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Kultur und Wissen
Schöner lesen: Freistil-Literatur in Köln-Ehrenfeld
Texte, Torten und Heißgetränke
Von Klaus Godinar

Ein ganz gewöhnliches Café in Köln-Neu-
Ehrenfeld? | Foto: Florian Müller
Das Café Franck wurde 1938 eröffnet und seither vom Ehepaar Franck geführt. Nach dem Tod ihres Mannes führte Frau Franck die Geschäfte weiter bis 2003, dann stand das Café ein Jahr lang leer. 2004 wurde es von Annette und Daniel Vollmer neu eröffnet. Die beiden haben dabei ein seltenes Kunststück geschafft: Das „Oma-Café“ mit Kaffee im Kännchen und Schwarzwälder Kirschtorte blieb erhalten, erweitert wurde es durch eine asiatische Lounge. Dass dieser Stilmix bestens funktioniert, beweist ein Blick auf die Kundschaft. Das Publikum ist ein Querschnitt durchs bunte Ehrenfelder Veedel: Stillgruppen treffen auf Medienschaffende, Studenten auf alte Stammkunden, die dem Café schon seit Jahrzehnten die Treue halten. Nach einem Umbau im letzten Jahr wird auch die alte Backstube verstärkt genutzt – als Tanzbar, Lesungsort und mittlerweile auch als Kino.
Im Mai 2005 ging dort erstmals die Leseshow über die Bühne. Organisator und Vorleser Armin Bings erzählt: „Annette und Daniel vom Café Franck waren schon länger auf der Suche nach einer literarischen Veranstaltung – und ich hatte mich einfach auf den ersten Blick in diese Backstube verguckt. So haben wir dann zusammengefunden.“
Damals noch gemeinsam mit dem Comedian Marc „Brüh“ Breuer wurde ein Konzept entwickelt, das sich bisher bewährt hat: Jeweils drei Leser bestreiten eine Stunde mit ihren Texten. Der Eintritt ist frei, das Publikum entlohnt die Autoren durch Münzen oder Scheine, die in den Hut wandern.
Das Ambiente, in dem die Lesung stattfindet, ist ein eher Ungewöhnliches: Mitten am Sonntagnachmittag findet man sich nach ein paar Schritten treppab in einer schummrigen Clubatmosphäre wieder, die von ein paar Spots ausgeleuchtet wird. Die alte Backstube, in der auch der Ofen noch erhalten geblieben ist, wirkt gleichzeitig cool und gemütlich.

...mit einer ganz gewöhnlichen Backstube?! | Foto: Café Franck
Die monatlich wechselnden Gäste, die Bings einlädt, vom Barhocker herab ihre Geschichten zu lesen, kommen aus ganz unterschiedlichen künstlerischen Richtungen: So hat hier Kabarettistisches genauso seinen Platz wie anspruchsvolle Lyrik, Reiseberichte oder Kurzgeschichten. Für das Publikum sind immer wieder Überraschungen dabei – wobei die Autoren durch die Bank unterhalten und eine hohe Qualität haben. Das können dann sowohl unbekannte Autoren sein als auch stadtbekannte Vorleser – die Liste der Gäste der letzten drei Jahre bietet einen guten Überblick über das, was in Köln jenseits der etablierten Literaturszene existiert: ein spannender und vielfältiger Mix an Themen und Autorenpersönlichkeiten. Wohl auch aufgrund der Verbundenheit mit dem Café Franck als Neuehrenfelder Institution haben darüber hinaus auch schon prominente Autoren wie Manuel Andrack oder Hans Nieswandt höchst unterhaltsame Abende mitgestaltet.

