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Kultur und Wissen
Die Salonkultur lebt neu auf: in einem Kölner Hinterhof
„LiteRaten & Gewinnen“
Von Klaus Godinar
Nun ist Köln nicht gerade arm an literarischen Adressen für Lesungen, Events und Poetry Slams. Manche gibt es wöchentlich, andere monatlich, die einen arbeiten mit Programm und literarischen Gästen, andere sind offen für jedermann. Überall aber wird eifrig gelesen und vorgetragen, performt und moderiert. Wer hier alle Leseabende besuchen wollte, der könnte sich durchaus neue Schuhe alt laufen. Warum also eine weitere, und worin unterscheidet sie sich von anderen?

Lucien Deprijck bei einer Lesung
„Es kam einiges zusammen“, erzählt Lucien Deprijck. „Ich war gerade mit einem Konzept befasst, die Werke mehr oder weniger bekannter Autoren für ein Publikum interessant zu machen, halb Rezitation, halb Vortrag, vielleicht Vertonung einiger Texte. Da erreichte mich der Ruf in den Hinterhofsalon. Als ich die Räumlichkeiten sah, war mir sofort klar, dass es grotesk wäre, diese Chance auszuschlagen.“
In Zusammenarbeit mit Petra Henrich, der Betreiberin des Hinterhofsalons, entstand das Konzept für die neue Lesereihe. Sie sollte eine Kombination verschiedener Elemente werden. Etwas, was über eine „normale“ Lesung hinausgeht. Weltliteratur, Gast-Autoren aus der Region und Einbeziehung des Publikums, diese „Zutaten“ galt es zu vereinen. „Literarische Fußgänger... von Eichendorff bis Mark Twain“ war die erste Folge der Reihe überschrieben.
Wie bei dieser Erstveranstaltung gibt es jedes Mal Einblick in Biographien und Werke (mehr oder weniger) bekannter Autoren, die es zu entdecken oder wiederzuentdecken gilt. Eingebettet ist die Literatur des Gastes. Abgerundet wird das Ganze – nomen est omen – durch ein Literatur-Quiz, bei dem es Buch- und Sachpreise zu gewinnen gibt. Die Moderation wird dabei ohnehin oft zur Zwiesprache mit dem Publikum, denn Beteiligung ist ausdrücklich erwünscht.
Seit Mai 2008 gibt es „LiteRaten & Gewinnen“, jeden vierten Samstag im Monat um 20 Uhr. Märchenerzähler von Hesse bis Oscar Wilde gaben schon ihr Stelldichein, literarische Trunkenbolde wie Hemingway und Dylan Thomas, und im September war ein ganzer Abend Jules Verne, dem „Vater der Science fiction“ gewidmet. Gerade diese „großen“ Autoren, über die es vermeintlich nichts mehr zu sagen gibt, bieten – bei näherem Hinsehen – Überraschungen.

Sie können aber auch hier schon einmal raten...
Ein ganz großes Plus für die Reihe ist die Atmosphäre des Salons. Immer wieder erstaunlich, was sich in Hinterhofbereichen der Kölner Stadtviertel auftut, Räumlichkeiten für Gastronomie, Theater oder Konzerte. Nicht weit entfernt von Rudolfplatz und Millowitsch-Theater bietet der Hinterhofsalon ausreichend Platz für die verschiedensten Aktivitäten. Im Programm sind Veranstaltungen und Kurse vielfältiger Art, vor allem im Bereich Tanz und Musik. Jeden Monat gibt es immer wieder neue Ausstellungen und Konzerte, und aufgrund der vielen Kontakte zu Musikern und Literaten kann Petra Henrich mittlerweile auch eine Künstlervermittlung anbieten.

