SUCHE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Druckversion
Literatur
Der Klassiker und die Nachwelt – dritte Folge
Vorsicht, Hacks!
Von Georg Fülberth
Georg Fülberth in der NRhZ 151: „ Natürlich ist der Beifall kaputt, und es gibt mindestens 20 Vorhänge weniger. (…) Die Schauspieler weinen und besaufen sich, die Karusseit heult ungeheuer und geht dann empört auf mich los. Dann wollen sie Hacks verprügeln, saufen aber lieber.“
Was war passiert?

Peter Hacks
Zu Hacks’ starken Neigungen gehört die Projektion. Der Dichter gestaltet sich seine Welt: So ist sie. Daneben gibt es eine Realität, die nicht von ihm gemacht ist. Stoßen beide zusammen, entsteht abgrundtiefe Enttäuschung. „Margarete in Aix“ enthielt die Welt, wie Hacks sie sich wünschte und wie sie seiner Meinung auch war. Hinter dieser Vorstellung mußte jede Verwirklichung zurückbleiben. Noch einmal André Müller: „Hacks liebte von seinen Stücken Margarete in Aix über alles und war tief unzufrieden, es jahrelang nicht auf einer Bühne zu sehen. Die Inszenierung von 1969 sah er nie. Er muß eine feste Vorstellung davon gehabt haben, wie das Stück auf der Bühne aussehen solle, die von Besson dann enttäuscht wurde. (…) Alles, was er sagt, kreist immer um das Wort Enttäuschung.“
Es gibt offenbar einen politischen Kontext. Müller: „Freilich schien er schon seit einiger Zeit in eine Phase der Enttäuschung eingetreten zu sein, denn er sagte mir schon Ende September, er habe keine Lust mehr auf die Welt. (…) Vor allem aber hat seine Unzufriedenheit mit der politischen Entwicklung nach Ulbricht stark zugenommen.“ Am 1.August 1973 hatte Hacks geschrieben:
„Ulbricht leider ist tot und Schluß mit der Staatskunst in Deutschland.
Immer mächtiger treibts mich in den Goethe hinein.
Zieh jetzt, Freundin, dein Herz nicht zurück. Als letztes sonst bleibt mir,
Einzutrimmen die Kunst einer barbarischen Zeit.“

Amphitryon-Aufführung des Theaters im Palais (Berlin)
Quelle: Theater im Palais
Das tat er denn auch, unter anderem mit „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“. Es wurde ein Welterfolg. Dabei ist es im Grunde ein Boulevardstück, in dem der Dichter und die einzige Darstellerin ihre Kunst beweisen. Diese Artistik hatte Heinar Kipphardt seinem langjährigen Freund anhand einer anderen Bravourleistung – des „Amphitryon“ im Cuvillier-Theater – vorgeworfen: Er sprach schimpfend vom „bekannten Theaterkonfekt, dem pikanten, das um zehn Mark die Welt für nahezu drei Stunden in Ordnung bringt“. Je nun, wer kann, der kann.
Hacks war nicht nur ein praktizierender Ästhet, sondern auch ein theoretischer Ästhetiker. In seiner umfangreichen Poetik – „Die Maßgaben der Kunst“ – untersuchte er die inneren Gesetzmäßigkeiten verschiedener Genres, vom Kinderbuch bis zum Libretto. Und weil er wußte, wie man’s macht, dichtete er große Beispiele. Diese interpretierte er dann wieder, ebenfalls nachzulesen in den „Maßgaben“.

