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Lokales
Kölner AK „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ begrüßt Kinofilm
„Anonyma“
Von Irmgard Kopetzky
Schon im Vorfeld stieß der Film auf großes Interesse in den Medien. Der Kölner Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“, in dem rund 25 Einrichtungen unterschiedlicher Träger zusammengeschlossen sind, begrüßt die öffentliche Auseinandersetzung mit einem bisher stark tabuisierten Thema: Massenvergewaltigungen von Frauen – auch deutschen – im Krieg.
Seit Jahrhunderten sind Kriege mit Massenvergewaltigungen verbunden. Sie werden als systematische Waffe eingesetzt und sind zum Bestandteil der Kriegsstrategie geworden. Viele Frauen werden somit doppelt traumatisiert: durch den Krieg an sich und durch die erlittenen Vergewaltigungen, die dann häufig noch eine soziale Ächtung und Ausgrenzung mit sich bringen. Darum schweigen so viele Frauen über ihre Erlebnisse.
Nach dem 2. Weltkrieg haben misshandelte und vergewaltigte Frauen in Deutschland weder Hilfe und Verständnis noch eine angemessene Entschädigung oder gesellschaftliche Anerkennung als Kriegsopfer erhalten. Nachforschungen aus Krankenakten der Berliner Charité ergaben, dass allein in Berlin hochgerechnet mindestens 100.000 Frauen und Mädchen vergewaltigt worden sind. In ganz Deutschland waren demnach wohl im Zeitraum Dezember 1944 bis zum Winter 1945 etwa zwei Millionen Frauen Opfer von sexualisierter Gewalt (B. John, H. Sander in „medica mondiale: Zeit zu sprechen – 60 Jahre Kriegsende in Deutschland“).

Hauptdarstellerin Nina Hoss in „Anonyma – Eine Frau in Berlin“
Filmszene, Quelle: anonyma.film.de
Die Folgen von traumatischen Erlebnissen können vielfältig sein. Recht häufig kommt es zur sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die sich zum einen in körperlichen Symptomen (wie beispielsweise Herzrasen, Beklemmungen, Schlaflosigkeit, Wahrnehmungsstörungen) niederschlägt und zum anderen zu psychischen Auffälligkeiten (zum Beispiel Panikattacken, Alpträume, Flashbacks, Suchtmittelmissbrauch, Depressionen).
Dabei können nicht nur diejenigen betroffen sein, die selbst Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind, sondern auch deren Kinder. Heutiger Stand der Forschung ist, dass Traumata auch an die nächsten Generationen weitergegeben werden können – und das vor allem, wenn die schrecklichen Erlebnisse unausgesprochen bleiben.
Die Verfilmung des Tagebuchs der anonymen Journalistin bricht somit ein lange gehütetes Tabu. Wichtig ist zu wissen: Sowohl der Film Anonyma selbst als auch die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema kann für Betroffene retraumatisierend wirken und auch für sekundär traumatisierte Angehörige als Auslöser fungieren.
Daher möchten wir auf folgende Kölner Beratungseinrichtungen hinweisen, die als erste Anlaufstellen bei sexualisierter Gewalt und ihren Folgen zur Verfügung stehen:
Irmgard Kopetzky ist Notruf-Mitarbeiterin in Köln
Zur Webseite des Films
(PK)
Online-Flyer Nr. 170 vom 29.10.2008
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Kölner AK „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ begrüßt Kinofilm
„Anonyma“
Von Irmgard Kopetzky
Schon im Vorfeld stieß der Film auf großes Interesse in den Medien. Der Kölner Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“, in dem rund 25 Einrichtungen unterschiedlicher Träger zusammengeschlossen sind, begrüßt die öffentliche Auseinandersetzung mit einem bisher stark tabuisierten Thema: Massenvergewaltigungen von Frauen – auch deutschen – im Krieg.
Seit Jahrhunderten sind Kriege mit Massenvergewaltigungen verbunden. Sie werden als systematische Waffe eingesetzt und sind zum Bestandteil der Kriegsstrategie geworden. Viele Frauen werden somit doppelt traumatisiert: durch den Krieg an sich und durch die erlittenen Vergewaltigungen, die dann häufig noch eine soziale Ächtung und Ausgrenzung mit sich bringen. Darum schweigen so viele Frauen über ihre Erlebnisse.
Nach dem 2. Weltkrieg haben misshandelte und vergewaltigte Frauen in Deutschland weder Hilfe und Verständnis noch eine angemessene Entschädigung oder gesellschaftliche Anerkennung als Kriegsopfer erhalten. Nachforschungen aus Krankenakten der Berliner Charité ergaben, dass allein in Berlin hochgerechnet mindestens 100.000 Frauen und Mädchen vergewaltigt worden sind. In ganz Deutschland waren demnach wohl im Zeitraum Dezember 1944 bis zum Winter 1945 etwa zwei Millionen Frauen Opfer von sexualisierter Gewalt (B. John, H. Sander in „medica mondiale: Zeit zu sprechen – 60 Jahre Kriegsende in Deutschland“).

Hauptdarstellerin Nina Hoss in „Anonyma – Eine Frau in Berlin“
Filmszene, Quelle: anonyma.film.de
Die Folgen von traumatischen Erlebnissen können vielfältig sein. Recht häufig kommt es zur sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die sich zum einen in körperlichen Symptomen (wie beispielsweise Herzrasen, Beklemmungen, Schlaflosigkeit, Wahrnehmungsstörungen) niederschlägt und zum anderen zu psychischen Auffälligkeiten (zum Beispiel Panikattacken, Alpträume, Flashbacks, Suchtmittelmissbrauch, Depressionen).
Dabei können nicht nur diejenigen betroffen sein, die selbst Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind, sondern auch deren Kinder. Heutiger Stand der Forschung ist, dass Traumata auch an die nächsten Generationen weitergegeben werden können – und das vor allem, wenn die schrecklichen Erlebnisse unausgesprochen bleiben.
Die Verfilmung des Tagebuchs der anonymen Journalistin bricht somit ein lange gehütetes Tabu. Wichtig ist zu wissen: Sowohl der Film Anonyma selbst als auch die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema kann für Betroffene retraumatisierend wirken und auch für sekundär traumatisierte Angehörige als Auslöser fungieren.
Daher möchten wir auf folgende Kölner Beratungseinrichtungen hinweisen, die als erste Anlaufstellen bei sexualisierter Gewalt und ihren Folgen zur Verfügung stehen:
Irmgard Kopetzky ist Notruf-Mitarbeiterin in Köln
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