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Literatur
Wolfgang Bittners Fortsetzungroman – Folge 13
Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben
Von Wolfgang Bittner

Außer bequem als Buch im Horlemann-Verlag können Sie exklusiv in der NRhZ die überarbeitete Neuausgabe von Wolfgang Bittners 1978 erstmals erschienenen Roman „Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben“ lesen – eine Rezension des Werks finden sie in der NRhZ 139: „Ein Roman über einen ‚Helden’ von unten, aus der Sicht von unten und deshalb wichtig für alle – und sogar mit nicht allzu viel Fantasie lässt sich auch der Roman auf heutige Verhältnisse übertragen.“, schreibt Rezensent und Buchhändler Uli Klinger über „Der Aufsteiger“.
5) Zweiter Bildungsweg am Wochenende (Fortsetzung)
Die Leute aus dem Bautrupp fielen ihm ein. Das Gesicht von Schuster hatte in der Erinnerung etwas Krokodilhaftes. Wenn es stimmte, dass man nach dem Tode wieder auf die Welt kam, dann würde Schuster ein Krokodil werden. Oder er war in einem früheren Leben ein Krokodil.
Aber konnte so einer wirklich etwas dafür, dass er so ein mieser Kerl war? Konnte Helga etwas dafür, dass sie eine dumme Gans war? Hatte Schuster überhaupt die Möglichkeit gehabt, ein netter Mensch zu werden? Hatte Helga die Möglichkeit, ein denkendes Wesen zu werden, eine vernünftige Frau, die andere Dinge im Kopf hatte als nur Männer und Kosmetik? Gerade an seiner Schwester merkte er, wie früh die Weichen bereits gestellt wurden. Und an sich selber merkte er, wie schwer die Befreiung aus der Unmündigkeit war. Du musst es schaffen, dachte er, du musst sehen, dass du aus dem Dreck herauskommst.
Das Abitur ist eine Chance. Der Sinn des Lebens kann sich doch nicht im Bau eines Eigenheims und in der Aufzucht von zwei, drei Kindern erschöpfen! Als er Messer und Gabel aus der Hand legte, waren seine Handflächen nass von Schweiß. Der Parfümgeruch, den Helga ausströmte, und das monotone Schmatzen seiner Mutter wurden ihm unerträglich.
Nach dem Essen las er über Thomas Mann, der den Dichter Axel Martini in Königliche Hoheit sagen lässt: „Die Entsagung ist unser Pakt mit der Muse, auf ihr beruht unsere Kraft, unsere Würde, und das Leben ist unser verbotener Garten.“ Er las diesen Satz drei Mal, versuchte ihn wirklich zu begreifen, wog ihn ab und schob ihn schließlich beiseite. Diese pietistische Scheiße, dachte er. Diese Egozentrik, diese Schwermut. Als ob alle Künstler Melancholiker wären und sein müssten, melancholische, übersensible, moralische, ästhetische, feinsinnige, intellektuelle, genialische, sentimentale und nicht zuletzt auch humanistisch gebildete Eremiten. Wahrscheinlich meinte dieser Thomas Mann das tatsächlich. Als ob Kunst etwas wäre, was nichts mit dem Leben zu tun hat. Und als ob nur diese Leute empfindlich, feinsinnig, schöpferisch wären, als ob alle anderen Idioten wären. Aber dann folgte nicht einmal die Begründung, warum es so unzählig viele Idioten gibt oder wie man etwas daran ändern könnte, sondern es folgten Trübsinn und Sentimentalität.
Tonio Kröger, das war noch so ein Epos, in dem sich der Künstler mit dem Künstler beschäftigte. Und im Tod in Venedig krepierte so ein morbider Künstlertyp an seiner eigenen Morbidität.
Aber wen kümmerte das schon, außer morbide Künstlertypen.
