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Literatur
Der Fortsetzungroman in der NRhZ – Folge 17
Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben
Von Wolfgang Bittner

Außer bequem als Buch im Horlemann-Verlag können Sie exklusiv in der NRhZ die überarbeitete Neuausgabe von Wolfgang Bittners 1978 erstmals erschienenen Roman „Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben“ lesen – eine Rezension des Werks finden sie in der NRhZ 139: „Ein Roman über einen ‚Helden’ von unten, aus der Sicht von unten und deshalb wichtig für alle – und sogar mit nicht allzu viel Fantasie lässt sich auch der Roman auf heutige Verhältnisse übertragen.“, schreibt Rezensent und Buchhändler Uli Klinger über „Der Aufsteiger“.
6) Ein Lehrgang (Fortsetzung)
Um halb sieben gab es Abendbrot. Insgesamt waren neunundzwanzig Lehrgangsteilnehmer zusammengekommen, die sich alle innerhalb der nächsten Monate zum Abitur anmelden wollten und vorher noch diesen einwöchigen Intensivkurs für Deutsch und Geschichte belegt hatten. Die meisten besuchten Abendoberschulen in norddeutschen Großstädten. Nur zwei Frauen waren darunter; offensichtlich überwog der männliche Ehrgeiz.
Der Lehrgangsleiter, ein älterer Oberstudienrat, begrüßte sie im Namen des Instituts, das den Lehrgang veranstaltete, und wünschte ihnen dann einen guten Appetit. Erich Wegner saß mit seinem Zimmergenossen Schäfer und noch einem weiteren Lehrgangsteilnehmer am Tisch, einem schmalbrüstigen Blonden, an dem besonders auffällig war, dass er als einziger der Anwesenden lange Haare trug. Außerdem hatte er sehr zarte, ebenmäßige Gesichtszüge, so dass man im ersten Moment versucht war, ihn für ein Mädchen zu halten.
Es gab warme Würstchen und mit Wurst und Käse belegte Brote, dazu wahlweise Tee oder Kaffee.
„Ich hätte nicht gedacht, dass die uns hier so gut verpflegen“, sagte Schäfer. Da er dabei mit dem Auge zwinkerte, war der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, er meine es ironisch.
„Ich finde das Essen gut“, stellte der Blonde fest.
„Sag ich doch“, entgegnete Schäfer augenzwinkernd.
Der Blonde war sichtlich irritiert. Erich Wegner zwinkerte ihm zu, was ihn noch mehr verwirrte.
„Ich heiße übrigens Eckerle“, sagte er auf einmal förmlich.
„Gerhard Eckerle.“ Sie stellten sich vor. Danach schwieg Eckerle eine Weile; wahrscheinlich fühlte er sich hochgenommen. Er schien überaus emp- findlich zu sein. Erst als er merkte, was es mit Schäfers Augenzwinkern auf sich hatte, taute er wieder auf und erzählte, dass er aus Hamburg komme.
Was er denn beruflich mache, fragte Schäfer.
Ursprünglich habe er Dekorateur gelernt. Aber dann sei er eine Zeitlang in Australien gewesen, und seit etwa zwei Jahren verdiene er sich seinen Lebensunterhalt hauptsächlich mit Übersetzungen für einen großen Verlag, was allerdings nicht viel einbrächte.
Wie es denn in Australien gewesen sei, wollte Schäfer wissen.
„Noch schlimmer als hier“, meinte Eckerle und berichtete, wie er bei einem Farmer ein Jahr lang für fünftausend Schafe zuständig gewesen war. „Das war eine Woll- und Fleischgewinnungsmaschinerie, in der sich alles nur ums Geld drehte. Am Ende wunderte man sich, dass man nicht selber geschoren und geschlachtet wurde.“ „Und warum sind Sie nach Deutschland zurückgekommen?“, wollte Erich Wegner wissen.
„Das war mir drüben zu materialistisch und roh“, sagte Eckerle.
