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Literatur
Der Fortsetzungsroman in der NRhZ – Folge 34
Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben
Von Wolfgang Bittner

Außer bequem als Buch im Horlemann-Verlag können Sie exklusiv in der NRhZ die überarbeitete Neuausgabe von Wolfgang Bittners 1978 erstmals erschienenen Roman „Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben“ lesen – eine Rezension des Werks finden sie in der NRhZ 139: „Ein Roman über einen ‚Helden’ von unten, aus der Sicht von unten und deshalb wichtig für alle – und sogar mit nicht allzu viel Fantasie lässt sich auch der Roman auf heutige Verhältnisse übertragen.“, schreibt Rezensent und Buchhändler Uli Klinger über „Der Aufsteiger“.
12) Weihnachten diesmal anders (Fortsetzung)
Dann die Auseinandersetzung mit Marianne wegen der Weihnachtsfahrt nach Stuttgart, die von ihren Eltern nicht nur erwartet, sondern geradezu angeordnet worden war. Und dort der fortwährende Ärger wegen irgendwelcher anzüglichen Bemerkungen.
Andauernd musste man sich verantworten, zur Wehr setzen, Stellung nehmen, Sachverhalte richtig stellen oder auf einseitige Betrachtungsweisen und Vorurteile eingehen. Obwohl von vornherein feststand, dass dabei absolut nichts herauskam.
Aber schwieg man, wurde das sofort als Eingeständnis oder als Zustimmung aufgefasst. Diese andauernden Reibereien waren einfach zuviel gewesen.
Er trank einen Weinbrand. Seine Gedanken begannen wieder im Kreis zu laufen, er merkte es, konnte aber nichts dagegen tun.
Je mehr Juristen er kennenlernte, desto deutlicher wurde ihm, dass sein eigener Schwiegervater ein typischer Vertreter dieses Berufsstandes war, den er zu verabscheuen begann. Wie konnten Menschen nur so borniert werden? Er hatte es satt, sich von diesen Leuten, die er nicht akzeptieren konnte und die ihn nicht akzeptierten, laufend schikanieren zu lassen.
Diese Vorhaltungen gingen ihm nicht aus dem Kopf: „Marianne ist schließlich immer noch unsere Tochter. Marianne kann ruhig öfter mal nach Hause kommen. Schließlich zahlen wir euch noch dreihundert Mark jeden Monat, trotz deines Referendargehalts.
Schließlich haben wir euch die Wohnungseinrichtung bezahlt.“ Kein Wunder, dass einem der Kragen platzt, wenn man sich das ein Jahr lang bei jeder Gelegenheit anhören muss; bei den monatlichen Besuchen, bei den obligatorischen Gegenbesuchen, sogar bei Telefongesprächen. Und saß man dann beieinander, wurde stundenlang über Langhaardackel, Gesichtscremes oder Nachbarstöchter geredet, bis man ganz dumm im Kopf war.
Oder man hockte gemeinsam vor dem Fernseher, um Eisrevuen, Krimiserien und Lou-van-Burg-Shows anzusehen.
Einmal muss Schluss sein, man kann sich nicht sein Leben lang Vorschriften machen lassen. Bei dem Gedanken daran, wie er diese hässliche Barockmadonna gegen die Wand geknallt hatte, wurde ihm wohler. Das vergaßen die ihm nie, aber es war gerade nichts Passenderes zur Hand gewesen. Hauptsache, Marianne verzieh ihm. Jetzt war sie zu mitgenommen. Sie hing sehr an ihren Eltern, das war ihr von ihnen anerzogen. Aber sie würde nachkommen, vielleicht schon in den nächsten Tagen. Sie liebte ihn und wusste, dass er sie ebenfalls liebte. Trotz allem.
Natürlich würden ihre Eltern jetzt nichts mehr zahlen, das war klar. Bis zu Mariannes Examen mussten sie sich mit dem Referendargehalt behelfen. Es würde nicht einfach sein, die Raten für die Waschmaschine und den Fernseher aufzubringen. Und die Promotion musste erst mal aufgeschoben werden. Das war das Schlimmste.