Soll dieses Volk doch ruhig krepieren, dachte er. Die haben alles, was sie brauchen, vom Abitur angefangen, obwohl sie nie gelernt haben, was Arbeit heißt. Solche Typen leiden nicht an dieser beschissenen gesellschaftlichen Wirklichkeit, sondern an sich selber, an ihrer eigenen Überspanntheit, die sie pflegen. Der eigene Bauchnabel ist der Mittelpunkt der Welt, und wenn sie Nabelsausen haben, meinen sie, die Welt geht unter.
Bertolt Brecht oder Heinrich Böll oder Friedrich Dürrenmatt waren ihm lieber. Da merkte man wenigstens, dass es auch politische Verhältnisse und ökonomische Zwänge gibt. In letzter Zeit las er gern Romane, richtige Literatur. Aber es blieb nur wenig Zeit zum Lesen. Abends, wenn er sein Pflichtpensum erledigt hatte, war er meistens zu abgespannt; und die Sonntage reichten kaum dazu aus, jeweils ein neues Lehrheft gewissenhaft durchzuarbeiten.
Oft begriff er eine Erklärung erst nach mehrfachem Lesen, oder er brauchte ein paar Stunden, um eine einzige Mathematikaufgabe zu lösen.
Manchmal fragte er sich, ob man mit einundzwanzig Jahren noch das aufholen konnte, was man mit sechzehn, siebzehn versäumt hatte. Er merkte, dass es ihn ungeheure Anstrengungen kostete, Probleme konsequent zu durchdenken. Da war eine Schwerfälligkeit im Gehirn, gegen die er fortwährend ankämpfen musste. Während er nachdachte, schien es ihm häufig, als seien seine Gedankengänge verstopft, als rühre er in einem großen Topf mit Kleister herum, und der Kleister, das waren Tausende von Gedanken und Gedankenblitzen, die alle aneinander kleben blieben, besonders in den Fächern, die ihn nicht interessierten.
Andererseits stellte er fest, dass man Interesse auch wecken konnte, dass ihn die Beschäftigung mit geistreichen Dingen befriedigte, dass es ein Erlebnis sein konnte, logische Zusammenhänge zu erfassen, die Naturerscheinungen um sich her zu begreifen, eine gute Geschichte zu lesen oder ein Gedicht so zu interpretieren, dass man es hinterher richtig verstand. Wahrscheinlich musste sich sein Gehirn erst daran gewöhnen, mit solchen Gedanken umzugehen und entsprechende Verbindungswege herauszubilden.
Das gelang offenbar immer besser, wenngleich er manchmal fast verzweifelte.
Spaß machte ihm zum Beispiel Geschichte, ein Fach, das ihn in der Schule regelrecht angewidert hatte. Schlagartig wurde ihm klar, wie viele Unwahrheiten, Halbwahrheiten und Vorurteile ihm eingepflanzt worden waren. Der Geschichtslehrer hatte über Cäsar oder über die Weimarer Republik nicht mehr gewusst als sowieso in ihrem Geschichtsbuch stand. Er war in erster Linie ehemaliger Marineoffizier gewesen und erst in zweiter Linie Historiker.
Hin und wieder hatte er von der Kameradschaft auf See erzählt, von abenteuerlichen Feindfahrten auf einem Zerstörer im nördlichen Eismeer, oder wie im Atlantik der Stolz der englischen Kriegsmarine, die „Hood“, von dem deutschen Schlachtschiff „Bismarck“ und dem schweren Kreuzer „Prinz Eugen“ versenkt wurde und später dann die „Bismarck“ und die „Tirpitz“ von englischen Flottenverbänden zusammengeschossen wurden.
Ansonsten waren sie bis zum Nationalsozialismus, dem so genannten Dritten Reich, gar nicht gekommen.