1976, das Jahr des größten Bühnenerfolgs, machte Hacks auch zum politischen Täter. In der Weltbühne wandte er sich gegen den gerade aus der DDR hinausgeworfenen Biermann und dessen Anhänger. Dies war für ihn eine Art Verteidigung des Sozialismus, der aber – und das wußte er selbst – schon nicht mehr zu retten war. Was er von der Ära Honecker hielt, läßt sich in einem Gedicht mit dem Titel „Der Nachfolger“ lesen:
„In diesem Armengrabe liegt ein Sohn,
Der, was der Vater sparte auf dem Thron,
Vergeudete. Ein Schild sagt den Besuchern:
Er hat geerbt. Er war zu dumm zu wuchern.“
Längst gab es auch schon sein Beamtendrama „Prexaspes“: verfaßt in Alexandrinern. Es stellte die bürokratische Erstarrung des Staates dar, den Hacks nun – in der Wortmeldung zu Biermann – doch zu verteidigen sich anschickte. Nach eigenem Bekunden kostete ihn dies „etwa eine Million“: Er wurde im Westen jetzt weniger gespielt. Aber auch in der DDR kam er seltener auf die Bühne. Manche neuen Stücke – zum Beispiel „Numa“ – hatte er de facto nur noch für den Buchdruck geschrieben, im Falle eines Dramatikers heißt dies: für den Papierkorb.
Es handelte sich nicht um direkte Verbote. Im Grunde gab es kein Publikum mehr für ihn in der DDR, zumindest dann nicht, wenn er politisch schrieb. Immer wieder wurde ihm vorgeworfen, er meide Gegenwartsstoffe. Das stimmt aber nicht. Seine historischen Dramen sind Schlüsselstücke – doch da war niemand, der sie entschlüsseln wollte (oder man wollte und konnte zwar, hielt es aber für sicherer, das, was man da entdeckte, für sich zu behalten). Im DDR-Niedergang der achtziger Jahre war „sozialistische Klassik“ nicht länger möglich.

Foto: HeiFisch, pixelio.de
Jetzt kam mal wieder die Romantik. Diese war – wie schon im 19. Jahrhundert – die Begleitmusik zum aufkommenden Kapitalismus, die ihn begünstigte, indem sie scheinbar opponierte. Die DDR blieb Hacks’ Produktionsbedingung, ihr Zustand wurde auch in der Wahl der Formen von ihm wiedergegeben: als Persiflage auf romantische Bühnenschinken. Dann kam überraschend doch noch einmal ein Gegenwartsstück: Das Drama „Die Binsen“ zeigt, wie der Staat in dieselben ging. Es wurde sogar – verkniffen, als eine Art Pflichtübung – aufgeführt, aber niemand wollte es verstehen. Auf dem Papier blieb „Jona“: ein Drama über Honeckers „Staatsschlaubergerei“.
Späte und späteste Stücke
Die DDR war auch noch Hacks’ Produktionsbedingung, als es sie nicht mehr gab. Seine „Späten Stücke“ (1990–1998) stellen immer wieder den Zusammenbruch des Sozialismus dar. Wieder wird historisches Kostüm angezogen und muß Entschlüsselungsarbeit geleistet werden. Wo die Figuren Gregor, Hans und Markus heißen (in „Genovefa“), dürfte dies leicht fallen.
Nach 1998 stellte Hacks die dramatische Produktion ein. Mit Befremden beobachtete André Müller, daß er jetzt unmittelbar Politik machen wollte, zum Beispiel als Pamphletist. Doch ganz am Ende, 2003, entstanden noch drei Einakter („Dramoletts“), die Hacks nicht mehr in seine Gesammelten Werke aufnahm: „Der Parteitag“, „Phraates“, „Berliner Novelle“.[1]
Sie protokollieren nicht länger den romantischen Weg in die Katastrophe, auch nicht mehr – wie einige Späte Stücke – diese selbst, sondern den Zustand danach. Die diesem adäquate Form ist die Groteske. Müller berichtet, daß der Freund zuletzt verbittert gewesen sei.
Das Requiem
Zwischen den „Späten Stücken“ und den Grotesken veröffentlichte Peter Hacks sein lyrisches Requiem auf die Deutsche Demokratische Republik. Dies ist der Zyklus „Jetztzeit“. Es gibt ihn in zwei Versionen. Die erste erschien 1998/1999 in „Konkret“: jeden Monat ein Gedicht. Eine zweite Fassung hat Hacks für den ersten Band der Werkausgabe zusammengestellt. Die Schnittfläche ist groß, in der späteren Fassung mag der Anteil des weniger unmittelbar Politischen etwas größer sein.

