NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

zurück  
Druckversion

Kultur und Wissen
„Schöner Lesen“ im November mit Krikela und Torsten Nesch
„Liedermaching“ trifft auf schräge Reiseliteratur
Von Klaus Godinar

Am 2. November um 17 Uhr wird die alte Backstube im Café Franck erneut zur Versuchsküche: Was passiert, wenn man Kurzgeschichten und Gedichte mit „Liedermaching“ und Reiseberichten mischt? Wer dabei sein möchte, sollte sich auf den Weg nach Köln Neu-Ehrenfeld machen. Am kommenden Sonntag kann man sich mit „Schöner Lesen“ auf eine spannende Mix-Tour durch den künstlerischen Underground begeben, der uns leider zu oft vorenthalten wird. Die Redaktion.

Die Vielseitigkeit der Veranstaltung ist einer ihrer Stärken, sagt Veranstalter Armin Bings über „Schöner Lesen“: „Jeden Monat das Gleiche abzuliefern wäre mir zu langweilig.“ Deshalb gibt es im monatlichen Rhythmus immer wieder neue Texte und interessante Gästekombinationen. Diesmal sind Krikela und Torsten Nesch die mit Spannung erwarteten Mitleser.

Die perfekte Liebe zum Imperfekten

Krikela Foto: privat
Krikela erinnert sich noch an den zündenden Moment, der sie dazu inspiriert hat, eigene Songs zu schreiben. Zuerst hörte sie Punk, Grunge, Tori Amos oder Björk. „Dann hatte ich eine große Erleuchtung, als ich anfing, „Die Sterne
zu hören... Seitdem hab ich vor allem Wert auf Texte gelegt und mehr deutsche Musik gehört, wie Funny van Dannen, Tocotronic, Die Goldenen Zitronen, Kante. Bald kam auch der Anti-Folk dazu mit der großartigen Liedermacherin Kimya Dawson, ein ganz großes Vorbild. Spätestens als ich Bright Eyes und Daniel Johnston kennenlernte, war mir nun endgültig klar, dass es gar nicht nötig ist, perfekt singen und Gitarre spielen zu können und seine Lieder mit dem saubersten Studio Sound aufzunehmen, um ein gutes Lied zu machen. So kam es, dass ich die Imperfektion lieben lernte.“



Die Redaktion hat es sich nicht nehmen lassen,
Krikelas YouTube-Video von „wer hat mich gesehen“ zu veröffentlichen

In Bezug auf ihre tollen Songs darf diese Aussage ruhig als bescheidene Untertreibung gesehen werden. Aber in der Tat hat ihre Darbietung etwas Unfertiges, was die Songs unverwechselbar macht und von glattem und daher stinklangweiligen Befindlichkeitsgeklimper abhebt. Wer möchte, kann auf MySpace selbst in eine größere Sammlung von Krikelas Songs hineinhören.

„Abgefahrene Reiseliteratur“

Etwas neben den Erwartungen liegen auch die Texte des zweiten Gastes, Thorsten Nesch. Der Autor, der auch schon als „Rheinland-Kerouac“ bezeichnet wurde, schreibt seit 1989 „abgefahrene Reiseliteratur“. Immer wieder schickt er sich oder seine Protagonisten (oder alle zusammen) in unmögliche Situationen in fremden Ländern und Städten: Albanien, Calgary und viele mehr. Ohne jemals den Humor zu verlieren, folgt er der Tradition dieses Genres.


Torsten Nesch "ich bin dann mal breit" Bild: Chester Trutch Quelle:
Bild: Chester Trutch                                                
Quelle: ich-bin-dann-mal-breit.com
Wer sich vorab einen Höreindruck verschaffen möchte, für den gibt es kostenlose mp3 zum Download. Paradebeispiel ist gerade das 42-Minuten Hörstück „Ich bin dann mal breit“, das weit abseits plattgetretener Pilgerpfade in Westkanada spielt und einen akustischen Vorgeschmack auf den Roman mit dem harmlosen Titel „Abenteuer Westkanada“ bietet. Das OX schrieb dazu: „Fear & Loathing in Kanada“.


Wir dürfen uns also am 2. November auf einen abwechslungsreichen Nachmittag freuen. Der Eintritt ist wie immer frei, am Ende der Veranstaltung kann jeder die Autoren durch einen freiwilligen Obolus entlohnen – also eine „Lesung mit Hut“.

Im kommenden Monat gibt es übrigens auch die Gelegenheit, „Schöner lesen“ im Radio zu hören. Der Ehrenfelder Autor und Künstler Christian Breuer hat die Oktober-Veranstaltung der Reihe mitgeschnitten. In seiner Radiosendung „Die funkelnde Schatulle“ (über den Freien Lokalrundfunk Köln auf Radio Köln FM 107,1 oder als Livestream im Internet) sendet er am Mittwoch, dem 12.11. ab 21 Uhr Interviews und Texte von und mit Ismael Fischmord, Martin „PeeWee“ Cordemann und Veranstalter Armin Bings. (CH)

Startbild unter Verwendung eines Fotos von
Café Franck

Online-Flyer Nr. 170  vom 29.10.2008

Druckversion     



Startseite           nach oben

KÖLNER KLAGEMAUER


Für Frieden und Völkerverständigung
FILMCLIP
FOTOGALERIE