„Wenn der Krieg nicht dazwischengekommen wäre, hätte ich heute auch meinen Doktortitel“, hatte sein Schwiegervater gesagt.
Das waren die üblichen Sprüche, die man andauernd hörte.
Grund genug, es diesen Typen zu zeigen. Zu promovieren, sich diesen Schutzwall aus Sozialprestige zuzulegen, war vielleicht das Wichtigste am ganzen Studium.
Am liebsten hätte er gleich mit der Arbeit angefangen, nachdem er nun endlich einen Doktorvater gefunden und ein Thema vereinbart hatte; nach tagelangen Sprechstundenbesuchen bei allen möglichen Professoren, von denen ihm einer merkwürdiger als der andere vorgekommen war. Ohne Beziehungen war es nicht einfach, als Doktorand angenommen zu werden. Es sei denn, man hatte ein Einserexamen. Aber das kam unter Juristen vielleicht einmal im Jahr vor.
Er goss sich noch einen Weinbrand ein. Immerhin, vom Korn zum Weinbrand, das war auch schon ein kleiner Aufstieg. Vielleicht sollte man Professor werden, überlegte er. Ob man dann endlich vor dieser stereotypen Frage sicher war: „Was ist denn Ihr Vater von Beruf?“ Zuletzt hatte ihn der Kammervorsitzende beim Landgericht danach gefragt, als er sich vorstellte.
„Mein Vater ist schon 1959 gestorben“, hatte er geantwortet.
„Ach, das habe ich aus Ihren Unterlagen gar nicht ersehen. Was hat er denn beruflich gemacht?“ „Mein Vater war Kraftfahrer“, hatte er geantwortet und hinzugefügt: „Beim Landkreis Salstädt“, damit dieses „Kraftfahrer“, dieses Anderen-Leuten-den-Arsch-bedienen nicht so handgreiflich in der Luft hängen blieb.
„Ach, Kraftfahrer“, hatte der Vorsitzende erwidert. Er war ganz verdutzt. Und dann hatte er angefangen, von seinem Studienkollegen Dr. Hahn zu erzählen, der Oberkreisdirektor in Salstädt war. So ein Zufall.
Er trank einen weiteren Weinbrand, rauchte die zwanzigste Zigarette und holte sich Bölls ansichten eines Clowns, die seit mehr als einem Jahr ungelesen im Bücherschrank standen. Während der Examensvorbereitungen und zu Anfang der Referendarausbildung war er überhaupt nicht mehr zum Lesen gekommen.
Aber Weihnachten war ein Fest der Besinnung, das eignete sich hervorragend zum Lesen.
Er schlug die erste Seite auf, störte sich an dem vorangestellten Bibelspruch, fing aber trotzdem an zu lesen und fühlte sich schon nach wenigen Seiten als Hans Schnier, sogar mit dem Bedürfnis, wie er Bohnen mit Ei zu essen und zu telefonieren. Leider gab es kein Telefon und erst recht niemanden anzurufen. Wer hatte schon so einen Heribert oder Wunibald zur Hand, denen er die Meinung geigen konnte. Die Telefonnummer des einzigen Menschen, den er hätte anrufen mögen, war ihm unbekannt.
Wer weiß, wo Lina Haffner jetzt steckte. Er musste in letzter Zeit oft an sie denken. Ob er ihre Adresse ausfindig machen und ihr mal schreiben sollte?
Aber Bohnen und Eier waren vorhanden. Er ging in die Küche, stellte einen Topf auf den Gasherd, schüttete die Dosenbohnen hinein, schlug zwei Eier dazu und schnitt sich eine Scheibe Brot ab. Wenn Marianne nicht da war, herrschte wenigstens Ordnung in der Wohnung. Alles hatte seinen Platz, man brauchte nicht lange zu suchen. Der Tisch war saubergewischt, der Abfalleimer geleert, das Geschirr wurde sofort nach dem Essen abgewaschen.
Es gab weder Probleme noch Vorhaltungen.
Die Bohnen schmeckten nicht besonders. Er schlang den Fraß hinunter, nur um etwas im Magen zu haben. Zum Nachtisch briet er sich ein paar Apfelscheiben mit Zucker und Honig. Das schmeckte schon besser.