„Ich dachte, hier gäbe es mehr Möglichkeiten, sich menschlich weiterzuentwickeln.“ Und fast so, als wolle er etwas vom Tisch wischen, setzte er noch hinzu: „Aber das war wohl ein Irrtum.“ Nach dem Abendessen gab es zur Einführung einen Vortrag des Lehrgangsleiters mit anschließender Diskussion. Das Thema lautete: „Der Zweite Bildungsweg und seine Möglichkeiten“.
„Als ob die uns damit etwas Neues erzählen würden“, knurrte Schäfer, als sie in den Vortragsraum hinübergingen.
„Lassen wir uns mal überraschen“, meinte Eckerle.
Der Lehrgangsleiter hieß Naumann. Er war Fachlehrer für Geschichte. Bevor er mit dem Vortrag begann, stellte er noch seine Kollegin vor, eine jüngere Studienrätin namens Gentz, die für das Fach Deutsch zuständig war. Dann sprach er erstens davon, auf welchem Wege man das Abitur nachmachen konnte, wobei er zwischen Abendgymnasien, Kollegs und Fernlehrgängen unterschied. Als zweites kam er auf Lehrpläne und günstige Fächerkombinationen zu sprechen, als drittes auf die staatliche Reifeprüfung.
Viertens schilderte er die Berufsperspektiven eines Abiturienten.
Im Anschluss daran berichtete die Deutschlehrerin von Absolventen, die zum Teil studierten oder bereits gut bezahlten Berufen nachgingen. Danach leitete Naumann über zur Diskussion, indem er um einen offenen Meinungsaustausch bat, was schließlich dem gegenseitigen Kennenlernen förderlich sei. Wer sich zu Wort melde, möge bitte vorweg seinen Namen nennen.
Als erster meldete sich Gerhard Eckerle zu Wort. Er habe den Vortrag und die Erfolgsbeispiele nichtssagend und albern gefunden, erklärte er, worauf alle erstarrten. Das eigentliche Problem, fuhr Eckerle fort, liege doch in der starken psychischen Belastung, der man über Jahre hinweg ausgesetzt sei, wenn man neben seinem Beruf, mit dem man ja zumeist nicht zufrieden sei, das Abitur nachmachen wolle. Dazu aber sei kein einziges Wort gesagt worden, und ebenso wenig zu der außerordentlich schlechten finanziellen Situation der Externen.
Damit drohte die Diskussion von vornherein eine Richtung zu nehmen, die dem Lehrgangsleiter offensichtlich nicht passte.
Er fuhr Eckerle ziemlich barsch über den Mund. Jeder müsse mit seinen psychischen Problemen selber fertig werden, sagte er. In der Schule oder auf solchen Lehrgängen könne man keine psychologische Lebensberatung erwarten; da müsse sich, schon aufgrund der Kürze der Zeit, alles auf einer rein sachlichen Ebene abspielen. Und das sei gut so, denn wo käme man sonst hin.
Letzten Endes habe jeder mehr oder weniger psychische Probleme, ob das nun Schüler seien oder Lehrer.
Eckerle sagte hierzu nichts mehr. In der folgenden Diskussion, in der es hauptsächlich um Prüfungsbedingungen ging, hielt er sich zurück. Nur einmal gab er zu bedenken, dass seines Wissens nicht einmal zehn Prozent bis zur Prüfung durchhielten. Aber auch darauf ging niemand weiter ein.
„Dieser Naumann, das ist vielleicht ein Unsympath“, meinte Schäfer hinterher, als sie auf ihrem Zimmer waren.
Erich Wegner putzte sich die Zähne. Nachdem ihm gerade ein Zahn gezogen worden war, achtete er neuerdings streng auf eine regelmäßige Zahnpflege morgens und abends.
„Der Eckerle hat ja eigentlich Recht“, fuhr Schäfer fort. „Hätte ich ihm nicht zugetraut, der sieht so blass und empfindsam aus, gar nicht wie ein Revolutionär.“ Erich Wegner spülte seinen Mund. „Ich ärgere mich, dass ich nicht auch was gesagt habe“, erwiderte er. „Erstmal fordern die zu einer offenen Diskussion auf. Und bringt mal jemand was Vernünftiges, wird er gleich runtergeputzt. Das ist ja schlimmer als früher in der Schule. Die haben sich zwar nicht so aufgeschlossen gebärdet, aber da wusste man wenigstens, woran man war.“ „Ich werde mich hüten, ins Fettnäpfchen zu treten“, meinte Schäfer. „Naumann ist nämlich in der Landesprüfungskommission für das Begabtenabitur.“ „Das wusste ich gar nicht“, sagte Erich Wegner, nun doch froh, dass er sich nicht zu Wort gemeldet hatte.