Deplaziertes Stalindenmal in Vilnius
Foto: Wojsyl
Mit „Jetztzeit“ erreichte Hacks einen späten Höhepunkt seiner lyrischen Produktion. Mehrere dieser Gedichte machte er – als hätte er geahnt, daß dies einmal nötig werden würde – für konservative, liberale und demokratisch-sozialistische Fans völlig ungenießbar. Eine besondere Tücke liegt darin, daß es zugleich einige der allerschönsten sind, zum Beispiel „Venus und Stalin“ oder auch „Denkmal für ein Denkmal“ (siehe NRhZ 150 und 151). Im letzteren Gedicht kommt der Generalissimus ebenfalls vor. Vor 1989 hat Peter Hacks keine Stalinhymnen geschrieben, auch vor 1956 nicht. Weshalb tat er es jetzt? Er konnte nicht völlig den Blick von einer Partei wenden, die immer wieder deklamierte, sie habe den „endgültigen Bruch mit dem Stalinismus“ vollzogen. Hacks dolmetschte: „mit dem Sozialismus“. Dagegen setzte er Stalin als Provokation. In dem großen Gedicht „Das Vaterland“ mit seiner Apotheose der Mauer schrieb er eine Elegie auf den untergegangenen Staat:
„Man weint um Hellas. Sonst geschieht es selten,
Daß einer Staatseinrichtung Tränen gelten.“
Hier dürfte Lorenz Jäger seufzen: „Der Nachruhm ist Hacks sicher, aber einfach wird er nicht zu haben sein.“
Anhebender Zank
Wie kaum anders zu erwarten, beginnen jetzt wir Anbeter zu streiten. Zwei Linien zeichnen sich in der linken Hacks-Rezeption ab:
Die einen sehen ihn nur als großen Geist und Dichter und bekommen von den anderen den Vorwurf, daß sie den Politiker und Revolutionär verleugneten. Ein Aufrührer wollte er aber wirklich nicht sein. Die Kritik an seiner Verhimmelung hat zwar viel für sich, sollte sich jedoch vor dem Fehler hüten, in diesem Kommunisten auch einen Rebellen, der er, wie gezeigt, nicht war, zu sehen. Er hat ja selbst gesagt, was für ihn der Gipfel war: Sozialistische Klassik. Da wird nicht gekämpft, sondern genossen. Die Basis für diese Wunderwerke ist nunmehr entfallen, Hacks’ Kulinarik wird für lange Zeit nur ein Vorgeschmack auf das sein, was es vielleicht einmal geben wird. Revolutionär wirkt er deshalb doch: Man sieht, wofür gekämpft werden könnte.
Das letzte Wort soll aber auch dieses Mal dem Dichter Peter Hacks gehören:
(CH)
Tagtraum
Ich möchte gern ein Holperstein
In einer Pflasterstraße sein.
Ich stell mir vor, ich läge dort
Jahrhunderte am selben Ort,
Und einer von den Kunsteunuchen
Aus Medien und Kritik
Käm beispielsweise Hacks besuchen
Und bräch sich das Genick.
Die Gedichte entnahmen wir der Werkausgabe von Peter Hacks (15 Bände, Berlin 2003). Wir danken dem Eulenspiegel Verlag für die freundliche Genehmigung zum Abdruck.
Online-Flyer Nr. 152 vom 25.06.2008
Druckversion
Literatur
Der Klassiker und die Nachwelt – dritte Folge
Vorsicht, Hacks!
Von Georg Fülberth
Georg Fülberth in der NRhZ 151: „ Natürlich ist der Beifall kaputt, und es gibt mindestens 20 Vorhänge weniger. (…) Die Schauspieler weinen und besaufen sich, die Karusseit heult ungeheuer und geht dann empört auf mich los. Dann wollen sie Hacks verprügeln, saufen aber lieber.“
Was war passiert?