Nach dem Essen konnte er sich nicht zum Weiterlesen entschließen.
Die Geschichte des Clowns Hans Schnier war zu gefühlvoll, zu unwahrscheinlich, zu melancholisch. Das schlug ihm bei seiner augenblicklichen Verfassung zu sehr aufs Gemüt. Wie der da krank an Leib und Seele in seiner Wohnung hockte und vergeblich versuchte, sich telefonisch von Verwandten und Bekannten Geld zu pumpen. Das war an einem Weihnachtsabend wie diesem nicht zu ertragen.
Er ging zum Bücherschrank, las an den Buchrücken entlang und nahm den Stiller von Max Frisch heraus, las noch einmal die einleitenden Sätze aus Kierkegaards Entweder – Oder: „Indem die Leidenschaft der Freiheit in ihm erwacht (und sie erwacht in der Wahl, wie sie sich in der Wahl selber voraussetzt), wählt er sich selbst und kämpft um diesen Besitz als um seine Seligkeit, und das ist seine Seligkeit.“ Das war gut zu lesen. Kierkegaard. Er stellte den Stiller zurück, nahm sich schließlich Jean-Paul Sartres ist der Existenzialismus ein Humanismus? und machte es sich in seinem Sessel bequem.
Diese Art von Philosophie lag ihm; er fand, sie beantwortete Fragen. Der Mensch ist nichts anderes, als wozu er sich macht. Das war nachvollziehbar. Jedenfalls für einen, der versuchte, etwas aus sich zu machen. So etwas zu lesen half weiter. Irgendwann gegen Morgen vertauschte er dann den Sessel gegen das Bett.
Lesen Sie in der kommenden Ausgabe die Fortsetzung von Wolfgang Bittners Roman und des Kapitels „Weihnachten diesmal anders“ .
(CH)
© 2008 Horlemann
Alle Rechte vorbehalten
Überarbeitete Neuausgabe – Erstveröffentlichung 1978 Büchergilde Gutenberg, Satz und Umschlaggestaltung Verlag.
Bitte fordern Sie das Verlagsverzeichnis an, unter:
Horlemann Verlag, Postfach 1307, 53583 Bad Honnef,
Telefax 02224 5429, E-Mail: info (at) horlemann-verlag.de
www.horlemann.info
Online-Flyer Nr. 173 vom 19.11.2008
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Der Fortsetzungsroman in der NRhZ – Folge 34
Der Aufsteiger oder Ein Versuch zu leben
Von Wolfgang Bittner

12) Weihnachten diesmal anders (Fortsetzung)
Dann die Auseinandersetzung mit Marianne wegen der Weihnachtsfahrt nach Stuttgart, die von ihren Eltern nicht nur erwartet, sondern geradezu angeordnet worden war. Und dort der fortwährende Ärger wegen irgendwelcher anzüglichen Bemerkungen.
Andauernd musste man sich verantworten, zur Wehr setzen, Stellung nehmen, Sachverhalte richtig stellen oder auf einseitige Betrachtungsweisen und Vorurteile eingehen. Obwohl von vornherein feststand, dass dabei absolut nichts herauskam.
Aber schwieg man, wurde das sofort als Eingeständnis oder als Zustimmung aufgefasst. Diese andauernden Reibereien waren einfach zuviel gewesen.
Er trank einen Weinbrand. Seine Gedanken begannen wieder im Kreis zu laufen, er merkte es, konnte aber nichts dagegen tun.
Je mehr Juristen er kennenlernte, desto deutlicher wurde ihm, dass sein eigener Schwiegervater ein typischer Vertreter dieses Berufsstandes war, den er zu verabscheuen begann. Wie konnten Menschen nur so borniert werden? Er hatte es satt, sich von diesen Leuten, die er nicht akzeptieren konnte und die ihn nicht akzeptierten, laufend schikanieren zu lassen.