Jetzt erst traten die Zusammenhänge zutage. Die Bauernkriege waren also nicht das Werk von Mordbrennern gewesen, sondern ein Aufstand der Geknechteten und Entrechteten; statt einer Fahne trugen sie als Feldzeichen einen Bauernschuh, den Bundschuh, voran – war das nicht bezeichnend? Der Dichter Georg Büchner, der nur vierundzwanzig Jahre alt geworden war, hatte vor der Verfolgung durch den hessischen Geheimdienst Zuflucht in Frankreich suchen müssen. Marx und Engels waren keine „üblen Kommunisten“ gewesen, sondern Sozialphilosophen, die unter anderem für eine klassenlose Gesellschaft eintraten. Bismarck, dieser Inbegriff preußischer Tüchtigkeit, hatte also die Sozialistengesetze erlassen. Und 1918 hatte es in Deutschland Arbeiter- und Soldatenräte gegeben, 1919 in Bayern tatsächlich vorübergehend eine Räterepublik. Das alles und noch viel mehr kam, zum Teil zwischen den Zeilen, zum Vorschein.
Ihm wurde bewusst, dass der Mensch ein geschichtliches Wesen ist, dass da etwas war, was immer noch wirkt, und dass Geschichte sich ständig wiederholt. Wie oft hatte es schon Judenpogrome gegeben, wie oft Revolutionen? Was waren die Flicks und Krupps und Rockefellers anderes als die Fugger und Welser im Mittelalter? Und war nicht auch der Bauunternehmer Mönkeberg, der inzwischen im Stadtrat saß, so ein kleiner Fugger von Salstädt? Das bedeutet: Man kann Vergleiche ziehen, man kann aus der Geschichte lernen. Adenauer und de Gaulle fingen im Jahre 1962 mit ihrer deutsch-französischen Verständigungspolitik wieder da an, wo Stresemann und Briand 1926 schon lange gewesen waren. Oder man las in einem sozialdemokratischen Programm von 1871 etwas über die Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hilfeleistung für Arbeitnehmer oder über den Achtstundentag. Und wenn man sich umsah, stellte man fest, dass es bei Programmsätzen geblieben war und dass sich soziale Änderungen nur ganz allmählich vollzogen, wenn überhaupt.
Lesen Sie in der kommenden Ausgabe, wie es für Erich Wegner auf dem zweiten Bildungsweg weitergeht!
© 2008 Horlemann
Alle Rechte vorbehalten
Überarbeitete Neuausgabe – Erstveröffentlichung 1978 Büchergilde Gutenberg, Satz und Umschlaggestaltung Verlag.
Bitte fordern Sie das Verlagsverzeichnis an, unter:
Horlemann Verlag, Postfach 1307, 53583 Bad Honnef,
Telefax 02224 5429, E-Mail: info (at) horlemann-verlag.de
www.horlemann.info
Online-Flyer Nr. 152 vom 25.06.2008
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Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben
Von Wolfgang Bittner

5) Zweiter Bildungsweg am Wochenende (Fortsetzung)
Die Leute aus dem Bautrupp fielen ihm ein. Das Gesicht von Schuster hatte in der Erinnerung etwas Krokodilhaftes. Wenn es stimmte, dass man nach dem Tode wieder auf die Welt kam, dann würde Schuster ein Krokodil werden. Oder er war in einem früheren Leben ein Krokodil.
Aber konnte so einer wirklich etwas dafür, dass er so ein mieser Kerl war? Konnte Helga etwas dafür, dass sie eine dumme Gans war? Hatte Schuster überhaupt die Möglichkeit gehabt, ein netter Mensch zu werden? Hatte Helga die Möglichkeit, ein denkendes Wesen zu werden, eine vernünftige Frau, die andere Dinge im Kopf hatte als nur Männer und Kosmetik? Gerade an seiner Schwester merkte er, wie früh die Weichen bereits gestellt wurden. Und an sich selber merkte er, wie schwer die Befreiung aus der Unmündigkeit war. Du musst es schaffen, dachte er, du musst sehen, dass du aus dem Dreck herauskommst.
Das Abitur ist eine Chance. Der Sinn des Lebens kann sich doch nicht im Bau eines Eigenheims und in der Aufzucht von zwei, drei Kindern erschöpfen! Als er Messer und Gabel aus der Hand legte, waren seine Handflächen nass von Schweiß. Der Parfümgeruch, den Helga ausströmte, und das monotone Schmatzen seiner Mutter wurden ihm unerträglich.
