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Kultur und Wissen
„Schöner Lesen“ im November mit Krikela und Torsten Nesch
„Liedermaching“ trifft auf schräge Reiseliteratur
Von Klaus Godinar
Die Vielseitigkeit der Veranstaltung ist einer ihrer Stärken, sagt Veranstalter Armin Bings über „Schöner Lesen“: „Jeden Monat das Gleiche abzuliefern wäre mir zu langweilig.“ Deshalb gibt es im monatlichen Rhythmus immer wieder neue Texte und interessante Gästekombinationen. Diesmal sind Krikela und Torsten Nesch die mit Spannung erwarteten Mitleser.
Die perfekte Liebe zum Imperfekten
Krikela erinnert sich noch an den zündenden Moment, der sie dazu inspiriert hat, eigene Songs zu schreiben. Zuerst hörte sie Punk, Grunge, Tori Amos oder Björk. „Dann hatte ich eine große Erleuchtung, als ich anfing, „Die Sterne“
zu hören... Seitdem hab ich vor allem Wert auf Texte gelegt und mehr deutsche Musik gehört, wie Funny van Dannen, Tocotronic, Die Goldenen Zitronen, Kante. Bald kam auch der Anti-Folk dazu mit der großartigen Liedermacherin Kimya Dawson, ein ganz großes Vorbild. Spätestens als ich Bright Eyes und Daniel Johnston kennenlernte, war mir nun endgültig klar, dass es gar nicht nötig ist, perfekt singen und Gitarre spielen zu können und seine Lieder mit dem saubersten Studio Sound aufzunehmen, um ein gutes Lied zu machen. So kam es, dass ich die Imperfektion lieben lernte.“
Die Redaktion hat es sich nicht nehmen lassen, Krikelas YouTube-Video von „wer hat mich gesehen“ zu veröffentlichen
In Bezug auf ihre tollen Songs darf diese Aussage ruhig als bescheidene Untertreibung gesehen werden. Aber in der Tat hat ihre Darbietung etwas Unfertiges, was die Songs unverwechselbar macht und von glattem und daher stinklangweiligen Befindlichkeitsgeklimper abhebt. Wer möchte, kann auf MySpace selbst in eine größere Sammlung von Krikelas Songs hineinhören.
„Abgefahrene Reiseliteratur“
Etwas neben den Erwartungen liegen auch die Texte des zweiten Gastes, Thorsten Nesch. Der Autor, der auch schon als „Rheinland-Kerouac“ bezeichnet wurde, schreibt seit 1989 „abgefahrene Reiseliteratur“. Immer wieder schickt er sich oder seine Protagonisten (oder alle zusammen) in unmögliche Situationen in fremden Ländern und Städten: Albanien, Calgary und viele mehr. Ohne jemals den Humor zu verlieren, folgt er der Tradition dieses Genres.
Wer sich vorab einen Höreindruck verschaffen möchte, für den gibt es kostenlose mp3 zum Download. Paradebeispiel ist gerade das 42-Minuten Hörstück „Ich bin dann mal breit“, das weit abseits plattgetretener Pilgerpfade in Westkanada spielt und einen akustischen Vorgeschmack auf den Roman mit dem harmlosen Titel „Abenteuer Westkanada“ bietet. Das OX schrieb dazu: „Fear & Loathing in Kanada“.
Wir dürfen uns also am 2. November auf einen abwechslungsreichen Nachmittag freuen. Der Eintritt ist wie immer frei, am Ende der Veranstaltung kann jeder die Autoren durch einen freiwilligen Obolus entlohnen – also eine „Lesung mit Hut“.
Startbild unter Verwendung eines Fotos von Café Franck
Online-Flyer Nr. 170 vom 29.10.2008
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Kultur und Wissen
„Schöner Lesen“ im November mit Krikela und Torsten Nesch
„Liedermaching“ trifft auf schräge Reiseliteratur
Von Klaus Godinar
Die Vielseitigkeit der Veranstaltung ist einer ihrer Stärken, sagt Veranstalter Armin Bings über „Schöner Lesen“: „Jeden Monat das Gleiche abzuliefern wäre mir zu langweilig.“ Deshalb gibt es im monatlichen Rhythmus immer wieder neue Texte und interessante Gästekombinationen. Diesmal sind Krikela und Torsten Nesch die mit Spannung erwarteten Mitleser.
Die perfekte Liebe zum Imperfekten

zu hören... Seitdem hab ich vor allem Wert auf Texte gelegt und mehr deutsche Musik gehört, wie Funny van Dannen, Tocotronic, Die Goldenen Zitronen, Kante. Bald kam auch der Anti-Folk dazu mit der großartigen Liedermacherin Kimya Dawson, ein ganz großes Vorbild. Spätestens als ich Bright Eyes und Daniel Johnston kennenlernte, war mir nun endgültig klar, dass es gar nicht nötig ist, perfekt singen und Gitarre spielen zu können und seine Lieder mit dem saubersten Studio Sound aufzunehmen, um ein gutes Lied zu machen. So kam es, dass ich die Imperfektion lieben lernte.“
Die Redaktion hat es sich nicht nehmen lassen, Krikelas YouTube-Video von „wer hat mich gesehen“ zu veröffentlichen
In Bezug auf ihre tollen Songs darf diese Aussage ruhig als bescheidene Untertreibung gesehen werden. Aber in der Tat hat ihre Darbietung etwas Unfertiges, was die Songs unverwechselbar macht und von glattem und daher stinklangweiligen Befindlichkeitsgeklimper abhebt. Wer möchte, kann auf MySpace selbst in eine größere Sammlung von Krikelas Songs hineinhören.
„Abgefahrene Reiseliteratur“
Etwas neben den Erwartungen liegen auch die Texte des zweiten Gastes, Thorsten Nesch. Der Autor, der auch schon als „Rheinland-Kerouac“ bezeichnet wurde, schreibt seit 1989 „abgefahrene Reiseliteratur“. Immer wieder schickt er sich oder seine Protagonisten (oder alle zusammen) in unmögliche Situationen in fremden Ländern und Städten: Albanien, Calgary und viele mehr. Ohne jemals den Humor zu verlieren, folgt er der Tradition dieses Genres.
Wer sich vorab einen Höreindruck verschaffen möchte, für den gibt es kostenlose mp3 zum Download. Paradebeispiel ist gerade das 42-Minuten Hörstück „Ich bin dann mal breit“, das weit abseits plattgetretener Pilgerpfade in Westkanada spielt und einen akustischen Vorgeschmack auf den Roman mit dem harmlosen Titel „Abenteuer Westkanada“ bietet. Das OX schrieb dazu: „Fear & Loathing in Kanada“.
Wir dürfen uns also am 2. November auf einen abwechslungsreichen Nachmittag freuen. Der Eintritt ist wie immer frei, am Ende der Veranstaltung kann jeder die Autoren durch einen freiwilligen Obolus entlohnen – also eine „Lesung mit Hut“.
Startbild unter Verwendung eines Fotos von Café Franck
Online-Flyer Nr. 170 vom 29.10.2008
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