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Lokales
Kölner Stunksitzung vom 19. bis 25. Januar auch in der Gladbacher Straße
Projekt HIGHWAY EUROPA
Von Peter Kleinert
Das neue „interaktive, designübergreifende Präsentationsforum und Happening“ HIGHWAY EUROPA auf den 200 Metern Gladbacher Straße ist ein Projekt im Rahmen der „Passagen“, das von Sabine Voggenreiter (Initiatorin „Passagen“) und Ingo Stein (Inhaber des MyZoo-Konzeptstore und Kommunikationsdesigner) ins Leben gerufen und von den Anwohnern begeistert aufgenommen und monatelang vorbereitet wurde.
Straßenleben durch Aktionen gestalten
Zu diesen „kabarettistischen Häppchen“ gehört ein komplettes Abendprogramm der „Stunker“, die vom Kölner KAOS Film-und Video-Team 1990 endlich und erstmals in Fernsehen gebracht wurden, nachdem die Verantwortlichen im WDR-Fernsehen dies jahrelang verweigert hatten. Am 26. Februar 1984 hatten sie - damals noch meist StudentInnen - auf der Studiobühne in der Alten Mensa der Universität Köln mit ihrem alternativen Karnevalsprogramm begonnen und waren schnell zu einer echten Attraktion für alle KölnerInnen geworden, denen der Dreigestirn-Karneval zu langweilig ist. Als die "Stunker" für ihr 1990er Programm wieder mal einen Korb vom WDR-Fernsehen bekommen hatten, wandten sie sich ans KAOS-Team: „Ihr habt doch jetzt KANAL 4, dieses unabhängige Fenster auf RTL und Sat1. Könnt Ihr uns nicht dort ins Programm bringen?" KAOS konnte. Sogar RTL und Sat 1 - normalerweise von KAOS-Programmen auf KANAL 4 nicht besonders begeistert – wollten: So könne man dem WDR doch mal richtig eins auswischen.

2009: Postkarte Highway-Europa | Quelle: Highway-Europa
Und ein WDR-Regisseur, Dieter Koch, wollte auch. Er gehörte zu den WDR-Mitarbeitern, die sich vergeblich für die "Stunker" im Sender eingesetzt hatten. „Ich mach das, aber gern", sagt er, als wir ihn fragen, weil wir - als Dokumentarfilmer - für Aufzeichnung und Sendekonzeption einen erfahrenen Regisseur brauchen. Die Sendungen werden ein Riesenerfolg. In der Presse und - im WDR“, kann man dazu auf www.kaos-archiv.de in der Rubrik „Kabarett“ lesen. Und weiter: „Ein paar Tage nach den Sendungen ruft uns eine Stunkerin an: "Der WDR hat sich gemeldet. Die wollen uns nächstes Jahr senden. Und die nächsten Jahre dann auch. Was sagt Ihr denn dazu?" Unsere Antwort: "Ist doch prima. Da haben wir doch erreicht, was wir wollten." Seitdem sind die “Stunker“ ein Hit im WDR und im TV darüber hinaus.

"Ratze und Meise" – Stunksitzung 2006
Sonia Mikich vom WDR: „Wir hatten mal Narrenfreiheit, Meinungsfreiheit und keine Angst"
Quelle: Stunksitzung
Das geht aber nicht immer ohne heftige Zensureingriffe durch die WDR-Oberen ab. In der Stunksitzung 2006 wurden der Papst und der Kölner Kardinal als schwule „Ratze und Meise“ im Bett dargestellt. Dies erfüllte nach Meinung einiger entsetzter Bürger den Straftatbestand der “Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen“. Die Strafanzeige einer Privatperson löste ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren aus, das jedoch im März 2006 eingestellt wurde, weil nach Auffassung des Gerichts dieser Sketch durch die “Kunstfreiheit“ gedeckt war. Bei der Ausstrahlung der Aufzeichnung dieser Stunksitzung wurde der Sketch “Ratze und Meise“ vom WDR aus dem Programm herausgenommen aber von der NRhZ als Filmclip veröffentlicht (s. NRhZ 33 vom 28.2.06). Es gab keinerlei juristische Probleme. Deshalb werden ihn auch die BesucherInnen von HIGHWAY EUROPA in der Gaststätte „Weisser Holunder“ sehen können. (PK)
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Stunksitzung 2009