Nach dem Essen las er über Thomas Mann, der den Dichter Axel Martini in Königliche Hoheit sagen lässt: „Die Entsagung ist unser Pakt mit der Muse, auf ihr beruht unsere Kraft, unsere Würde, und das Leben ist unser verbotener Garten.“ Er las diesen Satz drei Mal, versuchte ihn wirklich zu begreifen, wog ihn ab und schob ihn schließlich beiseite. Diese pietistische Scheiße, dachte er. Diese Egozentrik, diese Schwermut. Als ob alle Künstler Melancholiker wären und sein müssten, melancholische, übersensible, moralische, ästhetische, feinsinnige, intellektuelle, genialische, sentimentale und nicht zuletzt auch humanistisch gebildete Eremiten. Wahrscheinlich meinte dieser Thomas Mann das tatsächlich. Als ob Kunst etwas wäre, was nichts mit dem Leben zu tun hat. Und als ob nur diese Leute empfindlich, feinsinnig, schöpferisch wären, als ob alle anderen Idioten wären. Aber dann folgte nicht einmal die Begründung, warum es so unzählig viele Idioten gibt oder wie man etwas daran ändern könnte, sondern es folgten Trübsinn und Sentimentalität.
Tonio Kröger, das war noch so ein Epos, in dem sich der Künstler mit dem Künstler beschäftigte. Und im Tod in Venedig krepierte so ein morbider Künstlertyp an seiner eigenen Morbidität.
Aber wen kümmerte das schon, außer morbide Künstlertypen.
Soll dieses Volk doch ruhig krepieren, dachte er. Die haben alles, was sie brauchen, vom Abitur angefangen, obwohl sie nie gelernt haben, was Arbeit heißt. Solche Typen leiden nicht an dieser beschissenen gesellschaftlichen Wirklichkeit, sondern an sich selber, an ihrer eigenen Überspanntheit, die sie pflegen. Der eigene Bauchnabel ist der Mittelpunkt der Welt, und wenn sie Nabelsausen haben, meinen sie, die Welt geht unter.
Bertolt Brecht oder Heinrich Böll oder Friedrich Dürrenmatt waren ihm lieber. Da merkte man wenigstens, dass es auch politische Verhältnisse und ökonomische Zwänge gibt. In letzter Zeit las er gern Romane, richtige Literatur. Aber es blieb nur wenig Zeit zum Lesen. Abends, wenn er sein Pflichtpensum erledigt hatte, war er meistens zu abgespannt; und die Sonntage reichten kaum dazu aus, jeweils ein neues Lehrheft gewissenhaft durchzuarbeiten.
Oft begriff er eine Erklärung erst nach mehrfachem Lesen, oder er brauchte ein paar Stunden, um eine einzige Mathematikaufgabe zu lösen.
Manchmal fragte er sich, ob man mit einundzwanzig Jahren noch das aufholen konnte, was man mit sechzehn, siebzehn versäumt hatte. Er merkte, dass es ihn ungeheure Anstrengungen kostete, Probleme konsequent zu durchdenken. Da war eine Schwerfälligkeit im Gehirn, gegen die er fortwährend ankämpfen musste. Während er nachdachte, schien es ihm häufig, als seien seine Gedankengänge verstopft, als rühre er in einem großen Topf mit Kleister herum, und der Kleister, das waren Tausende von Gedanken und Gedankenblitzen, die alle aneinander kleben blieben, besonders in den Fächern, die ihn nicht interessierten.
Andererseits stellte er fest, dass man Interesse auch wecken konnte, dass ihn die Beschäftigung mit geistreichen Dingen befriedigte, dass es ein Erlebnis sein konnte, logische Zusammenhänge zu erfassen, die Naturerscheinungen um sich her zu begreifen, eine gute Geschichte zu lesen oder ein Gedicht so zu interpretieren, dass man es hinterher richtig verstand. Wahrscheinlich musste sich sein Gehirn erst daran gewöhnen, mit solchen Gedanken umzugehen und entsprechende Verbindungswege herauszubilden.