Diese Vorhaltungen gingen ihm nicht aus dem Kopf: „Marianne ist schließlich immer noch unsere Tochter. Marianne kann ruhig öfter mal nach Hause kommen. Schließlich zahlen wir euch noch dreihundert Mark jeden Monat, trotz deines Referendargehalts.
Schließlich haben wir euch die Wohnungseinrichtung bezahlt.“ Kein Wunder, dass einem der Kragen platzt, wenn man sich das ein Jahr lang bei jeder Gelegenheit anhören muss; bei den monatlichen Besuchen, bei den obligatorischen Gegenbesuchen, sogar bei Telefongesprächen. Und saß man dann beieinander, wurde stundenlang über Langhaardackel, Gesichtscremes oder Nachbarstöchter geredet, bis man ganz dumm im Kopf war.
Oder man hockte gemeinsam vor dem Fernseher, um Eisrevuen, Krimiserien und Lou-van-Burg-Shows anzusehen.
Einmal muss Schluss sein, man kann sich nicht sein Leben lang Vorschriften machen lassen. Bei dem Gedanken daran, wie er diese hässliche Barockmadonna gegen die Wand geknallt hatte, wurde ihm wohler. Das vergaßen die ihm nie, aber es war gerade nichts Passenderes zur Hand gewesen. Hauptsache, Marianne verzieh ihm. Jetzt war sie zu mitgenommen. Sie hing sehr an ihren Eltern, das war ihr von ihnen anerzogen. Aber sie würde nachkommen, vielleicht schon in den nächsten Tagen. Sie liebte ihn und wusste, dass er sie ebenfalls liebte. Trotz allem.
Natürlich würden ihre Eltern jetzt nichts mehr zahlen, das war klar. Bis zu Mariannes Examen mussten sie sich mit dem Referendargehalt behelfen. Es würde nicht einfach sein, die Raten für die Waschmaschine und den Fernseher aufzubringen. Und die Promotion musste erst mal aufgeschoben werden. Das war das Schlimmste.
„Wenn der Krieg nicht dazwischengekommen wäre, hätte ich heute auch meinen Doktortitel“, hatte sein Schwiegervater gesagt.
Das waren die üblichen Sprüche, die man andauernd hörte.
Grund genug, es diesen Typen zu zeigen. Zu promovieren, sich diesen Schutzwall aus Sozialprestige zuzulegen, war vielleicht das Wichtigste am ganzen Studium.
Am liebsten hätte er gleich mit der Arbeit angefangen, nachdem er nun endlich einen Doktorvater gefunden und ein Thema vereinbart hatte; nach tagelangen Sprechstundenbesuchen bei allen möglichen Professoren, von denen ihm einer merkwürdiger als der andere vorgekommen war. Ohne Beziehungen war es nicht einfach, als Doktorand angenommen zu werden. Es sei denn, man hatte ein Einserexamen. Aber das kam unter Juristen vielleicht einmal im Jahr vor.
Er goss sich noch einen Weinbrand ein. Immerhin, vom Korn zum Weinbrand, das war auch schon ein kleiner Aufstieg. Vielleicht sollte man Professor werden, überlegte er. Ob man dann endlich vor dieser stereotypen Frage sicher war: „Was ist denn Ihr Vater von Beruf?“ Zuletzt hatte ihn der Kammervorsitzende beim Landgericht danach gefragt, als er sich vorstellte.
„Mein Vater ist schon 1959 gestorben“, hatte er geantwortet.
„Ach, das habe ich aus Ihren Unterlagen gar nicht ersehen. Was hat er denn beruflich gemacht?“ „Mein Vater war Kraftfahrer“, hatte er geantwortet und hinzugefügt: „Beim Landkreis Salstädt“, damit dieses „Kraftfahrer“, dieses Anderen-Leuten-den-Arsch-bedienen nicht so handgreiflich in der Luft hängen blieb.
„Ach, Kraftfahrer“, hatte der Vorsitzende erwidert. Er war ganz verdutzt. Und dann hatte er angefangen, von seinem Studienkollegen Dr. Hahn zu erzählen, der Oberkreisdirektor in Salstädt war. So ein Zufall.