Schäfer seufzte. „Die denken eben, man setzt sich einfach drei Jahre lang abends und an den Wochenenden auf den Hosenboden, meldet sich dann zur Prüfung und macht das Abitur. Was das wirklich bedeutet, das weiß nur, wer diese Ochsentour selber macht. Mensch, hab ich die Schnauze voll von dieser Scheiße. Ich mach das im Fernstudium jetzt schon seit vier Jahren, war mal krank zwischendurch. Keinen Feierabend, kein Wochenende, keinen Urlaub; alles Geld geht für Lehrgangsgebühren, Nachhilfeunterricht, Sonderlehrgänge und Bücher drauf. Zum Schluss ist man ganz bescheuert im Kopf.“ Er setzte sich aufs Bett und stellte seinen Wecker. Nach einer Weile fügte er noch hinzu: „Mit meinen Eltern versteh ich mich auch nicht mehr. Meine Freundin ist mir schon vor zwei Jahren abgehauen. Wenn ich vorher gewusst hätte, was mich erwartet, ich hätte erst gar nicht damit angefangen.“ Wie zur Bekräftigung zwinkerte er und zuckte mit dem Kopf.
Die nächsten Tage waren ausgefüllt mit dem Unterricht und mit Filmvorführungen zu geschichtlichen und literarischen Themen.
Lesen Sie in der kommenden Ausgabe die Fortsetzung von Kapitel 6 „Ein Lehrgang“ und Erich Wegners Zweifel beim Aufstieg. (CH)
© 2008 Horlemann
Alle Rechte vorbehalten
Überarbeitete Neuausgabe – Erstveröffentlichung 1978 Büchergilde Gutenberg, Satz und Umschlaggestaltung Verlag.
Bitte fordern Sie das Verlagsverzeichnis an, unter:
Horlemann Verlag, Postfach 1307, 53583 Bad Honnef,
Telefax 02224 5429, E-Mail: info (at) horlemann-verlag.de
www.horlemann.info
Online-Flyer Nr. 156 vom 23.07.2008
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Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben
Von Wolfgang Bittner

6) Ein Lehrgang (Fortsetzung)
Um halb sieben gab es Abendbrot. Insgesamt waren neunundzwanzig Lehrgangsteilnehmer zusammengekommen, die sich alle innerhalb der nächsten Monate zum Abitur anmelden wollten und vorher noch diesen einwöchigen Intensivkurs für Deutsch und Geschichte belegt hatten. Die meisten besuchten Abendoberschulen in norddeutschen Großstädten. Nur zwei Frauen waren darunter; offensichtlich überwog der männliche Ehrgeiz.
Der Lehrgangsleiter, ein älterer Oberstudienrat, begrüßte sie im Namen des Instituts, das den Lehrgang veranstaltete, und wünschte ihnen dann einen guten Appetit. Erich Wegner saß mit seinem Zimmergenossen Schäfer und noch einem weiteren Lehrgangsteilnehmer am Tisch, einem schmalbrüstigen Blonden, an dem besonders auffällig war, dass er als einziger der Anwesenden lange Haare trug. Außerdem hatte er sehr zarte, ebenmäßige Gesichtszüge, so dass man im ersten Moment versucht war, ihn für ein Mädchen zu halten.
Es gab warme Würstchen und mit Wurst und Käse belegte Brote, dazu wahlweise Tee oder Kaffee.
„Ich hätte nicht gedacht, dass die uns hier so gut verpflegen“, sagte Schäfer. Da er dabei mit dem Auge zwinkerte, war der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, er meine es ironisch.
„Ich finde das Essen gut“, stellte der Blonde fest.
„Sag ich doch“, entgegnete Schäfer augenzwinkernd.
Der Blonde war sichtlich irritiert. Erich Wegner zwinkerte ihm zu, was ihn noch mehr verwirrte.