Armin Bings | Foto: Peter Feldhaus
Mancher ist auch schon eher zufällig in den Genuss der Lesung gekommen. „Das Café Franck ist an Sonntagnachmittagen immer sehr gut besucht – wenn dann jemand hört: „Gleich geht die Lesung los!“, geht er halt für die Stunde noch runter in die Backstube und schlürft da noch einen Milchkaffee“, erzählt Bings. „So ist die Zuhörerschaft immer bunt gemischt: Literaturinteressierte, Café-Stammgäste und eben diese Zufallsbesucher – die in den meisten Fällen dann auch in den nächsten Monaten wiederkommen.“
Am kommenden Sonntag startet „Schöner Lesen“ aus der Sommerpause in die nächste Lesesaison. Zu Gast sind diesmal Georg Schnitzler, Begründer und Leiter des Kölner Wohnzimmertheaters und festes Mitglied der Leseshow „fett&kursiv“, sowie Frank Meyer, freier Schauspieler, Sprecher und Autor, der zuletzt unter dem Titel „Verzeihen Sie, ich bin eine Stricknadel!“ ein Solo-Theaterstück mit Texten des Düsseldorfer Autoren Hermann Harry Schmitz auf die Bühne gebracht hat. (CH)
Zur Webseite von „Schöner lesen – Texte, Torten, Heißgetränke“
Online-Flyer Nr. 162 vom 03.09.2008
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Texte, Torten und Heißgetränke
Von Klaus Godinar

Ein ganz gewöhnliches Café in Köln-Neu-
Ehrenfeld? | Foto: Florian Müller
Im Mai 2005 ging dort erstmals die Leseshow über die Bühne. Organisator und Vorleser Armin Bings erzählt: „Annette und Daniel vom Café Franck waren schon länger auf der Suche nach einer literarischen Veranstaltung – und ich hatte mich einfach auf den ersten Blick in diese Backstube verguckt. So haben wir dann zusammengefunden.“
Damals noch gemeinsam mit dem Comedian Marc „Brüh“ Breuer wurde ein Konzept entwickelt, das sich bisher bewährt hat: Jeweils drei Leser bestreiten eine Stunde mit ihren Texten. Der Eintritt ist frei, das Publikum entlohnt die Autoren durch Münzen oder Scheine, die in den Hut wandern.
Das Ambiente, in dem die Lesung stattfindet, ist ein eher Ungewöhnliches: Mitten am Sonntagnachmittag findet man sich nach ein paar Schritten treppab in einer schummrigen Clubatmosphäre wieder, die von ein paar Spots ausgeleuchtet wird. Die alte Backstube, in der auch der Ofen noch erhalten geblieben ist, wirkt gleichzeitig cool und gemütlich.

...mit einer ganz gewöhnlichen Backstube?! | Foto: Café Franck
Die monatlich wechselnden Gäste, die Bings einlädt, vom Barhocker herab ihre Geschichten zu lesen, kommen aus ganz unterschiedlichen künstlerischen Richtungen: So hat hier Kabarettistisches genauso seinen Platz wie anspruchsvolle Lyrik, Reiseberichte oder Kurzgeschichten. Für das Publikum sind immer wieder Überraschungen dabei – wobei die Autoren durch die Bank unterhalten und eine hohe Qualität haben. Das können dann sowohl unbekannte Autoren sein als auch stadtbekannte Vorleser – die Liste der Gäste der letzten drei Jahre bietet einen guten Überblick über das, was in Köln jenseits der etablierten Literaturszene existiert: ein spannender und vielfältiger Mix an Themen und Autorenpersönlichkeiten. Wohl auch aufgrund der Verbundenheit mit dem Café Franck als Neuehrenfelder Institution haben darüber hinaus auch schon prominente Autoren wie Manuel Andrack oder Hans Nieswandt höchst unterhaltsame Abende mitgestaltet.

Armin Bings | Foto: Peter Feldhaus
Am kommenden Sonntag startet „Schöner Lesen“ aus der Sommerpause in die nächste Lesesaison. Zu Gast sind diesmal Georg Schnitzler, Begründer und Leiter des Kölner Wohnzimmertheaters und festes Mitglied der Leseshow „fett&kursiv“, sowie Frank Meyer, freier Schauspieler, Sprecher und Autor, der zuletzt unter dem Titel „Verzeihen Sie, ich bin eine Stricknadel!“ ein Solo-Theaterstück mit Texten des Düsseldorfer Autoren Hermann Harry Schmitz auf die Bühne gebracht hat. (CH)
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