Er trank einen weiteren Weinbrand, rauchte die zwanzigste Zigarette und holte sich Bölls ansichten eines Clowns, die seit mehr als einem Jahr ungelesen im Bücherschrank standen. Während der Examensvorbereitungen und zu Anfang der Referendarausbildung war er überhaupt nicht mehr zum Lesen gekommen.
Aber Weihnachten war ein Fest der Besinnung, das eignete sich hervorragend zum Lesen.
Er schlug die erste Seite auf, störte sich an dem vorangestellten Bibelspruch, fing aber trotzdem an zu lesen und fühlte sich schon nach wenigen Seiten als Hans Schnier, sogar mit dem Bedürfnis, wie er Bohnen mit Ei zu essen und zu telefonieren. Leider gab es kein Telefon und erst recht niemanden anzurufen. Wer hatte schon so einen Heribert oder Wunibald zur Hand, denen er die Meinung geigen konnte. Die Telefonnummer des einzigen Menschen, den er hätte anrufen mögen, war ihm unbekannt.
Wer weiß, wo Lina Haffner jetzt steckte. Er musste in letzter Zeit oft an sie denken. Ob er ihre Adresse ausfindig machen und ihr mal schreiben sollte?
Aber Bohnen und Eier waren vorhanden. Er ging in die Küche, stellte einen Topf auf den Gasherd, schüttete die Dosenbohnen hinein, schlug zwei Eier dazu und schnitt sich eine Scheibe Brot ab. Wenn Marianne nicht da war, herrschte wenigstens Ordnung in der Wohnung. Alles hatte seinen Platz, man brauchte nicht lange zu suchen. Der Tisch war saubergewischt, der Abfalleimer geleert, das Geschirr wurde sofort nach dem Essen abgewaschen.
Es gab weder Probleme noch Vorhaltungen.
Die Bohnen schmeckten nicht besonders. Er schlang den Fraß hinunter, nur um etwas im Magen zu haben. Zum Nachtisch briet er sich ein paar Apfelscheiben mit Zucker und Honig. Das schmeckte schon besser.
Nach dem Essen konnte er sich nicht zum Weiterlesen entschließen.
Die Geschichte des Clowns Hans Schnier war zu gefühlvoll, zu unwahrscheinlich, zu melancholisch. Das schlug ihm bei seiner augenblicklichen Verfassung zu sehr aufs Gemüt. Wie der da krank an Leib und Seele in seiner Wohnung hockte und vergeblich versuchte, sich telefonisch von Verwandten und Bekannten Geld zu pumpen. Das war an einem Weihnachtsabend wie diesem nicht zu ertragen.
Er ging zum Bücherschrank, las an den Buchrücken entlang und nahm den Stiller von Max Frisch heraus, las noch einmal die einleitenden Sätze aus Kierkegaards Entweder – Oder: „Indem die Leidenschaft der Freiheit in ihm erwacht (und sie erwacht in der Wahl, wie sie sich in der Wahl selber voraussetzt), wählt er sich selbst und kämpft um diesen Besitz als um seine Seligkeit, und das ist seine Seligkeit.“ Das war gut zu lesen. Kierkegaard. Er stellte den Stiller zurück, nahm sich schließlich Jean-Paul Sartres ist der Existenzialismus ein Humanismus? und machte es sich in seinem Sessel bequem.
Diese Art von Philosophie lag ihm; er fand, sie beantwortete Fragen. Der Mensch ist nichts anderes, als wozu er sich macht. Das war nachvollziehbar. Jedenfalls für einen, der versuchte, etwas aus sich zu machen. So etwas zu lesen half weiter. Irgendwann gegen Morgen vertauschte er dann den Sessel gegen das Bett.
Lesen Sie in der kommenden Ausgabe die Fortsetzung von Wolfgang Bittners Roman und des Kapitels „Weihnachten diesmal anders“ .
(CH)
© 2008 Horlemann
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Überarbeitete Neuausgabe – Erstveröffentlichung 1978 Büchergilde Gutenberg, Satz und Umschlaggestaltung Verlag.
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Telefax 02224 5429, E-Mail: info (at) horlemann-verlag.de
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Online-Flyer Nr. 173 vom 19.11.2008
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