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Kultur und Wissen
Konzert in der Kölner Kulturkirche: Eintauchen in die Welt von Soap & Skin
Liebeserklärung an das Vakuum
Von Claudia Behr

Soap & Skin: ein wenig mehr als
„nur“ Musik
Sie kann nicht von dieser Welt sein. Sie gehört irgendwo hin, doch in die normale Welt gehört sie nicht. Sie zieht das Publikum in ihren Bann und lässt es lachen und weinen, dort in ihrer eigenen Welt. Man will sie in den Arm nehmen und sie von ihren vermeintlichen Qualen befreien. Stark will man für sie sein und dann plötzlich versteht man: Sie braucht diese Stärke nicht. Denn sie hat sie schon längst gefunden und lebt sie in ihrer Kunst.
Anja Plaschg betritt geräuschlos die Bühne und haucht ein leises „Hallo“ ins Mikro. Dann taucht sie ab in ihre eigene Sphäre. Das Klavier spielt sie beinahe harmonisch, und wäre nicht ihre schmerzende Stimme und manche Male ein kehliger Schrei, würde man vermuten, alles sei in bester Ordnung. Andächtig lauscht das Publikum ihrer melancholisch-fröhlichen Performance und wartet, bis die Künstlerin das Tor zu ihrer Welt öffnet. Und dann plötzlich ist es soweit: Fast unmerklich gibt sie ein Zeichen und powert los. Das Publikum zieht mit. Immer mehr Leute lassen sich auf die einsame Musikkünstlerin ein, der Applaus steigt an und endet alsbald in begeisterten Pfiffen.
Diese Frau ist mit ihren erst 19 Jahren ein Rätsel, eine ungewollte gewollte Außenseiterin, eine Einsiedlerin. Ihre Songs bewegen sich zwischen Trauer und Melancholie. Das Debutalbum „Lovetune For Vacuum“ ist ein Gemisch von Klavier, psychodelischer Elektronik, umrahmt von einer mal klaren, dann wieder hauchenden, schreienden und leidenden Stimme. Sie singt Liebeserklärungen an das Vakuum, singt von Herbstlaub und... Auslöschung.

Soap & Skin eingetaucht | Foto: Victor Felder
Wenn man sie auf der Bühne sieht, dann verwundert es nicht, dass ihre Texte so traurig und gleichsam kraftvoll sind. Als Mensch ist sie introvertiert, aber sobald sie ihre Lieder singt, ist sie eine Künstlerin, die über sich hinauswächst. Sie zeigt eine unglaubliche Stärke in einer eigenen, verletzten Welt. Anja Plaschg kreiert eine eigentümliche Szenerie, in der Schmerzen erlaubt sind. Sie inszeniert sich in ihrer Kunst und bringt ihre Musik damit auf den Punkt.
Vielleicht weiß sie es nicht oder erahnt es nur: Mit ihrer besonderen Energie schafft sie eine Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Diese Sphäre wirft Fragen auf, die man weder beantworten kann noch beantworten will. Denn die Welt, ihre Welt, ist so, wie sie ist. Man muss sie live erleben und leben.
„Bury me under ice, smother me“ (begrabe mich unter Eis, ersticke mich) heißt es in dem Song „Extinguish me“ (Vernichte mich). Nein, man will sie nicht begraben. Man will Soap & Skin noch viele Jahre miterleben, bis man die Künstlerin Anja Plaschg endlich begriffen hat. Was kann ein Künstler mehr schaffen? (CH)
Online-Flyer Nr. 218 vom 07.10.2009
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Konzert in der Kölner Kulturkirche: Eintauchen in die Welt von Soap & Skin
Liebeserklärung an das Vakuum
Von Claudia Behr

Soap & Skin: ein wenig mehr als
„nur“ Musik
Anja Plaschg betritt geräuschlos die Bühne und haucht ein leises „Hallo“ ins Mikro. Dann taucht sie ab in ihre eigene Sphäre. Das Klavier spielt sie beinahe harmonisch, und wäre nicht ihre schmerzende Stimme und manche Male ein kehliger Schrei, würde man vermuten, alles sei in bester Ordnung. Andächtig lauscht das Publikum ihrer melancholisch-fröhlichen Performance und wartet, bis die Künstlerin das Tor zu ihrer Welt öffnet. Und dann plötzlich ist es soweit: Fast unmerklich gibt sie ein Zeichen und powert los. Das Publikum zieht mit. Immer mehr Leute lassen sich auf die einsame Musikkünstlerin ein, der Applaus steigt an und endet alsbald in begeisterten Pfiffen.
Diese Frau ist mit ihren erst 19 Jahren ein Rätsel, eine ungewollte gewollte Außenseiterin, eine Einsiedlerin. Ihre Songs bewegen sich zwischen Trauer und Melancholie. Das Debutalbum „Lovetune For Vacuum“ ist ein Gemisch von Klavier, psychodelischer Elektronik, umrahmt von einer mal klaren, dann wieder hauchenden, schreienden und leidenden Stimme. Sie singt Liebeserklärungen an das Vakuum, singt von Herbstlaub und... Auslöschung.

Soap & Skin eingetaucht | Foto: Victor Felder
Vielleicht weiß sie es nicht oder erahnt es nur: Mit ihrer besonderen Energie schafft sie eine Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Diese Sphäre wirft Fragen auf, die man weder beantworten kann noch beantworten will. Denn die Welt, ihre Welt, ist so, wie sie ist. Man muss sie live erleben und leben.
„Bury me under ice, smother me“ (begrabe mich unter Eis, ersticke mich) heißt es in dem Song „Extinguish me“ (Vernichte mich). Nein, man will sie nicht begraben. Man will Soap & Skin noch viele Jahre miterleben, bis man die Künstlerin Anja Plaschg endlich begriffen hat. Was kann ein Künstler mehr schaffen? (CH)
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