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Kultur und Wissen
Mark Selby live im Alten Pfandhaus, Köln
Blues aus Nashville
Von Gerrit Wustmann
„Exzellent“ nannte ihn der Rolling Stone, der American Songwriter sieht ihn in derselben Liga wie Springsteen: Mark Otis Selby aus dem amerikanischen Musiker-Mekka Nashville. Er schrieb Nummer-1-Hits für Kenny Wayne Shepherd („Blue On Black“) und die Dixie Chicks („There’s Your Trouble“), produziert gemeinsam mit Brent Maher und stand mit Größen wie B.B. King, Jeff Beck, Lynyrd Skynyrd, John Mayer und weiteren auf der Bühne. Einen Großteil der Songs auf seinen Solo-Studioalben schreibt er gemeinsam mit seiner Frau Tia Sillers, die für ihren Song „I Hope You Dance“ einen Grammy gewann.
Erfüllung auf der Bühne
Seit dem Release seines gefeierten Debütalbums „More Storms Comin’“ vor neun Jahren ist Selby pausenlos aktiv. Er tourt, entweder mit seiner Band oder für Akustikshows mit seiner Frau, um die Welt, mindestens zweimal pro Jahr auch durch Deutschland. Seine vier Studioalben ergänzte er durch eine Kollaboration mit hochkarätigen befreundeten Musikern auf dem 2007 erschienenen „Nashville Picks Vol. 1“. Im Frühjahr 2008, nur wenige Monate nach seinem letzten Longplayer „Nine Pound Hammer“ tat er sich mit den Songwritern Clay Mills und Sonny LeMaire zusammen, und nahm unter dem schlichten Titel „SelbyMillsLeMaire“ erneut eine mehr als hörenswerte Scheibe auf, die eben soviel gute Laune verbreitet, wie das erste Livealbum „Live At Rockpalast - One Night In Bonn“, aufgenommen vom WDR am 23. Oktober 2008 in der Bonner Harmonie. Anstatt sich eine Pause zu gönnen, schließt Selby direkt an die Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz Shows in Mississippi, Kansas und Nebraska an und arbeitet mit Hochdruck an der fünften Platte, die im Frühjahr 2010 erscheinen soll.
Die Arbeit im Studio sei wunderbar, die Erfüllung aber sei es, auf der Bühne zu stehen und die Liebe zur Musik mit dem Publikum zu teilen, sagt Selby. Und so ließ er sich auch nicht davon stören, dass das Publikum im Alten Pfandhaus am gestrigen Abend eher spärlich war. „Das kann ich so nicht akzeptieren“, sagt Alexander Sandman, künstlerischer Leiter des Pfandhauses, augenzwinkernd – und kündigte an, dass Mark Selby ganz bestimmt noch mal kommen werde. Das ist zu hoffen, denn die wenigen, die sich in der gemütlichen Atmosphäre im Herzen Kölns zusammenfanden, durften nicht nur ein, sondern sogar zwei Sets genießen. Selby und auch seine Mitstreiter Daryl Burgess (Drums) und Charles Anderson (Bass) sind keine Honorarmusiker. Wenn die Stimmung gut ist, spielen sie auch schon mal drei Stunden und feiern danach gemeinsam mit den Anwesenden.

Mark Selby / Bild: Falko Jakobs
Atmosphärisch und eindringlich
Die Show begann ruhig und atmosphärisch mit der eindringlichen Slide-Gitarre von „More Storms Comin’“ und steigerte sich mit einem Querschnitt aus Selbys Alben bis zum energetischen „Leveler Reveler“, das unter Selby-Fans längst ein Superhit ist. Auch „Blue On Black“ durfte nicht fehlen, die schönsten Reaktionen riefen aber vor allem die zahlreichen Jams und Improvisationen hervor, bei denen drei Vollblutmusiker zeigen konnten, wie sehr sie mit ihren Instrumenten verschmelzen. Gut aufgelegt war vor allem Schlagzeuger Daryl „DB“ Burgess. Selby: „Ihr habt bestimmt schon so einige Schlagzeugsoli gehört, aber ein Cymbal-Solo ist was Besonderes.“ Burgess hat gerade seine erste Soloscheibe aufgenommen. Für zwei seiner Songs überließ Selby ihm den Mittelpunkt der Show – und was er zum Besten gab, machte Lust auf mehr: Eine anregende Mischung aus Blues und Jazz, die an den ebenfalls zu Unrecht völlig unbekannten Teddy Andreas erinnert. Als kleine Ode an Nashville stimmte Selby Johnny Cashs „Folsom Prison Blues“ an und ließ den Abend mit seiner bejubelten Version von „A Whiter Shade Of Pale“ ausklingen – einem großartigen Song, dem Selby eine Seele gibt wie kaum ein anderer der zahlreichen Interpreten vor ihm.
Mark Selby ist noch bis zum 18. Oktober in Deutschland und Österreich unterwegs. Freunden von Gitarrenmusik auf ganz hohem Niveau ist ein Besuch in jedem Fall zu empfehlen. Und alle, die am gestrigen Mittwochabend anwesend waren, werden sich auch beim nächsten Mal wieder im Alten Pfandhaus einfinden – ganz bestimmt.