Peter Hacks
Es gibt offenbar einen politischen Kontext. Müller: „Freilich schien er schon seit einiger Zeit in eine Phase der Enttäuschung eingetreten zu sein, denn er sagte mir schon Ende September, er habe keine Lust mehr auf die Welt. (…) Vor allem aber hat seine Unzufriedenheit mit der politischen Entwicklung nach Ulbricht stark zugenommen.“ Am 1.August 1973 hatte Hacks geschrieben:
„Ulbricht leider ist tot und Schluß mit der Staatskunst in Deutschland.
Immer mächtiger treibts mich in den Goethe hinein.
Zieh jetzt, Freundin, dein Herz nicht zurück. Als letztes sonst bleibt mir,
Einzutrimmen die Kunst einer barbarischen Zeit.“

Amphitryon-Aufführung des Theaters im Palais (Berlin)
Quelle: Theater im Palais
Das tat er denn auch, unter anderem mit „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“. Es wurde ein Welterfolg. Dabei ist es im Grunde ein Boulevardstück, in dem der Dichter und die einzige Darstellerin ihre Kunst beweisen. Diese Artistik hatte Heinar Kipphardt seinem langjährigen Freund anhand einer anderen Bravourleistung – des „Amphitryon“ im Cuvillier-Theater – vorgeworfen: Er sprach schimpfend vom „bekannten Theaterkonfekt, dem pikanten, das um zehn Mark die Welt für nahezu drei Stunden in Ordnung bringt“. Je nun, wer kann, der kann.
Hacks war nicht nur ein praktizierender Ästhet, sondern auch ein theoretischer Ästhetiker. In seiner umfangreichen Poetik – „Die Maßgaben der Kunst“ – untersuchte er die inneren Gesetzmäßigkeiten verschiedener Genres, vom Kinderbuch bis zum Libretto. Und weil er wußte, wie man’s macht, dichtete er große Beispiele. Diese interpretierte er dann wieder, ebenfalls nachzulesen in den „Maßgaben“.

„In diesem Armengrabe liegt ein Sohn,
Der, was der Vater sparte auf dem Thron,
Vergeudete. Ein Schild sagt den Besuchern:
Er hat geerbt. Er war zu dumm zu wuchern.“
Längst gab es auch schon sein Beamtendrama „Prexaspes“: verfaßt in Alexandrinern. Es stellte die bürokratische Erstarrung des Staates dar, den Hacks nun – in der Wortmeldung zu Biermann – doch zu verteidigen sich anschickte. Nach eigenem Bekunden kostete ihn dies „etwa eine Million“: Er wurde im Westen jetzt weniger gespielt. Aber auch in der DDR kam er seltener auf die Bühne. Manche neuen Stücke – zum Beispiel „Numa“ – hatte er de facto nur noch für den Buchdruck geschrieben, im Falle eines Dramatikers heißt dies: für den Papierkorb.
Es handelte sich nicht um direkte Verbote. Im Grunde gab es kein Publikum mehr für ihn in der DDR, zumindest dann nicht, wenn er politisch schrieb. Immer wieder wurde ihm vorgeworfen, er meide Gegenwartsstoffe. Das stimmt aber nicht. Seine historischen Dramen sind Schlüsselstücke – doch da war niemand, der sie entschlüsseln wollte (oder man wollte und konnte zwar, hielt es aber für sicherer, das, was man da entdeckte, für sich zu behalten). Im DDR-Niedergang der achtziger Jahre war „sozialistische Klassik“ nicht länger möglich.