„Ich heiße übrigens Eckerle“, sagte er auf einmal förmlich.
„Gerhard Eckerle.“ Sie stellten sich vor. Danach schwieg Eckerle eine Weile; wahrscheinlich fühlte er sich hochgenommen. Er schien überaus emp- findlich zu sein. Erst als er merkte, was es mit Schäfers Augenzwinkern auf sich hatte, taute er wieder auf und erzählte, dass er aus Hamburg komme.
Was er denn beruflich mache, fragte Schäfer.
Ursprünglich habe er Dekorateur gelernt. Aber dann sei er eine Zeitlang in Australien gewesen, und seit etwa zwei Jahren verdiene er sich seinen Lebensunterhalt hauptsächlich mit Übersetzungen für einen großen Verlag, was allerdings nicht viel einbrächte.
Wie es denn in Australien gewesen sei, wollte Schäfer wissen.
„Noch schlimmer als hier“, meinte Eckerle und berichtete, wie er bei einem Farmer ein Jahr lang für fünftausend Schafe zuständig gewesen war. „Das war eine Woll- und Fleischgewinnungsmaschinerie, in der sich alles nur ums Geld drehte. Am Ende wunderte man sich, dass man nicht selber geschoren und geschlachtet wurde.“ „Und warum sind Sie nach Deutschland zurückgekommen?“, wollte Erich Wegner wissen.
„Das war mir drüben zu materialistisch und roh“, sagte Eckerle.
„Ich dachte, hier gäbe es mehr Möglichkeiten, sich menschlich weiterzuentwickeln.“ Und fast so, als wolle er etwas vom Tisch wischen, setzte er noch hinzu: „Aber das war wohl ein Irrtum.“ Nach dem Abendessen gab es zur Einführung einen Vortrag des Lehrgangsleiters mit anschließender Diskussion. Das Thema lautete: „Der Zweite Bildungsweg und seine Möglichkeiten“.
„Als ob die uns damit etwas Neues erzählen würden“, knurrte Schäfer, als sie in den Vortragsraum hinübergingen.
„Lassen wir uns mal überraschen“, meinte Eckerle.
Der Lehrgangsleiter hieß Naumann. Er war Fachlehrer für Geschichte. Bevor er mit dem Vortrag begann, stellte er noch seine Kollegin vor, eine jüngere Studienrätin namens Gentz, die für das Fach Deutsch zuständig war. Dann sprach er erstens davon, auf welchem Wege man das Abitur nachmachen konnte, wobei er zwischen Abendgymnasien, Kollegs und Fernlehrgängen unterschied. Als zweites kam er auf Lehrpläne und günstige Fächerkombinationen zu sprechen, als drittes auf die staatliche Reifeprüfung.
Viertens schilderte er die Berufsperspektiven eines Abiturienten.
Im Anschluss daran berichtete die Deutschlehrerin von Absolventen, die zum Teil studierten oder bereits gut bezahlten Berufen nachgingen. Danach leitete Naumann über zur Diskussion, indem er um einen offenen Meinungsaustausch bat, was schließlich dem gegenseitigen Kennenlernen förderlich sei. Wer sich zu Wort melde, möge bitte vorweg seinen Namen nennen.
Als erster meldete sich Gerhard Eckerle zu Wort. Er habe den Vortrag und die Erfolgsbeispiele nichtssagend und albern gefunden, erklärte er, worauf alle erstarrten. Das eigentliche Problem, fuhr Eckerle fort, liege doch in der starken psychischen Belastung, der man über Jahre hinweg ausgesetzt sei, wenn man neben seinem Beruf, mit dem man ja zumeist nicht zufrieden sei, das Abitur nachmachen wolle. Dazu aber sei kein einziges Wort gesagt worden, und ebenso wenig zu der außerordentlich schlechten finanziellen Situation der Externen.
Damit drohte die Diskussion von vornherein eine Richtung zu nehmen, die dem Lehrgangsleiter offensichtlich nicht passte.