Weitere Infos unter www.markselby.com
(GW)
Online-Flyer Nr. 216 vom 24.09.2009
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Kultur und Wissen
Mark Selby live im Alten Pfandhaus, Köln
Blues aus Nashville
Von Gerrit Wustmann
„Exzellent“ nannte ihn der Rolling Stone, der American Songwriter sieht ihn in derselben Liga wie Springsteen: Mark Otis Selby aus dem amerikanischen Musiker-Mekka Nashville. Er schrieb Nummer-1-Hits für Kenny Wayne Shepherd („Blue On Black“) und die Dixie Chicks („There’s Your Trouble“), produziert gemeinsam mit Brent Maher und stand mit Größen wie B.B. King, Jeff Beck, Lynyrd Skynyrd, John Mayer und weiteren auf der Bühne. Einen Großteil der Songs auf seinen Solo-Studioalben schreibt er gemeinsam mit seiner Frau Tia Sillers, die für ihren Song „I Hope You Dance“ einen Grammy gewann.
Erfüllung auf der Bühne
Seit dem Release seines gefeierten Debütalbums „More Storms Comin’“ vor neun Jahren ist Selby pausenlos aktiv. Er tourt, entweder mit seiner Band oder für Akustikshows mit seiner Frau, um die Welt, mindestens zweimal pro Jahr auch durch Deutschland. Seine vier Studioalben ergänzte er durch eine Kollaboration mit hochkarätigen befreundeten Musikern auf dem 2007 erschienenen „Nashville Picks Vol. 1“. Im Frühjahr 2008, nur wenige Monate nach seinem letzten Longplayer „Nine Pound Hammer“ tat er sich mit den Songwritern Clay Mills und Sonny LeMaire zusammen, und nahm unter dem schlichten Titel „SelbyMillsLeMaire“ erneut eine mehr als hörenswerte Scheibe auf, die eben soviel gute Laune verbreitet, wie das erste Livealbum „Live At Rockpalast - One Night In Bonn“, aufgenommen vom WDR am 23. Oktober 2008 in der Bonner Harmonie. Anstatt sich eine Pause zu gönnen, schließt Selby direkt an die Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz Shows in Mississippi, Kansas und Nebraska an und arbeitet mit Hochdruck an der fünften Platte, die im Frühjahr 2010 erscheinen soll.Die Arbeit im Studio sei wunderbar, die Erfüllung aber sei es, auf der Bühne zu stehen und die Liebe zur Musik mit dem Publikum zu teilen, sagt Selby. Und so ließ er sich auch nicht davon stören, dass das Publikum im Alten Pfandhaus am gestrigen Abend eher spärlich war. „Das kann ich so nicht akzeptieren“, sagt Alexander Sandman, künstlerischer Leiter des Pfandhauses, augenzwinkernd – und kündigte an, dass Mark Selby ganz bestimmt noch mal kommen werde. Das ist zu hoffen, denn die wenigen, die sich in der gemütlichen Atmosphäre im Herzen Kölns zusammenfanden, durften nicht nur ein, sondern sogar zwei Sets genießen. Selby und auch seine Mitstreiter Daryl Burgess (Drums) und Charles Anderson (Bass) sind keine Honorarmusiker. Wenn die Stimmung gut ist, spielen sie auch schon mal drei Stunden und feiern danach gemeinsam mit den Anwesenden.

Mark Selby / Bild: Falko Jakobs
Atmosphärisch und eindringlich
Die Show begann ruhig und atmosphärisch mit der eindringlichen Slide-Gitarre von „More Storms Comin’“ und steigerte sich mit einem Querschnitt aus Selbys Alben bis zum energetischen „Leveler Reveler“, das unter Selby-Fans längst ein Superhit ist. Auch „Blue On Black“ durfte nicht fehlen, die schönsten Reaktionen riefen aber vor allem die zahlreichen Jams und Improvisationen hervor, bei denen drei Vollblutmusiker zeigen konnten, wie sehr sie mit ihren Instrumenten verschmelzen. Gut aufgelegt war vor allem Schlagzeuger Daryl „DB“ Burgess. Selby: „Ihr habt bestimmt schon so einige Schlagzeugsoli gehört, aber ein Cymbal-Solo ist was Besonderes.“ Burgess hat gerade seine erste Soloscheibe aufgenommen. Für zwei seiner Songs überließ Selby ihm den Mittelpunkt der Show – und was er zum Besten gab, machte Lust auf mehr: Eine anregende Mischung aus Blues und Jazz, die an den ebenfalls zu Unrecht völlig unbekannten Teddy Andreas erinnert. Als kleine Ode an Nashville stimmte Selby Johnny Cashs „Folsom Prison Blues“ an und ließ den Abend mit seiner bejubelten Version von „A Whiter Shade Of Pale“ ausklingen – einem großartigen Song, dem Selby eine Seele gibt wie kaum ein anderer der zahlreichen Interpreten vor ihm.
Mark Selby ist noch bis zum 18. Oktober in Deutschland und Österreich unterwegs. Freunden von Gitarrenmusik auf ganz hohem Niveau ist ein Besuch in jedem Fall zu empfehlen. Und alle, die am gestrigen Mittwochabend anwesend waren, werden sich auch beim nächsten Mal wieder im Alten Pfandhaus einfinden – ganz bestimmt.
Weitere Infos unter www.markselby.com
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