Foto: HeiFisch, pixelio.de
Jetzt kam mal wieder die Romantik. Diese war – wie schon im 19. Jahrhundert – die Begleitmusik zum aufkommenden Kapitalismus, die ihn begünstigte, indem sie scheinbar opponierte. Die DDR blieb Hacks’ Produktionsbedingung, ihr Zustand wurde auch in der Wahl der Formen von ihm wiedergegeben: als Persiflage auf romantische Bühnenschinken. Dann kam überraschend doch noch einmal ein Gegenwartsstück: Das Drama „Die Binsen“ zeigt, wie der Staat in dieselben ging. Es wurde sogar – verkniffen, als eine Art Pflichtübung – aufgeführt, aber niemand wollte es verstehen. Auf dem Papier blieb „Jona“: ein Drama über Honeckers „Staatsschlaubergerei“.
Späte und späteste Stücke
Die DDR war auch noch Hacks’ Produktionsbedingung, als es sie nicht mehr gab. Seine „Späten Stücke“ (1990–1998) stellen immer wieder den Zusammenbruch des Sozialismus dar. Wieder wird historisches Kostüm angezogen und muß Entschlüsselungsarbeit geleistet werden. Wo die Figuren Gregor, Hans und Markus heißen (in „Genovefa“), dürfte dies leicht fallen.
Nach 1998 stellte Hacks die dramatische Produktion ein. Mit Befremden beobachtete André Müller, daß er jetzt unmittelbar Politik machen wollte, zum Beispiel als Pamphletist. Doch ganz am Ende, 2003, entstanden noch drei Einakter („Dramoletts“), die Hacks nicht mehr in seine Gesammelten Werke aufnahm: „Der Parteitag“, „Phraates“, „Berliner Novelle“.[1]
Sie protokollieren nicht länger den romantischen Weg in die Katastrophe, auch nicht mehr – wie einige Späte Stücke – diese selbst, sondern den Zustand danach. Die diesem adäquate Form ist die Groteske. Müller berichtet, daß der Freund zuletzt verbittert gewesen sei.
Das Requiem
Zwischen den „Späten Stücken“ und den Grotesken veröffentlichte Peter Hacks sein lyrisches Requiem auf die Deutsche Demokratische Republik. Dies ist der Zyklus „Jetztzeit“. Es gibt ihn in zwei Versionen. Die erste erschien 1998/1999 in „Konkret“: jeden Monat ein Gedicht. Eine zweite Fassung hat Hacks für den ersten Band der Werkausgabe zusammengestellt. Die Schnittfläche ist groß, in der späteren Fassung mag der Anteil des weniger unmittelbar Politischen etwas größer sein.

Deplaziertes Stalindenmal in Vilnius
Foto: Wojsyl
„Man weint um Hellas. Sonst geschieht es selten,
Daß einer Staatseinrichtung Tränen gelten.“
Hier dürfte Lorenz Jäger seufzen: „Der Nachruhm ist Hacks sicher, aber einfach wird er nicht zu haben sein.“
Anhebender Zank
Wie kaum anders zu erwarten, beginnen jetzt wir Anbeter zu streiten. Zwei Linien zeichnen sich in der linken Hacks-Rezeption ab:
Die einen sehen ihn nur als großen Geist und Dichter und bekommen von den anderen den Vorwurf, daß sie den Politiker und Revolutionär verleugneten. Ein Aufrührer wollte er aber wirklich nicht sein. Die Kritik an seiner Verhimmelung hat zwar viel für sich, sollte sich jedoch vor dem Fehler hüten, in diesem Kommunisten auch einen Rebellen, der er, wie gezeigt, nicht war, zu sehen. Er hat ja selbst gesagt, was für ihn der Gipfel war: Sozialistische Klassik. Da wird nicht gekämpft, sondern genossen. Die Basis für diese Wunderwerke ist nunmehr entfallen, Hacks’ Kulinarik wird für lange Zeit nur ein Vorgeschmack auf das sein, was es vielleicht einmal geben wird. Revolutionär wirkt er deshalb doch: Man sieht, wofür gekämpft werden könnte.
Das letzte Wort soll aber auch dieses Mal dem Dichter Peter Hacks gehören:
(CH)
Tagtraum
Ich möchte gern ein Holperstein
In einer Pflasterstraße sein.
Ich stell mir vor, ich läge dort
Jahrhunderte am selben Ort,
Und einer von den Kunsteunuchen
Aus Medien und Kritik
Käm beispielsweise Hacks besuchen
Und bräch sich das Genick.
Die Gedichte entnahmen wir der Werkausgabe von Peter Hacks (15 Bände, Berlin 2003). Wir danken dem Eulenspiegel Verlag für die freundliche Genehmigung zum Abdruck.
Online-Flyer Nr. 152 vom 25.06.2008
Druckversion
NEWS
KÖLNER KLAGEMAUER
FILMCLIP
FOTOGALERIE