Das gelang offenbar immer besser, wenngleich er manchmal fast verzweifelte.
Spaß machte ihm zum Beispiel Geschichte, ein Fach, das ihn in der Schule regelrecht angewidert hatte. Schlagartig wurde ihm klar, wie viele Unwahrheiten, Halbwahrheiten und Vorurteile ihm eingepflanzt worden waren. Der Geschichtslehrer hatte über Cäsar oder über die Weimarer Republik nicht mehr gewusst als sowieso in ihrem Geschichtsbuch stand. Er war in erster Linie ehemaliger Marineoffizier gewesen und erst in zweiter Linie Historiker.
Hin und wieder hatte er von der Kameradschaft auf See erzählt, von abenteuerlichen Feindfahrten auf einem Zerstörer im nördlichen Eismeer, oder wie im Atlantik der Stolz der englischen Kriegsmarine, die „Hood“, von dem deutschen Schlachtschiff „Bismarck“ und dem schweren Kreuzer „Prinz Eugen“ versenkt wurde und später dann die „Bismarck“ und die „Tirpitz“ von englischen Flottenverbänden zusammengeschossen wurden.
Ansonsten waren sie bis zum Nationalsozialismus, dem so genannten Dritten Reich, gar nicht gekommen.
Jetzt erst traten die Zusammenhänge zutage. Die Bauernkriege waren also nicht das Werk von Mordbrennern gewesen, sondern ein Aufstand der Geknechteten und Entrechteten; statt einer Fahne trugen sie als Feldzeichen einen Bauernschuh, den Bundschuh, voran – war das nicht bezeichnend? Der Dichter Georg Büchner, der nur vierundzwanzig Jahre alt geworden war, hatte vor der Verfolgung durch den hessischen Geheimdienst Zuflucht in Frankreich suchen müssen. Marx und Engels waren keine „üblen Kommunisten“ gewesen, sondern Sozialphilosophen, die unter anderem für eine klassenlose Gesellschaft eintraten. Bismarck, dieser Inbegriff preußischer Tüchtigkeit, hatte also die Sozialistengesetze erlassen. Und 1918 hatte es in Deutschland Arbeiter- und Soldatenräte gegeben, 1919 in Bayern tatsächlich vorübergehend eine Räterepublik. Das alles und noch viel mehr kam, zum Teil zwischen den Zeilen, zum Vorschein.
Ihm wurde bewusst, dass der Mensch ein geschichtliches Wesen ist, dass da etwas war, was immer noch wirkt, und dass Geschichte sich ständig wiederholt. Wie oft hatte es schon Judenpogrome gegeben, wie oft Revolutionen? Was waren die Flicks und Krupps und Rockefellers anderes als die Fugger und Welser im Mittelalter? Und war nicht auch der Bauunternehmer Mönkeberg, der inzwischen im Stadtrat saß, so ein kleiner Fugger von Salstädt? Das bedeutet: Man kann Vergleiche ziehen, man kann aus der Geschichte lernen. Adenauer und de Gaulle fingen im Jahre 1962 mit ihrer deutsch-französischen Verständigungspolitik wieder da an, wo Stresemann und Briand 1926 schon lange gewesen waren. Oder man las in einem sozialdemokratischen Programm von 1871 etwas über die Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hilfeleistung für Arbeitnehmer oder über den Achtstundentag. Und wenn man sich umsah, stellte man fest, dass es bei Programmsätzen geblieben war und dass sich soziale Änderungen nur ganz allmählich vollzogen, wenn überhaupt.
Lesen Sie in der kommenden Ausgabe, wie es für Erich Wegner auf dem zweiten Bildungsweg weitergeht!
© 2008 Horlemann
Alle Rechte vorbehalten
Überarbeitete Neuausgabe – Erstveröffentlichung 1978 Büchergilde Gutenberg, Satz und Umschlaggestaltung Verlag.
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