Die nächste Ausgabe von „LiteRaten & Gewinnen“ am 29. November um 20 Uhr wird eine Sonderveranstaltung, die sich ganz dem Thema „Krimi“ widmet. Diesmal aber gibt es ein richtiges literarisches Programm aus Texten, Dialogen und Szenen, heiter und vor allem satirisch, mit seinen Gästen wird Lucien Deprijck in die Rolle des Akteurs schlüpfen. Es geht unter anderem um „Die großen Meisterdetektive“ der Weltliteratur, und um an die Preise zu gelangen, muss das Publikum diesmal selbst detektivisch zu Werke gehen.
Dann öffnet sich der Salon auch erstmals für Publikumsbeiträge. Im Anschluss ans Programm kann jeder lesen, der eigene Texte mitbringt – und den nötigen Mut. (CH)
Online-Flyer Nr. 173 vom 19.11.2008
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Die Salonkultur lebt neu auf: in einem Kölner Hinterhof
„LiteRaten & Gewinnen“
Von Klaus Godinar
Nun ist Köln nicht gerade arm an literarischen Adressen für Lesungen, Events und Poetry Slams. Manche gibt es wöchentlich, andere monatlich, die einen arbeiten mit Programm und literarischen Gästen, andere sind offen für jedermann. Überall aber wird eifrig gelesen und vorgetragen, performt und moderiert. Wer hier alle Leseabende besuchen wollte, der könnte sich durchaus neue Schuhe alt laufen. Warum also eine weitere, und worin unterscheidet sie sich von anderen?

Lucien Deprijck bei einer Lesung
In Zusammenarbeit mit Petra Henrich, der Betreiberin des Hinterhofsalons, entstand das Konzept für die neue Lesereihe. Sie sollte eine Kombination verschiedener Elemente werden. Etwas, was über eine „normale“ Lesung hinausgeht. Weltliteratur, Gast-Autoren aus der Region und Einbeziehung des Publikums, diese „Zutaten“ galt es zu vereinen. „Literarische Fußgänger... von Eichendorff bis Mark Twain“ war die erste Folge der Reihe überschrieben.
Wie bei dieser Erstveranstaltung gibt es jedes Mal Einblick in Biographien und Werke (mehr oder weniger) bekannter Autoren, die es zu entdecken oder wiederzuentdecken gilt. Eingebettet ist die Literatur des Gastes. Abgerundet wird das Ganze – nomen est omen – durch ein Literatur-Quiz, bei dem es Buch- und Sachpreise zu gewinnen gibt. Die Moderation wird dabei ohnehin oft zur Zwiesprache mit dem Publikum, denn Beteiligung ist ausdrücklich erwünscht.
Seit Mai 2008 gibt es „LiteRaten & Gewinnen“, jeden vierten Samstag im Monat um 20 Uhr. Märchenerzähler von Hesse bis Oscar Wilde gaben schon ihr Stelldichein, literarische Trunkenbolde wie Hemingway und Dylan Thomas, und im September war ein ganzer Abend Jules Verne, dem „Vater der Science fiction“ gewidmet. Gerade diese „großen“ Autoren, über die es vermeintlich nichts mehr zu sagen gibt, bieten – bei näherem Hinsehen – Überraschungen.

Sie können aber auch hier schon einmal raten...
Ein ganz großes Plus für die Reihe ist die Atmosphäre des Salons. Immer wieder erstaunlich, was sich in Hinterhofbereichen der Kölner Stadtviertel auftut, Räumlichkeiten für Gastronomie, Theater oder Konzerte. Nicht weit entfernt von Rudolfplatz und Millowitsch-Theater bietet der Hinterhofsalon ausreichend Platz für die verschiedensten Aktivitäten. Im Programm sind Veranstaltungen und Kurse vielfältiger Art, vor allem im Bereich Tanz und Musik. Jeden Monat gibt es immer wieder neue Ausstellungen und Konzerte, und aufgrund der vielen Kontakte zu Musikern und Literaten kann Petra Henrich mittlerweile auch eine Künstlervermittlung anbieten.

Dann öffnet sich der Salon auch erstmals für Publikumsbeiträge. Im Anschluss ans Programm kann jeder lesen, der eigene Texte mitbringt – und den nötigen Mut. (CH)
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