kauf anzubieten. Alle Werke des Künstlers sind auf der Website www.art-selection.de zu sehen. Orth sucht ständig angemessene Ausstellungsmöglichkeiten und bietet einen Teil seiner über 100 Werke umfassenden Sammlung zum Kauf an.

„Suchende Augen“ (1993, 183 x 130 cm)
Über Orth hat Simões auch die Verbindung zum Internationaler Künstlerverein e.V. (IKV) mit Sitz in Köln gefunden. „Damit erhalte ich eine größere internationale Präsenz und einen inspirierenden Austausch mit anderen Künstlern aus aller Welt,“ sieht der Künstler die Vorteile seiner Mitgliedschaft. „Und ich werde mich dafür engagieren, auf Grund meiner zeitweiligen Tätigkeit im Kulturamt der Stadt Canavieiras dort ein gemeinsames Projekt mit anderen IKV-Künstlern zu verwirklichen.“
Paulo de Oliveira Simoes hat zuletzt im November/Dezember 2007 Werke im Rahmen der IKV-Ausstellung in Köln in der Alten Feuerwache präsentiert. Für das Jahr 2008 hat er eine Ausstellungsteilnahme im Steigenberger Grandhotel Petersberg (IKV-Ausstellung „Weltreise der Sinne“) geplant. Im Gut Gräfenthal (Goch) soll eine Einzelausstellung – mit voraussichtlich religiösem Schwerpunktthema – stattfinden. (CH)

„Regen der Angst“

„Masculine Phantasien“ (2002, 150 x 100 cm)

„Fußballfieber“ (1999, 80 x 80 cm)

„Collage II“ (2001, 129 x 122 x 35 cm)
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