Biggi Wanninger - Nachfolgerin von Jürgen Becker bei den "Stunkern"
Fotos: gesichter zei(c/h)gen
Online-Flyer Nr. 180 vom 16.01.2009
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Kölner Stunksitzung vom 19. bis 25. Januar auch in der Gladbacher Straße
Projekt HIGHWAY EUROPA
Von Peter Kleinert
Das neue „interaktive, designübergreifende Präsentationsforum und Happening“ HIGHWAY EUROPA auf den 200 Metern Gladbacher Straße ist ein Projekt im Rahmen der „Passagen“, das von Sabine Voggenreiter (Initiatorin „Passagen“) und Ingo Stein (Inhaber des MyZoo-Konzeptstore und Kommunikationsdesigner) ins Leben gerufen und von den Anwohnern begeistert aufgenommen und monatelang vorbereitet wurde.
Straßenleben durch Aktionen gestalten
Zu diesen „kabarettistischen Häppchen“ gehört ein komplettes Abendprogramm der „Stunker“, die vom Kölner KAOS Film-und Video-Team 1990 endlich und erstmals in Fernsehen gebracht wurden, nachdem die Verantwortlichen im WDR-Fernsehen dies jahrelang verweigert hatten. Am 26. Februar 1984 hatten sie - damals noch meist StudentInnen - auf der Studiobühne in der Alten Mensa der Universität Köln mit ihrem alternativen Karnevalsprogramm begonnen und waren schnell zu einer echten Attraktion für alle KölnerInnen geworden, denen der Dreigestirn-Karneval zu langweilig ist. Als die "Stunker" für ihr 1990er Programm wieder mal einen Korb vom WDR-Fernsehen bekommen hatten, wandten sie sich ans KAOS-Team: „Ihr habt doch jetzt KANAL 4, dieses unabhängige Fenster auf RTL und Sat1. Könnt Ihr uns nicht dort ins Programm bringen?" KAOS konnte. Sogar RTL und Sat 1 - normalerweise von KAOS-Programmen auf KANAL 4 nicht besonders begeistert – wollten: So könne man dem WDR doch mal richtig eins auswischen.

2009: Postkarte Highway-Europa | Quelle: Highway-Europa
Und ein WDR-Regisseur, Dieter Koch, wollte auch. Er gehörte zu den WDR-Mitarbeitern, die sich vergeblich für die "Stunker" im Sender eingesetzt hatten. „Ich mach das, aber gern", sagt er, als wir ihn fragen, weil wir - als Dokumentarfilmer - für Aufzeichnung und Sendekonzeption einen erfahrenen Regisseur brauchen. Die Sendungen werden ein Riesenerfolg. In der Presse und - im WDR“, kann man dazu auf www.kaos-archiv.de in der Rubrik „Kabarett“ lesen. Und weiter: „Ein paar Tage nach den Sendungen ruft uns eine Stunkerin an: "Der WDR hat sich gemeldet. Die wollen uns nächstes Jahr senden. Und die nächsten Jahre dann auch. Was sagt Ihr denn dazu?" Unsere Antwort: "Ist doch prima. Da haben wir doch erreicht, was wir wollten." Seitdem sind die “Stunker“ ein Hit im WDR und im TV darüber hinaus.

"Ratze und Meise" – Stunksitzung 2006
Sonia Mikich vom WDR: „Wir hatten mal Narrenfreiheit, Meinungsfreiheit und keine Angst"
Quelle: Stunksitzung
Das geht aber nicht immer ohne heftige Zensureingriffe durch die WDR-Oberen ab. In der Stunksitzung 2006 wurden der Papst und der Kölner Kardinal als schwule „Ratze und Meise“ im Bett dargestellt. Dies erfüllte nach Meinung einiger entsetzter Bürger den Straftatbestand der “Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen“. Die Strafanzeige einer Privatperson löste ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren aus, das jedoch im März 2006 eingestellt wurde, weil nach Auffassung des Gerichts dieser Sketch durch die “Kunstfreiheit“ gedeckt war. Bei der Ausstrahlung der Aufzeichnung dieser Stunksitzung wurde der Sketch “Ratze und Meise“ vom WDR aus dem Programm herausgenommen aber von der NRhZ als Filmclip veröffentlicht (s. NRhZ 33 vom 28.2.06). Es gab keinerlei juristische Probleme. Deshalb werden ihn auch die BesucherInnen von HIGHWAY EUROPA in der Gaststätte „Weisser Holunder“ sehen können. (PK)
.jpg)
Stunksitzung 2009
Biggi Wanninger - Nachfolgerin von Jürgen Becker bei den "Stunkern"
Fotos: gesichter zei(c/h)gen
Online-Flyer Nr. 180 vom 16.01.2009
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