Er fuhr Eckerle ziemlich barsch über den Mund. Jeder müsse mit seinen psychischen Problemen selber fertig werden, sagte er. In der Schule oder auf solchen Lehrgängen könne man keine psychologische Lebensberatung erwarten; da müsse sich, schon aufgrund der Kürze der Zeit, alles auf einer rein sachlichen Ebene abspielen. Und das sei gut so, denn wo käme man sonst hin.
Letzten Endes habe jeder mehr oder weniger psychische Probleme, ob das nun Schüler seien oder Lehrer.
Eckerle sagte hierzu nichts mehr. In der folgenden Diskussion, in der es hauptsächlich um Prüfungsbedingungen ging, hielt er sich zurück. Nur einmal gab er zu bedenken, dass seines Wissens nicht einmal zehn Prozent bis zur Prüfung durchhielten. Aber auch darauf ging niemand weiter ein.
„Dieser Naumann, das ist vielleicht ein Unsympath“, meinte Schäfer hinterher, als sie auf ihrem Zimmer waren.
Erich Wegner putzte sich die Zähne. Nachdem ihm gerade ein Zahn gezogen worden war, achtete er neuerdings streng auf eine regelmäßige Zahnpflege morgens und abends.
„Der Eckerle hat ja eigentlich Recht“, fuhr Schäfer fort. „Hätte ich ihm nicht zugetraut, der sieht so blass und empfindsam aus, gar nicht wie ein Revolutionär.“ Erich Wegner spülte seinen Mund. „Ich ärgere mich, dass ich nicht auch was gesagt habe“, erwiderte er. „Erstmal fordern die zu einer offenen Diskussion auf. Und bringt mal jemand was Vernünftiges, wird er gleich runtergeputzt. Das ist ja schlimmer als früher in der Schule. Die haben sich zwar nicht so aufgeschlossen gebärdet, aber da wusste man wenigstens, woran man war.“ „Ich werde mich hüten, ins Fettnäpfchen zu treten“, meinte Schäfer. „Naumann ist nämlich in der Landesprüfungskommission für das Begabtenabitur.“ „Das wusste ich gar nicht“, sagte Erich Wegner, nun doch froh, dass er sich nicht zu Wort gemeldet hatte.
Schäfer seufzte. „Die denken eben, man setzt sich einfach drei Jahre lang abends und an den Wochenenden auf den Hosenboden, meldet sich dann zur Prüfung und macht das Abitur. Was das wirklich bedeutet, das weiß nur, wer diese Ochsentour selber macht. Mensch, hab ich die Schnauze voll von dieser Scheiße. Ich mach das im Fernstudium jetzt schon seit vier Jahren, war mal krank zwischendurch. Keinen Feierabend, kein Wochenende, keinen Urlaub; alles Geld geht für Lehrgangsgebühren, Nachhilfeunterricht, Sonderlehrgänge und Bücher drauf. Zum Schluss ist man ganz bescheuert im Kopf.“ Er setzte sich aufs Bett und stellte seinen Wecker. Nach einer Weile fügte er noch hinzu: „Mit meinen Eltern versteh ich mich auch nicht mehr. Meine Freundin ist mir schon vor zwei Jahren abgehauen. Wenn ich vorher gewusst hätte, was mich erwartet, ich hätte erst gar nicht damit angefangen.“ Wie zur Bekräftigung zwinkerte er und zuckte mit dem Kopf.
Die nächsten Tage waren ausgefüllt mit dem Unterricht und mit Filmvorführungen zu geschichtlichen und literarischen Themen.
Lesen Sie in der kommenden Ausgabe die Fortsetzung von Kapitel 6 „Ein Lehrgang“ und Erich Wegners Zweifel beim Aufstieg. (CH)
© 2008 Horlemann
Alle Rechte vorbehalten
Überarbeitete Neuausgabe – Erstveröffentlichung 1978 Büchergilde Gutenberg, Satz und Umschlaggestaltung Verlag.
Bitte fordern Sie das Verlagsverzeichnis an, unter:
Horlemann Verlag, Postfach 1307, 53583 Bad Honnef,
Telefax 02224 5429, E-Mail: info (at) horlemann-verlag.de
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Online-Flyer Nr. 156 vom 23.07.2008
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Wolfgang Bittner






